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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
naivetät bis namenanspielung (Bd. 13, Sp. 321 bis 337)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) naivetät, naivität, f. aus franz. naïveté, natürliche einfachheit, ungezwungenes wesen, offenheit: naivetät, die der ausbruch ist der der menschheit ursprünglich natürlichen aufrichtigkeit wider die zur andern natur gewordenen verstellungskunst. Kant 7, 201 (vgl. dazu Schiller 10, 430 anm.); im orient .. findet sich eine gewisse naivetät und unschuld des betragens durch alle stände. Göthe 6, 197; da mir seine sinnesweise ... in ihrer natürlichkeit und naivetät ... wohl zusagte. 25, 248; die derbe natürlichkeit des alten testaments und die zarte naivetät des neuen hatte mich im einzelnen angezogen. 26, 102; naivität und humor. 19, 149 (überschrift) H.; welche naivität! welche aufrichtigkeit! Lenz 2, 137.
 
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naivheit, f. dasselbe (man suchte dem worte durch -heit eine deutsche färbung zu geben): es ist voller naivheit, und noch schätzbarer durch ein titelkupfer von Hogarth. Sturz 1, 30; allerdings erregt es lachen, wenn sich jemand durch naivheit (var. naivetät) blosz giebt ... aber auch die naivheit (var. das naive) der edelsten art, das naive der gesinnung erregt immer ein lächeln. Schiller 10, 430 anm.; seine (des genies) naivheit (var. naivetät) allein macht es zum genie. 437 und anm. (in der liste von druckfehlern und verbesserungen am schlusz des ersten jahrgangs der horen, in welchem die abhandlung über naive und sentimentalische dichtung erschienen war, ist zu obiger stelle bemerkt, dasz man statt naivheit hier 'und so oft dasselbe vorkommt' naivetät lesen solle).
 
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nälen, s. DWB nöhlen.
 
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nam, name, s. DWB nahme.
 
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nambuch, s. DWB namenbuch.

[Bd. 13, Sp. 322]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) name, namen, m. nomen (appellativum, proprium).
I. Form und verwandtschaft.
1) das durch alle germanischen dialekte verbreitet wort hat nur im goth. und altn. sein ursprüngliches neutrales geschlecht bewahrt, sonst ist es zum mascul. (mndl. im dat. sing. auch femin., s. gramm. 1, 693. 3, 486 anm.) geworden. goth. namô (stamm naman), altn. nafn (aus namn, schwed. namn, dän. navn), alts. namo, ags. nama, engl. name, altfries. noma, nama, nema (neufries. namme), mnd. name, nd. name, nam, naam. — ahd. namo, name (namme Tatian 88, 13), mhd. name, nam (alem. auch namme), nhd. name und (wie balken, garten, graben u. s. w.) namen, früher auch mit dehnungs-h nahme, nahmen: name voc. 1482 x 2b, nam, namen Dasypodius k 6d, schweiz. namm, nammen Maaler 302bc, nahm, nahme, nahmen Stieler 1325, name, namen Frisch 2, 7bes wird besser ohne h geschrieben damit es nicht mit nahmen, accipiebant, vermengt werde«), nahme Aler, Steinbach, Adelung, name Campe, namen Heyse; kärnt. tirol. mit verdumpfung des a zu u: nume Lexer 196. Schöpf 458. Hintner 178. Weinh. bair. gr. § 28.
2) zur declination. goth. namô n., plur. namna (verkürzt aus namôna), ahd. namo m., im gen. und dat. sing. auch mit umlaut nemin (aus namin Murb. hymnen 7, 9, 3) Isidor. 29, 5. 7, 5. 15. mhd. und md. entstehen durch verschweigung des auslautenden n oder en scheinbar starke formen name, nam (s. Weinh. mhd. gr. § 441), die auch nhd. noch zu beobachten sind: mit name österreich. weisth. 6, 226, 38 (v. j. 1494); dat. und acc. nam Aventin. 4, 90, 12. 194, 28. 211, 13. 22. H. Sachs 1, 98, 27. 2, 20, 17. 7, 18, 27. Fischart gl. schiff 104. Ayrer 52, 35. 92, 16 u. s. w. Geszner 3, 126, den name Lavater nachgel. schriften 3, 8, name (accus.) für name Göthe 43, 405. aus dem nom. sing. namen hat sich (wie bei balken, garten u. s. w.) ein starker genetiv namens (verkürzt nams Aventin. 4, 233, 22) gebildet, der schon im 16. jahrh. anfängt die richtige genetivform namen (Aventin. 4, 205, 24. Schwarzenberg 151a. Lohenstein Armin. 2, 364a) zu verdrängen. plur. namen, bei Aventin. fast regelmäszig umgelautet nämen (verkürzt näm), wie noch in bairisch-österreichischer mundart s. Schm. 1, 1738 Fromm. Lexer 196. Schöpf 458; die näme Albrecht Leipziger mundart 174a.
3) gramm. 2, 30 und gesch. der deutschen spr. 153 wird name von nëmen (nehmen) abgeleitet: »name ist das was man nimmt, zur gabe empfängt«. dieser ansicht stimmt auch W. Wackernagel bei im altd. handw. 209azu nëmen wie griech. ὄνομα zu νέμειν«) und Leo im ags. glossar 138acceptum, sumptum«). vom sprachvergleichenden standpunkt aus ist diese (schon von Steinbach 2, 105 gemutmaszte) ableitung unhaltbar, denn name läszt sich nicht trennen vom lat. nômen, gnômen, (in co-gnômen), das auf ein arisches gnâ-man zurückführt, dessen g schon im sanskr. (nâman für jñâman) geschwunden war, von der wurzel gnâ, sanskr. jñâ, griech. γνω (γι-γνώ-σκω, -γνω-ν), lat. gnô (co-gnô-sco, co-gnô-vi, i-gnô-ro), ahd. chnâ (chnâ-an kennen, s. th. 5, 1720), so dasz name ursprünglich das (unterscheidende) kennzeichen, merkmal bedeutet. da der zusammenhang mit der wurzel schon früh nicht mehr gefühlt worden sein mag, so trat entstellung des anlautes und auch kürzung des wurzelvocals ein, der sich im germanischen zu a, im griech. zu o (ὄνομα, wahrscheinlich aus -γνο-μα; die wurzel γνω erscheint auch in γνό-ντ-ες mit kurzem vocal, s. Curtius grundzüge nr. 446), im altslavischen zu i (i-m, plur. imene) erleichtert hat. Bopp glossar 193b. Pott 1, 33. Curtius3 299. Fick2 66. 112. 782. Meyer goth. spr. 199. Miklosich 256b.
II. Bedeutung und gebrauch.
Unter name versteht man im allgemeinen das einem lebenden wesen oder einem dinge zur unterscheidung von andern zukommende wort: nomen, nam, die benamsung eines jeden dings. Roth diction. (1571) L 2b; name oder beschreibung eines menschen oder eines puchs oder tzeichen des lobs oder der eren, titulus. voc. 1482 x 2b; nammen und tittel setzen, nominare, inscribere. Maaler 302d; dahero Plato und Pythagoras der meinung gewest wären: dasz die höchste weiszheit von anfang an allen dingen einen mit ihrer innerlichen eigenschafft übereinstimmenden nahmen gegeben hätte. Lohenstein Armin. 2, 259a; ein nahme (varr. name, namen) .. ist blosz ein bedürfnisz der unterscheidung, wer allein ist hat keinen nahmen nöthig, denn es ist keiner da, mit dem er verwechselt werden könnte. Schiller 9, 110; der name thut nichts zur sache; alles beim rechten namen nennen. Wander sprichw. 3, 871. 876;

ihr, die ihr jedes ding bei seinem namen nennt.
Canitz 206.

[Bd. 13, Sp. 323]



Im einzelnen.
A. in appellativer verwendung als gemein- oder gattungsname.
1) vom menschen im allgemeinen: und (gott) schuff sie ein menlin und frewlin .. und hies iren namen mensch. 1 Mos. 5, 2; die Griechen hatten für den menschen einen edleren namen. Herder briefe z. beförd. d. humanit. 2, 6; alle namen des menschen sagen in ihr (in der sage vom ursprunge des menschen) von nichtigkeit, von verfall. vom geist d. ebr. poesie 1, 192;

was menschen namen trägt, das lebe
für wahrheit, tugend nur.
Lavater nachgel. schriften 3, 190.


2) von personen, zur unterscheidung.
a) des geschlechtes, der verwandtschaft: mhd.

sô wol dir, wîp, wie reine ein nam!
wie sanfte er doch .. ze nennen ist! minnesangs frühling 165, 28;

md. die alde leite dô zusamen
ein blût und zwêne namen.
der namen wurden schiere
dô an der zal viere
und wâren niwan zwei lîp:
vater, tochter, man, wîp.
A. v. Halberstadt 22, 416;

nhd. mich dünkt, ich sehe schone
bei dir und wüntsche so, vom süszen namen sohne
ein kürmelnd exemplar.
Logau 1, 10, 8;

dein söhnchen läszt dich nie den namen vater hören.
Lessing 1, 4;

der name vater, weib, mutter, schwester, tochter u. s. w. die Scythen auch den bloszen namen weib für so unflätig hielten, dasz sie sich selbten zu nennen schämten. Lohenstein Armin. 1, 307b; der nahme: vater, den sein sohn auf seinem schoosze lallt. Hippel über die ehe 111;

das blut allein
macht lange noch den vater nicht! macht kaum
den vater eines thiers! giebt zum höchsten
das erste recht sich diesen namen zu
erwerben!
Lessing 2, 352 (Nathan 5, 7),

zuletzt noch ..
nannte dein blasser mund mich mit diesem göttlichen namen (mutter).
Lenz 3, 57;

dasz ich ihr angeloben sollte .., mit dem heiligen nahmen eines bruders auch die gesinnungen und das betragen eines bruders gegen sie anzunehmen. Wieland 28, 60;

pflegt er dich nicht stets
mit diesem süszen nahmen (schwester) zu benennen? ..
verdient sie mehr als du ..
.. den nahmen seiner schwester. supplem. 4, 220.


