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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
namengeberei bis namennennung (Bd. 13, Sp. 338 bis 339)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) namengeberei, f.: die buchstaben-orthodoxie mit ihrer verlebten dogmatik, ihrer gehässigen polemik und namengeberei. Schwarz in der hallischen lit.-zeitung 1845 nr. 186 s. 302.
 
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namengebung, f. die gebung eines namens (vgl. DWB name B, 1, a): namengebungen in der bibel. Herder älteste urk. 1, 42; die namengebung (terminologie) der philosophie. Rückert brahm. 10, 63.
 
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namenherleiher, m.: der aberglaube, dasz ein kind hundert jahre lebe, zu welchem man die gevattern oder namenherleiher aus drei verschiedenen kirchspielen bittet. J. Paul vorschule 2, 208. vgl. namenleiher.
 
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namenhundert, n. ein hundert von namen:

und wenn ich Allahs namenhundert nenne,
mit jedem klingt ein name nach für dich.
Göthe 5, 200.


 
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namenjagd, f. das streben den namen (des verfassers) zu erfahren: denn dasz er .. nicht vollkommen mit mir einsehen sollte, wie läppisch und unnütz diese ganze namenjagd sei, wird mich hoffentlich niemand bereden wollen. Lessing 10, 224.
 
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namenleiher, m. einer der den namen wozu hergiebt: dieser mann hatte es schon lange mit widerwillen angesehen, dasz er bei dem drucke der so gut verkäuflichen werke .. nichts als nur der namenleiher sein sollte. Nicolai Sebaldus 3, 64.
 
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namenlich, s. nämlich.
 
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namenliste, f. liste, verzeichnis von namen: die namenliste der leidenden. Thümmel 6, 417.
 
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namenlos, namlos,adj. und adv. mhd. und mnd. namelôs, ohne namen. die uneigentliche composition namenlos tritt zuerst bei Aler 1447b auf. gramm. 2, 567.
1) keinen namen habend, ungenannt oder dem namen nach unbekannt: mhd.

sus sprach der namelôse dô. Iwein 5465;

[Bd. 13, Sp. 339]


nhd. nahmenlosz, anonymus Aler 1447b; ein nahmloser pasquillant. Liscov 455; der namenlose, der solche werke schrieb. Herder zu beförd. der humanit. 2, 231; das beste, was ich mir also versprach, war, einen nahmlosen mönch des zwölften jahrhunderts vor mir zu haben. Lessing 8, 330; der nahmenlose haufen der alltagsmenschen. Wieland an Merck 1, 339;

denn ganz namenlos bleibt doch unter den sterblichen niemand ...
sondern man nennet jeden, sobald ihn die mutter geboren.
Voss Od. (1781) 8, 552;

ein unbekannter fremdling, namenlos.
Schiller 13, 375 (Turandot 2, 3);

sieh hier den Kalaf, den du kennst — den du
als einen namenlosen fremdling fasztest. 482 (5, 2);

nur im traume, o mir armen! bringt
namlos eine gestalt küsse mir!
Voss ged. 3, 56;

er (der glaube) ist ein heimlicher namenloser
wohlthäter der armen sterblichen menschen.
Lenau (1880) 1, 165;

Macbeth. nun ihr geheimniszvollen schwarzen hexen,
was macht ihr da?
die drei hexen. ein namenloses werk (var. ein werk ohne namen).
Schiller 13, 102 (Macbeth 4, 1);

namenloser sonntag (judica). correspondenzbl. des gesammtvereins der deutschen geschichts- u. alterthumsw. 1870 s. 95.
2) keinen berühmten namen habend, unberühmt, ruhmlos: namlos, inlaudatus, inglorius Stieler 1178; Azor ... bestieg nach dem tode seines nahmenlosen vaters den thron. Wieland 6, 153; mit lauter nahmenlosen oder schwachen königen. 7, 101. 351;

nicht doch schufen fürwahr das geschlecht namlos (νώνυμνον) für die zukunft
himmlische.
Voss Od. 1, 223;

damit auch Ithaka gänzlich
namenlos hinschwind. 11, 182;

und in grimm aufraset der namenlosere pöbel (ignobile vulgus). Än. 1, 149.


3) wofür der richtige name fehlt, mit namen unfaszbar:

mit tiefer ehrfurcht schau ich die schöpfung an,
denn du!
namenloser, du!
schufest sie!
Klopstock 1, 139;

sei wie wu wilt namenloses jenseits .. wenn ich nur mich selbst mit hinüber nehme. Schiller 2, 163 (räuber, schausp. 4, 5).
4) überhaupt was mit worten nicht ausgedrückt werden kann, unaussprechlich, unsäglich ist.
a) adjectiv:

und in namloser angst, in schlummer des todes
löste meine seele sich auf.
Klopstock Mess. 4, 852;

diese namlose qual! 7, 162;

ach mit namlosen freuden ..
danktest du unserem retter. 10, 549;

namenloser vaterfreuden,
namenloser vaterleiden
theurer erstling!
Gotter 1, 214;

ich weis nicht was, das sich
mit nahmenloser lust in meine seele schlich.
Wieland Idris 3, 40;

wahr ists, sie unterschied die nahmenlosen triebe ..
vom schnöden brand gemeiner liebe. 1, 80;

da faszt ein namenloses sehnen
des jünglings herz.
Schiller 11, 307;

da ich deinen reiz betrachte,
erneut sich mir der namenlose schmerz
des drohenden verlustes. 12, 482 (M. Stuart 2, 9);

namenloser schmerz ergriff den vater.
Platen (1847) 4, 230;

auf namenlose gluten folgt ein namenloser frost. 1, 115;

superlativ: du namlosester unter den schmerzen! Klopstock 8, 23; wonnethränen der namenlosesten gefühle. Gerstenberg verm. schriften 1, 172.
b) adverb: es ist namenlos gros eine krone zu stehlen. Schiller 3, 84 (Fiesko 3, 2); die einbildungskraft würde diese strafe fast namlos und unerträglich schildern. Hippel 11, 301;

blume der vollkommenheit,
die die heiligen und weisen
namlos preisen.
Herder 15, 299.


 
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namenmeier, m. gleich namenträger 2. Zedler 23, 533.
 
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namennennung, f. die nennung oder beilegung eines namens: jede art .. der namennennung, unterscheidung. Herder älteste urk. 1, 108; namennennung Eva's. 2, 111.

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,