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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
namenszug bis namhaft (Bd. 13, Sp. 342 bis 343)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) namenszug, m. namensunterschrift oder die (verschlungenen) anfangsbuchstaben eines namens:

ich müszte sehr mich irren, wenn nicht gleich
durch deinen namenszug, durch wenig briefe
auf immer dieser zwist gehoben wäre.
Göthe 9, 129 (Tasso 1, 4);

wer fälschte hier des kaisers namenszug? 41, 65;

ist es nicht schon genug, dasz sie schreibt? dir so viel schreibt? und wäre nicht ihr bloszer namenszug schon ein zeuge ihrer glücklich veränderten gesinnungen? 14, 169 (Groszcophta 3, 1); ein glas mit unserm namenszug bezeichnet. 17, 344; sehen sie dieses glas! unsere namenszüge sind darein geschnitten. 190; wenn unser gedächtnisz und unser namenszug auf der erde ausgewischt .. ist bis auf den letzten endbuchstaben. J. Paul biogr. belust. 1, 135; des königs namenszug, welcher nach der dänischen verfassung jeden befehl zu einem unumstöszlichen gesetze machte. Schlosser weltgesch. 16, 382;

da drauszen steht der baum so leer;
wie er sein blatt im fluge,
kennt sie vielleicht ihr blatt nicht mehr,
trotz ihrem namenszuge.
Lenau (1880) 1, 237.


 
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namentausch, m. umtausch, wechsel des namens: darauf erzählte er ihren ersten namenwechsel, dann ihren zweiten namentausch. J. Paul bei Campe.
 
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namenthätig, adj. den namen mit der that habend, cujus facta cum nomine conveniunt. Stieler 2354.
 
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namentlich, adv. und adj. mit einfügung eines t entstanden aus namenlich (s. nämlich) wie ordentlich, wöchentlich u. dgl. aus ordenlich, wöchenlich gramm. 2, 690; Weigand 2, 196 hält es (wie wesentlich) für eine zusammensetzung mit dem partic. präs. von namen.
1) adv., aus dem sich später das adj. gebildet hat.
a) mit namen hervorgehoben, ausdrücklich benannt: nahmendlich, nominatim Stieler 1326; nahmentlich, nominatim, nominaliter (einen nahmentlich nennen, eine sache nahmentlich beschreiben). Steinbach 2, 106; namentlich Frisch 2, 7b;

tempelherr. doch hat
er euch von mir denn nichts gesagt?
Nathan. von euch?
von euch nun namentlich wohl nichts. — er weisz
ja wohl auch schwerlich euern namen?
Lessing 2, 338 (Nathan 5, 5);

[Bd. 13, Sp. 343]


aber ich weisz seinen namen nicht, und er weisz meinen. er weisz ihn; ob er ihn schon nicht genannt hat. er hat mich namentlich ganz aus dem streite gelassen. 10, 60; er nennet weder sack noch esel, auf den sein stecken zuschlägt: und auf einmal .. ist Lessing namentlich hinten und vorne, musz Lessing namentlich geknippen werden. 129; mehrere andere, die er alle namentlich anführt. Schiller 9, 211.
b) (vor- oder nachgesetzt) vor anderem erwähnenswert, besonders, vorzüglich, speciatim Stieler; geschmack der sinne, namentlich der augen. Kant 10, 421; er versteht namentlich unter diesem heiszen himmel das fleisch auf das dauerhafteste einzusalzen. Chamisso 1, 169; ob denn niemand wisse, ob ihr namentlich nicht wüsztet. Laube ges. schriften 12, 45.
2) adjectiv, mit namen genannt, wirklich, ausdrücklich: namentliche abstimmung, abstimmung durch namensaufruf; nahmentliche enterbung, nahmentliche erbeinsetzung, nahmentliche contracte etc. Zedler 23, 533; diese (Bileamiten) hatten so wenig einen namentlichen Bileam über sich, als jene Nikolaiten einen Nikolaus; beide namen sind ein name. Herder zur relig. u. theologie 7, 213; ich habe einen brief in händen gehabt, worin ein namentliches pasquill auf mich .. einem buchhändler zum verlage angeboten wird. Nicolai an Merck 1, 80.
 
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namenträger, m.
1) der träger eines namens: soll ich allem vertrauen gegen die grosze (französische) nation wegen einiger nahe aufliegender, drückender namentrager derselben entsagen? Lavater nachgel. schriften 1, 64; die gefeiertesten namenträger .. der heroischen vorzeit. H. Heine (1876) 12, 117.
2) der bevollmächtigte oder geschäftsführer eines handlungshauses, einer gesellschaft. Frisch 2, 7c: nahmenträger oder nahmenmeier ist bei groszen und weitläufftigen handlungen so viel als buchhalter oder factor. Zedler 23, 533; solche verträge, wo mehrere sich vereinigen, durch einen unter ihnen ausgemittelten namenträger (etwas) an sich zu bringen. entscheid. des reichsoberhandelsger. 19, 274.
 
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namentuch, n. ein tuch mit gesticktem alphabet als vorlage für stickerinnen, näherinnen beim zeichnen der wäsche und dgl.; holstein. namdook Schütze 3, 134.
 
