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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
närren bis narrenbeschwören (Bd. 13, Sp. 368 bis 369)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) närren, verb.
1) transitiv, spätmhd. nerren, zum narren machen, zum oder für einen narren haben, zum besten haben, äffen, foppen, necken u. dgl.:

die mören (mohrin) Salomon generret hat.
Murner narrenbeschw. 2, 26;

der teufel nerret in (Th. Münzer). Luther 3, 126a; so gröblich nerret uns der teufel. 346a; wie dich der teufel so meisterlich generret und so listig vom sacrament gehalten hat. 5, 198a; man hat ... uns also vergebens gesprengt und generret. F. Platter 157 B.; das kind närret uns. Fischart Garg. 133b;

der ruhm ist ein verzognes kind,
es närrt den vater.
Gökingk 3, 144;

(es ward) ein käfich ausgedacht,
da ward mein rips (der raubgraf) hinein gesperrt
und wie ein murmelthier genärrt.
Bürger 25a;

seid ihrs (ihr götter), die dieser töchter herz empört
wider den vater, närrt mich nicht so sehr,
es zahm zu dulden; weckt mir edlern zorn!
Tieck könig Lear 4, 2;

werd ich von kothgen buben so genärrt?
Schlegel Heinrich der sechste I, 1, 3;

soll ein weib drei männer närren? Musäus volksm. 116; sich närren lassen: wer gleubts aber, das sich gott solt so leichtlich lassen nerren und teuschen. Luther 6, 15b; sobald man sich den teufel hat nerren lassen. 3, 126b; sich närren lassen mit: die sich mit dem hexenwerk haben lassen närren und verführen. Fischart Bodin (1591) vorrede; närren mit: so hette Christus die apostel geteuscht und mit worten generret. Luther 3, 69a; das frawenlos wesen oder ehelos leben hat .. die gantze welt generret mit falscher heiligkeit. 6, 121b; noch haben sie mit solchen iren larven die fürsten und den feinen man keiser Sigmund generret und geeffet. 320b; närren um etwas, betrügerisch um etwas bringen: alsz wöllen sie auch dem bepstlichen exempel nach jtzt uns auch umbs gelt nerren. 4, 445b; mundartlich narren (gewöhnlich mit hellem a d. i. närren), zum narren haben, mit leerer hoffnung hin halten, foppen. Schm. 1, 1753 Fromm. Lexer kärnt. wb. 196. Schöpf 461. Stalder 2, 231.
2) reflexiv: haben also nicht allein den leien das halbe sacrament geraubt .. sondern auch sich selbs mit beraubt, und dazu sich selbs schendlich generret und betrogen. Luther 6, 101b;

man närret sich nur, denn nimmer nie
verstehn sie, fühlen sie poesie.
Tieck 13, 277;


3) intransitiv, gleich narren, delirare: wie die antinomer närren. Luther 16, 2777 Walch;

das man sie also nerren lat.
Murner luth. narr 26;

man würt euch leren also nerren. 2835.


 
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närren, narren, verb.
1) intransitiv, knurren: nerren, narren, ringere Dief. gl. 498a, nov. gl. 329a. Schiller-lübben 3, 159a; narren wie die hunde, hirrire. Aler 1450a; der hund narrt, hirrit. Steinbach 2, 111; das r ist ein hundtsbuchstab, wann er zornig die zene blickt und nerret, so die zung kraus zittert. Ickelsamer 12 neudruck; narren wie ein hund. Mathesius Syr. 2, 50a; knurren wie ein hund, keifen: im hause granen und nerren und die ganze nacht keifeln, das nimpt ein bös ende. ebend. 53b. vgl. th. 5, 1354, 3.
2) transitiv, knurren machen, reizen: wann ein lux recht zu seinen jahren komen ist, so ist er ein schön thier anzusehen, sind auch gar fromm zu erziehen, wenn sie nicht durch unverständige zur bosheit gebracht werden, wie solches dann durch das närren sowohl an zahmen als an wilden geschehen kann. Tänzer jagdgeheimnisz 97;

doch meine wachtel ..
.. närrt und schirret
dich (den hund).
Gökingk 3, 118.


3) reflexiv, sich mit dem hunde närren, ihn durch necken zum knurren bringen, zornig machen: damit sie (die hunde) aber böse .. und mutig werden, musz man sich erstlich mit ihnen närren und zergen .., an andere hund und thier hetzen. Colerus hausbuch 350.
 
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narrenapfel, m. narrenäpfel nennt J. Prätorius im mägdetröster (1663) s. 321. 454 u. ö. die weiblichen brüste, die die männer zu narren machen; narrenäpfel appellantur mamillae

[Bd. 13, Sp. 369]


seu mammae foeminarum utpote quae vere sunt mala Adamia (vgl. DWB adamsapfel th. 1, 176). Stieler 1378.
 
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narrenbad, n. scherzhaft, ein heilbad für narren. H. Sachs 5, 305 ff.:

wer ubel zeucht sein kinder ..
der säsz im narren-bad gar billich. 306, 36;

wer gern zanckt unde greind ..
der solt zum narrenpad zu-lauffen. 307, 17;

wer sich rümbt solcher that,
der er doch wenig ehren hat ..
der solt im narrenbad auch baden. 307, 29;

ich meint, es wer dir ohn schaden,
dich im narrenbad zu baden.
J. Ayrer 3129, 3 K.


 
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narrenband, n. gleich narrenseil:

die münch ..
führen uns an dem narrenband.
J. Ayrer 2998, 34.


 
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narrenbank, f. und m. sedes stultorum Stieler 93:

legt mich auf die narrenbank. zeitschrift für deutsches alterthum 3, 247;

setzt einen uff den narrenbanck.
Brant narrensch. 92, 64;

für lausichte capeläne gescholten, welche mit den schulmeistern sollen auff der narrenbanck sitzen. Schuppius 647.
 
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narrenbaum, m.:

ein reisz vom narren-baum trägt ieder an sich bei;
der eine deckt es zu, der ander trägt es frei.
Logau 1, 7, 93.


 
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narrenbefehl, m. mandatum stultum, absurdum, immodestum Stieler 1431.
 
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narrenbegierig, adj. auf narren begierig, narrensuchend: so reiset nun die narrenbegierige compagnie dahin. Weise erzn. 23 neudruck.
 
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narrenberg, m. gleich affenberg, gauchberg. myth. 645:

der heiszet wol Henn von narrenberg,
dann er all narren ubertrifft.
S. Brant narrensch. 28, 6;

der selb den esel dt beschlagen,
der in gn narrenberg würt tragen. 94, 12.

sprichwörtlich: er heiszt herr von narrenberg. Eiselein 488.
 
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narrenbeschwören, n. das beschwören der narren:

stont ab von üwerm narrenbschweren,
oder fachts an üch selber an.
Murner narrenbeschw. 2, 48;

doch wil ich meinen stand beweren
gng on alles narren-beschweren. luth. narr 843.

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,