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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
derjenige bis dermaszen (Bd. 2, Sp. 1018 bis 1020)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) derjenige diejenige dasjenige, ille illa illud. schon im mhd. ward zuweilen der bestimmte artikel vor jener gesetzt und im 15 ten jh. fieng man an die schwache form des pronomens zu gestatten, wie schon bei dem artikel der 24 bemerkt ist. der anstosz den man an dieser unorganischen form nahm, mag die bildung von jenig veranlaszt haben. ein jetzt veraltetes jenig für aliquis, quidam kommt im niederd. (Brem. wb. 2, 692) vor, auch Stieler setzt jeniger und jeniges an, sagt aber es habe allezeit den artikel vor sich 632, so auch Frisch 1, 486a. der dat. pl. lautet der regel gemäsz denjenigen, doch erlauben sich einige denenjenigen, wovon oben (sp. 960) beispiele gegeben sind.
Zuerst erscheint es im 16 ten jahrh., wo man noch den artikel abtrennte. und er ist der jenig, der uns das ärgst beweisen thut Aimon Oij. das jenig ich jetzt th. Luther gebraucht es öfter, wer solt euch darinnen gehorchen? wie das teil der jenigen, die in streit hin ab gezogen sind, so sol auch sein das teil der jenigen, die bei dem geräte blieben sind 1 Samuel 30, 24. sihe, die jenigen, so es nicht verschuldet hatten den kelch zu trinken, müssen trinken, und du soltest ungestraft bleiben? Jerem. 49, 12. alle die jenige (mit der starken form) die da halten Fischart. dan diejenige machte uns solche (tapezereien), die sich vor alters vermasz mit der Minerva selbst um die wette zu spinnen Simpliciss. 1, 2. alles dasjenige, was durch viele mühe zu wege gebracht würde das. das ist derjenige, wovon wir redeten Stieler 632. wir sind diejenigen nicht (tales non sumus), wofür ihr uns haltet ders. diejenige freiheit, die ich mir herausnehme, groszen männern zu widersprechen Kant 8, 7. sie schwiegen eine lange zeit: dasjenige was sie empfanden, war über allen ausdruck Wieland. unter dem guten ist dasjenige zu verstehen, worin die vernunft eine angemessenheit zu ihren theoretischen oder practischen gesetzen erkennt Schiller.
 
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derlei, soviel als dergleichen. über lei s. die anmerkung zu allerlei und Benecke 1, 961. das wort kennen Dasypod. 314b. Maaler 89c. Stieler 298. Frisch 1, 192. es liegt meist etwas geringschätziges darin. derlei leute habe ich noch nicht gesehen. was mich wundert, ist dasz ich derlei in den schriften des weltweisen Feder gefunden habe. so etwas derlei abgenutztes Sulzer Literar. reise 64. derlei mittel in verdacht haben Claudius 8, 196. wo ich mich weder mit solcherlei lieb- noch hofschaften, noch mit derlei gestaltlosem inhalt befreunden konnte Göthe 45, 280. die albern genug bleiben, um sich mit derlei possen zu beschäftigen Tieck 1, 196. und derlei alte traditionen 1, 343. die form dererlei kommt jetzt nicht mehr vor; Schönsleder, Schottelius 1301, Stieler 298, Frisch 1, 192b führen sie noch an. werden auch durch dererlei einbildungen so aufgeblasen stolz, dasz sie u. s. w. Rompler Gebüsch vorr. 7. bei Keisersberg desgleichen und derselben lei Schiff der penit. 28b.
 
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derlein, derlen, derlenbaum, m. die zahme kornelle, cornus sativa s. mascula.
 
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derling, m. würfel, niederd. tarling, niederl. teerlink, dän. und schwed. tärning. das würflen oder baschen (paschen) mit dem derling aus freier hand Moscherosch de exercitiis academ. 356.
 
