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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
narrennagel bis narrenposse (Bd. 13, Sp. 376 bis 377)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) narrennagel, m. dicker, unförmlich ausgewachsener nagel an einem finger oder einer zehe. Schm. 1, 1754 Fromm.
 
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narrennebel, m.: obwol unser hirn .. mit einem zimlich dicken narrennebel bedecket. Weckherlin 866.

[Bd. 13, Sp. 377]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) narrennest, n.: der artzt (als narrenschneider) greifft den bauch und spricht:

sei guter ding und lasz mich sorgen!
inn dir steckt noch das narren-nest ..
ich will das nest auch von dir schneiden ..
schnitt man das nest dir nit herausz,
so prütest du jung narren ausz.
H. Sachs 5, 14, 9 K.


 
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narrenorden, m. narrengesellschaft, narrenzunft (vergl. DWB geckenorden th. 41, 1923):

so vil sint in dem narren-orden,
das ich schier wer versessen (vergessen) worden.
Brant narrensch. 78, 1;

ich kenn das und vergich es gott,
das ich vil dorheit hab gethon
und noch im narren-orden gon. 111, 73;

ungelerte, stolze narrenorden. Aventin. 1, 204, 36.
 
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narrenort, n. narrenecke:

so wil ichs vragen von wort zu wort,
warumb mich oft auf das narrenort
mein weib hat gesetzt, die hur die sprod,
die alzeit mich hat gehalten schnod,
und helt mich albeg fur ein atzen. fastn. sp. 47, 13.


 
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narrenpapier, n. schweizerisch, die schlechteste art schreibpapier Stalder 2, 231.
 
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narrenpferd, n. der narrenstock als steckenpferd der narren, arundines morionum Stieler 1441.
 
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narrenpflug, m.:

ir zieht wol gleich im narrenpflug. fastn. sp. 233, 10;

vil sint von worten wyse und klg,
die ziehen doch den narren-pflg.
Brant narrensch. 8, 6.


 
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narrenplatte, f. narrentonsur:

ich hab ein narrenplatten getragen
durch frawen willen wol zwei jar. fastn. sp. 122, 6;

lasz dir ein narrenplatten scheren,
die trag durch meinen willen zwar. 122, 12;

und das man euch fieng in der matten
und euch schür ein narrenplatten. 143, 15.


 
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narrenplunder, m. narrenkleidung:

ich glaub, man vind auch narren im land,
die da narrenplunder tragen.
Vintler 9398.


 
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narrenposse, f., narrenpossen,m. gewöhnlich im plural, possen die ein narr spielt, treibt, überhaupt späsze oder albernheiten: der narrenbossen Kramer teutsch-ital. wb. (1678) 802a, das narrenbossen. teutsch-franz.-lat. diction. (1683) 228b; narrenbossen, ludibria, nugae, ineptiae. Stieler 207; narrenpossen Steinbach 2, 195;

(welcher) nicht will narren-bossen treiben.
Weckherlin 561;

ich mochte wol wissen wer die narrenpossen aufgebracht hette. Schoch stud. leb. E; sie treiben narrenbossen mit groszem fleisz. Schuppius 742; ihre narren-possen sind heutiges tages in den schulen .. also bekant, dasz ich sie nit erzehlen mag. 815; abgeschmackte narrenpossen. Weise erzn. 57 neudruck; von solchen narrenpossen, wie die leute itzt vornehmen, hab ich nie gehört. 197; noch andere dergleichen narrenpossen. Jucundiss. 161; der gemahl einer schönen und reichen donna zu werden ist keine narrenposse. Lenz 1, 230; narrenpossen, sagte er, sind eure allgemeine bildung und alle anstalten dazu. Göthe 22, 210. — zusammengesetzt mit dem genetiv narrens (sp. 354): ich kan ja alle diese narrenspossen .. bleiben lassen. Felsenburg 4, 463; im gegentheil sie diese narrens-possen (vorher die verliebtesten schauspiele der comödianten) nach wenig tagen gar nicht mehr anzusehen würdigte. 477; wenn die frau seniorinn auf einmal frau pastorinn werden soll, das ist keine narrensposse. Lessing 12, 264 (v. j. 1770); vom mittage an, bis auf den abend um sechs uhr, zu fasten, sind keine narrenspossen. 1, 266; schweig also mit deinen narrenspossen. 1, 277; die narrenspossen dauern zu lange. 1, 498; nun keine narrenspossen — oder ich mache auch welche. Lenz 2, 152; wir sind dem edelmanne viel dank schuldig. — narrenspossen! dankbarkeit ist das was ihr zum voraus abschaffen müszt. Göthe 14, 279; dasz über den herrlich überschwenglich ergreifenden stücken der alten noch zum schlusz der vorstellung eine narrensposse sei gegeben worden 46, 6; denn da hat mir neulich freund Q. ganz andere lichter aufgesteckt, indem er mich versicherte .., dasz es mit der stimmung narrenspossen seien. an Schiller 501 (4, 301); es ist zeit, dasz man sich erklärt, wie man über diese narrenspossen denkt. an Meyer bei Riemer 77;

lasz die narrenspossen bleiben!
Schiller 1, 214;

wol mir, dasz ich abgetan
all die narrenspossen.
Rückert ged. (1847) 596.

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,