b) der beschäftigung, des berufes, standes oder ranges (titel): das (schranne und schranner) sein die alten rechten teutschen näm, damit man die schuel, schüeler und studenten gehaissen hat, wan schuel und schüeler sein nit teutsch sunder kriechisch näm. Aventin. 4, 92, 28; der name konkubine, der name hausfrau. Möser 8, 211;

herrschaft, titel und namen.
H. Sachs 5, 16, 32 K.;

ward diesem neuen monarchen .. ein neuer titel und namen geschöpfet. Stumpf 311b; mit namen heist man uns soldaten. Simplic. 1, 104 K.; weil mir der nahm jäger sehr beliebte. 1, 351, 8; wenn es die besten soldaten sind, welche der general aussucht, so kann ich ihren namen (nämlich beste soldaten) hier nicht nutzen; ist es aber gesindel, an dem nicht viel gelegen, so glaube ich wird ihre benennung (nämlich gesindel) auf .. vortrefflich passen. Lessing 8, 48; nur zu viel arbeiten müssen, kann ihn (den künstler) um den namen künstler bringen. 2, 116; poet, dichter, der diesen namen .. verdient. 7, 142. 143; ein mahler, bildhauer, redner oder dichter der des nahmens werth war. Wieland 19, 70; niemand verdiente, nach seiner meinung, den namen eines gelehrten, der nicht zum wenigsten einen auctorem classicum edirt hatte. Rabener (1771) 1, 155; und dennoch maszte er sich den namen eines theologen nicht an. Herder Sophron 106; vorzüglich musz ein biograph die gestalt seines helden ihm gleichsam vom antlitz zu reiszen wissen, wenn er dieses namens werth sein soll. nachlese histor. schriften 14.
c) der religiösen, socialen oder politischen stellung: er macht dem namen eines christen unehre;

und tragen dennoch christen namen.
H. Sachs 3, 102, 35 K.;

da der gebrauch des kelchs das einzige erhebliche unterscheidungszeichen dieser sekte ausmachte, so bezeichnete man sie mit dem namen der utraquisten .. und sie gefielen sich in diesem namen. Schiller 8, 33; es giebt eine art von sterblichen, deren schon von den alten hier und da unter dem nahmen kosmopoliten erwähnung gethan wird. Wieland 19, 217.

[Bd. 13, Sp. 324]



d) des innern wesens, des charakters, der handlungsweise und gesinnung: er hat, verdient den namen freund, den namen eines freundes, eines lügners, wucherers, narren u. s. w.;

hie hab ich gstelt noch vil z samen,
die narren sint, und hant den nammen (uslendige narren),
dern andern narren sich doch schammen.
S. Brant narrensch. s. 93a;

wer auch sein vatterlandt für einen freund nicht liebet,
verdient nicht, dasz man ihm den namen, ehrlich, giebet.
Opitz (1645) 1, 176;

da sollst du einst den namen ..
.. des gerechten führen.
Klopstock 1, 10;

bei euch, ihr herren, kann man das wesen
gewöhnlich aus dem namen lesen,
wo es sich allzu deutlich weist,
wenn man euch fliegengott, verderber, lügner heiszt.
Göthe 12, 70;

verliesz ich meines herrn gerechte fahnen,
lud auf mein haupt den namen des verräthers,
um von dem fremdling solches zu ertragen?
Schiller 13, 228 (jungfr. v. Orl. 2, 1).

dies hat den dichtern Israels bei so vielen den namen der menschenfeinde, der flucher auf alle welt gegeben. Herder vom geist der ebr. poesie 2, 57.
e) zärtliche oder spöttische benennung, schmeichelname oder spottname, schimpfname: wie dieser herr ... mich mit allen bösen worten und namen beladen. Philander (1644) 666;

(sie) versöhnt sich mit dem vielgeliebten,
umhalset ihn, weisz nicht genug
mit süszen namen ihn zu nennen.
Bürger (1778) 120;

das arme kind ..
(wird) die sünde weinend dir bekennen,
dich mit den schönsten nahmen nennen.
J. G. Jacobi (1819) 3, 116;

(sie) rief ihm ..
mit allen den süszen vertraulichen namen,
die je aus den lippen der liebe kamen.
Wieland 18, 265;

durch die zärtlichsten nahmen aufgemuntert. 1, 183; der .. nicht ermangelte, in einigen .. schmähgedichten mich deszhalb mit spöttischen namen zu bezeichnen. Göthe 26, 200; wenn du im augenblick des unmuths einzelne schüler .. mit namen bezeichnest, durch die sie gewisz .. ihren mitschülern zum gespött werden. Herder Sophron 159.
3) vom thier-, pflanzen- und mineralreich: und der mensch gab einem iglichen vieh, und vogel unter dem himel, und thier auf dem felde, seinen namen. 1 Mos. 2, 20;

von allem bin ich herr, was in dem paradiesz
der vater Adam erst mit eignen nahmen hiesz.
Canitz (1750) 200;

du (kukuk) nennest immer deinen namen.
Hagedorn 3, 99;

wie heiszt das schlimmste thier mit namen?
Lessing 1, 22;

man sagt, es gäbe einen vogel, mit namen merops, der, wenn er in die luft steige, mit dem schwanze voraus, den kopf gegen die erde gekehret, fliege. 1, 139; das kraut hat viele nahmen. Aler 1445b; peonie, welche ihr ... mit dem nahmen königs-blume heuchelte. Lohenstein Armin. 1, 1389a; die vom schnee den nahmen führende chione mit den schneetropfen, die schnee-weisze levcoja mit der ihren nahmen führenden frühen zeitlose 1383a;

die kräuter auch, unzählbar viel,
berüefet er (gott) mit namen.
Spee trutzn. 108 B.;

hat man euch gleich
mit unterschiednen namen
levkojen, matronal und güldentuch genannt.
Brockes 1, 16;

dieses saltzes wahrer name. 1, 297;

diesen nahmen führende steine. Lohenstein Armin. 1, 1389a.
4) von der natur und der erde, von naturerscheinungen und andern dingen: der name der natur. Herder ideen 1, xvi; das gelobte land hat nicht vom lobe, sondern von angelobung, von gelübde den namen. vom geist der ebr. poesie 1, 281;

rings erschollen zugleich die neuen namen der erde.
Klopstock Mess. 1, 521;

wir haben der luft namen von kräften gegeben, dünste einzusaugen, zu tragen, niederzuschlagen. Herder älteste urk. 1, 46; der name tag und nacht. 40; er verweigert dem funke den namen der flamme. Lessing 7, 342; über die namen des donners. J. Grimm kl. schriften 2, 402; am meisten aber verdienten diese brunnen diesen nahmen ('heilige wasser'), weil sie heilsame wundergeschenke des hochheiligen gottes ... wären. Lohenstein Armin. 2, 741b;

sowie ein bach ..
.. von fremden wassern schwillt ..
und endlich gar des stromes namen führt (strom genannt wird).
Hagedorn 1, 58;

[Bd. 13, Sp. 325]


neuen sachen musz man neue nahmen geben. Aler 1445b; einige namen irdischer dinge. Herder älteste urk. 1, 14;

indem du .. blos nach ähnlichkeit
den dingen namen schöpfest.
Wieland Hor. sat. 2, 3, 488;

leinwand, musselin und alle die zartern stoffe der art, wie sie auch namen haben mögen. Göthe 18, 208 Hempel;

mit namen hiesz es (das buch): Henrich Stillings jugend.
Freiligrath (1870) 3, 38.


5) von abstractionen: dasz es eine alte krankheit sei, und sei von der zeit her mit einem neuen namen genennet worden. Schuppius 165; (sie sagen) in allen sprachen habe die religion von furcht den namen. Herder vom geist der ebr. poesie 1, 51; man will ihr (der naturpoesie) sogar den namen dichtkunst nicht gönnen. 106; so lassen sie uns ja namen (humanität) und sache ehren. briefe zu beförd. d. humanität 2, 8; der name menschenrechte kann ohne menschenpflichten nicht genannt werden. 3; der zustand des zweifels spricht sich in seinem namen aus. Adrastea 107; die liebe? frevlerinn! du entheiligest namen, die nur der tugend geweiht sind. Lessing 2, 15 (m. S. Sampson 1, 9); nur den stärkeren regungen .. gibt er den namen des mitleids. 7, 342; geheiligte nahmen der liebe und freundschaft. Wieland suppl. 3, 131; (gewalten) die sich .. mit dem frommen namen der mütterlichen vorsorge begnügten. Möser 7, 158;

beim süszen nahmen »vaterland«
schlägt mir das herz.
Claudius 1, 208;

stirb, du hast mich gelehrt, dasz mir der name tod
wie der jubel ertönt, den ein gerechter singt.
Klopstock 1, 100;

der tugend nahm erlischt, sie ist zum mährchen worden.
Haller ged. 121 (320, 31 Hirzel);

wie schrecket dich der liebe nahm? 317 Hirzel;

in allen menschlichen gestalten
kannst du (tugend) dich wundersam entfalten
und alle namen zieren dich.
Lavater nachgel. schriften 3, 142;

wenn laut sein herz beim namen freiheit schlägt.
J. G. Jacobi (1819) 5, 16;

gräuelthaten ohne nahmen,
schwarze verbrechen verbirgt diesz haus.
Schiller 14, 51 (braut v. Mess. 1, 7);

