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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
nahrungslosigkeit bis nahrungssaft (Bd. 13, Sp. 315 bis 316)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) nahrungslosigkeit, f.: aus den gebirgen vernimmt man klagen .. wie dort die nahrungslosigkeit überhand nehme. Göthe 22, 148.
 
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nahrungsmangel, m. mangel an nahrung.
 
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nahrungsmaterie, f.: die nährende oder nahrungsmaterie ist das gereinigte flüszwasser des geblütes, als welches zu allen und jeden festen theilen des gantzen leibes kommt, und so wohl weiche als harte theilgen in sich fasset, die jedes theil des cörpers zu nähren geschickt sind. Zedler 23, 536.
 
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nahrungsmittel, n. mittel zur ernährung, besonders diejenigen stoffe, welche fähig sind, auf dem wege der verdauung die thierische substanz, die durch den lebensprocesz verbraucht ist, wieder zu ersetzen, indem sie durch die verdauung selbst in diese umgewandelt werden. encyclop. wb. der medic. wissensch. 24, 627; nahrungsmittel Ludwig teutsch-engl. lex. (1716) 1308. Zedler 23, 547; die nahrungsmittel in ihrem korbe waren unberührt. Freytag ahnen 5, 197; übertragen: ist freiheit das unersetzliche nahrungsmittel der völker, welches volk hat mehr daran gehungert, als das griechische? Börne 3, 151.
 
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nahrungspflanze, f. nahrung gebende, zur nahrung benutzte pflanze: mehlgebende, ölreiche, zuckerreiche nahrungspflanzen. Meyer konversationslex. 11 (1877), 896b.
 
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nahrungspflicht, f. pflicht für nahrung zu sorgen, sich zu ernähren:

verschluck dich nicht, bedenke deine nahrungs-pflicht.
J. W. Brodtkorb die deutsche wahrheit (1700) 114.


 
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nahrungspflug, m. genus vivendi, quaestus Stieler 1449.
 
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nahrungsquell, m., nahrungsquelle,f. quelle der nahrung: die armuth, die sonst einen nothpfennig davon (aus den stiftungen) gezogen, muszte diese einzige nahrungsquelle für sich vertrocknet sehen. Schiller 7, 324;

sie (eichel), auch sonst nur nahrungsquelle
für das wüste rüsselthier,
schwang sich an des kaffees stelle.
Langbein (1854) 2, 366;

der wipfel aber ringt stets dichter sich zu falten,
um frisch den nahrungsquell der wurzel zu erhalten.
Rückert brahm. 2, 12;

drum klage nicht ein mann, wenn nahrungsquellen schwinden,
der leicht wo anders kann ein unterkommen finden. 13, 62.


 
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nahrungsreich, adj. reich an nahrung, sehr nährend:

(er) raubt uns, als ein feind, die nahrungsreichen bissen.
Hoffmannswaldau 2;

mit nahrungsreicher frucht.
Weckherlin 233;

[Bd. 13, Sp. 316]



die uns erfrischenden .. kräfte
der nahrungsreichen säfte,
die jede frucht besonders hegte.
Brockes 2, 254.

ein nahrungsreiches substantiöses blut. Garve anm. zu Cic. off. 2, 128; wasser. trinken sie (mäuse) im allgemeinen nur selten; dagegen sind sie äuszerst lüstern auf alle nahrungsreicheren flüssigkeiten. Brehm thierl. 2, 113.
 
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nahrungsrock, m. s. unter klatschgevatter th. 5, 1015.
 
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nahrungssaft , m. nährender saft.
1) der milchsaft, chylus (Nemnich 3, 406) und die aus demselben bereiteten säfte im menschlichen und thierischen körper: milchsafft oder nahrungsafft wird derjenige stoff genennet, welcher aus denen genossenen speisen oder futter und geträncke bei den menschen und vieh im magen durch die dauung zubereitet, und indem er durch die gedärme gehet, das feinste davon durch die milchadern abgesondert und ferner zum saamen, blut, fleisch, fett und andern säften fortgeführet wird. Zinck 2015; der unreinste nahrungssaft müszte meine adern durchströmen, wenn ich mich im beisein eines zum hunger verdammten sättigen könnte, ohne meine bissen mit ihm zu theilen. Thümmel 4, 18 (vgl. 2, 144. 4, 320); Juno, die dem Hercules die brust reicht, wird dem poeten verziehen, wegen der ungeheuern wirkung die er hervorbringt, indem er die milchstrasze durch den verspritzten nahrungssaft entstehen läszt. Göthe 39, 287.
2) pflanzensaft: diese blume zieht ihren nahrungssaft in geheimen röhren des stengels aus ihrer zwiebel an sich. Gellert (1867) 7, 22;

in dem marke (der pflanzen)
dann die nahrungssäfte steigen.
Brockes 9, 103;

denn die luft ...
treibt und drückt den nahrungssaft,
welcher in und um der erde,
in die löchlein. 123;

die wurzeln zogen es (wasser) durch ihre kleinen gänge
... und sogen seine kraft
... aus zu ihrem nahrungssaft.
Drollinger 67.


3) in weiterem sinne: alsdann stockt der nahrungssaft nirgends, keine materie bleibt unnütz. Sturz 2, 113;

denn alles (im weltkörper) ist gefäsz, das immer feiner seigert,
wodurch sich nahrungssaft zum nervengeiste steigert.
Rückert brahm. 9, 104.


4) nährender saft, nährkraft der pflanzen und speisen:

hätte gott nicht solche kraft
in das liebe korn gesenket,
und solch einen nahrungssaft,
welcher unserm fleisch und blute
wunderbarlich kömmt zu gute.
Brockes 9, 137;

wenn des brodtes nahrungssäfte,
auch der spezereien kräfte,
in dem unverfälschten wein
uns zu nutz vereinet sein. 143.


5) übertragen: was gewonnen wird für geistigen nahrungssaft. Wolf anal. 1, 187.

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,