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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
narzisse bis naschen (Bd. 13, Sp. 392 bis 393)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) narzisse, s. narcisse.
 
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nasbein, s. nasenbein.
 
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nasch, m. näschigkeit:

faulkeit und nasch, der hankt mir an,
das ich mich nit erweren kan.
H. Sachs 13, 77, 19 K.


 
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nasch, f. naschhafte person. H. Sachs bei Schmeller 1, 1765 Fromm.
 
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nasch, f. schachtel, dose. Schottel 1368. Richey hamb. idiot. 1772; mnd. der und die nasch (auch masch) Schiller-Lübben 3, 159b; vgl. DWB nesch für esch ebend. 176b, so dasz auch nasch für asch stehen oder umgekehrt asch erst aus nasch entstanden sein könnte (wie est aus nest u. s. w. oben sp. 1). s. DWB asch th. 1, 578.
 
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nasch, nasche, s. DWB natsch.
 
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naschbarte, f. naschbeil: sie (die schmarotzer) flicken und stecken sich hinbei wo sie künnen und mügen, ermessende wie z hof mit der naschbarten so gt zimmern und mit den herren umbzgehen. Kirchhof wendunm. 56a (1, 70 Öst.).
 
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naschbiszlein, n. ein biszlein zum naschen: und ist der schleckerei und naschbiszlein sehr viel. Mathes. Syr. 1, 126a.
 
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nascheinigung, nascheinung, f. geldbusze für den diebstahl von eszwaaren. Schottel 387a. Zedler 23, 698.

[Bd. 13, Sp. 393]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) näschellist, f. fertigkeit und schlauheit zu naschen:

sei keine katz voll näschel-list,
wie Simplicissimus hier ist. anm. zum Simpl. 1, 163 K.


 
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naschen, verb. , auch mit umlaut näschen, neschen teufels netz 8772. Zimm. chron. 4, 314, 39. Alberus p 4b. Diefenb. gl. 329b; ahd. nascôn, naschôn, mhd. naschen, mit goth. hnasqus (μαλακός), ags. hnäsc zu griech. κνάω (ich schabe, reibe, kraue), lit. knas-, knis- (graben, wühlen, vom schwein), s. Fick2 352. L. Meyer § 40. Leo ags. gloss. 591, 32.
1) transitiv und absolut, lecken, tellerlecken, leckend genieszen, catillare, ligurire (Graff 2, 1105. Diefenb. gl. 329b, nov. gl. 80b. Denzler 210a), besonders lüstern feinschmeckend, verstohlener oder unerlaubter weise genieszen, von menschen und thieren (vergl.schlecken): mhd.

und slah im mit willen eine vlaschen,
daʒ im die hunt das hirne ab der erde müeʒen naschen. zu
Neidhart 158, 11;

nhd. und hat ain man ain vasz mit wein
und kümpt einer darüber und nascht drein (darin). fastn. sp. 711, 17;

ich nesch, suffuror cibos delicatiores. Alberus p 4b; die katzen naschen gern. Stieler 1332;

dasz ich im kohl ein naschendes häschen ihm wegfing.
Voss ged. 2, 28;

doch wieder wuchs ich aus dem grab als aglei,
kam ein bienchen, naschte fleiszig.
Platen (1847) 1, 70;

sprichwort: viel (allzeit) naschen macht leere taschen. Schottel 1113b. Creidius 1, 135; naschen von:

und nascht von den
kirschen, ehe sie reifen.
Götz 1, 73;

naschen nach, lüstern wornach begehren, jagen:

du solt nicht nach wiltpret neschen (: täschen). Zimm. chron. 4, 314, 39;

gehst naschen nach verbotnem schmer.
Ringwald laut. wahrh. 141.


a) in weiterer anwendung.
α) von lüsternem, unzüchtigem betasten und kitzeln, naschen um, zu:

und wolt ..
einer ieden um die tutten naschen. fastn. sp. 144, 3;

wan so ir ainr zuom puosen nascht. 340, 8;

do ward ich als nahen unten hinzu naschen. 859, 32;

wann er hinab nascht zu der wannen,
so slug sie in mit feusten dannen. 852, 17.


β) von heimlicher buhlerei und verstohlen genossenen (ehebrecherischen) liebesfreuden: aus naschen gehen, ambire, tentare virgines Stieler 1332;

darum pin ich oft naschen auszgangen. fastn. sp. 321, 24;

naschen zu, um: mhd. eʒ heiʒet daʒ unkiusche, daʒ die nescher unde nescherin naschent von einem zuo dem andern, als daʒ vihe. B. Berthold 1, 106, 4;

ob er zuprechen würd sein ee
und naschen gieng zuo andren frauen. fastn. sp. 319, 6;

der zuo andren frauen get naschen ausz. 306, 4. 307, 4;

der einem geet zu seinem weib naschen,
und spilt mit ir in der untern taschen. 710, 8;

si wart sich auch zuo mir gelimpfen,
und weil ich so umb si wird naschen,
raumpt si mir hinten aus der taschen. 339, 28;

herr domine, es liegt am tag:
du wilt nur zu den peurin naschen.
H. Sachs 9, 5, 17 K.;

transitiv mit abstractem objecte:

sie hätte
an beiden tafeln schwelgen wollen! hätte
der tugend ganze glorie zu kosten
und doch zugleich des lasters heimliche
entzückungen zu naschen sich erdreistet?
Schiller 5, 1, 129 (don Carlos 2, 10), vgl. 5, 2, 244.


γ) auch von einem geistigen genusse, vom lesen und dgl. wenn es wählerisch und flüchtig geschieht ohne rücksicht auf den zusammenhang und die erfassung des ganzen: für unser wörterbuch konnte erst angehoben werden (aus Keisersberg) zu lesen, gleichsam zu naschen. J. Grimm oben th. 1, lxxviiib; naschen aus: ich schlendere aus der deutschen komödie in die französische, nasche, so zu sagen, aus einem neuen buche nach dem andern. K. Lessing bei Lessing 13, 486.
2) von der wie leckenden, wühlenden, nagenden bewegung sinnlicher gegenstände, so von Göthe:

da rase drauszen fluth bis auf zum rand,
und wie sie nascht, gewaltsam einzuschieszen,
gemeindrang eilt, die lücke zu verschlieszen. 41, 321;

ich fühls, es ist der klang der mordaxt, die an meiner wurzel nascht. 8, 274.

[Bd. 13, Sp. 394]



3) reflexiv. a) sich belecken: verwahre aber das rosz, damit es sich nit nasch (an der mit hüttrauch bestreuten hautstelle). Seuter rossarznei (1599) 234.
b) durch naschen lecker werden:

selbst in dem weinberg nascht sich das reh nicht immer genieszbar (wird nicht immer schmackhaft, wenn es auch im weinberge viel nascht).
Voss bei Campe.


4) schmarotzen, betteln, mendicare. voc. 1482 x 3a. Diefenb. gl. 155b. Schiller-Lübben 3, 160a.
5) um, herum naschen, um-, herumschleichen, ein begriff, der sich aus dem von herumlecken, rings beschnoppern (besnoppern vel naschen Diefenb. gl. 329b) entwickelt hat und der auch im folgenden ersten beispiele noch mitenthalten ist: und wird ausz dem sieges-pannier zum öftern ein flüchtiges hasen-pannier, man naschet hier und dar herum wie eine katze um einen heiszen brei. anm. zum Simplic. 1, 329 K.; die alte unholdin naschet wie ein gespenst bei der nacht um. Wirsung Cal. 2.

 

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Artikel 1 bis 1 von 1
1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,