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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
namung bis napf (Bd. 13, Sp. 348)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) namung, f.: die nahmung et frequentius benahmung, nominatio Stieler 1326.
 
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nan, adv. gekürzt aus hinan:

in winkel schlepp sie tapffer nan.
Calagius Susanna 1, 3;

fült diese krüg mit wasser on!
und sie fültens bisz oben non.
H. Sachs 1, 261, 23 K.


 
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nander, adv. gekürzt aus einander: und gehen also ... wider nander. Luther br. 1, 314; reizt eins das ander wider nander. 5, 254.
 
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nank, m. zwerg, nanus. s. DWB bulk th. 2, 512.
 
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nannapfel, m. ein glatter, ziemlich groszer apfel, gelb und roth gestreift. Nemnich 3, 406.
 
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nanne, m. schles. der vater: mei vetter und nanne schlon (schlagen) und rffen (raufen) sich alle tage mit enander. A. Gryphius lustsp. 257 Palm.; mei vetter, ha wird wider uff Durnruses nanne rasen. 258. s. nenne und die ausführlichen nachweisungen th. 5, 1338; mnd. nanne schmeichelwort für vater oder mutter. Schiller-Lübben 3, 157b.
 
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nanu, nd. interjection, zusammengerückt aus na nu (nun), zur einleitung einer frage oder zur fortführung der rede dienend. Danneil 143a. Frommann deutsche mundarten 2, 178, 9. Firmenich 1, 102.
 
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napen, m., nape,f. aus dem lat. (brassica) napus, napa. Nemnich 3, 406. Holl pflanzenn. 261a; nap (var. nopp). Brack voc. 1487; die langen rueben oder nap. Schm. 1, 1751 Fromm. (v. j. 1636); kleine rüblein, die wir nappen nennen. Tabernaem. 292; nape, Pariser, Teltauer rübe. Oken naturgesch. 3, 1406.
 
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napenkörbel, m. der knollige körbel, chaerophyllum bulbosum Nemnich 1, 983; nappenkörfel, von wegen der runden wurzeln, die sich den kleinen rüblein, die wir nappen nennen, vergleichen. Tabernaem. 292.
 
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näper, s. näbiger.
 
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napf, m. eine art gefäsz. ahd. hnapf, napf, mhd. napf, ags. hnäp, nd. nap (nappe Stürenburg 157b), mrh. naphe (voc. ex quo), nhd. napf voc. 1482 x 2b. Dasyp. K 6b. Maaler 302d; napp et napf (videtur esse a nabe vel nabel) Stieler 1328; weiterbildung napft, napt Frommann mundarten 2, 446b (kölnisch). Diefenbach-Wülcker 778. aus dem ahd. ist das wort übergegangen ins mlat. hanappus, hanophus, altfrz. hanap, henap, ital. anappo, nappo. Diez4 16. Fick2 514 stellt es zu altslav. konobu pelvis und vermutet entlehnung aus lat. canaba (weinzelt, schenkbude), vgl. auch Leo ags. gloss. 106, 38. 591, 23. Schade2 409.
1) napf bedeutet zunächst ein hochfüsziges trinkgeschirr ohne deckel, eine trinkschale, einen becher: mhd.

der chünc hîʒ ime für tragen ..
schuʒʒil unde napfe,
die wol gestainten kophe. Rolandslied 91, 12;

daʒ (trinkgeschirr) muosen tiure näphe sîn
von edelem gesteine,
wît, niht ze kleine. Parz. 84, 24;

[Bd. 13, Sp. 349]



dô stuont sîn napf der guote
vor im mit lûtertranke. Flore 3958;

ich hieʒ in schenken über al,
in kophe, in napfe, in silberschal.
Lichtenstein 188, 22;

nhd. der stadtrath musz sein lager auch verzapfen,
man greift zu humpen, greift zu napfen.
Göthe 41, 14;

sie trinken ihr bier noch aus dicken näpfen von eichenholz. Freytag ahnen 1, 206; von den groszen kannen .. gelangt nur ein kleiner napf ... bis an den mund meines herrn. 3, 19; silberner napf. 198.
2) tiefes rundliches gefäsz in verschiedener art und verwendung.
a) für flüszigkeiten: napff mit Hamburger bier. Kirchhof milit. disc. 61;

lauliche milch wird geströmt aus schäumenden näpfen.
Voss Än. 3, 66;

der geht zum quell hin mit näpfen oder fässern.
Rückert brahm. 4, 35;

bei gelegenheit der friedensfeier in Speyer wurde dort nach jahrhunderten wieder einmal der sog. dom-napf, ein uraltes historisches gefäsz, mit wein gefüllt .. damit (1160 liter wein) war aber die riesenschüssel noch lange nicht am überlaufen ... sonach faszt der napf bis oben zum rande 1588 liter. Frankf. journal vom 15. und 17. märz 1871 (hauptblatt, vermischte nachrichten).
b) tirol. ein hölzernes rundes gefäsz für das schmalz. Hintner 172.
c) speisenapf, kochnapf: md.

wie si aʒ ûʒ dem naphe.
A. v. Halberstadt 53a;

swaʒ mûses in dem naphe beleip. 53b;

nhd. der tisch war gedeckt, ein groszer irdener napf aufgestellt, schönes weiszes brod in scheibchen hineingeschnitten, die heisze brühe drüber gegossen und guter appetit empfohlen. Göthe 30, 111; der .. kolossale napf, in welchem der grosze fisch ganz gesotten werden sollte. 53, 71; sprichwörtlich: mit einem aus demselben napfe essen; ich mag mit ihm nicht aus demselben napfe essen; der napf ist entzwei (es gebricht an allem). Wander 3, 877.
d) räucherschale, rauchpfanne: namen ein jglicher seinen napff und theten fewr drein und reuchwerg drauff. 3 Mos. 10, 1; und sol einen napff vol glut vom altar nemen. 16, 4; und seine lampen mit seinen schneutzen und nepffen. 4 Mos. 4, 9.
e) schweiz. käseform mit einem durchlöcherten boden. Stalder 2, 230. s. DWB käsenapf th. 5, 255.
f) als hohlmasz: tirol. drei masz milch haltend. Schöpf 461; schweiz. für milch, butter, früchte (zwei masz milch, achthalb pfund butter, zehn pfund früchte). Stalder 2, 230; oberpfälzisch als kornmasz der achte theil eines viertels. Schm. 1, 1752 Fromm.
3) etwas napfähnliches.
a) der hölzerne aufsatz am butterfasz oder rührkübel. Schm. 1, 1751 Fromm.
b) name einer nagelfluhkuppe in den Luzerner alpen.
c) botanisch wie näpfchen. encycl. d. naturgesch. 3, 116b. 117b; eine gattung schnecken, s. DWB napfschnecke.
d) übertragen, tirol. ein dickbauchicher mensch, überhaupt ein junger bursch Hintner 172; kärnt. ein stolzer aufgeblasener mensch, ein stutzer Lexer 196.

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,