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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
narrbold bis närren (Bd. 13, Sp. 364 bis 368)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) narrbold, m. narr, hofnarr: sie (die könige) setzen auch dise narrpolden weit iren sauer sehenden räthen, welcher doch etlich von eeren wegen sie pflegen zu erhalten, für. S. Frank moriae encom. 31a.
 
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närrchen, n. deminutivum zu narr, besonders zu 8 u. 9 (vgl. närrlein): ein stolz närrchen, elegans homuncio; lustig

[Bd. 13, Sp. 365]


närrchen, ludio scitulus Stieler 1330; vertraulich, kosend oder bemitleidend: das närrichen hätte können davon bleiben. Felsenburg 4, 85;

wenn mancher bei stiller zufriedenheit bliebe,
so wäre der beutel viel besser bestellt,
so aber vertändelt mein närrchen das geld.
Günther 1124;

ach gott! wie doch mein erster (mann) war,
find' ich nicht leicht auf dieser welt den andern!
es konnte kaum ein herziger närrchen sein.
Göthe 12, 155;

nun also, was schreibt denn das kleine närrchen?
Körner 251a;

das arme kind musz auch getauft werden, das närrchen musz doch 'nen namen haben. F. Müller 3, 208; besonders in der anrede:

arm närrchen, versetzt er, das thut mir ja leid.
Bürger 2, 34;

ho, närrchen, so hab ich es nimmer gemeint! 2, 35;

ho ho! käm ich auch wieder hier,
du närrchen, was hülf es dir. (1778) 184;

ho ho! du närrchen, welch ein wahn!
was ich that, hast du mit gethan. ebenda;

du närrchen (Adam), sieh mich an,
ich (Eva) bin gemacht mit dir zu spielen.
Gleim 1, 117;

komm doch zurück, du närrchen, komm,
ich bin ja wieder gut und fromm.
Immermann 1, 109;

närrchen, welch ein thöricht sagen! 1, 127;

Lomellin. zwölf senatoren! mein herz ist nicht weit genug, eine blutschuld zwölfmal zu fassen. Gianettino. närrchen, am thron wirft man sie nieder. Schiller 3, 68 (Fiesko 2, 14); närrchen, du muszt nicht blöde sein. Lichtenberg 4, 208; närrchen, rede doch nicht so dumm. Kotzebue dram. sp. 2, 192; übertragen: Marwood. ihr herz, Mellefont, ist ein gutes närrchen, es läszt sich alles bereden, was ihrer einbildung ihm zu bereden einfällt. Lessing 2, 19 (m. S. Sampson 2, 3); alles was man an und aufbringen kann, wird daran gehenkt und gewendet, das närrchen (die Faustdichtung) honett auszustafiren. F. Müller Faust 7, 30 neudruck;

dir darf diesz blatt ein kettchen bringen ..
(das sich) um deinen hals zu schmiegen sehnt.
gewähr dem närrchen die begierde.
Göthe 1, 83;

übertragen zu narr 3, b: ich sah vorhin, wie ihr meinen kleinen flattergeistern (den finken und sperlingen) zulachtet, auch ich achte gerne auf sie, denn in ihrem bunten kleide sind sie die kleinen närrchen unsers herrgotts. Freytag ahnen 4, 411.
 
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narrecht, s. närricht.
 
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narrechtig, adj. und adv. gleich närricht: narrechtige törliche dinge. Reuchlin augensp. 11a; schweizerisch narrchtig närrisch, blödsinnig, einfältig: thue nicht so narrchtig! Stalder 2, 231;

dasz sie so gar z' vil narrechtig sind.
N. Manuel 258, 39 B. (fastn. sp. 862, 16);

brav sei er daher gekommen, aber doch nicht so narrochtig, wie es heutzutage der brauch sei. Gotthelf erz. 2, 191; narrochtiges treiben. Uli d. pächter (1859) 265.
 
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narredei, s. narrentheiding 5, c, sp. 383.
 
