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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
narrenkleid bis narrenland (Bd. 13, Sp. 375 bis 376)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) narrenkleid, n. die kleidung eines narren, narrengewand:

(dem ehebrecher) ain narrnclait anschneiden. fastn. sp. 310, 19. 705, 28;

ich schwig der, den das selb gyt (giebt) freud,
das sie louffen im narrenkleid.
Brant narrensch. 62, 32;

man wilsz bei narren lassen bestan,
die narrenkleider tragen an. 233, 18;

ich habs doch in dem anfang gseit,
das ich ouch steck im narrenkleid.
Murner narrenbeschw. 80, 18;

dein herr ward angezogen
mit einem narrenkleid.
Kehrein kirchenl. 1, 630, 15.

do gedenk ich, dasz ich vil umzg in der statt mit pfifen und drummen, vermumet, hab gesechen, dorunder ich mich gar bel vor denen, so in narrenkleideren angethan hin und wider luffen, entsessen. F. Platter 126 B.; wenn du aber ... das narren-kleid anhaben wirst, so komm wieder zu mir. Simplic. 1, 205, 10 K.; aber das neidige glück wolte mich so leichtlich ausz meinem narrenkleid nicht schlieszen. 256, 7.
 
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narrenklugheit, f. sapientia inanis Stieler 988.
 
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narrenkofen, m. narrenhäuschen, gyrgathus Stieler 911. s. th. 5, 1574.
 
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narrenkolbe, m. und f.
1) der kolbe des narren, ursprünglich vielleicht ein rohrkolbe (s. 2 und Frisch 2, 8b) als narrenscepter, später aus leder gefertigt in form einer Herkuleskeule, auch ein einfacher stock (s. DWB stocknarr) mit einem narrenkopfe als angriffs- und vertheidigungswaffe des narren; mhd. und bei S. Brant dafür das einfache kolbe (th. 5, 1604, 2):

du (mönch) solt .. den psalter singen,
nit um den narrenkolben ringen.
Murner narrenbeschw. 2, 16;

lieff durch die gassen, schlug wer im begegnet mit seinem narrenkolben. Kirchhof wendunm. 1, 139 (1, 170); der blinden torechten welt iren narrenkolben umb den kopf schlagen. Frank weltb. 3a;

die welt ist ietzund als verkert;
was gott der herr ie hat gelert,
so thut sie nur das widertheil
und tregt den narrenkolben feil. kloster 4, 826 (vgl.
Murner narrenbeschw. 12, 75);

dem gehört ein narrenkolb,
der teutsch und welsch zusammen waschet.
Weckherlin 535;

jeder primaner führte statt der narrenkolbe eines geniepfahls einen nützlichen meszstab. J. Paul lit. nachlasz 4, 168.
2) der rohrkolbe, typha Nemnich 2, 1517. Frisch 2, 8b. Bock kräuterb. 539. Zedler 4, 1438:

das ror wuchs wie die haselstecken,
bei narrenkolben, schilf und weiden,
bei kreutern schwer zu unterscheiden,
als obs das schilfmer selber wer,
dadurch Moyses fürt gottes her.
Rollenhagen froschm. I, 1, 2, 11 (
Bürger 115a).


 
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narrenkönig, m.: bist du auch ein könig? Kunz v. d. Rosen. ja, narrenkönig. Freytag brautfahrt (1858) 91.
 
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narrenkopf, m.: ei dasz dich der teufel schend .. du alter tanhausischer eselftrer, mit deinem subtilen narrenkopf! Schade sat. 2, 120, 26; das blinde glükke säzt manchen auf einen hohen stuhl, damit seine unfollkommenheit so viel erkenntlicher werden möge; und ist besser, herrliche tugenden haben in dem untersten stande, als ein herr sein mit einem narrenkopf. Butschky Pathm. 89; so viele Don Quixotes sehen ihren eigenen narrenkopf aus dem Savoyardenkasten der komödie gucken. Schiller 2, 341; dummkopf, narr: es möchte einen die stranguria bestehen über den groben narrenköpfen. Luther 2, 139a;

der hat den witz verloren,
der ist ein narrenkopf.
Rachel 4, 342;

als schelte: narrenkopf du, ich will dich .. F. Müller 1, 244.

[Bd. 13, Sp. 376]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) narrenkotter, m. wie narrenhaus, narrenhäuslein, gefängnis für kleinere vergehen: solle alszbalt zur buesz und straff in den narrenkother geführt ... werden. österr. weisth. 6, 124, 38; der soll es zur straff in nahrnkotter mit wasser und proth abbüeszen. 125, 31 (17. jahrh.); deminutiv das narrenkötterlein. Schmelzl lobspruch 93. s. th. 5, 1899. 1900.
 
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narrenkraut, n.:

ein bler würt verblnnt so gar,
er meint, es nm nieman sin war,
disz ist das krefftigst narren-krutt,
disz kappen klbt lang an der hutt.
Brant narrensch. 13, 94;

kraut aus dessen samen narren wachsen. Chr. Weise Masaniello 60.
 
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narrenkrone, f. corona papyracea Stieler 1041.
 
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narrenlache, f. gleich narrenbad:

dergleichen wer will mehr verzehrn,
dann im sein pfluge mag erneern,
und ist leichtfertig inn sein sachen,
der ghört auch inn die narren-lachen.
H. Sachs 5, 307, 13.


 
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narrenland, n.: es ist nicht, dasz ein narrenland an einem seidenfaden hangt. Lehmann 2, 156; fragt man, um die Zockler aufzuziehen (zu necken), wo ihr land anfange, so antworten sie 'da wo das narrenland aufhört.' Birlinger volksth. 1, 459. vgl. DWB geckenland th. 41, 1923.

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,