die rebellion schien anfangs selbst vor ihrem namen zu zittern. 7, 18; diese grillen verziert ihr mit dem namen der tugend. Göthe 36, 54; dadurch entstand ihr in der ganzen gegend ein name von vortrefflichkeit, der ihr doch auch manchmal unbequem ward. 17, 242; sie (die welt) giebt dem laster alle namen des wahnsinns, von den ersten leichten thorheiten an bis zu den letzten wildesten ausbrüchen der wuth. Engel 2, 193; empfindung .., die den namen des mitleidens führt. 4, 314; neben dem namen des staatsrechts den namen des öffentlichen rechts zu gebrauchen. Savigny röm. recht 1, 27; man verliert sogar den namen und begriff des eigenthums. Möser 5, xv.
6) grammatisch wie das lat. nomen: die namen aller wörter (hauptwort, beiwort u. s. w.) wurden angegeben. Gotthelf schulm. (1859) 1, 140.
7) mathematisch: nahme der verhältnisz, denominator rationis. Zedler 7, 571; nahme der verhältnisz wird der quotient genennet, der heraus kommt, wenn man das vördere glied dividieret. demnach ist der nahme der verhältnisz von 3 zu 2. mathemat. lex. 1, 924; name für nenner ist zu abstrahieren aus ungleichnamige brüche gleichnamig machen, auf gleichen nenner bringen.
B. als eigenname, unterscheidende bezeichnung für ein einzelwesen im gegensatze zu anderen derselben gattung.
1) als persönlicher vor-, zu- oder beiname: wir wollen, daʒ all unsers gotshauss leute jeder mit eigem name und zunamen .. aufgemerkt werde. österreich. weisth. 6, 226, 38 (v. j. 1494); wie ich in den aignen teutschen nämen find. Aventin. 4, 31, 29; die näm der künig und fürsten. 234, 15; eigene, angehörige, alt hergebrachte und gebreuchliche namen. Kirchhof wendunm. (1602) 4, 131;

jedem, der auf erden weilet,
(wird) sein eigner nahme zugetheilet.
J. G. Jacobi (1819) 6, 11;

feiertage süszer namen, namenstage. Göthe 4, 113; es war freilich nicht fein, dasz er (Herder) sich mit meinem namen diesen spasz erlaubte. 25, 304; jeder buchstabe meines irdischen namens ist in seiner engelstimme zur melodie geworden.

[Bd. 13, Sp. 326]


Gerstenberg verm. schriften 1, 510; in titeln und namen nicht irre werden. Knigge umgang 1, 81;

wo aber findet sich der held für meine lieder?
ich geh die namen durch, ich blättre hin und wieder.
Haller ged. 105 (88, 26 Hirzel);

in geschlechtsregistern sucht er
namen, voll und hoch erklingend.
Immermann 1, 221;

mit beigefügtem nomen proprium: ahd.

Iohannes scal ther namo sîn.
Otfrid 1, 9, 16;

mhd. von triste Tristan was sîn nam. Tristan 2001;

nhd. Dieth ist ein alter bairischer nam. Aventin. 4, 23, 4; alter fürsten näm, Merbod u. s. w. 29, 9; die alten Baiern vast brauchen dise zwen näm Walther und Panno. 234, 2;

Asmus von der Nauben ist sein nam.
Liliencron volksl. 606, 9 (v. j. 1552);

don Rodrigo ist mein name.
Herder Cid 50;

mein nahm' ist Hüon.
Wieland Oberon 1, 25;

der name Moor. Schiller 2, 17 (räuber, schausp. 1, 1); aus der ferne machte jedoch der name Klopstock auch schon auf uns eine grosze wirkung. Göthe 24, 122; bei diesem namen (Kato) brennt der stoiker auf. Wieland 9, 250; des namens, mit namen: ein schwärmerischer tuchmacher des namens Claus Storch. Ranke deutsche gesch. 2, 15; ein sun mit namen Gall. Aventin. 4, 129, 3; sein hausfrau mit namen Eisen. 121, 32; sein hauptman mit namen Sisara. 175, 6;

heiszet wol Jacob mit nam.
H. Sachs 1, 98, 27 K.;

ein holdes allerliebstes mädchen
mit namen Kätchen.
Götz 2, 62;

der rechte, der wahre, der falsche name: ich würde sie unter einem falschen namen gesehen haben. Lessing 2, 74 (m. S. Sampson 5, 1);

wenn ihr mich eures wahren nahmens gleich
gewürdigt hättet. 2, 357 (Nathan 5, 8).


Im einzelnen ist hervorzuheben:
a) dem neugeborenen wird (bei der wasserweihe, bei der taufe) ein name geschöpft, gegeben, gesetzt, beigelegt. vgl. Grimm rechtsalt. 455. Weinhold d. deutschen frauen 1, 96. altnord. leben 262 f. K. Maurer wasserweihe 5 ff.: ahd.

sie quâmun al zisamene, thaʒ kindilîn zi sehanne
thaʒ sie .. imo namon scaftin.
Otfrid 1, 9, 8;

mhd. alsô dô daʒ wart ûʒ dem toufe erhaben,
dô schepft man im einen namen. Wolfdietrich B 175;

die ire den namen gâben
in der toufe Irmengart. graf Rudolf 22, 4;

den îlte man dô toufen und gap im einen namen. Nibel. 660, 1;

nhd. warumb Adam und Eva .. ihren kindern namen geben und aufgesetzt haben. Kirchhof wendunm. 4, 150 (3, 142 Öst.); und daselbst (im eichenwald) er nach deutscher art am siebenden tage seinem sohne den nahmen Thumelich zueignete. Lohenstein Armin. 2, 364a; für namen, die sie ihren angehörigen und bekannten beilegten, suchten die menschen von jeher in der sie umgebenden natur nach gestalt und gleichnis .. das neugeborne, nach einem thier oder nach einer blume benannte kind empfieng dadurch gleichsam einen geleitenden schutzengel. J. Grimm kl. schriften 2, 382; einen sohn, bei dem der herzog und die herzogin .. pathen gewesen und ihm den namen Wilhelm August geschöpft haben. Wieland auswal denkw. briefe 1, 166 (vgl. auch A 2, b. 4 und namenschöpfen sp. 340);

wer giebt für meinen sohn
mir einen namen an?
Lessing 1, 10;

name der ihr (der neugeborenen prinzessin) gegeben werden soll. Herder homilien 2, 241; Perikles. und Marina — wo wardst du geboren? Marina. auf dem meer, darum gab mir mein vater diesen namen. Lenz 3, 197; von zunamen: ahd. then (Jacob und Johannes) scuof her namon, thaʒ sie hieʒʒin Boanerges. Tatian 22, 6; auch von der namensänderung: baldt hernach ... brachte der alt churfürst bei kaiser Carln zu wegen, das man der dochter ein andern namen schapfte und sie die grefin von Lutzelstain nampte. Zimmer. chron. 3, 408, 31. einen namen geben aber auch allgemeiner
α) mit namen benennen, einen namen beilegen: einem einen nammen gäben, nomen appellare, vocare aliquem. Maaler 302c;

ihm gab ich .. die allerschönsten namen,
er ist mein Socrates, mein Brocks und mein von Bar.
Hagedorn 1, 40.


β) den namen nennen, sagen: ihr seid mir willkommen .., gebt mir euern namen. Göthe 8, 89.

[Bd. 13, Sp. 327]



b) heiszen.
α) transitiv, den namen, mit namen heiszen, nennen: goth. jah haitais namo is Iohannen. Luc. 1, 13; ahd. Simonem, then her andaremo namen hieʒ Petrum. Tatian 22, 6; nhd. des namen soltu Johannes heiszen. Luc. 1, 13; des namen soltu Ismael heiszen. 1 Mos. 16, 11.
β) intransitiv und passiv, genannt werden: mhd.

sîn name ..
hieʒ der herre Heinrîch. armer Heinrich 47;

ir muget wol sîn geheiʒen bî namen Amelrîch. Nibel. 1496, 1;

Urielus und Delonis
geheiʒen wâren si ze namen. troj. krieg 30685;

nhd. Edippus heiszen soll sein namen.
H. Sachs 10, 35, 9 K.;

und Sextus hies des täters nam.
Schwarzenberg 113b;

wie haist mit deinem namen du?
Ayrer 3302, 5 K.;

woher des weges, wie heiszt sein name?
Lenau (1880) 1, 165;

mit namen haiszet er Kunz Schott.
Uhland volksl. 364.


c) einen namen bekommen, erhalten, erlangen, erben, sich beilegen, borgen, tragen, annehmen: weil man seinen namen nicht eher erhält, als bis man geboren wird. J. G. Jacobi (1819) 7, 193;

jedoch wo kömpt es her, dasz du namen hast
von weibern auch erlangt, und heiszest weibergast.
Opitz (1645) 1, 90;

die darin (im concubinat) erzeugten kinder erbten ihres vaters namen und vermögen nicht. Möser 8, 210; die teufel namen an sich derselbigen (könige) näm. Aventin. 4, 71, 7; under solchen falschen angenumen nämen. 8; ein gewisser irrender ritter .., der sich falsche nahmen beilegt. Hippel über die ehe 163; wenn ihr mir verwehren wolltet .. dasz ich euern namen borge. Rabener (1771) 2, 48; geborgter name. Göthe 23, 177; enkel .., die seinen namen trugen. Engel L. Stark 399; die namen, die du trägst. Herder christl. reden 2, 249.
d) einen namen haben.
α) mit demselben genannt werden, heiszen: und haben nachmals al künig zue Jerusalem zwen näm gehabt. Aventin. 4, 247, 15;

was hast dann für namen.
Opitz (1645) 1, 89;

alles, was den namen hat,
sang (besang) er.
Fleming 312 L.;

der keinen nahmen hat, anonymus. Aler 1445a; ein autor ohne nahmen, ein anonymer schriftsteller. Hippel über die ehe 222.
β) den namen eines andern zu hören bekommen: da hast du meinen namen;

so habt ir meinen edlen nam.
H. Sachs 7, 18, 27 K.


e) einen namen führen.
α) mit demselben genannt werden oder sich ihn beilegen (s. DWB führen th. 41, 447): den nahmen führen, nomen habere, gerere. Aler 1446a; (das röm. kriegsvolk achtete darauf) dasz der zum ersten in die rolle gebrachte soldat einen auf was gutes deutenden nahmen führte. Lohenstein Armin. 2, 259a; und der name, den ich führe, Rameau! Göthe 36, 136; lang ist mein name ..; aber ich führe auch einen ganz kleinen, welcher gleichsam die quintessenz von dem langen ist. Lessing 1, 498; ich will ihren namen nicht führen. 2, 10; wir .. führen überdies noch einerlei nahmen. Schiller 14, 132; ein verwandter von uns, der unsern namen führt. 142;

don Manuel heisz ich — doch ich bin der höchste,
der diesen namen führt in dieser stadt. 86 (braut von Mess. 2, 3).