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narrei, f. thorheit, narrheit; im 15. bis 17. jahrh. besonders in schwäbisch-alemannischen denkmälern: narrei, deliramentum et deliratio Dasyp. (1556) K 7a, stultitia, deliratio, fatuitas. Maaler 303a;

ein strick an hals wer eim gesundt
und wäger dann sollich füllery
triben, es ist ein grosz narry.
S. Brant narrensch. 16, 76;

dasz wir die narry ie hand gelesen.
N. Manuel 101, 1911 B.;

das warent recht edelleut, die sich nüt an die narry und üppikeit namens und stamens, schild und helm kertent. Keisersb. trostspiegel 202b; aber las die narrei und geucherei faren. Luther 8, 50b; mit den narren narrei treiben. Frank sprichw. 2, 113b; aber es ist narrei und fantasei. chron. 5b; die narry. Murner Eulensp. s. 18. 25. 32. 43. 76 Lapp.; so der (stein chrysolithus) gefaszt wirt in golde, so vertribt er die narry und verlihet die wiszheit. Alb. Magnus 24; alsz die mter heim kam, mein narry klagt und mich scholt. F. Platter 141 B.; wie er .. drib vil narry mit seinen amoribus. 214; do mir .. andre narry für kamen. 128; mit solcher angenomner narrei kom er .. an hof. Zimm. chron. 4, 41, 25; er ist hernach in eine solche dorheit und narrei gerathen. 3, 537, 21; dasz ihr, sag ich, nit gleich darauf fallen und meinen, es werd nichts als spottwerk, narrei und anmutige lügen darinnen gehandelt. Fischart Garg. (1590) 30; damit derselbige (gemeine mann) vor solcher narrei gewarnet werde. Wirsung

[Bd. 13, Sp. 366]


arzneib. 5 (narrerei ausg. v. j. 1597); tanzen und andre narrei treiben. apolog. 5, 3; und was hat euch darzu bewegt, das ihr solliche narrei ausgieszend! 5, 16; gestern haben wir je ein grosze narrei begangen. Bebel facet. (1589) 80b; es were aber schad umb die stund, das sie mit der narrei verzert werden. Paracelsus 3, 54a; zuviel weise sein ist narrei. Frisch 2, 8b (aus alte teutsche sprichw. 254a).
 
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närreln, närrlen, verb.
1) transitiv, zum narren haben, foppen, äffen Schm. 1, 1753 Fromm.: das sie die leut nit mer so wol närrlen (var. äffen) mügen. Aventin. 4, 329, 8; listiger fund ... damit sie uns genärrlet hat. Schaidenreiszer 6a; einen mit geld herumb närrlen. Aler 1451a; das geld ausz einem närrlen, prolectare ex aliquo argentum. ebend.
2) intransitiv, schweizerisch närrelen, kleinliche späsze machen, possen treiben, tändeln, liebeln. Stalder 2, 231.
 
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narren, verb.
1) intransitiv. ahd. narrên (in arnarrên), mhd. narren (in ernarren, vernarren), mnd. narren, ein narr sein, als oder wie ein narr reden oder handeln, eine thorheit begehen, sich thöricht betragen, närrisch thun, tollen, possen treiben u. dgl.: narren, insanire, dissipere Stieler 1330; ich narre, stulte ago, stultus sum Steinbach 2, 111;

licht wer es, narren vohen an (anzufangen ein narr zu sein),
wann man ouch kündt von narrheit lan.
S. Brant narrensch. s. 113a;