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dermal, adv. wie dermalen. Winterthur zählt auch noch dermal unter den einwohnern verschiedene berühmte gelehrte Hirzel über Sulzer 1, 12
 
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dermalein, adv.

lern herschen und demütig sein,
so du wilt herschen dermalein
Henisch 674.

wie das folgende
 
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dermaleinsdermaleinst,adv.
1. in zukunft. der mal eins aliquando Alberus nov. dict. xiii. das deine blätter nicht verwelken und deine früchte verderben, und auch dermaleins werdest wie ein dürrer baum Sirach 6, 3.

[Bd. 2, Sp. 1019]


auf das dich der widersacher nicht dermaleins überantworte dem richter Matth. 5, 25. und wenn du dich dermaleins bekehrest Luc. 22, 32. bisz wir dermaleins in die rechte und höchste schul kommen Mathes. 39. er aber der wol gedacht wie es im dermaleins gehen würde Kirchhof Wendunmut 289b. und also die in der besatzung dermaleins ungewarnet zu überwinden ders. Discipl. milit. 46.

die kind nichts bessers können erben,
wenn ihr eltern dermaleins sterben
Eyering 3, 162.

wer wil wol dermaleins uns alte jungen küssen?
Fleming 106.

die sehnsucht fremder sachen,
was wird sie dermaleins noch endlich aus dir machen? 615.

dasz er dermaleins in seines vaters fuszstapfen tretten werde Schuppius 3. den wil ich euch dermaleins zufreien 38. dasz wir die schuldigen dermaleins in erfahrung bringen 678. gott wird dermaleins nicht ein anseher der person, sondern ihrer werke sein Olearius Rosenth. 7, 9. anm. 6. so wollen wir dermaleins unser liebes haus mit desto schönerer ruhe darauf setzen 282. wird dermaleins wiederkommen Comenius 307. es ist besser hier gelitten als dorten dermaleines Schuppius 684. dasz er deswegen dermaleins mit besserm glück seinen ehestand antreten konnte Riemer Stockf. 139.
2. auf die vergangenheit bezogen, in voriger zeit. als er nun dermaleins gegen abend angelanget und mit zur tafel gesetzt war Brandt Bericht vom leben Taubmanns 45. als es im convent seiner collegen dermaleins auch sein votum ablegen solte 47. das unglück suchte sie dermal eins wiederumb heim Opitz.
Die form dermaleinst scheint etwa in der mitte des 17 ten jahrhunderts aufgekommen zu sein. Schuppius († 1661) gebraucht sie neben dermaleins, doch seltner, dieses (das gewissen) wird dermaleinest zeuge und richter sein aller deiner werke 560. kaiser Maximilianus sah dermaleinst einen bauren junge bäume pflanzen Hemelings Zechenbuch (1697). Stieler 368 führt sie allein an. du wirst dichs dermaleinst mit lust erinnern 368. ebenso Frisch 1, 192b. der höhere wird euch dermaleinst antworten Schiller 138b.

so treu und warm wie heute dem infanten
auch dermaleinst dem könig zugethan? 254a.

einige haben die ältere form beibehalten, es wird darin beiläufig von einem gewissen schriftsteller gesagt, dasz er einsicht genug besitze dermaleins der lobredner des harlekin zu werden Lessing 7, 81. er schwamm in vergnügen, wenn er sich vorstellte, wie er dermahleins den doctor Stilling besuchen und sich mit ihm ergetzen wollte Stillings Jugend 3, 90.
 
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dermalen, adv. gegenwärtig, nunc, in praesenti. malen ist der dat. pl., dem unorganisch der gen. pl. der vorgesetzt ist, wie in dermaszen. Stieler, Frisch und Steinbach führen das wort nicht an, das erst in der mitte des 18ten jahrhunderts wird aufgekommen sein, aber nicht blosz in der canzleisprache gebräuchlich ist. wir sind noch nicht am ende seines laufes, daher kann auch von seinem charakter dermalen die rede noch nicht sein Wieland 2, 235. 3, 47. (es) läszt sich dermalen nicht genau bestimmen, wie lange Schesian unter Isfandiars regierung noch hätte schmachten können 7, 87. dermalen kommt alles darauf an, dasz wir nichts unterlassen was von uns abhängt 7, 153. wiewol ich dermalen nur ein armer korbmacher bin 8, 435. so hätte mir nie weniger daran gefehlt als dermalen ders. Mercks briefs. 2, 216. so möchten wir uns dermalen in der vierten periode befinden Göthe 45, 4. denn er hat sich schon dermalen gut erwiesen 13, 109. da die grafen noch nicht selbst regierten, sondern dermalen zu ihrer bildung in Paris lebten Dahlmann Dän. geschichte 1, 401.
 