β) einen namen führen oder im munde führen, nennen, gebrauchen: ich wil .. iren namen nicht in meinem munde füren. ps. 16, 4. vom namen gottes s. unten 5, b.
f) um den, nach dem namen fragen, forschen; den namen hören, vernehmen, erfahren, wissen, kennen u. ä.: darauf fragte er mich um meinen nahmen. Simplic. 1, 464, 18;

(der) uns so bedächtig fragt'
nach unserm namen.
Immermann 1, 5;

nun hört mein namen, wer ich sei.
H. Sachs 7, 18, 21;

ich will die namen auch hören,
die schon lang in dem buche des lebens leuchtender glänzen.
Klopstock Mess. 3, 150;

Theophan. kennen sie mich, mein herr? der wechsler. von person nicht; vielleicht wann ich ihren namen hören sollte. Lessing 2, 446 (freigeist 4, 9); woher er meinen nahmen ... erfahren habe. Wieland 27, 270; du bist wol ein unwissender tropff, dasz du weder deiner eltern noch deinen eignen namen nicht weiszt. Simpl. 1, 64, 4 K.; ich weisz es so wohl, als ich meinen nahmen weisz. Aler 1446a; sie wissen den namen

[Bd. 13, Sp. 328]


meines geliebten nicht! J. G. Jacobi (1819) 1, 228; weil sie meinen nahmen nicht wissen. Hippel über die ehe 229; für sie da weisz ich keinen nahmen (nämlich zu geben), keinen beinahmen. d. j. Göthe (an Charlotte Buff) 1, 358;

wer kennet ihre (der herrn und damen) namen? werke 1, 178;

o weh mir, den namen kenn ich. Lenz 2, 182; einen mit namen, beim namen kennen: ich kenne dich mit namen. 2 Mos. 33, 12; ich kenne ihn nur beim nahmen. Aler 1446a.
g) bei dem namen, mit namen (einen oder einem) rufen: ich habe dich bei deinem namen gerufen. Jes. 43, 1;

aber die diener ..
(die) der speiszmeister rüfft mit nam.
H. Sachs 1, 262, 3 K.;

da rufft mit namen mir ein weib. 7, 120, 30.


h) den namen sagen, aussprechen, rufen, nennen u. dgl. oder mit, beim (bei) namen nennen, rufen; den namen verschweigen, verbergen: ahd.

si nan sâr irkanta, sô er then namon nanta.
Otfrid 5, 8, 33;

mhd. nû sage mir sînen namen. Iwein 2106;

nhd. das einer seinen namen sagt.
Murner luth. narr 3486;

balt sage uns den namen dein!
J. Ayrer 1258, 20 K.;

sag mir doch auch deins namen art.
Schwarzenberg 151a;

ich kenne ein recht liebes fräulein .. so lange nicht frieden ist, sage ich ihnen ihren namen nicht. Gellert (1867) 8, 290; er fragte uns, wer wir wären, und wir sagten ihm unsern nahmen. Claudius 4, 34;

derhalb nendt man des kindes namen
nach seines vaters thitel und stamen.
H. Sachs 5, 18, 6;

grüszt mich und nennet mich mit nam. 331, 9;

nie werde von euch sein name anders genannt, als mit dankbarkeit. Herder Sophron 112; welchen namen nanntet ihr da? Lenz 2, 91;

leiser nannt' ich deinen nahmen
und mein auge warb um dich.
J. G. Jacobi (1819) 3, 34;

versuchs, ... sprich
nur meinen nahmen aus, du hörst so oft ihn nennen.
Wieland Idris 3, 53;

nenne deinen lieben namen,
den du mir so lang verborgen.
H. Heine (1876) 9, 121;

hab ich einsamer ihren nam
am wasserfall geseufzt.
Geszner 3, 126;

die saite, die den namen
Hermanns bebt.
Klopstock 1, 247;

und du solt mit einem namen genennet werden, welchen des herrn mund nennen wird. Jes. 62, 2;

sage, mit welchem namen benennen dich vater und mutter?
Voss Od. (1781) 8, 550;

dann will ich ..
neben dir stehn, dich mit namen nennen.
Klopstock 1, 42;

als er bei dem namen mit seiner stimme mich nannte. Mess. 14, 283;

.. denn nur beim namen genannt sein
wollte sie.
Voss Luise 3, 526;

da nannt' ich sie alle bei namen laut:
was willst du, Anne? was willst du, Beth?
Göthe 1, 173;

nie wird mich deiner stimme süszer ton
beim namen rufen.
Wieland suppl. 4, 199;

nennt mich nur bei meinem namen. d. j. Göthe 2, 87;

wenn ich ein krieger wär,
rief ich vor jedem strausz
erst deinen namen in die welt hinausz.
Immermann 1, 93;

monarch, vergönne, dasz ich meinen nahmen
verschweige.
Schiller 13, 375 (Turandot 2, 3);

das verschweigen der namen (die anonymität) ... vermehrt gewisz das interesse. Göthe an Schiller 33 (1, 87); da ich darauf bestand, ihm meinen nahmen zu verbergen. Wieland 28, 114; den namen bekannt machen, sagen:

mach ich denn mein namen bekandt,
so kost es mir gewisz leib und leben.
J. Ayrer 1569, 16 K.;

den namen sprechen, aussprechen, nennen: sie .. sprach seinen namen. Lenz 1, 175; aussprechen:

er spricht ihren namen mit stammeln
tausendmal aus. 3, 16.


i) den namen schreiben, unterschreiben, aufzeichnen, unterzeichnen, einzeichnen u. dgl. (den namen aufmerken s. unter B, 1): freut euch, dasz eure namen im himmel geschrieben sind. Luc. 10, 20; portrait, worunter ich gern ihren namen

[Bd. 13, Sp. 329]


geschrieben hätte. Schiller an Göthe 19 (1, 51); man schrieb name für name auf das bild, oder unter dasselbe, damit man ja unter den immer häufiger und häufiger werdenden heiligen und märtyrern nicht einen statt des andern verehrte, sondern einem jeden sein recht wie billig bewahrte. Göthe 43, 401. den namen unterschreiben, unterzeichnen (oder sich unterzeichnen), unter etwas setzen: so will ich denn auch meinen namen unterschreiben. Lenz 2, 234. 3, 60; in den wissenschaften hatte dieser held es niemals weiter gebracht, als bis zur fertigkeit ... seinen namen ... unterzeichnen zu können. Siegfried von Lindenberg 1, 68; so habe ich unter jene (xenien) ihren namen gesetzt. Schiller an Göthe 200 (1, 168); jeder soll ... seinen namen unter seine arbeit setzen. Möser 2, 211; man brachte die sämmtlichen bekenntnisse auf gewisse hauptartikel zurück, und setzte unter jeden die namen derjenigen kolonisten, welche darin übereinkamen. 8, 269; den namen (in ein buch) einzeichnen. Lenz 2, 326; es ist möglich dasz der stein alt und der name neu eingeschnitten sei. Göthe 30, 260. bekannt ist die sitte, den eigenen namen oder jenen einer geliebten person in die rinde junger bäume zu schneiden: sobald der feldherr sich des nahmen (seines neugebornen sohnes) halber erkläret, eileten hundert druiden solchen in so viel heilige eichen einzuschneiden ... aller wuntsch gieng dahin: dasz dieser junge fürst diese bäume an alter und grösze uberwachsen .. solte. Lohenstein Armin. 2, 364a;

ja, ich will dir, kühler hain!
hiemit ihren namen weihn,
dieser fichte schmuck zu sein.
name wachse mit den rinden!
Hagedorn 3, 60;

siehst du dort in jener linde
eingeschnitzt ein brennend herz?
meinen nahmen unterwärts?
Götz 2, 35;

lagern wir uns im schatten der alten familienbuche,
die vorlängst uns bekannt mit schon auswachsenden namen.
Voss Luise 1, 251;

dem himmel wachs' entgegen
der baum ...
und soll ein name verderben,
so nehmt die obern in acht.
Göthe 3, 17 Hempel;

siehe hier in diesem hain, wo ringsum die namen meiner geliebten grünen, schneid ich den deinigen (Erwins), in eine deinem thurm (des Straszburger münsters) gleich schlank aufsteigende buche. d. j. Göthe 2, 205;

ich seh' auch meinen namen ..
geschnitten in den rahmen
der eiche.
Rückert (1847) 167.


k) den namen ändern, verändern, verläugnen u. ä.: seinen nahmen änderen, transnominare se. Aler 1445b; er hiesze Petrus, hat aber seinen nahmen in Petruscus verändert. ebend.; veränderung der nahmen, indem sie aus dem Romulus einen Quirin .. gemacht. Lohenstein Armin. 1, 347a; sollt der vater sich kränken, dasz der sohn seinen namen verändert, wenn er so ein geschwinderes glück macht? Lenz 3, 212; sie hat ihren namen verändert (sich verheiratet). Wander sprichw. 3, 877; frau, die meinen nahmen verläugnet (nach meinem tode wieder heiratet). Hippel über die ehe 191. vgl. H. Sachs 5, 16, 34:

so bald ir kummet inn die eh,
so nennet man euch nach uns mannen.