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namenvater, m. der nur dem namen nach vater ist: Schoppe oder Scioppius konnt ich mich sehr wohl nennen, weil mein vielnamiger .. namenvater sich selber bald so bald so hiesz. J. Paul Titan 5, 136.
 
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namenveränderer, m.: auch die namenveränderer, wortverrucker, die .. die wort in frembden unerträumlichen verstand schreiben und malen können. Fischart Garg. 121b.
 
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namenverschreibung, f. unterzeichnung einer schuldverschreibung:

namenverschreibungen liebt er (nomina sectatur) von söhnlein strengerer väter.
Voss Hor. sat. 1, 2, 16.

aber zu Rom wars lange gebrauch und freude ..
sicheres geld darwägen auf bündige namenverschreibung
(cautos nominibus certis expendere nummos). epist. 2, 1, 105.


 
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namenwechsel, s. DWB namentausch.
 
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namhaft, adj. und adv.
1) adj., adh. namohaft, namahaft, mhd. namehaft, namhaft.
a) einen namen habend, mit namen genannt, benannt; prädicativ: einen oder etwas namhaft machen, nennen, bekannt machen, mittheilen. Stieler 1326; nahmhafft machen, so viel, als jemanden nennen, beniemen, bei seinem namen angeben. Zedler 23, 533; und (wenn) soliches am tag käme und bei gricht nambhaft gemacht wurde. österr. weisth. 6, 206, 25 (17. jh.); er solle selbige sachen nahmhaft .. machen und frei herausz sagen, worin sie bestünden. Schuppius 751; denn Plutarch macht von dem stücke .. nicht einmal den titel namhaft. Lessing 7, 175; attributiv: es konnte jedoch andere anlässe haben, dasz man .. mich zu bestimmen suchte, mich in die Arcadia als einen namhaften schäfer aufnehmen zu lassen. Göthe 29, 220; mit namen bekannt: dasz wol 12 namhafter menschen da ertrunken. städtechron. 1, 407, 13; ir seien 6 namhaft von Münichen. 5, 278, 11.
b) einen bedeutenden namen oder ruf habend, hervorragend, ansehnlich, vornehm, berühmt, schon ahd. Graff 2, 1081; mhd. daʒ die fürsten namhafter sint dann arm läut. Megenberg 76, 30; nhd. nammhaffte leut, die ein groszen namen haben. Maaler 302d. Stieler 1326; nahmhaffter poet. Aler 1447b; namhaffte vom adel. Lennep lands. 2, 18 (v. j. 1571); namhaffte künstler. Simplic. 1, 229, 2 K.; Heinrich war ein nahmhafter renner. Tieck 4, 302; einst verkleidete ich mich in einen

[Bd. 13, Sp. 344]


dorfgeistlichen, und ein namhafter freund in dessen gattin; wir fielen der vornehmen gesellschaft .. ziemlich zur last. Göthe 26, 279; er hatte sich .. bei einem nicht ungeschickten mahler die profile mehrerer namhaften menschen bestellt. 260; nahmhafte ältere männer wurden, wo nicht persönlich, doch im bilde verehrt. 30, 215; erbarer und namhafter (anrede an den bürgermeister). Diefenbach-Wülcker 777 (v. j. 1553); dies bringe ich euch zum willkommen, namhafter herr bürgermeister. Freytag ahnen 4, 22; hochansehnlicher kaufherr und wirth, namhafter herr bürgermeister. 52. prädicativ: sich nahmhafft machen, sich einen namen machen, sich auszeichnen. Aler 1447b; die niederländische reiterei hatte sich in diesem kriege besonders nahmhaft gemacht, und aller ruhm häufte sich auf den grafen von Egmont, der sie angeführt hatte. Schiller 9, 7.
c) bedeutend, beträchtlich, nennenswert, von sachen und abstractionen: nemhaft ding. Königshofen 352, 25; nahmhaffte stadt, nahmhaffter flusz, ein nahmhaffte summ gelds. Aler 1447b; sie sollen .. kein namhoftes holz in ihrer gemain niderschlagen. österr. weisth. 6, 143, 22 (v. j. 1579); bei namhaffter straff verbieten, es (buch) zu verkauffen. Schuppius 844; die hoffnung eines nahmhaften gewinns ist für leute von diesem schlag eine unwiederstehliche verführung. Wieland 27, 103; namhafte unterschiede. Kant 1, 345; für die geschäfte besasz Pius VII nicht gerade namhaftes talent. Ranke hist.-biogr. studien 56; ein namhaftes, etwas bedeutendes, viel: ich wolte ein nahmhafftes drum geben, dasz mir der schimpf nicht geschehen wär. Aler 1448a; sie kaufte die ihm contractmäszige hälfte um ein namhaftes ab. Göthe 29, 5; indessen hat es doch zu allen zeiten fürsten gegeben, welche durch ihr beispiel diese pflichten um ein nahmhaftes erschwert haben. Wieland 6, 162.
2) adverb, ahd. namahafto, nominatim Graff 2, 1082; auf nennenswerte, merkliche, bedeutende weise: sobald die sonne sich so weit über den horizont erhoben hat, dasz sie auf die erde namhaft wirkt. Kant 9, 81.

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,