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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
derowegen bis dérzeit (Bd. 2, Sp. 1021 bis 1027)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) derowegen, wie derohalben, schickte derowegen einen weisen man Kirchhof Wendunm. 123a. derowegen ist unsere bitte, ihr wollet euch dahin setzen H. J. von Braunschweig Susanna 3, 1. derowegen wollten sie wieder herausgraben,

[Bd. 2, Sp. 1022]


was die bauern eingescharret Simpliciss. 1, 52. 2, 125. 338. bist du derowegen ein diaconus? Schuppius 704. gehe derowegen und schleusz die thür auf Gryphius 949. mischeten derowegen gift unter seine speise Pers. rosenth. 1, 4. sind derowegen zusammen getreten 1, 5 und so öfter bei Olearius. bat derowegen gehorsamlich Schweinichen 1, 126. sagte derowegen boshaftiger weise Riemer Polit. stockf. 28. derowegen griff der rat zu 38. derowegen verzeihet mir 47. wir solten derowegen flugs vor uns gehen Jucundiss. 154. aber hier von wär noch viel zu sagen, derowegen besser z schweigen Elisab. von Orleans 58. derowegen nahm die zuflucht zu den büchern Felsenburg 1, 3. meine beiden söhne klatschten derowegen in ihrehände 1, 291. Frisch führt es an 2, 428. muntert euch derowegen was mehreres auf Fr. Müller 2, 343. heute fast nur noch im canzleistil gebräuchlich. s. DWB derwegen. deswegen.
 
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derre, s. DWB darre.
 
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derre, f. schwiele in der hand. terren in der hant duricies manuum Voc. incip. teut. X 3.
 
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derren, s. DWB darren, DWB dörren.
 
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derrung, f. tostura Maaler 89d. s. DWB dorrung, DWB dürrung.
 
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derselbe dieselbe dasselbe, adjectivpron., is ea id, idem eadem idem, ahd. der selbo diu selba daz selba, mhd. der diu daz selbe. das anschieben des artikels hat erst im nhd. stattgefunden, und im 16ten jahrh. wird noch häufig, z. b. bei Luther und Brant, die trennung beibehalten, ja es kommt zuweilen die starke flexion vor, dem selbem allem Murner Luther. narr 1694. wenn in dieser zeit im nom. gewöhnlich derselb dieselb dasselb steht, so ist e nur abgefallen. Henisch setzt derselb an 661, Maaler das selb 369c, ebenso Schönsleder B b, Stieler aber derselbe 299. es bleibt immer an sich demonstrativ, wenn es auch, auf ein vorangehendes subst. oder einen vorangehenden satz sich beziehend, eine relative stellung einnimmt.
1. es steht wie ein verstärktes demonstratives pronomen im 15ten und 16ten jahrhundert nicht selten vor einem substantivum, nachher genügte in diesem fall ein einfaches demonstr. so aber eine fraw weise ist, die selb fraw ist zu loben Albrecht von Eybe 13b. dann wäre die selb sorge nit Steinhöwel 84b (1555). sie hetten (im kloster) in einer zal, wie dick (oft) einer solt trinken im imbis. der selben trünk einer ward im (dem mönch) abgebrochen z einer straf Keisersb. Sünden des munds 23a. wir lesen von eim, hat geheiszen Thomas Probantinus. was in Probant (Brabant) ein frauw ... man schickt nach dem selben (jenem) Thomas, der kam und raunet der selben frauwen ein vers in ein or 24a. du weist das ein person unrecht tht. und du thest eins und sagst es z einem freund der selben person 26b. nit wellest wüste schampere (schamlose) wort reden, wann durch die selben wort entleret man zucht und scham 62a. und gond dan von dir z einem andern und sagent dem selben böses von dir 67a. sie seind auch gleich dem scorpion, welchen der sticht der msz sterben, es sei dan das er es nit fürkum mit arzeneien. darum hat man in denselben landen, da sie seind, ampelen in den heusern, in denen ist baumöl, und ligent die scorpion dar in 68a. aber dise die der welt urlob hond geben und still seint worden, die entpfinden es weit, wan sie derselben stille mangelen müssen und inen unrg einfallet 70a. du solt fliehen neuwe mär uf das du nicht geachtet werdest ein uftreger der selben neuwen mären 71a. so du grosze ding tst und wenig redest, damit machst du dich holtselig allen menschen. was seint die selben groszen werk? sprichstu 75a. do er umb die straf seiner narrheiten von Apolline mit esels oren geschent was und dieselbe unschaffenheit der oren allen andern menschen, on allein dem scherer, verborgen blieb Brant bei Steinhöwel 144b.

