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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
nähtling bis naiv (Bd. 13, Sp. 320 bis 321)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) nähtling, m. faden, soviel auf einmal eingefädelt wird, nähfaden Schm. 1, 1769 Fromm. (nedling v. j. 1629). Schöpf 462. Schmid schwäb. wb. 400. Stalder 2, 232. Tobler 327b.
 
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nahtnadel, f. nadel, womit die nahten der untern segel genäht werden. Bobrik 2, 505a.
 
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nähtz, m. elsäszisch gleich nähtling: wer einem schneider den nähtz zum nähen .. gibt. Philander 1, 314; do schickt er das weib aber ausz nätz (vorher zwirn) kauffen. Wickram rollw. 31, 16. vgl. Frisch 2, 11b.
 
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nahung, nähung, f. das nahen, die annäherung: md. nêhunge Lexer 2, 29; nhd. nahung, das znahen. Maaler 302b. Stieler 1319; er setzt hie ein wörtlin kraboth, id est die nehung, das braucht offt Moses, wenn er vom priesterampt und opffer redet, darumb das die priester, so sie opffern solten, muszten sich zu gott nahen. Luther 1, 474a;

aus zwei verneinungen wird eine wortbejahung,
aus zwei entfernungen doch niemals eine nahung.
Rückert brahm. 10, 110;

wir halten gutes werth, das besserm dient zur nahung. 10, 6.


 
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nähung, f. sutura, ein neyunge gemma gemm. (1508) B 3b; nehung, actus nendi et sarcinandi Stieler 1343; nautisch die verbindung und befestigung durch ein tauende Bobrik 506a.
 
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nahverhängt, partic.:

weh mir! uns droht ein nahverhängtes miszgeschick.
Platen (1847) 3, 25.


 
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nahwaffe, f. gegensatz zu fernwaffe: bogen und pfeile dienten ihm (Hercules) nebenher, um in die ferne zu wirken; als nahwaffe gebrauchte er die keule. Göthe 39, 58; einem heer gegenüber, wie diesz parthische war, stand das römische strategisch im nachtheil, weil die reiterei die communicationen beherrschte; taktisch, weil jede nahwaffe der fernwaffe unterliegen musz, wenn jene nicht zum kampfe mann gegen mann zu gelangen vermag. Mommsen röm. gesch. (1857) 3, 326.
 
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nähwerk, n. näherei, näharbeit Frisch 2, 11a:

aine warf ir nähwerk beiseit
und griff hinab, wais nicht wie weit.
Fischart flöhhatz 1749.


 
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nahzeitig, adj. einer nahen zeit angehörend, fast gleichzeitig: aus seiner lebensbeschreibung, einem nahzeitigen denkmale von groszer wichtigkeit ... gewinnen wir zuerst einige wärme und fülle für die dänische geschichte. Dahlmann dän. gesch. 1, 29; die andern nahzeitigen (die nicht viel späteren) hüllen sich in schweigen über die missethat. 1, 209 anm. 2.
 
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nähzeug, n. und m.
1) nähgeräth und behältnis für dasselbe: nehezeug ist ein .. futteral .., worinnen die zum nehen gehörigen instrumente stecken. Amaranthes frauenz.-lex. 1323.

[Bd. 13, Sp. 321]



2) ein stück woran man näht, näharbeit: die frau holt ihren nehzeug .., sie bringt ihren nehzeug, setzt sich in ein ecken und neht. J. Ayrer 2802 K.; als er sahe, wie sein vater mit aufgebrachtem gemüth das nähzeug von sich warf. Stilling jünglingsj. (1780) 42.
 
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naiv, adj. und adv. , substantivisch das naive; franz. naïf (aus lat. nativus), das im vorigen jahrhundert (wie es scheint zuerst von Gellert) in unsere sprache eingeführt und dann namentlich durch Schillers berühmte abhandlung über naive und sentimentalische dichtung (10, 425 ff.) sehr geläufig geworden ist und gleich dem franz. naif (wie Gellert und Lessing noch schreiben) das natürliche, einfache (auch einfältige), ungezwungene, ungesuchte, ungekünstelte, unverstellt offene, aufrichtige, treuherzige, unschuldige u. ä. bezeichnet.
1) von personen, in bezug auf ihre rede-, denk- und darstellungsweise: ich finde ihn sehr naif, habe ... über sein compliment lachen müssen. Elis. Charl. v. Orl. (1871) 266; Raphael .. ist durchaus naiv, das wirkliche kommt bei ihm nicht zum streit mit dem sittlichen oder gar heiligen. Göthe 19, 150 H.; hier (auf Raphaels anbetung der könige) durfte der heilige Joseph auch ganz naiv charakterisirt werden als pflegevater, der sich über die angekommenen geschenke freut. 151.
2) das naive des betragens, der denkart und gesinnung, des mündlichen, schriftlichen oder künstlerischen ausdrucks, der dichtung und kunst: es giebt eine muntre art zu reden, die der freundschaft und liebe insbesondre eigen ist, sie kömmt mehr aus dem innersten des herzens, als aus dem überflusse des witzes her. sie ist nicht so wohl sinnreich, als naif. Gellert (1867) 4, 73; dieses naife aufrichtige: quae non data sit! Lessing 7, 438; zum naiven wird erfodert, dasz die natur den sieg davon trage, es geschehe diesz nun wider wissen und willen der person, oder mit völligem bewusztsein derselben. Schiller 10, 430; das naive ist eine kindlichkeit, wo sie nicht mehr erwartet wird. 431; in beiden fällen, beim naiven der überraschung wie bei dem der gesinnung, musz die natur recht, die kunst aber unrecht haben. ebend.; das naive der denkart kann daher niemals eine eigenschaft verdorbener menschen sein, sondern nur kindern und kindlich gesinnten menschen zukommen. 434; naiv musz jedes wahre genie sein, oder es ist keines. 437; nach nichts ringt die weibliche gefallsucht so sehr als nach dem schein des naiven. 438; aus der naiven denkart flieszt nothwendiger weise auch ein naiver ausdruck sowohl in worten als bewegungen. 439; das naive ist als natürlich mit dem wirklichen verschwistert. Göthe 19, 150 H.; das rein natürliche, insofern es sittlich-gefällig ist, nennen wir naiv. naive gegenstände sind also das gebiet der kunst, die ein sittlicher ausdruck des natürlichen sein soll. ebend.; die naive unfähigkeit. an Schiller 874 (6, 189); die naive wie bewuszte kunst. Mommsen röm. gesch. (1857) 3, 581; sup. die naivste gläubigkeit. Gervinus 15, 343.

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,