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dermalig, adj. gegenwärtig. nach seiner dermaligen überzeugung Wieland 1, 259. unsere dermalige lebensart 8, 369. dies war in seinen dermaligen umständen das beste was ihm begegnen konnte 11, 30.
 
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dermasz, adv. ita, sic. ir werdet genug zu schaffen haben, wo ir im der masz thnt Aimon c. öfter im Theuerdank,

und warf (das schiff) mit ganzem gewalt
in das eis, dermasz das es ein spalt
gewan und zerschnit das scheff gar 47, 32.

der see schlg an das scheff hinan
dermasz als wolts gleich undergan 64, 36.

[Bd. 2, Sp. 1020]



schalt sein knecht aus dermasz übel 80, 55.

nit wie der Ernhold hat erzalt
sein die sachen dermasz gestalt 109, 84.

gewöhnlicher ist
 
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dermaszen , unorganisch gebildet wie dermalen.
1. auf gleiche weise, welches heil beweiset sich, so ir leidet mit geduld dermaszen wie wir leiden 2 Cor. 1, 6. eben dermaszen ist es mit eurer arbeit, vergebet mir Ihr herren philologi, auch bewand Schuppius 418.
2. in der weise, in der art, wie es denn mir billig ist, das ich dermaszen von euch allen halte Philipp. 1, 7. da er empfieng von gott dem vater ehre und preis durch eine stimme, die zu im geschach von der groszen herrlichkeit dermaszen, 'dis ist mein lieber sohn' 2 Petr. 1, 17.

desgleichen Aristoteles
uns auch dermaszen berichtet des
Waldis Esopus 194a.

dardurch er gewislich auch dermaszen
sein thun und lassen wirt anrichten
Eras. Alberus 2.

der geist hat mich entzündet dermaszen,
geh bald, heisz die posaunen blasen
H. Sachs 3. 1, 39b.

must dein reichthumb eim andern lassen
der dir sein nit danket dermaszen 3. 3, 10.

als könig Pharao dermaszen
gottes volk nicht wolt ziehen lassen 4. 1, 33a.

Galmy der ritter für mich gieng dermaszen als ob er mich nicht erkennt, mir auch ganz kein wort zusprach Galmy 286.
3. so stark, heftig, eindringlich, so sehr.

und weet dermaszen ein wind
das er den held erhb geschwind Theuerd. 56, 35.

aber z seim glück traf es nicht,
sonder seiner gesellen ein, der
bei im stund, dermaszen das er
viel vor im nider z der erd 78, 76.

und wer ewern geboten widersteet, den strafent dermaszen das andere exempel darab nemen Aimon S.

dafür sich entsatzten der maszen
das sie ihr reis musten verlassen
und aus dem negsten wald mit grawen
diesem wunderhandel zuschawen.
Rollenhagen Froschm. Xx v.

und bat mich freundlich dermaszen das ich u. s. w. Ganskönig Ev. wer ob er gleich zu hause bleibt und nur murmelt, sich täglich in den schriften der neuen sophisten, zum exempel Voltairens und seiner säuglinge, besäuft und zwar dermaszen, dasz er fünf bis sechsmal beim stuhle liegend und den rausch ausschlafend gefunden worden ist u. s. w. Klopstock 12, 75. die berühmte Phryne, die sich der vollkommenheit aller formen ihrer gestalt dermaszen bewuszt war, dasz sie u. s. w. Wieland 1, 150. was ich von mir selbst hoffen und wähnen konnte, hatte er (Herder) mir dermaszen verkümmert dasz ich an meinen eigenen fähigkeiten zu verzweifeln anfieng Göthe 26, 8.