das er blieb todt desselben mals Theuerd. 92, 60.

sihe das ist der hauf und das ist das mal das ich aufgerichtet hab zwischen mir und dir. der selb hauf sei zeuge und das mal auch zeuge 1 Mos. 31, 52. aber er blieb die selbe nacht beim heer 32, 21. denn wer das fett isset vom vieh das dem herrn zum opfer gegeben ist, dieselb seel sol ausgerottet werden von irem volk 3 Mos. 7, 25. sihe dasselb geld ist bei mir Richter 17, 2. und kein mensch des selben armen manns Pred. Sal. 9, 15. denn Zephanja, der priester, hatte den selben brief gelesen Jerem. 29, 29.

[Bd. 2, Sp. 1023]


die trugen belz von wolfsheuten.
eins aber das mich sehre wundert,
dieselben belz waren so gesondert,
etliche kehrten das rauhe innen,
dieselben hielt ich basz bei sinnen.
Wolgemut 2, 402.

ich lese von denselben leuten, dasz sie haben in allerlei wollust und allerlei unzucht gelebt Schuppius 199.

die durch reden reich
sind denselben vogeln gleich,
die im munde tragen zu
ein gebäw zu ihrer ruh
Logau 3. 184, 54.

wenn du in einem ungewissen und zweifelhaften werke, da du zweierlei für dir hast, begriffen, so erwehle denselben theil, welcher am leichtesten zu thun ist Olearius Rosenthal 8, 18.
2. wirksamer ist es, wenn es allein stehend ein substantiv vertritt; so wird es noch jetzt gebraucht, doch in dem 15ten und 16ten jahrh. war es häufiger. die kinder kamen herein, jedes derselben zeichnete sich durch schönheit aus. sie legte die hand auf den stein und empfand die wärme desselben. das geschicht in disem liechte und in diser liebe und ûsz dem selben in das selbe Theologia deutsch 90.

da ist Rudiger, wiszt furwar,
ist bei mir iez wol siben jar;
wil der selb eur kempfer sein,
so ist es auch der wille mein. Fastnachtsp. 548, 23.

das ander stück, darbei du merken solt, daz es wider ordenung der vernunft ist, dasselb ist köstlich essen Keisersb. Sünden des munds 4a. thu als ein mensch: was thut der selb? 18b. ich sag dir es, thü wer da wöll, so tht es got durch die selben als durch ein rten 18b. wenn der bapst einem sein sigel geben hat, und er thet eins und versiglete damit falsche brief, wär der selb nit ein felscher? ja er warlich 22a. ein lügin ist ein lügin: das selb hat er vergessen, darumb hat er gefelt 23b. der Gerson schreibt von eim, der selb wolt lieber ein eebrecher sein dann ein lüginer 25a. und hab genad von gott: was ich gott gebeten hab, das selb hat er mich gewert 25b. zu dem ersten geschicht hinderred ausz gter meinung, und das selb in viererlei weis 26a. wenn du eim sein eer abschneidest, der selb saget es darnach eim andern, der selb sagt es darnach weiter, und also kumpt es von einem z dem andern 28b. sag allein den gebresten der sünden deins nechsten denen, da es nutz dem selben mag bringen 28a. die selben die also reden, denen ist leid das man sie also wol kennt 37b. er sicht das, das die meinung gottes des herren ist, darumb wünschet er im böses, dem willen gottes wil er sich gleichförmig machen, darumb so flucht er dem selben. also hat gethan Noe 38b. du solt got deinen herrn anbetten allein und dem selben allein dienen 41b. einem narren leit sein herz alwegen im maul, er verbirgt nüt, es msz als herausz: aber ein weis mensch das selb hat sein maul in seinem herzen 52a. also auch ein mensch der vor in eins freuntschaft ist gewesen. und so sie im entgot durch offenbarung heimlicher ding, desselben darf er nit mer warten 72b. das hat alles sein bescheid, und ist nit not das selb hie ze sagen, ir hond sein eben geng 73b. so spricht man dan 'das ist ein gesell der kan ein geschweigen'. die selben (solche leute) zeucht man herfür 77a. dann wann ein mensch sein zung nit zemet, sundern ungemeistert laszt, usz dem selben würt nichts, er sei wie gelert er wöll 80b.

