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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
narben bis närblein (Bd. 13, Sp. 352 bis 353)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) narben, närben, verb.
1) intransitiv und reflexiv, zu einer narbe oder zu narben werden, eine narbe ansetzen, heilen, cicatricare. Stieler 1329:

wann wird doch die alte wunde narben?
Schiller 1, 221;

nie narbet die wunde sich dieses
donners, ewig eitert sie!
Klopstock 7, 31;

md. nerwen, reflexiv, sich enge machen, sich verengen. Frauenlob 19, 12, 12.
2) transitiv.
a) zur narbe, narbig machen:

ganz oben im feurigen lehnstuhl
sezet sich ehrenfest mit der frau ahnherrin der ahnherr
... ein genarbeter straszenräuber.
Voss ged. 2, 40;

auch fleckig machen: blickte in den generbten mond. Musäus 4, 57.
b) eine haut narben, närben, die haare abstoszen; genärbte felle, deren narben (s. DWB narbe 2) sichtbar sind. Frisch 2, 8a; ein haide närben, die narbe (3) abmähen oder abschälen.
 
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narbenbedecktpartic.: der gewohnte panzer sich um die narbenbedeckte brust schmiegte. Scheffel Ekkeh. 208.
 
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narbenbrüchig, adj. vom leder, dessen narbe (s. DWB narbe 2) beim biegen reiszt. Jacobsson 3, 128b.
 
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narbenflechte, f. der hautwolf, lupus. Meyer konversationslex. 10, 1031a.
 
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narbenkraut, n. für nardenkraut Zedler 23, 628.
 
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narbenlos, adj. ohne narben: ich wähnte eine art unzerstörbarer naturen vor mir zu sehen, die nur spielweise so grimmig auf einander los gingen, und an welchen die wunden, die sie einander schlugen, sich ohne zweifel eben so schnell und narbenlos wieder schlieszen würden, als die luft, die durch ihre gewaltigen streiche zerrissen wurde. Wieland 23, 26; vom leder, wenn es stellenweise keine narben (s. DWB narbe 2) hat. Jacobsson 3, 128b.
 
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narbenseite, f. gleich haarseite des leders Jacobsson 2, 181b; die närbenseite Schm. 1, 1756 Fromm.
 
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narbenstrich, m.: einer haut den narbenstrich geben, sie mit dem streicheisen auf der narbenseite der länge nach streichen, um die narbe nicht zu beschädigen. Jacobsson 3, 128b.

[Bd. 13, Sp. 353]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) narbenvoll, adj. voll narben, narbenbedeckt:

denn sie beut die brust
dem feinde dar, die narbenvolle brust.
Platen (1847) 4, 187;

nun ists dem alten recken ein lieber zeitvertreib,
zu waschen und zu strecken den narbenvollen leib.
Uhland (1879) 2, 192;

der alten zeit nachstarrt er narbenvoll.
Freiligrath (1870) 2, 128.


 
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narbicht, narbig, adj. und adv. eine narbe, narben habend: narbicht, cicatricosus Schottel 1368, narbicht und närbicht Stieler 1328, narbig Frisch 2, 8a; wenn er den grundsätzen der gnädigen frau oder ihres narbigten gemals hätte nahe treten müssen. Siegfried von Lindenberg (1781) 1, 70; da drückte mich mancher wackere krieger an seine narbigte brust. Lessing 2, 93; das narbige antlitz. Freytag ahnen 1, 63; ein narbiger kriegsmann. 81; narbiges, närbiges leder; narbigte haut, ein weiszes pergament mit narben, womit bücher eingebunden werden. Jacobsson 3, 128b; überhaupt fleckig, bunt:

ihr närbicht und färbicht geblümete rasen.
Birken in Wackernagels lesebuch 2, 415, 3.


 
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närblein, s. DWB närbchen.

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,