sei nicht all zu gottlos und narre nicht, das du nicht sterbest zur unzeit. pred. Sal. 7, 18; hastu genarret und hoch gefaren und böses fürgehabt, so leg die hand auffs maul. spr. Sal. 30, 32; schemestu dich nicht, einen rock oder haus von deinen eltern zu begeren, was narrestu denn und bittest nicht umb das, das viel gröszer ist, ein ehelich gemahel? Luther 1, 171a; wie jtzt etliche tolle propheten narren. 3, 30a; kinder solten sich schemen so gröblich zu narren. 55b; aber das solche hohe geister .. so kindisch narren. 62b; auff diese weise hat auch der grosze lerer Origenes genarret. 77a; wie er (Adam) genarret hat, feret er zu, wil sich beschönen und narret erst gröber. 4, 24a; aber las sie narren und schertzen. 101a; narre ich, so welts gott. 153a; daher einige so grob genarret haben (dasz sie sich selbst entmannten). 5, 381a; es ist besser, man halte hertzog Georgen, das er nerrisch mit solchem eide fare, denn das er böslich und mördisch handelen solt, es ist ja besser genarret, denn gemordet. 6, 8a; also läszt gott auch seine heiligen narren. tischr. 67a; du redest wie ein weib, das da pfleget zu narren. 133a; ich weisz nicht, ob ich oder meine gelehrten narren. 135a; ich bekenne, dasz ich genarret habe und hab denen von W. unrecht gethan. 298a; kein groszer mann thut eine geringe thorheit, sondern er narret also, dasz er weisheit und klugheit vertunckelt. 388b; alle die, so die art der zaichen in der heiligen geschrifft nicht in acht gehabt, haben in erklerung unnser sacrament erbarmklich genarret. Melanchthon annot. Römer verdeutscht 17; denn etliche sehen wol, das es viel zu grob genarret ist, so man die hohe und grosze ehre, die allein dem sohn gottes gehöret, auff diese elende werck ziehen wil. corp. doctr. 740; wie die thoricht antiquitet hat genarret, wiewol ietzt vil aberglaubens ist abgefallen. S. Frank chron. (1531) 122b; Hiskia narret harte, als er widerum frisch und gesund worden ware. Mathesius Syr. 2, 123a; da merckten sie, dasz Esopus nicht genarret hett, da er den korb erwehlt zu tragen. E. Alberus 2b; Xanthus wust nicht, was er narret, dann er hatte schon sein theil (weines). 13b;

dann wirdt er allererst gewahr,
wie er so sehr genarret hat. 52b;

sein büchlin zgens unsz wol an,
das er auch redlich narren kan.
Murner luth. narr 4738;

das euangelium straffe, narrt er, keine sünde. J. Nas examen (1581) 408; wenn viele heute anheben zu narren, sein sie vil krefftiger denn andere gemeine thoren. Kirchhof wendunm. 137b; heiszt das nicht genarrt (narrenwerk getrieben)? 374b;

ist derhalben mein rath und leer:
wer gnarret hat, der narr nicht mehr,
erzürn got nicht, folg gutem rat,
so komt er nicht in gröszer schad.
Rollenhagen froschm. II, 5, 5, 42;

dann das gold der neuen welt macht, dasz alte welt sehr narrt.
Logau 3, 6, 62;

narrt mit dem narren wohl zugleich die gantze welt!
A. Gryphius 1, 662a;

genarrot hätte ich nicht (ich hätte damit nichts unkluges gethan). Schweinichen 1, 228; wenn du in der kirche gewesen

[Bd. 13, Sp. 367]


wärest, du würdest nicht narren. Pestalozzi 1, 185; sprichwörtlich: es ist besser genarret denn gemordet. Luther 6, 8a;

wer sich kümmert eins übels hart,
das doch sein musz, derselbig narrt.
Agricola 385a;

thu wie andere leute, so narrst du nicht. Simrock 396; ein junger musz sieben jahre nacheinander narren. 280. mit genetiv: wie gott seine lieben kinder lesst guter groszer grober stücke narren und feilen (fehlen). Luther 3, 209a; mit einer präposition: wer am glauben narret und irret. parv. bibl.; hennebergisch er narret nicht an dem mädchen (betrügt sich nicht mit dem mädchen, fährt wol mit ihm). Reinwald 2, 90; mit einem narren, mit ihm den narren, spott treiben. Aler 1450a; mit dem feuer narren, spielen. Stieler 1330; die reimsprecher und alten zauberer haben das holtz (worauf das buch gewunden wird) behalten und damit genarret, wenn sie ire reim gesprochen. Mathesius Sar. 104b;

die welt wird mit mir narren (spott treiben).
W. v. Zwollen in Ph. Wackernagels kirchenl. 3, 497, 3 (v. j. 1530);