wer keiglen (kegeln) wil, der selb uf setz.
Brant Narrensch. 68, 8.

wer schlagen kan hor (haar) under woll,
der selb zu hof gern bliben soll 100, 20.

und segnete den sibenden tag und heiliget in darumb, das er an dem selben geruget hatte von allen seinen werken 1 Mos. 2, 3. und ich wil feindschaft setzen zwischen dir und dem weibe und zwischen deinem samen und irem samen. der selb sol dir den kopf zutretten und du wirst in in die verschen stechen 3, 15. und sol seine hand auf desselben (des rinds) heubt legen und schlachten fur der thür der hütten des stifts 3 Mos. 3, 2. gehet hin und schreiet die götter an, die ir erwelet habt, laszt euch dieselben helfen zur zeit ewrs trübsals Richter 10, 14. denn die pfeile des almechtigen stecken in mir, derselben grim seuft aus meinen geist Hiob 6, 4. und wenn ich böse thiere in das land bringen würde,

[Bd. 2, Sp. 1024]


die die leute aufreumeten und dasselb verwüsten Hesekiel 14, 15. man kund das wasser mehr denn um dreihundert groschen verkauft haben und dasselb den armen geben Marcus 14, 5.

ein jeder sich desselben nehrt,
was ihm von erbfall wird beschert.
Wolgemut 2, 364.

bracht ein stück fleisch, war eben grosz,
desselben ich damit genosz 2, 401.

welcher gestalt auch derselb regieret Eselkönig titelblatt. derselbe ehret die schrift (bibel) recht, der sie mit solchen augen ansihet Brandts Bericht vom leben Taubmanns 63. gott lasse das wahre und gute, so viel desselben in dieser schrift ist, zum nutzen des lesers gereichen Gellert 6, 170. kleinigkeiten die er von Marianen erhalten oder derselben geraubt hatte Göthe 18, 174.
3. am nachdrücklichsten steht es in der bedeutung von idem, wo man auch der nemliche, der gleiche sagt; vergl. dasselbigkeit. ich bin immer derselbe, der gleiche, ändere mich nicht in meiner gesinnung. er sprach immer dasselbe. wir bemerkten dieselbe wirkung des lichts, die wir schon früher beobachtet hatten. es ist dasselbe kind, das gestern da gewesen war. er ist noch denselben tag gekommen. sie trägt beständig dasselbe kleid. das dritt murmelen, da gat der schad usz, daz die selben menschen, die murmelen wider gott, die haben nimmer kein r noch friden Keisersb. Sünden des munds 17b. und mit der hand die du dem teufel gibst, mit der selben hand segnestu dich alle tag, abents und morgens, frü und spat 21b. gott, du bist derselbe mein könig, der du Jacob hülfe verheiszest Psalm 44, 5.

immer dieselbe (natur), bewahrst du in treuen händen dem manne
was dir das gaukelnde kind, was dir der jüngling vertraut.
Schiller 77a.

du gleichst der unbeweglichen gestalt,
wie sie der künstler in den stein geprägt,
um ewig fort dasselbe zu bedeuten 668b.