2) volks-, landes- und ortsname: der Baiern näm. Aventin. 4, 198, 10; Ruegen, Schweden .. pehalten noch ir alte land und näm. 130, 15; die Galen, die unter dem namen der Gallier und Celten ein bekannteres und berühmteres volk sind, als die Vasken waren, hatten am ende mit ihnen einerlei schicksal. Herder ideen 4, 8; die Kymren sind ihrem namen nach bergbewohner. 13; ihre (der Deutschen) einheimischen verbindungen und namen bleiben dunkel. Möser 5, 125; die namen der völker. 132; aigne näm länder und leut. Aventin. 4, 208, 25; auch die land nit vast ungleich aneinander, nämen haben. 144, 19; von im (künig Boiger) pehelt noch das .. land Peham den nam. 44, 17; beschreibung Germanien, wie vils näm gehabt hab. 53, 18; dieser land gegent und stet (behalten) von disen herren und frauen ire näm noch. 223, 30; der name Germanien war zu dieser zeit noch nicht üblich. Möser 5, 128; kein staat oder land gleiches namens. 5, 3; legt sich für ein stadt mit namen Jabes. Aventin. 4, 202, 6; von im .. die stat Baierbing .. den nam behelt. 143, 9; von im kompt Sigling dem dorf .. der nam. 200, 15; und ewig sei der name dieser stadt, der name Leipzigs, Sachsens zierde und fremder länder bewunderung. Gellert (1867) 5, 77; wie wohl ihnen (den Abderiten) dieser name (Athen) nie anders

[Bd. 13, Sp. 330]


als spottweise gegeben wurde. Wieland 19, 69; man ruft sich nur gern die namen .. der bekannten städte und orte zurück. Göthe 16, 236;

zu Weinsberg, der gepriesnen stadt,
die von dem wein den namen hat.
Uhland (1879) 2, 148;

die nahmen der örter hätten so wol, als die der menschen geheime bedeutung in sich. Lohenstein Armin. 2, 259a; höfe .., welche zum theil noch jetzt diese namen führen. Möser 6, 72. — von egenanten zweien fürsten .. hat der Ostersee .. den nam Gottenau enpfangen. Aventin. 4, 67, 25; von im hat den nam Kels das wasser. 25, 23; Jordan ist bei ihm (Moses) der name eines stromes. Herder vom geist der ebr. poesie 1, 126; zwei flüsse .. Euphrat und Tigris, flossen noch in ihren betten. der name des ersten blieb. Göthe 24, 205. auch die namen von örtlichkeiten werden, obwol ursprünglich appellativ, als eigennamen gefühlt: gegend, welche mit recht den namen 'schlimme mauer' führt. 24, 81; der vater wohnte an der ecke der hasengasse, die von dem zeichen des hauses, das einen, wo nicht drei hasen vorstellt, den namen führte. 120; jeder gang und zeche (eines bergwerks) haben ihren namen, damit sie von andern unterschieden werden .. es werden auch den schächten bei weitläuftigen zechen namen gegeben. Jacobsson 3, 127b.
3) übertragener name zur bezeichnung von thieren, weltkörpern, leblosen gegenständen oder abstracten: der hund hört, folgt auf den namen Diana; der name dieses planeten ist Jupiter u. s. w.; er zelet die sternen, und nennet sie alle mit namen. ps. 147, 4;

er (gott) gängelt sie (sterne) an einer schnur,
und nennet sie alle mit nahmen,
und weidet sie wie lämmer auf der flur.
Claudius 5, 37;

Concordia soll ihr (der glocke) name sein.
Schiller 11, 318;

das geängstigte Nürnberg erwartet schon einer noch entscheidendern feldschlacht, als sie bei Leipzig geliefert ward, den namen zu geben. 8, 203; system, das seinen namen von Copernicus führt. Engel 1, 105.
4) der name gottes, der drei göttlichen personen, einer heidnischen gottheit oder personification:
a) herr Zebaoth ist sein name. Jer. 31, 35; und gott redet mit Mose .. mein name, herr, ist inen nicht offenbaret worden. 2 Mos. 6, 3; seine (Isaaks) nachkommenschaft sollte den namen des Jehovah bewahren. Herder vom geist der ebr. poesie 1, 280; (hebräische) sprache, in der ... die ältesten namen gottes nicht von güte und liebe, sondern von stärke und verehrung sagen. 53;

dein nam' ist herr, herr, Zebaoth ..
dein name, du allmächtiger,
erschall in aller welt.
Gleim 2, 344;

namen nennen dich nicht.
Ueltzen ged. 1, 57;

da ward sein name genennet Jhesus. Luc. 2, 21; der holdselige name Jesus. Fleming 29, L.; an der kopflehne (des bettes) .. auf der mitte der platte (des tisches) war eine blaue runde mit dem »süszen namen« (monogramm Christi) gemalt, denn dieser ist allen armen leuten das zeichen des gottessegens. Rosegger volksleben in Steiermark (1881) 18;

der vater sohn und heilig geist
ist eines nur zusammen,
doch drei mans je verscheiden heiszt
mit eigenschaft und namen.
Spee trutzn. 121 B.;

si war des gots, mit namen Apollo, tochter. Aventin. 4, 168, 21;

her (abstammend) von der götter namen.
H. Sachs 3, 269, 6 K.;

göttin (grazie) dich
nennt kein name.
Klopstock 2, 97;

er (Zeus) liesz durch säl' und hallen
den namen Juno schallen.
Langbein (1854) 2, 167.


b) gottes namen führen, im munde führen, nennen, gebrauchen (vergl. 1, e, β): gewehne deinen mund nicht zum schweren und gottes namen zu füren. Sir. 23, 9; der offt schweret und gottes namen füret. 11;

du sollt den namen
deines herrgotts nicht eitel auskramen.
Schiller 12, 36 (Wallensteins lager 8).


c) den namen gottes nennen, anrufen, loben, preisen, heiligen u. s. w. (vgl. C, 5):

rein sei, wer gottes name nennt.
Lavater nachgel. schriften 3, 8;

so oft ich deinen namen nenne.
Gellert (1867) 2, 120;

hûs, in welchem mîn namen ist angerft worden. Schade sat. 3, 15, 16; singet dem herrn und lobet seinen namen.

[Bd. 13, Sp. 331]


ps. 96, 2; hilf uns in disen grossen nöten, in dich und deinen namen sezen wir allen unsern trost. Aventin. 4, 235, 23;

so wirt geheilget des herren nam.
N. Manuel 165, 883;

und heiligeten seinen namen.
H. Sachs 1, 191, 16 K.;

(dasz) alle könige (möchten) dem namen ehre geben,
der aller ehren werth.
Fleming 10 L.;

erheb ihn ewig, o mein geist!
erhebe seinen namen!
Gellert (1867) 2, 117;

herr, immerdar soll deines namens ehre,
dein lob in meinem munde sein. 130;

dein name sei gebenedeit,
von nun an bis in ewigkeit.
Bürger (1778) 78.


d) der name gottes ist heilig, hoch, hehr u. s. w.: lobe den herrn .. seinen heiligen namen. ps. 103, 1; gelobet sei sein herrlicher name ewiglich. 72, 17; (sie) sollen loben den namen des herrn, denn sein name allein ist hoch. 148, 13; man danke deinem groszen und wunderbarlichen namen. 99, 3; herr, du bist gros und dein name ist gros. Jer. 10, 6;

du, desz namen heilig ist! dem sich
aller knie einst beugen.
Klopstock Mess. 13, 712;

hehr ist sein nam und grosz sind seine werke.
Gellert (1867) 2, 128.


e) im namen gottes, in gottes namen, s. C, 6.
C. besondere zusammenstellung verdient die verwendung des appellativen oder eigenen namens in mehr uneigentlichem und übertragenem sinne.
1) mit genetiv, adj. oder possessivem pron. wird name umschreibend gebraucht für das den namen führende individuum oder die gesamtheit der gleichnamigen individuen.
a) zu A, 1, menschen (menschlicher) name, mensch, menschen, personen: und wurden ertödtet in der erdbebung sieben tausent namen der menschen. offenb. 11, 13; mönche, eine abart des menschlichen namens. Schiller 7, 68.
b) zu A, 2, mhd. mannes, wîbes (wîplîcher) name, eine person männlichen oder weiblichen geschlechts, das männliche oder weibliche geschlecht; vrouwen, juncvrouwen name, frau, jungfrau oder der stand der frauen, jungfrauen; herren name, herr, küneges (küneclîcher), rîters (rîterlîcher) name u. dgl., könig, königswürde, königstitel, ritter, ritterstand. mhd. wb. 21, 306a. Lexer 2, 31; nhd. manns (vgl. th. 6, 1582) und weibs nam, männer und weiber. städtechron. 1, 374, 5 (vom j. 1427); weibs nahme, weibsbild. Frisch 2, 7b;

ein man der frauen ubels gant
und iren namen het geschant. fastn. sp. 707, 12;

durch der zwölff edlen tugent stam
erhaben wird weiblicher nam.
H. Sachs 1, 210, 21 K.;

sie ihres namens (des weiblichen geschlechts) schmuck und kron.
Fleming 287 L.;

platz dem namen des herzogs (dem herzoge)! Schiller 3, 21; wiewol si (die Athener) ... küniglichen nam abtan hetten. Aventin. 4, 266, 26;

darumb ich ritter namen han. fastn. sp. 360, 26;

der deutsche, christliche, katholische, protestantische name u. dgl.; echte liebe zum deutschen namen. Engel 4, 92; ruhm des deutschen namens. 99; als wan er der erbfeind christliches namens wär. polit. stockfisch 286; ein feind des teutschen, des christlichen namens. Frisch 2, 7b; unser historischer stil hat sich in dem verhältnisz gebessert als sich der preuszische name auszeichnet und uns unsre eigene geschichte wichtiger und werther gemacht hat. Möser 8, 205; zusammenkunft, in der doch endlich einmal der protestantische name sich zu einem männlichen ... beschlusz vereinigte. Ranke Wallenstein 216.
2) die person als träger eines eigenen namens, im weiteren sinne das gleichnamige geschlecht, die nachkommenschaft: du hast auch wenig namen (personen) zu Sarden, die nicht ire kleider besuddelt haben. offenb. 3, 4; es war aber die schare der namen zu hauffe bei hundert und zwenzig. ap. gesch. 1, 15;

wer .. nennt die namen,
die gastlich hier zusammen kamen.
Schiller 11, 243;

mein schwager wegert sich seinem bruder einen namen zu erwecken ... und wil mich nicht ehelichen. 5 Mos. 25, 7; so schwere mir, das du .. meinen namen nicht austilgest von meines vaters hause. 1 Sam. 24, 22; der oberst feldtzeugmeister soll nicht ein schlechter mann sein, sonder ausz gutem namen, zum wenigsten einer vom adel. Fronsp. 2, 49b;

dann er ist von königlichem stamm,
von gutem geschlecht, tugend und nam.
J. Ayrer 228, 24 K.;

