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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
narrenjacke bis narrenklugheit (Bd. 13, Sp. 373 bis 375)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) narrenjacke, f.: die narrenjacke tragen, für einen narren gehalten werden. Klinger 12, 92;

und ich fahre auf erschrocken,
meine kranken glieder schüttelnd
also heftig, dasz die nähte
meiner narrenjacke platzen.
H. Heine (1876) 11, 153.


 
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narrenjahr, n.: ein junger musz sieben jahre nacheinander narren, wenn er eine viertelstunde davon versäumt, so musz er die narrenjahre von vorn anfangen. Simrock sprichw. 280.
 
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narrenjunker, m. s. unter klinkerklunker th. 5, 4197.
 
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narrenkappe, f.
1) die zur tracht der ehemaligen hof- und schalksnarren gehörende kapuze, die seit dem 15. jahrh. mit schellenbehangenen eselsohren oder mit einem hahnenkamm d. h. mit einem ausgezackten streifen roten tuches, der von der stirne

[Bd. 13, Sp. 374]


bis in den nacken lief, verziert war und als symbol der narrheit galt: narrenkappe capitium versicolor Stieler 1013; narrenkappe mit schellen, crepitulum Aler 1450b;

und hieszen mich ain lappen
in meiner narrenkappen.
O. v. Wolkenstein 6, 176;

darumb sie tragen eselsoren
.. und die narrenkappen. fastn. sp. 258, 10. 283, 19;

und wer nit an min wort gedenck,
die narren-kappen ich im schenk.
Brant narrensch. 99, 214;

mit dorheit dnt sie all umb gon,
went (wollen) mir die narrenkapp nit lon. 100, 24;

die man sint narren nit allein,
sunder findt man ouch nrrin vil,
den ich die schleier, sturtz und wile
mit narren-kappen hie bedeck. vorrede 113;

da zeigt er mir den kolben glich,
sin narrenkappen, sine oren.
Murner narrenbeschw. 2, 79;

wer der sterkst im schlagen ist,
dem sei die narrenkap gerist. luth. narr 4770;

und tragt am halsz die narren-kappen.
H. Sachs 3, 3, 79d;

es het mein fraw dem jungen lappen
an halsz gestreifft die narrenkappen. 11, 229, 31 K.;

es solten die iezigen bischof ein narrenkappen mit zwein langen eselsoren für die bischofsht tragen. Schade sat. 3, 169, 34; ei wie het sich diser pfarrer oder jener münch so weidlich umb die narrenkappen gerissen! 2, 145, 36; so risz sich grave J. nit wenig umb die narrenkappen, der wolt auch formunder sein. Zimm. chron. 3, 159, 14; derhalben user übergrosem furwitz rissen sie sich feindtlich umb die narrenkappen. 4, 18, 18; wir suchen manichmal ain grose gefieterte narrenkappen, und lassen dann nit nach, bisz wir sie finden. 3, 126, 15; es ist ein so belesner mann, wann er im bauerncalender ein narrenkapp sicht, so weisz er gleich dasz fastnacht ist. Fischart bienenk. 223b; dasz der teuffel die narrenkappe dem zorne gottes, allen anfechtungen und unglücke anzeucht. corp. constitt. Brand.-Culmb. 1, 64;

sie ziehen
die narrenkappe ab.
Rompler 90;

warumb darf ohn ein narrenkapp
ein narr halb welsch und halb teutsch glotzen?
Weckherlin 534;

gesunderer witz steckt oft in narrenkappen (in narren). Lenz 2, 276; liverei, worauf eine narrenkappe gestickt war. Schiller 9, 9; narrenkappen mit langen zipfeln. Freytag ahnen 4, 10; sprichwörtlich: einem die narrenkappe aufsetzen, illudere alicui Stieler 1013; man kan auch aus einer narrenkapp einen klugen kopf stekken. Schottel 1135a; sich in narrenkappen üben. Birlinger schwäb.-augsb. wb. 349b.
2) mehrere pflanzen, schnecken und muscheln führen wegen ihrer ähnlichkeit den namen narrenkappe: aconitum napellus, der blaue sturmhut, die kappenblume, die narrenkappe. Nemnich 1, 52 (nach 3, 405 auch aconitum lycoctonum, der gelbe sturmhut); aconitum napellus, eisenhütlein, weil die hole blum eim eisenhut ähnlich; und weil sie auch einer kappen gleich, so nennt man sie kappenblum und narrenkapp. Bock kräuterbuch 200; patella antiquata, schuppichte narrenkappe (eine art napfschnecke) Nemnich 2, 876; patella equestris, hungarica, narrenkappe. 2, 877. 878; chama cor (eine art breitmuschel), die narrenkappe, die doppelte narrenkappe. 1, 995.
3) geschützname: und hett man die groszen bixen, die narrenkappen und mezen mit iren siben döchtern uff den marckt (in Biberach) gesetzt. Baumann quellen 1, 285; vgl. DWB narr 12, c und närrin.
 
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narrenkäpplein, n.:

bisz das die gten gsellen kemen
und ouch ein narrenkepplin nemen.
Murner narrenbeschw. 78, 4.


 
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narrenkasten, m.:

desgleichen macht der mensch ein brück
und hengt jenseits von speis ein stück,
die man vermeint gar fest zu stehn,
und wil zur speis hinüber gehn:
so sinkt die brück verreterlich,
stürzet das meuslein unter sich
ins wasser oder narrenkasten,
mus den braten ser teur ausfasten.
Rollenhagen froschm. I, 2, 1, 77.


 
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narrenkegel, m. ein narr als kegel:

zuhand so setzt der weiber-hauff (auf dem kugelplatz der schönen frawen)
ein andern narren-kegel auff.
H. Sachs 5, 223, 22 K.

[Bd. 13, Sp. 375]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) narrenkirchweihe, f. fastnacht; nicht componiert:

der narren kirchwych man wol kennt,
jo wol vast nacht würt es genennt.
Brant narrensch. 110b, 31;

die vasenacht, die man der narren kirchwich nennet. ebend. im schluszworte; narrenkirchweihe, der montag vor fastnacht. westfäl. anzeiger 1807 561 ff.
 
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narrenkistlein, n.: ein jeder theil setzte sich, wohin er konte .. ich hockte und behalff mich auf dem narrenkistlein. Simplic. 1, 855, 17 Kurz.
 
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narrenkleid, n. die kleidung eines narren, narrengewand:

(dem ehebrecher) ain narrnclait anschneiden. fastn. sp. 310, 19. 705, 28;

ich schwig der, den das selb gyt (giebt) freud,
das sie louffen im narrenkleid.
Brant narrensch. 62, 32;

man wilsz bei narren lassen bestan,
die narrenkleider tragen an. 233, 18;

ich habs doch in dem anfang gseit,
das ich ouch steck im narrenkleid.
Murner narrenbeschw. 80, 18;

dein herr ward angezogen
mit einem narrenkleid.
Kehrein kirchenl. 1, 630, 15.

do gedenk ich, dasz ich vil umzg in der statt mit pfifen und drummen, vermumet, hab gesechen, dorunder ich mich gar bel vor denen, so in narrenkleideren angethan hin und wider luffen, entsessen. F. Platter 126 B.; wenn du aber ... das narren-kleid anhaben wirst, so komm wieder zu mir. Simplic. 1, 205, 10 K.; aber das neidige glück wolte mich so leichtlich ausz meinem narrenkleid nicht schlieszen. 256, 7.
 
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narrenklugheit, f. sapientia inanis Stieler 988.

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,