item so solt auch einer wol narren wider das fünffte gebot. Luther 5, 88b.
2) transitiv und reflexiv, gleich närren.
a) transitiv: einen narren, ludere, subsannare, ludibria habere aliquem. Stieler 1330. Keisersberg post. 116; denn es ist eine schande .., das ein solch weib solt .. einen mann genarret haben. Jud. 12, 12; nu der teufel .. uns gefangen hielt und narret. Luther 3, 337a; wiltu mich narren so narre mich auff deinen schaden. 4, 162b; es pfleget aber der bösewicht die leute nicht so grob zu narren und zu betriegen. tischr. 204b; er pfleget der menschen hertzen also zu narren und zu bezaubern. 205a; wer sich äffen läszt den narret man. Pauli schimpf u. ernst 111a;

und keme dich nicht lichter an
zu narren einen wisen man.
Murner narrenb. 2, 24;

er sprach zum sohn, wir sind genarrt (getäuscht, betrogen). E. Alberus 57a;

hüt du dich, hüt du dich,
vertrau ir nicht, sie narret dich. drei hübsche lieder, gedr. zu Nürnberg durch Val. Neuber bl. 8 (vgl.
Erlach 2, 111);

sie (die juden) fatzen und narren die christen nach ihrem willen. Ayrer proc. 2, 5; dann wie witzig und klug sich einer je deucht, so findet er doch allezeit seinen mann, der ihn narren kann. Philander 1, 91 (1644, 73); narrt mich nicht! Klinger Otto 78, 16 neudruck. theater 2, 283; umsonst soll er uns nicht genarrt haben. Göthe 57, 154; mich hätte eine dirne genarrt? Schiller 3, 37 (Fiesko 1, 12); freilich gab es auch ungläubige darunter, die behaupteten, dasz diese decke (der zukunft) die menschen nur narre, und dasz man nichts beobachtet hätte, weil auch nichts dahinter sei. 4, 293;

wie?narrt mich hier der teufel?
Wieland der neue Amadis 9, 37;

sich narren lassen:

bi disem narren salt verston
all, die sich frauen narren lon.
Murner narrenbeschw. 9, 86;

last nit mehr narren euch den thurn.
Soltau volksl. 459 (v. j. 1619);

ist zu erbarmen, dass meine völker sich so gar narren und .. verführen lassen. Philander 2, 60 (1644 617); mit einer präposition: die menschen mit einer theodicee narren. Klinger 3, 287; alle weiber in der stadt narrten ihn damit. Arnim kronenw. 1, 151; narren aus, in, thörichter oder tückischer weise locken, bringen: also ward der bauwer von dem kauffmann ausz dem hausz genarret. Wickram rollw. 25 (genrrt 10, 18 Kurz);

will jemand einen sparren
zu viel ins dach uns narren.
Voss ged. 4, 133;

sich narren lassen mit, unpersönlich: mit groszen herren lässet sichs nicht wol narren, ludere. Stieler 1330.
b) reflexiv:

wie sunst sich mancher narrt (: geharrt).
Tscherning frühling 184;

er narrt sich nicht, sibi non nocet. Steinbach 2, 111; schlesisch du wirst dich narren, das ist anders als du denkst. Weinhold 64a; mit einer präposition: die dich an solcher heiligkeit gestoszen und genarret haben. Luther tischr. 329a; unpersönlich:

wie hat sichs so weidlich genarrt
mit deinem pferdt, hundt, fuchs und trachen?
Waldis Es. 4, 99, 402.


 
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narren, n.
1) närrisches wesen und handeln:

mein narren wil mir nit vergehen,
ich treibs zu rechter massen. Ambraser liederb. 26, 3;

[Bd. 13, Sp. 368]


narren ist bisweilen sehr gut, dulce est desipere in loco. Stieler 1330.
2) das äffen, foppen:

mein narren ich nit lassen kan.
Murner luth. narr 106.