sie sagte ihm nicht durch worte, sondern durch einen einfachen blick 'ich bin dieselbe die ich gestern war' ich habe meine gesinnung nicht geändert Gutzkow Ritter vom geiste 2, 268. zu weiterer verstärkung setzt man noch eben, ganz, gerade hinzu. eben dasselbe habe ich auch bemerkt. er ist eben derselbe mensch, den wir gestern sahen. eben dieselbe frucht wächst auch hier. eben am selben tage gieng Noah in den kasten 1 Mos. 7, 13. und saget zu im eben die selben wort 39, 17. eben das selb idem, hoc ipsum Maaler 369c. es ist ganz dasselbe (macht keinen unterschied) ob du es thust oder nicht. die pflanzen sind sich sehr ähnlich, aber nicht ganz dieselben. gerade zu derselben stunde kamen beide hier an. gerade in demselben augenblick schlug der blitz ein. so auch ein und derselbe. es ist ein und derselbe, der unter verschiedenen namen auftritt. eine und dieselbe person zeigt sich immer in anderer gestalt. was er auch vorbringt, mit andern worten, es ist dem inhalt nach immer eins (oder ein) und dasselbe.
4. als höflichkeits- und unterthänigkeitsformel vertritt es, ebenfalls im pl. stehend, die stelle des persönlichen Sie. Dieselben hatten geäuszert, befohlen. ich habe die ehre gehabt, Denselben zu berichten. ich ersehe daraus mit vergnügen, dasz Ihnen mein Timorus gefallen, und solches geringe product Dieselben veranlaszt hat u. s. w. Lichtenberg 4, 85. ironisch, aber heute abend werden Dieselben mit mir copuliert Kotzebue Dramat. spiele 2, 330. auch wol, Deroselben gnade empfehle ich mich. endlich wird bei hohen personen hoch, höchst, allerhöchst vorgesetzt, Hochdieselben wollen es gütig aufnehmen. geruhen Höchstdieselben, Allerhöchstdieselben meine bitte zu gewähren.
 
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derselbige dieselbige dasselbige, adjectivpron. gleichbedeutend mit dem vorhergehenden und gebildet wie derjenige. es wird ebenso wie jenes verwendet, nur bei den unter 4 bemerkten höflichkeitsformen ist es nicht in gebrauch. gegen das ende des 14ten jahrhunderts zeigt es sich zuerst.
1. vor einem substantivum.

das sol er umb ew dienen,
dassälbig knächlein (knäblein), wol berait,
und fürder sich gar rasche
Wolkensteiner 70, 1, 13.

so maint er dann, der selbig hübsch geselle 117, 2, 5.

und die selbige wâre einigkeit wirket dâ stêtiglîchen Theol. deutsch 43.

[Bd. 2, Sp. 1025]


die öpfel huob der selbig man
pei dem stil ze beschneiden an.
Wittenweiler Ring 35a, 30.

und lief daher der selbig wicht 40b, 32.

darnach begab es sich, da Anthonius sein lant verlor, das das selbig berlin funden wart Keisersb. Sünden des munds 6a. ir warten der salb und arznei, damit man die ander blattern der entschuldigung heilen mag. nun uf das das die selbig salb kreftig werd ze heilen den gebresten, so find ich drü stuck die darein gehören 15a. solt birkin questen (ruten) reiszen und mit den selbigen questen inen (den kindern) das weren, das sie hinden und fornen blitzen und ufspringen 16b. und was got wol gefelt, das gefelt den selbigen spöttern nichts 45a. das erst darumb unnütze wort den menschen versenken in ewige verdamnisz, das ist vermischens halb, wan die selbigen vergebene wort vermischen sich etwan in andere ding und wort, daz sie todtsünde werden 51a. derselbig baum steht in mitten der aller scherpfesten dörnen Pauli cap. 489.

dann wo es (das pferd) an ein seiten wär
mit im geschlagen, glaubt, so het
er sich an derselbigen stet
gefallen gar ztod warlich Theuerd. 33, 72.

Unfalo derselbig pöswicht
rüet auf das nicht lang. 34, 1.

lies dasselbige capitel Luther 3, 241. und zogen aus zu reisen in das land Canaan. und als sie komen waren in dasselbige land, zog Abraham durch 1 Mos. 12, 5. und namen in und warfen in in eine gruben, aber die selbige grube war leer 37, 24. wer ist der selbige könig der ehren? Psalm 24, 8. da rief Jeremia Baruch den son Noria, derselbige Baruch schreib in ein buch aus dem munde Jeremia alle rede des herrn 36, 4.

der selbig fal gar weit erhal Laurin 869 Schade.

da sprach einer von denselben fründen,
die dasselbigmal um ihn stunden.
Wolgemut 2, 352.