[Bd. 13, Sp. 332]



dieweil ich hab ..
auszgerodt sein geschlecht und nam. 52, 35;

wie wol sie hoch von namen (aus einem berühmten geschlechte).
Opitz (1645) 1, 198;

die fortpflanzung des nahmens findet bei einer tochter nicht statt. Hippel über die ehe 181. der name stirbt ab, stirbt aus, endet: und an disem künig .. ist der nam und stam des weisen künig Salomons abgestorben. Aventin. 4, 240, 1;

mein nahme
endet mit mir.
Schiller 14, 311 (Tell 2, 1).


3) besonders der träger eines vielgenannten, berühmten, bekannten oder unbekannten, dunkeln namens: er hat zu wenig mitarbeiter (für die zeitschrift) und es fehlt hauptsächlich an namen. H. Voss an Solger 1803 (archiv für litteraturgesch. 11, 98); mit einem entsprechenden adjectiv: ein berühmter, unbekannter, fremder nahme. Steinbach 2, 105; sein name hat guten, keinen guten klang. Wander sprichw. 3, 877;

der gönner huld, nach der die zuschrift strebt,
macht kleine grosz, und dunkle namen heiter.
Hagedorn 1, 58;

nicht an wenig stolze namen
ist die liederkunst gebannt.
Uhland (1879) 1, 48;

ich bin ein deutscher dichter,
bekannt im deutschen land;
nennt man die besten namen,
so wird auch der meine genannt.
H. Heine (1876) 9, 86.


4) daher auch der an einen namen sich knüpfende gute ruf, ruhm, nachruhm oder das gegentheil: er hat keinen nahmen, fama ejus in obscuro est. Aler 1446a;

gsell, ob du gleich nit zeuchst in krieg,
so treib hie ritterspil mit springen,
kempffen, fechten, lauffen, ringen!
so uberkombst du auch ein namen.
H. Sachs 7, 190, 12 K.;

itzt rette deinen namen.
Opitz (1645) 1, 172;

dasz eures lobs und namens end
nicht vor der welt end zu erfinden.
Weckherlin 3;

machte mir dadurch einen namen. Schweinichen 1, 170; was wirst du .. für deinen namen eintauschen? titel. Lenz 2, 251; er hat einem bekannten das leben gerettet .. er hat es vielleicht gethan, weil er wissen konnte .., dasz er sich einen namen dadurch erwerben würde. Gellert (1867) 6, 37; was man uns deshalb nachgeredet hätte, wäre an unserm namen kleben geblieben. Gotthelf Uli der pächter (1859) 234; mit einem entsprechenden adjectiv: da er schon ein gemachter mann, im besitz von entschiedenem namen .. war. Göthe 19, 122; groszer nahme, fama illustris. Stieler 1325; er hat ein gröszeren nammen dann er aber wärdt ist. Maaler 302c;

rumsüchtig er (der frosch) bei im gedacht,
wie bein thierlein allensamen
bekumen möcht ein groszen namen.
H. Sachs 6, 86, 29 K.;

die stat Rom
hat in der welt so groszen nam.
J. Ayrer 261, 1 K.;

(ich habe mir) ein groszen namen machen wollen. Widmann Fausts leben 591 K.; solche leute haben vermeint, sie wollen durch anderer leut ruin .. ihnen einen groszen namen machen. Schuppius 632;

von des lebens gütern allen
ist der ruhm das höchste doch,
wenn der leib in staub zerfallen,
lebt der grosze name noch.
Schiller 11, 393;

das so genennte sterck-kraut, von welchem der aberglaube tichtete: dasz wer damit sich besalbte, der menschen gunst und einen ruhms-vollen nahmen erlangte. Lohenstein Armin. 1, 1422a;

wenn sein berühmter nahm durch alle völker geht.
Rachel 6, 439;

der, so mit der faust sich steten namen schafft.
Opitz (1645) 1, 101;

sich einen ewigen, unsterblichen namen machen. Stieler 1325. Frisch 2, 7b; und dein name werde war und gros ewiglich. 1 chron. 18, 24; und die haben ehrlichen namen hinder sich gelassen. Sir. 44, 8;

gewinn ein hohen ehrling namen.
H. Sachs 3, 39, 13 K.;

ein ehrlicher nam
steht auf der leut wahn.
Lehmann 153;

besonders der gute name: ein guter nahm, bona fama. Stieler 1325; sihe zu, das du einen guten namen behaltest, der bleibt gewisser denn tausent grosze schetze goldes. Sir. 42, 15; ein leben .. wehret ein kleine zeit, aber ein guter name bleibt ewiglich. 16; ein guter nahm gehet für gold. Lehmann 122; ein guter namen ist besser als reichthum, besser als baares geld. Simrock sprichw. 394; wer dem andern seinen guten

[Bd. 13, Sp. 333]


namen raubt, macht ihn arm und bereichert sich nicht. ebend.; ein guter name, die schönste mitgift. ebend.; ein guter nam ist auch ein erb- oder heiratgut. Frank 1, 69a; ein guter nam scheint auch in der nacht. 66a;

der gute name
ist der beste same.
Wander sprichw. 3, 871;

sie sollten nur ein mittel ersinnen, ihre unschuld und guten nahmen bei der nachwelt zu erhalten. Lohenstein Armin. 1, 1148a; müste doch ein fürst auf seinen guten nahmen und nachruhm .. sein absehen haben. 2, 823b;

welch schandlicher gebrauch,
indem wir mancher (jungfrau) so den guten namen stehlen.
Opitz (1645) 2, 62;

ein guter name starb von jedem ihrer worte.
Uz 2, 177;

ich bitte nicht um ehr und ruhm,
so sehr sie menschen rühren;
des guten namens eigenthum
lasz mich nur nicht verlieren.
Gellert (1867) 2, 73;

Domingo. guter name
ist das kostbare, einz'ge gut, um welches
die königin mit einem bürgerweibe
wetteifern musz.
Schiller 5, 2, 287 (don Carlos 3, 4);

wenn ich dächte, dasz sie diesen schritt aus groszmuth, aus vorsorge für meinen guten namen gethan hätten. Lessing 1, 451 (freigeist 5, 3); habe ich dir meine tugend nicht preis geben können, so habe ich doch meinen guten namen für dich in die schanze geschlagen. 2, 30 (m. S. Sampson 2, 7); weil ihr ihr guter name .. auf ewig wäre geraubt worden. Lenz 2, 82; der gute name des trefflichen Gellert. Göthe 25, 127; wie der soldat die fahne seines regiments hoch hält: so wird jeder wohlerzogene (schüler) für den guten namen seiner klasse sorgen und ehrerbietung für den lehrer haben, der diesen guten namen bewahret. Herder Sophron 169. gegensatz ist der böse, der schlechte name: böser nam tödt den man. Frank sprichw. 2, 192b; ein böser name ist halb gehängt. Wander 3, 872; ich bringe .. einen bösen namen darvon. Widmann Fausts leben 591 K.; auch sachen können einen guten oder schlechten namen haben, in gutem oder schlechtem rufe stehen, bedeutend oder unbedeutend sein: geschütz, das nit ein besondern namen hat (nicht von bedeutung ist). Baumann quellen 1, 755.
5) gottes name wird ebenfalls für gott und dessen ruhm, majestät und herrlichkeit gebraucht: der name des gottes Jacob schütze dich. ps. 20, 2; und fieng an zu predigen von des herrn namen (von gott). 1 Mos. 4, 26; das du fürchtest diesen herrlichen und schrecklichen namen, den herrn deinen gott. 5 Mos. 28, 58;

die grechten du gesegnest, herr,
die deinen namen (dich) lieben sehr.
H. Sachs 1, 257, 7 K.;

und zwar darumb hab ich dich erweckt, das meine krafft an dir erscheine, und mein name (majestät, herrlichkeit und ehre) verkündigt werde in allen landen. 2 Mos. 9, 16 (vgl. auch die beispiele zu B, 5, c, d); mhd. die drî namen, die drei göttlichen personen. Lexer 2, 31.
6) der name stirbt mit der person, gerät in vergessenheit oder lebt in gutem oder bösem andenken fort:

wie vil hundert andre sein
mit dem namen gangen ein.
Fleming 337 L.;

si wollen dasz mein nam und ehr
solt mit mir ganz absterben.
Weckherlin 140;

das also werd erhöcht dein stam
mit gedechtnuszwirdigem nam.
H. Sachs 1, 220, 17 K.;

umsonst! das man in schrift und buch
sich nach der ewigkeit bestrebet.
wenn ein verhaszter name lebet,
so lebt er doch in stetem fluch.
Drollinger 1, 121;