 
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närren, verb.
1) transitiv, spätmhd. nerren, zum narren machen, zum oder für einen narren haben, zum besten haben, äffen, foppen, necken u. dgl.:

die mören (mohrin) Salomon generret hat.
Murner narrenbeschw. 2, 26;

der teufel nerret in (Th. Münzer). Luther 3, 126a; so gröblich nerret uns der teufel. 346a; wie dich der teufel so meisterlich generret und so listig vom sacrament gehalten hat. 5, 198a; man hat ... uns also vergebens gesprengt und generret. F. Platter 157 B.; das kind närret uns. Fischart Garg. 133b;

der ruhm ist ein verzognes kind,
es närrt den vater.
Gökingk 3, 144;

(es ward) ein käfich ausgedacht,
da ward mein rips (der raubgraf) hinein gesperrt
und wie ein murmelthier genärrt.
Bürger 25a;

seid ihrs (ihr götter), die dieser töchter herz empört
wider den vater, närrt mich nicht so sehr,
es zahm zu dulden; weckt mir edlern zorn!
Tieck könig Lear 4, 2;

werd ich von kothgen buben so genärrt?
Schlegel Heinrich der sechste I, 1, 3;

soll ein weib drei männer närren? Musäus volksm. 116; sich närren lassen: wer gleubts aber, das sich gott solt so leichtlich lassen nerren und teuschen. Luther 6, 15b; sobald man sich den teufel hat nerren lassen. 3, 126b; sich närren lassen mit: die sich mit dem hexenwerk haben lassen närren und verführen. Fischart Bodin (1591) vorrede; närren mit: so hette Christus die apostel geteuscht und mit worten generret. Luther 3, 69a; das frawenlos wesen oder ehelos leben hat .. die gantze welt generret mit falscher heiligkeit. 6, 121b; noch haben sie mit solchen iren larven die fürsten und den feinen man keiser Sigmund generret und geeffet. 320b; närren um etwas, betrügerisch um etwas bringen: alsz wöllen sie auch dem bepstlichen exempel nach jtzt uns auch umbs gelt nerren. 4, 445b; mundartlich narren (gewöhnlich mit hellem a d. i. närren), zum narren haben, mit leerer hoffnung hin halten, foppen. Schm. 1, 1753 Fromm. Lexer kärnt. wb. 196. Schöpf 461. Stalder 2, 231.
2) reflexiv: haben also nicht allein den leien das halbe sacrament geraubt .. sondern auch sich selbs mit beraubt, und dazu sich selbs schendlich generret und betrogen. Luther 6, 101b;

man närret sich nur, denn nimmer nie
verstehn sie, fühlen sie poesie.
Tieck 13, 277;


3) intransitiv, gleich narren, delirare: wie die antinomer närren. Luther 16, 2777 Walch;

das man sie also nerren lat.
Murner luth. narr 26;

man würt euch leren also nerren. 2835.


 
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närren, narren, verb.
1) intransitiv, knurren: nerren, narren, ringere Dief. gl. 498a, nov. gl. 329a. Schiller-lübben 3, 159a; narren wie die hunde, hirrire. Aler 1450a; der hund narrt, hirrit. Steinbach 2, 111; das r ist ein hundtsbuchstab, wann er zornig die zene blickt und nerret, so die zung kraus zittert. Ickelsamer 12 neudruck; narren wie ein hund. Mathesius Syr. 2, 50a; knurren wie ein hund, keifen: im hause granen und nerren und die ganze nacht keifeln, das nimpt ein bös ende. ebend. 53b. vgl. th. 5, 1354, 3.
2) transitiv, knurren machen, reizen: wann ein lux recht zu seinen jahren komen ist, so ist er ein schön thier anzusehen, sind auch gar fromm zu erziehen, wenn sie nicht durch unverständige zur bosheit gebracht werden, wie solches dann durch das närren sowohl an zahmen als an wilden geschehen kann. Tänzer jagdgeheimnisz 97;

doch meine wachtel ..
.. närrt und schirret
dich (den hund).
Gökingk 3, 118.


3) reflexiv, sich mit dem hunde närren, ihn durch necken zum knurren bringen, zornig machen: damit sie (die hunde) aber böse .. und mutig werden, musz man sich erstlich mit ihnen närren und zergen .., an andere hund und thier hetzen. Colerus hausbuch 350.

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,