du thust alles das du wilt, darumb ist derselbige dein wille allein heilig Schuppius 433.
2. allein stehend. und dis geschicht aller meist, dâ hôch nâtûrlich vornunft ist: wan die selbige stîgt alsô hôch in irem eigen liechte u. s. w. Theol. deutsch 37. diser Jacob bedütet uns ein frummen glatten menschen, der nicht harig ist von sünden: der selbig legt im selbs die ruhen haut an umb tegliche sünd Keisersb. Sünden des munds 16a. wa findet man die selbigen? 20b. wan du nimst im sein eer, die im lieber ist dan zitlich gt, er wolt das selbig lieber verlieren 37a. ein sölcher seltsamer mensch ist der nar. und der schenk von im entpfacht, dem selbigen bringt es keinen nutz 38a. das ist ein blater, aber nicht die, darvon ich hie reden wil, die selbig wird erst hernach kumen 53a. die da sagen von andern leuten heimliche ding und künden das selbig nit beweisen 73b. nun wan der knecht das selbig von im, seinem meister, sagt, so würt er gegen dem selben meineidig 72b. wir prediger sollent uns also halten das wir frei reden die warheit und beschirmen die selbigen und sollent niemants den kautzen streichen 69a. so einer merkt, wann er mit eim redt, daz der selbig ein klapperman ist, so schweigt er 77a.

wa sie das selbig herfür brächten.
Murner Luther. narr 646.

und nam aus euch zwelf menner von iglichem stam einen. da dieselbigen weggiengen u. s. w. 5 Mos. 1, 24. der aber zur thür hin eingehet, der ist ein hirte der schafe. demselbigen thut der thürhüter auf Joh. 10, 3. wirst du dich aber nicht fürchten vor der obrigkeit, so thue gutes, so wirst du lob von derselbigen haben Römer 13, 4. wo man dasselbige nit hat si hujus copia non adsit Henisch 662. wenn ich meine gedanken nur unter dem namen der zweifel vortrüge, so würde die welt sehr leicht über dieselbigen hinweg sein Kant 8, 12.
3. in der bedeutung von idem.

kommt nun dieselbige stunde zurück,
wie still michs kränket und schmerzet
Göthe 1, 215.

'zum zweitenmal', so begann das herrliche kind mit einem unüberwindlichen anmutigen ernst, 'zum zweitenmal widerfährt mir dasselbige' 17, 369. in dem augenblicke, in dem

[Bd. 2, Sp. 1026]


ich erfahre, du habest in die scheidung gewilligt, büsze ich in demselbigen see mein verbrechen 17, 371. er setzte sich in derselbigen stunde zu pferde und ritt dem zweideutigen paare nach 19, 236. die melodie behält immer denselbigen gang ohne tact zu haben: die modulation ist auch dieselbige 27, 131. was mich nemlich von der brüdergemeinde, so wie von andern werthen christenseelen absonderte, war dasselbige, worüber die kirche schon mehr als einmal in spannung geraten war ders. obgleich ein solcher mann (Anaxagoras) zu seiner zeit sich begnügen muste dasselbige durch dasselbige zu erklären ders.

was man dem feuer enthob, das ruht in derselbigen urne.
Voss.

auch wird wie bei derselbe noch ein verstärkendes wort zugefügt, es ist eben dasselbige, ganz, genau dasselbige. der schelter sagt auch den gebresten von eim menschen, eben mit den selbigen worten, wie der abschneider thut Keisersb Sünden des munds 43b. eben der selbig, gleich der selbig Dasypod. 105a.
4. bei höflichkeitsformeln wird es aber nicht gebraucht, man sagt nicht höchstdieselbigen, allerhöchstdieselbigen.
 
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derselbte, eine seltene form von derselbe.

ein berg zur linken hand denselbten ort beschützte.
Werder Ariost 2. 34, 5.