Ludwig der IX. hat einen verabscheuten namen hinterlassen. Börne (1862) 6, 139; name kann daher auch erinnerung und andenken bedeuten: eines namen austilgen, delere memoriam alicujus. Frisch 2, 71b; sant Johans namen (andenken, wie minne) trinken. altd. blätter 1, 413. Wilwolt v. Schaumburg 57.
7) name im gegensatze zur person, zu wesen, inhalt und that: der blosze name oder schall, das leere wort, das inhaltsleere oder nicht gekannte:

was der verbrante Mohr und Grieche lobt so sehr.
das ist nun meistentheils nichts als ein name mehr.
Fleming 126 L.;

mein schatten bin ich nur, bald nur mein nahme.
Schiller 14, 307 (Tell 2, 1);

ach! namen sind nur töne!
Lessing 1, 41;

[Bd. 13, Sp. 334]



name ist schall und rauch,
umnebelnd himmelsgluth.
Göthe 12, 181;

heilig halten wir die geister,
aber namen sind uns dunst!
Uhland (1879) 1, 48;

und nun dringe ich nur darauf, dasz mir nichts name, nichts wort bleibe, was schön, grosz, ehrwürdig gehalten wird, will ich mit eignen augen sehen und erkennen. Göthe 29, 29. 42; die religion ... ist für den gröszten theil des menschlichen geschlechts ein nahme. Wieland suppl. 3, 202;

bei dir ergetzten mich
ein Baro in der that und einer nach dem namen.
Günther 154 Gödeke;

der nahm ohne that, nomen inane. Aler 1446a; viele führen wol den namen aber die that fehlt; den namen mit der that führen, sich bemühen das zu sein, was man heiszt. Wander 3, 875;

hier sind die tugenden, die wir am höchsten preisen,
nur nahmen ohne kraft.
Haller ged. 65 (54, 244 Hirzel);

freund! die tugend ist kein leerer nahme. 93 (namen 77, 1 Hirzel);

(lern,) dasz maasz und weiszheit mehr, als leere nahmen sind. 116 (98, 225);

halbglücklich sind die sklaven, die dich (freiheit) nennen;
doch weiter nicht, als nach dem namen kennen.
Hagedorn 1, 12;

freuden, an denen nur der nahme fröhlich tönt.
Wieland 9, 22;

denn was ist überflusz? sprich selbst.ein nahme!
just haben, was er braucht, genügt dem weisen.
Schiller 6, 144;

also ist auch bei allen wirkungen auszer uns alles nur traum, nur vermuthung und name. Herder ideen 1, 228; etwas nur mit dem namen oder dem namen nach haben, kennen, nur mit dem namen oder dem namen nach sein: ein jtlicher spricht wol, ich bin auch freund, aber etliche sind allein mit dem namen freunde. Sir. 37, 1; der wechsler. sie haben aber auch ihre freunde. Adrast. aufs höchste dem namen nach. ich würde auszulachen sein, wenn ich auf sie rechnen wollte. Lessing 1, 447 (freigeist 5, 1); dort kennet man die schönheiten der natur blosz dem namen nach. Uz 2, 257; dinge, die ihnen kaum dem namen nach bekannt waren. Lenz 3, 329.
8) daher auch der blosze schein, der äuszere grund, das vorgeben, der vorwand: zu allen streitigkeiten der parteien muszte die religion gewöhnlich den namen geben. Schiller 9, 275;

ein rittersmann riet vor in krieg, berühmt zu werden,
man reitet ietzt in krig, dem namen nach, nach pferden.
Logau 1, 3, 69;

in dem, unter dem namen s. unten C, 9. 12, b.
9) übertragen und sprichwörtlich, zu B 1.
a) dem kinde seinen, den rechten namen geben; das kind bei (mit) seinem, beim (mit dem) rechten namen nennen, eine sache nennen wie sie ist, die wahrheit grade heraus sagen: damit ich dem kinde den rechten nahmen gebe, ut dicam quod res est. Aler 1446a; man musz dem kinde den rechten namen geben. Simrock sprichw. 394; wo man so gar hinder dem berg haldet (geheim thut) .. und dem kind nicht will den rechten namen geben. Philander 1, 8;

ja, was man so erkennen heiszt!
wer darf das kind beim rechten namen nennen?
Göthe 12, 35;

das kind bei seinem namen genannt (aufgeführt unter den 'redensarten, welche der schriftsteller vermeidet, sie jedoch dem leser beliebig einzuschalten überläszt'). 45, 145.
b) den namen haben, führen.
α) sprichwörtlich: liebe kinder haben viele namen. Simrock 297; hätte jedes kind seinen rechten namen, so hieszest du nicht Peter Götz. 296; nur heraus mit der sprache; das kind musz doch einen namen haben (es musz sich doch sagen, aussprechen lassen). Lessing 1, 467.
β) ich habe, führe den namen, es heiszt von mir (mit genetiv oder nachsatz): ich weis deine werk, denn du hast den namen, das du lebest und bist tod. offenb. 3, 1;

und wir haben ghept den nammen,
als wärend wir des himmels stammen.
N. Manuel 239, 49;

weil aber du, herr, führest
den namen, dasz du bist der frommen gott allein.
Fleming 14 L.;

wer den nahmen hat, dasz er früh auffstehet, der mag wol bisz mittag schlaffen und die leut auff ihrem wahn lassen. Lehmann 489; wer den namen hat, dasz er am tag ein weiser man sei, der wird nicht verdacht, dasz er nachts unvernünftig

[Bd. 13, Sp. 335]


sei. 300; negativ wie nicht wort haben: er wil den nahmen nicht haben, non videri vult. Aler 1446a. Steinbach 2, 106;

wellen doch nicht den namen han (es nicht zugestehen).
Brant narrensch. vorrede 12;

beriefft darz so manchen man
und wil desselb kein namen han.
Murner narrenb. 1741;

und wellens dennocht han kein namen. geuchm. g 4;

der sich gewaltig schämte und den namen nicht haben wollte (sich nicht wollte nachsagen lassen), dasz er hasen zu verkauffen .. hätte. Simplic. 1, 520, 29 var. K.; Bernhard von Clairvaux wolte den namen nicht haben, dasz er zu dieser expedition (dem unglücklichen kreuzzug) die ersten anschläge gegeben. Hahn hist. 3, 225.
D. name genetivisch oder mit präpositionen, mehr in adverbialer verwendung oder eine präposition umschreibend. vgl. DWB kraft II, 15 th. 5, 1943.
1) genetivisch namens.
a) wie des namens, mit namen: diser, namens Pfeil, sprach gut französisch. Göthe 24, 189; ein fremder nahmens Danischmend. Wieland 8, 438.
b) wie im namen, im auftrage von, in vertretung, anstatt, für: fürsten, welche namens der Sachsen herzogen Henrich von Baiern für ihren kaiser erkennen. Möser 6, 19; welche (güter) sein unglücklicher vater verwirkt, und graf Adolf .. namens der kölnischen kirche in besitz genommen hatte. 7, 150.
2) auf jemandes namen etwas geben, borgen u. dgl., als ob es für ihn wäre, so dasz er haftbar ist oder als schuldner erscheint: er wird sich das verlangte buch auf deinen namen geben lassen. Platen nachlasz 1, 185; wenn ein junger durchbringer seine verwandten .. mit borgen auf ihren namen so in die enge treibt, dasz sie sich beim vater darüber beschweren müssen. Lenz 3, 197.
3) bei namen, mhd. binamen, benamen, in der that, ausdrücklich, namentlich: bei namen wollen und meinen wir. monum. Zoller. 3, 14. 243 (14. jh.); heilige schrift, die eine lere, warnung und figur ist allen menschen und bei namen den fürsten und verwesern der lande. Waissel chron. (1599) 152; statt einer bekräftigenden interjection: si sprach, daʒ tn ich pei namen. gesta Romanorum, Münchener hs. nr. 54 bl. 59b (14. bis 15. jh.); nein, bei namen, ich musz es sagen, wie es gangen ist. Keisersberg post. 129.
4) im namen wie mit namen, ausdrücklich, wirklich: dann sie sein im namen uff Dunkelspuhel laut ihrer manung auszogen. Baumann quellen 2, 295.
5) in jemandes namen, mit nennung seines namens sich auf ihn berufend, in seinem auftrage, ihn vertretend, an seiner statt, für ihn.
a) bei appellativen, im namen des gesetzes, der freiheit, tugend, wahrheit u. s. w.: so erkläre ich ihnen denn, im namen der ewigen wahrheit, dasz. Gotter 3, 62; im namen der vernunft einen vertrag machen. Herder ideen 2, 241; ein einziger segen, der von einem friedensbothen im namen der ewigen güte auf uns gelegt wird. Lessing 2, 9 (m. S. Sampson 1, 7); meine schwester spricht im namen der unschuld. Schiller 3, 324; im nahmen der regierung! .. ich verhafte euch. 4, 218;

auch ist, in dem namen der heiligen
freiheit, jüngst kein mord geschehen.
Klopstock 2, 197.


b) von personen, in meinem, deinem, seinem namen: mhd.

