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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
narrenberg bis narrenbuch (Bd. 13, Sp. 369 bis 370)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) narrenberg, m. gleich affenberg, gauchberg. myth. 645:

der heiszet wol Henn von narrenberg,
dann er all narren ubertrifft.
S. Brant narrensch. 28, 6;

der selb den esel dt beschlagen,
der in gn narrenberg würt tragen. 94, 12.

sprichwörtlich: er heiszt herr von narrenberg. Eiselein 488.
 
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narrenbeschwören, n. das beschwören der narren:

stont ab von üwerm narrenbschweren,
oder fachts an üch selber an.
Murner narrenbeschw. 2, 48;

doch wil ich meinen stand beweren
gng on alles narren-beschweren. luth. narr 843.


 
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narrenbeschwörer, m. einer der die narren beschwört:

so ist des narrenbschwerers lon,
das er der kunst hab recht geton.
Murner narrenbeschw. 2, 101;

wir dörften basz eins narrenbschwerers,
dann der lei eins gten lerers. 3, 15.


 
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narrenbild, n. imago satyrica Stieler 147, mhd. narrenbilde, abbildung eines narren:

eine gugele (kapuze) ..
dar ûf gesniten hie unde dâ
narrenbilde ûʒ rôter wât.
H. v. Freiberg Tristan 5137.


 
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narrenblut, n.:

was von der geisel rinnet
ist doch nichts mehr als — narrenblut.
Schiller 1, 352.


 
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narrenbrei, m. für narren bereiteter brei, narrenspeise:

der rrt im wol den narrenbry,
wer wänet das er witzig sy.
S. Brant narrensch. 60, 1;

ein brei in welchem die narren stecken (vgl. narrenschlamm):

narr losz von sollcher fantesy,
du gsteckst sunst bald im narrenbry. 57, 14;

(ein narr) sicht gern, das ein ander sy
im glich, und stck im narrenbry. 105, 6, vgl. zu 13, 2.


 
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narrenbrille, f.: durch die narrenbrille schauwt. Kirchhof wendunm. 418b.
 
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narrenbrot, n.: er hat des narrenbrots zu viel gefressen. Wander sprichw. 3, 936 (facet. 444).
 
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narrenbrunst, f.:

wenn die narrenbrunst in vollen flammen stehet,
wenn die verdamte lust nach wunsch und willen gehet.
Rachel 7, 356.


 
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narrenbrut, f. narrengezücht:

man sagt es sei zu lesen
auf seiner stirn gewesen:
fort mit der narrenbrut!
Gökingk 1, 251;

mir verliehen grajische Kamoenen ..
ein gefühl des wahren und des schönen
und verachtung jeder narrenbrut.
Tiedge 2, 114.

[Bd. 13, Sp. 370]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) narrenbuch, n. buch in welchem narren verzeichnet sind, das von narren oder thorheiten handelt:

wer das nicht glaubt von mannen und weiben
den wollen wir in unser narrenbuch schreiben. fastn. sp. 329, 16;

wär wöl (wer will) der les im narrenbuoch. 898, 27;

wem nit gefält disz narrenbch (Brants narrenschiff).
S. Brant narrensch. 110, 22;

nerrische war umb nerrische war,
narren-bch umb narren-buoch.
Murner luth. narr 527;

ich bitte alle fromen herrn und freunde in Christo, den vieleicht das narrenbuch (de septem sacramentis) des königs zu Engelland fürkompt. Luther 3, 331b; der verlogene Amadis .. und andere narrenbücher. Philander 2, 280; nach beendigung dieser fastnachtsfeierlichkeit wurde groszentheils auch das sogenannte narrenbuch verlesen, wobei die während des verflossenen jahres von einzelnen begangenen thorheiten in spaszhafter weise wieder erzählt wurden. Birlinger volksth. aus Schwaben 2, 45; sprichwort: man musz es ins narrenbuch zu Stockach schreiben. Simrock 537. vgl. Wander 3, 936 f.

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,