 
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derwegen, wie deshalb, deswegen, s. derentwegen, derowegen, dieserwegen. bei Luther 1, 411. derwegen, da man in (den Rabelais) je wolt teutsch haben, hab ich ihn eben so mehr in teutsch wöllen verkleiden Fischart Garg. 16. derwegen denselben genug man zu sein, vergleichet und einigt er sich mit einer im anmütigen gehülfin 64. das apostolisch werk gefiel den bawern wol, derwegen verkündigten sie bald desselbigen tags ihren nachbarn, den zu Suna Alberus wider Jörg Witzeln G 5a. derwegen seind die so den keiser dem pabst vergleichen, die ärgsten ketzer Fischart Bienenkorb 121a.

rüsten derwegen zu ein schiff ders. Schiff 175.

derwegen als die sonn vermerkt
das nur ir manheit wurd gesterkt
und sach allweil das schiff forteilen,
da sorgt sie sie möcht sich verweilen 649.

öfter bei Olearius im Rosenthal 1. 4, 13. 30, 44 u. s. w. wie denn derwegen eine vergleichung aufs papier aufgericht worden Schweinichen 2, 208.

derwegen will es sich gebühren
Weckherlin 351.

derwegen wer dem altar dienet, kan und sol mit gutem gewissen davon leben Schuppius 85. es ist nicht gut dasz der mensch allein ist, derwegen hat er (gott) ihm eine gehülfin geschaffen, die um ihn sei Lehmann Floril. 158.

die frömmelei läszt falsches auch bestehen,
derwegen hasz ich sie
Göthe 4, 336.


 
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derweil derweile derweilen,adv. mittlerweile, während der zeit, interim, interea. mhd. der wîle.
1. demonstrativ.

ich wær der wîle dicke tôt Iwein 656.

doch tuot mir der gedinge wol
der wîle, den ich hân, deichz noch erwerben sol.
Walther 92, 8.

zm bättel losz ich mir derwile.
Brant Narrensch. 63, 78.

ich sollte ihm derweil mein mutterhembde leihen, bisz das neue fertig wäre Chr. Weise Freim. redner 756. lasz uns derweil auf und ab schlendern, bis es helle wird Fr. Müller 3, 162.

zum bühle da rettet euch! harret derweil
Göthe 2, 38.

ists nicht ein mann, seis derweil ein galan 12, 153.

musten derweil uns schlecht bequemen
Schiller 321.

dort auch saszen derweil, im gesindestübchen versammelt,
Hans und die treue Susanna und Hedewig fröhlich des mahles
Voss Luise 3, 523.

wo bist derweil herum geschwärmt?
Rückert.

aber, lieber major, nehmen Sie doch auch derweile mein geld Lessing 1, 557. erzählen will ich was ich derweile trieb Karl August herzog v. Weimar in Mercks briefs. 2, 184. derweile stechen sie mich zwanzig male todt Göthe 13, 26. derweilen Stieler 2476. Klinger 5, 220. derweilen sehnt sich die liebste daheim Tieck 10, 234.

[Bd. 2, Sp. 1027]



2. relativ. kurios dasz man immer himmel und hölle, engel und teufel nur in andern welten sucht, derweil man doch beides gegenwärtig um und neben sich findet Armer mann im Toggenburg 323.

derweil der jugendliche held
so mannhaft spricht
Wieland.

hier lasz mich meinen stul zurückwerfen, derweile ich die wärmsten empfindungen der liebe für dich ausschütte Tristram Shandy von Bode 3, 568.

will mir die hand noch reichen,
derweil ich eben lad
Uhland Ged. 300.

und läse märchen wunderfeine,
derweilen drauszen nacht und wind.
Heine Buch der lieder 1, 79.


 
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dérzeit, adv. zu dieser zeit, damals und auch gegenwärtig, modo, zur zeit. N. N. derzeit vorsitzender. allein so weit kam es derzeit noch nicht Dahlmann Dänische gesch. 1, 39. durch Halfdans stamm war derzeit der dänenname furchtbar drauszen in Friesland 1, 45. die zunge kannte derzeit keine bande 1, 187. herzog Heinrich von Schleswig hält sich derzeit noch zurück 2, 30.

und im gesange sich gar dem bescheidenen mädchen gesellte,
das für die schönere galt bei der mehrzahl (wahrlich mit recht auch)
und, von vielen gewünscht, derzeit noch keinem gehörte.
Mörike Idylle 46.

daher das adjectivum