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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
nahrungsreich bis nahrungsverdienst (Bd. 13, Sp. 315 bis 317)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) nahrungsreich, adj. reich an nahrung, sehr nährend:

(er) raubt uns, als ein feind, die nahrungsreichen bissen.
Hoffmannswaldau 2;

mit nahrungsreicher frucht.
Weckherlin 233;

[Bd. 13, Sp. 316]



die uns erfrischenden .. kräfte
der nahrungsreichen säfte,
die jede frucht besonders hegte.
Brockes 2, 254.

ein nahrungsreiches substantiöses blut. Garve anm. zu Cic. off. 2, 128; wasser. trinken sie (mäuse) im allgemeinen nur selten; dagegen sind sie äuszerst lüstern auf alle nahrungsreicheren flüssigkeiten. Brehm thierl. 2, 113.
 
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nahrungsrock, m. s. unter klatschgevatter th. 5, 1015.
 
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nahrungssaft , m. nährender saft.
1) der milchsaft, chylus (Nemnich 3, 406) und die aus demselben bereiteten säfte im menschlichen und thierischen körper: milchsafft oder nahrungsafft wird derjenige stoff genennet, welcher aus denen genossenen speisen oder futter und geträncke bei den menschen und vieh im magen durch die dauung zubereitet, und indem er durch die gedärme gehet, das feinste davon durch die milchadern abgesondert und ferner zum saamen, blut, fleisch, fett und andern säften fortgeführet wird. Zinck 2015; der unreinste nahrungssaft müszte meine adern durchströmen, wenn ich mich im beisein eines zum hunger verdammten sättigen könnte, ohne meine bissen mit ihm zu theilen. Thümmel 4, 18 (vgl. 2, 144. 4, 320); Juno, die dem Hercules die brust reicht, wird dem poeten verziehen, wegen der ungeheuern wirkung die er hervorbringt, indem er die milchstrasze durch den verspritzten nahrungssaft entstehen läszt. Göthe 39, 287.
2) pflanzensaft: diese blume zieht ihren nahrungssaft in geheimen röhren des stengels aus ihrer zwiebel an sich. Gellert (1867) 7, 22;

in dem marke (der pflanzen)
dann die nahrungssäfte steigen.
Brockes 9, 103;

denn die luft ...
treibt und drückt den nahrungssaft,
welcher in und um der erde,
in die löchlein. 123;

die wurzeln zogen es (wasser) durch ihre kleinen gänge
... und sogen seine kraft
... aus zu ihrem nahrungssaft.
Drollinger 67.


3) in weiterem sinne: alsdann stockt der nahrungssaft nirgends, keine materie bleibt unnütz. Sturz 2, 113;

denn alles (im weltkörper) ist gefäsz, das immer feiner seigert,
wodurch sich nahrungssaft zum nervengeiste steigert.
Rückert brahm. 9, 104.


4) nährender saft, nährkraft der pflanzen und speisen:

hätte gott nicht solche kraft
in das liebe korn gesenket,
und solch einen nahrungssaft,
welcher unserm fleisch und blute
wunderbarlich kömmt zu gute.
Brockes 9, 137;

wenn des brodtes nahrungssäfte,
auch der spezereien kräfte,
in dem unverfälschten wein
uns zu nutz vereinet sein. 143.


5) übertragen: was gewonnen wird für geistigen nahrungssaft. Wolf anal. 1, 187.
 
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nahrungssegen, m. nahrungsfülle, nahrungskraft:

denket auf den nahrungssegen,
welchen weiz und rocken hegen!
Brockes 9, 137;

da das brodt allein hingegen
nicht nur blosz den hunger stillt,
sondern auch mit nahrungssegen
unsern ganzen körper füllt. 138.


 
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nahrungssorge, f. sorge wegen der nahrung und des lebensunterhaltes: nahrungssorge Kramer teutsch-ital. wb. (1678) 801a. Rädlein 664b (vgl. bauchsorge th. 1, 1169);

wohlan, die nahrungssorge soll
mir nicht mehr hand und fusz bewegen.
Langbein (1854) 1, 70;

gewöhnlich im plural:

ein matter wolf voll nahrungssorgen.
Hagedorn 2, 21;

ein zeisig
versang an einem heitern morgen
den schlaf, die bau- und nahrungssorgen. 2, 121;

ich nehme an backen wieder zu, und da ich hier weder mädgen noch nahrungssorgen habe, die mich plagen könnten, so hoffe ich von tag zu tage weiter zu kommen. Göthe an Schönkopf (1768, d. j. G. 1, 24); die nahrungssorgen sind wohl die nagendsten sorgen, die man in der welt haben kann. mad. König bei Lessing 13, 408; mich fesseln nahrungssorgen allhier. Hölty an Voss 257 Halm.
 
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nahrungsstand, m. zustand der nahrung, des lebensunterhaltes, verdienstes oder gewerbes: einem seinen verschlimmerten nahrungsstand verbessern. Campe 2, 613a (unter helfen); der nahrungsstand der unberechtigten einwohner. Stüve wesen und verf. 60; ein genügender und unschädlicher nahrungsstand

[Bd. 13, Sp. 317]


(des häuslings). 133; so bald ein gemeiner soldat einen nahrungsstand (erwerbszweig) neben an besitzet, so ist er kein soldat in obigen verstande. Hippel über die ehe 165.
 
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nahrungsstoff, m. der in den speisen enthaltene nährende stoff (vgl.nährstoff): durch den nahrungsstoff soll die zusammensetzung des körpers in seinen nothwendigen bestandtheilen erhalten und der verlust stets wieder hergestellt werden. Klencke hauslex. 2, 137; bildlich: die spannung zwischen den beiden ständen (den patriciern und plebejern) .. bekam bald darauf einen neuen nahrungsstoff an dem .. ackergesetz. Becker weltgesch. 2, 390 (1875 3, 10).
 
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nahrungsstörerei, f. s. unter nahrungsdieberei.
 
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nahrungstheil, m.: als ob das heilige brod gleich andern speisen zerstört und in nahrungstheile aufgelöset werden könne. Lessing 8, 409; die nahrungstheile (nahrungsorgane) sind bei ihnen (den pflanzenthieren) schon gesondert. Herder ideen 1, 116.
 
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nahrungstrieb, m. instinktmäsziger ernährungstrieb: siehe da kriecht die häszliche, einem groben nahrungstriebe dienende raupe. Herder ideen 1, 276; diese geschöpfe (nagethiere) haben einen lebhaften nahrungstrieb, das organ des ergreifens. Göthe 55, 321; bildlich:

ein honigvöglein, weich und zart,
ist leichte sinnenliebe.
von schmetterlings- und bienenart
sind ihre nahrungstriebe.
Bürger 101b (2, 207).


 
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nahrungsverdienst, m.: arbeit und nahrungsverdienst suchen. allgem. anz. 1845 s. 3662.

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,