ê ein sus gêret man
den tôt in mîneme namen (für mich, um meinetwillen) kür. Iwein 7305;

ich wil in mîner vrouwen namen
loben und êren iemer elliu wîp. minnesinger 1, 88b;

nhd. die puren lond sich wol vast bitten
in sant Jacobs und Michels namen.
N. Manuel 55, 613;

z' tusent gter nacht
wünsch ich in unser aller namen. zugabe s. 347;

Agrippine verehret im nahmen der kaiserin Livia Thusznelden eine schachtel voll kleinodien. Lohenstein Armin. 2, 391; meinen bruder, bitte ich sie, vielmals in meinem namen zu grüszen. Gellert (1867) 8, 300; im namen dieser seligen danke ich ihnen .. für die liebreiche wohlthat. 292; er soll es (hochzeitscarmen) in seinem oder in eines andern namen machen. Lessing 2, 396; machen sie doch, dasz Hagedorn und Ernesti ein exemplar in meinem namen erhalten. 12, 204; anwesende, die hier (bei der taufe) im namen der eltern und des kindes stehen. Herder christl. reden 2, 91; sie, meine herren, vertreten also den ganzen chor aller der abwesenden .. in deren aller namen thun sie jetzt den letzten gang mit ihm. Sophron 105; Wilhelm .. war so fest entschlossen .., die süsze gabe

[Bd. 13, Sp. 336]


wieder zurück zu schicken, als ein bittender blick Mignons ihn vermochte, sie anzunehmen, und im namen des kindes dafür zu danken. Göthe 18, 258; eins der kleinen exemplare habe ich in ihrem namen dem herzog überreicht. an Schiller 43 (1, 103); ich danke ihnen sehr dafür, dasz sie so gütig waren, dem herzog in meinem namen ein exemplar der horen zu überreichen. Schiller an Göthe 45 (1, 105); sobald sie's nicht an der stelle oder im namen dessen thun, der allein so sprechen durfte. Lenz 3, 357;

zur hochzeit zweier täubchen ..
soll euer liebden gnaden
in aller ehrfurcht laden,
in ihrem namen zwar
der hochzeitsbitter paar. 3, 240;

in des kaisers nahmen! haltet an und steht!
Schiller 14, 353 (Tell 3, 3);

in des königs namen künde
laut ich hier in die vier winde.
Immermann 1, 435.


6) im namen gottes (oder Christi), in gottes namen.
a) auf gottes veranlassung und befehl, an gottes statt, für gott, um gottes (oder Christi) willen: ahd.

giuuîhit sî er filu fram, uuant er in gotes namon quam.
Otfrid 4, 4, 47;

thiu uuerk, thiu ih uuirku .. in namon fater mînes. 3, 22, 17;

mhd. die heilgen tâten gar vil zeichen in dem nam Christi. Zürcher jahrbuch 48, 20; in gottes nammen. Nicolaus v. B. 85; nhd. leret alle völker und teuffet sie im namen des vaters u. s. w. Matth. 28, 19; gelobt sei, der da kompt im namen des herrn. 23, 39; in meinem, deinem (gottes oder Christi) namen: wort, die er in meinem namen reden wird. 5 Mos. 18, 19; und wer ein solches kind auffnimpt in meinem namen (um meinetwillen). Matth. 18, 5;

geht hin und lehret alle welt ..
und tauft in meinem namen.
Gellert (1867) 2, 164;

herr, haben wir nicht in deinem namen geweissagt? Matth. 7, 22; wir sahen einen, der treib teufel in deinem namen aus. Marc. 9, 38.
b) unter göttlichem segen und beistand, mit gott: im nammen gottes, optimis ominibus. Maaler 302c; in gottes nahmen, deo auspice. Aler 1446a; mhd.

hieʒ sie in gotes namen varn. gesamtabenteuer 1, 47, 249;

nhd. nun weiter heb ich in gottes namen, das es wol gerat, das werk an. Aventin. 4, 16, 25;

leget euch in gottes namen nieder.
Fleming 100 L.;

wandl' hinüber im namen des herrn ..
.. im namen des angebeteten helfers.
Klopstock Mess. 15, 449.


c) allgemeiner eine ergebung oder zulassung ausdrückend: so sei es denn immerhin (vgl. Lexer kärnt. wb. 119):

herr, mein herr will eur tochter han,
nu schlacht ims dar in gottes nam. fastn. sp. 499, 21;

je nun, so reise in gottes namen. Lessing 1, 343; in gottes namen sei der versuch gemacht. Göthe 17, 19; die journalisten. wir wollen alle künstler werden. Göthe. in gottes namen, ich will euch dazu behülflich sein. Lenz 3, 215; in gottes nahmen! studiert, besucht, ... kauft und freiet! Wieland 19, 6; wenn das ist, in gottes namen, so procedire er. Gotthelf Uli der pächter (1859) 266.
7) in des teufels (euphemist. henkers), in aller teufel namen, verwünschungs- und fluchformel:

das t in aller tüfel namen.
N. Manuel 138, 93;

und ob sie sich erheben, so fallen sie endlich in aller teufel namen wider unter sich. Mathesius Sar. 103a; gieb dem schüller etwas in aller teufel namen, sagt mancher. Syrach 1, 111b; wol einher ins teufels namen! Zimm. chron. 2, 204, 22; höret auff in aller henker namen. Gryphius P. Squentz 25 neudruck; ins t—ls namen! so bet doch! Schiller 2, 188 (räuber, schauspiel 5, 1);

geh er nur grad, ins teufels namen!
Göthe 12, 203;

ihr sacrementer, in dreier teufel namen, raisonnirt nicht weiter! Immermann Münchh. 1, 42;

ey schembt euch in des henckers namen.
H. Sachs 5, 57, 27 K.;

er solte nun in aller henker namen sein unterpfand hinnemen. Widmann Fausts leben 263; mit weglassung von in:

warumb schweigt er des teufels namen nicht. fastn. sp. 538, 7;

leih her den hasen, des teufels namen, er ist mein. 54, 24;

[Bd. 13, Sp. 337]



ei nun lig da aller teufel namen! 178, 30;

nu grein du aller teufel namen. 538, 11.


8) in dem namen, in der meinung, in der absicht: mhd.

daʒ er sich überreden lie,
und in dem namen hin gie,
daʒ er bischof werden solde. pfaffe Amis 1698;

nhd. man sol dhain prot pachen in dem namen, das man es fünfen oder dreien gebe. bairisches landrecht (v. j. 1464), Münchener hs. nr. 544 bl. 44b;

all vögel einst zusammen kamen
der meinung und in solchem namen
kiesen noch einen künig herr.
Waldis Es. 2, 85, 2.


9) in dem namen, unter dem scheine oder vorwande, vorgeblich: ich will ihm die frag wol auflösen, in dem namen, als habt ir mirs befohlen. E. Alberus 2, 85, 2. vgl. 11 u. 12, b.
10) mit namen, um es genau anzugeben, namentlich, ausdrücklich, besonders, nämlich, nominatim, seorsum Maaler 302cd. Aler 1445b, scilicet Schm. 1, 1740 Fromm.; so sal er den scheffeln sagen mit namen die sache. städtechron. 9, 954, 12 (vom j. 1322); und habe auch mit namen in den aid genomen, daʒ. 4, 159, 6 (v. j. 1363); mit namen daʒ halbe gelt und nit mê. 973, 1 (v. j. 1383); wir wellent ouch mit namen die stat ... lassen bliben ungehindert bi der pfaffeheit. 973, 30 (v. j. 1395); und vil red ward mit namen, man maint. 4, 104, 21 (v. j. 1396);

so fuget er in doch mit namen
am pasten zu eim padschamel. fastn. sp. 213, 31;

der perg ist die zart junkfrau rein,
so musz Messias sein der stein,
der von ir kam on hend mit namen,
das ist on allen menschlichen samen. 807, 10;

doch gedingt er ir das vorus mit namen.
N. Manuel 287, 899;

hofkleid,
wie sie beschriben hat mit nam
herr Erasmus von Roterdam.
H. Sachs 7, 17, 18 K.;

ouch will ich feindschaft setzen
zwischen dir und dem weib, mit namen
zwischen deinem und irem samen. 1, 46, 8;

der waren sechs mit namen,
darunder auch manch wild kind.
Liliencron volksl. 602, 5 (v. j. 1552).


11) nach dem namen, dem namen nach, s. B, 7.
12) unter jemandes namen.
a) den namen eines andern führend, vorschützend: denn es werden viele kommen unter meinem namen, und sagen, ich bin Christus. Matth. 24, 5; Arato wird unter dem namen des Artaxias gekrönt. Lohenstein Armin. 1, 189; ihre weiber, die unter dem namen Amila und Beccare dazu kommen. Lessing 4, 396; der zweite vortheil, den sie aus ihrer verkleidung unter dem namen Hortense führt. 397; lieb ist mir, dasz das lotto-comtoir unter M. namen geht. 12, 328; es verdrieszt mich aber doch, dasz ihre stücke nicht unter einem andern namen herum wandern. Lenz 3, 212; unter welchem nahmen du dich mir darstellst, unter jedem nahmen, unter jeder verkleidung bist du — du selbst! Wieland 28, 52; unter seinem eigenen namen etwas thun, schreiben u. s. w., es selbst mit nennung seines namens thun, schreiben.
b) unterm nahmen, specie Aler 1445b; unter dem nahmen des friedens liegt der krieg verborgen. Steinbach 2, 106; vielleicht wollte er seine entlassung lieber unter dem namen eines geschenkes als eines befehles von dem könig empfangen. Schiller 7, 132.
 
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nameinig, adj. gleichnamig, gleichlautend: homonima oder nameinige wortgleichheiten. Fischart Garg. (1617) P 1a.
 
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nämeln, verb. bair. mit schimpf- und spottnamen belegen, mit worten verspotten. Schm. 1, 1741 Fromm.
 
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namen, adv. gleich bei, mit namen, namentlich, besonders: die (messe) er namen nüt singen sol. Closener 19, 29.
 
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namen, verb. mhd. und mnd. namen, nennen, benamen (vgl. nennen):

ehrvolle männer fruchtender wissenschaft,
auf hohem schulsiz, den akadémia
ihr namtet.
Voss ged. 3, 202.


 
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namenanspielung, f.: kaum ist je eine namenanspielung von gröszern folgen gewesen, als die dem heil. Petrus gemacht ward, dasz auf den felsen seiner aussage eine unerschütterliche kirche gebauet, und ihm die schlüssel des himmelreichs anvertrauet werden sollten. Herder ideen 4, 201.

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,