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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
nahme bis nahrbar (Bd. 13, Sp. 301 bis 302)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) nahme, nahm, f. und m. das nehmen und genommene; jetzt nicht mehr gebräuchlich und nur als fem. in compositis erhalten auf-, aus-, ein-, übernahme u. s. w.
1) ahd. nâma f., ags. nâme, næme f., altn. nâm n. (in landnâm, nesnâm), mnd. name, nome m. f., mhd. (im 14. jh.) nâme, nâm f. m. und so bis ins 16. jh.: gewaltsame wegnahme, raub, beute, namentlich das dem feinde in der fehde weggenommene vieh. Haltaus 1004 (mit belegen aus dem 14. jahrh.): so greift uns her Hintzko .. alle tag swerlich an mit prande und mit name. städtechron. 1, 149, 32 (v. j. 1388); die tetten vil grosz schaden an ainander mit nam und prand. 4, 120, 5; sie tätten groszen nam. 121, 5; mit namen, brant, hereskreften zu felde ligen. 2, 165, 4; vil groʒʒer nöm, domit si die fînd beschedigt hond. 4, 56, 12; und tetten ainander vil zu laid mit raub, mit nam, mit prennen. B. Zink 172, 19. 189, 9; tribent teglichen krieg mit nome und mit brande. Königshofen 699, 3; und wart der schade und nome farn geloszen. 790, 14; daʒ mir solcher nam mit gewalt aus seiner gnaden gsloss bescheen ist. monum. habsburg. 2, 301 (v. j. 1476); sie zugen mit dem nam davon .. zugen dem nam nach. Baumann quellen 1, 32; graf Erhard von Fallendis, der denen von Bern .. leib und ir guot schädiget mit namen, ruob und brant. Etterlin 47; dieweil zugen die pauren ausz dem closter mit dem nam. 1, 86 u. oft; den raub und nam von vieh und leuten schickt er auf die schlösser. Zimm. chron. 1, 383, 22; die uf den raub und nam umbher terminierten. 273, 24; welche dann .. die herrschaft Messkirch schädlich mit nom und brandt angriffen. 420, 4; die auff die von Campania reisen, auff jnen raub und nahm nemen, und jnen zutreiben solten. Livius deutsch (Meyntz 1557) 70; sie zogen mit einem groszen nam viehs wider ab. Aventin. (1566) 474a; das sie ir nam und rauberei, one die sie nit zu leben hetten, nit treiben mochten. Schöfferlin Livius 68; mit brand und nam ersuchen. Fischart Garg. 268a; man soll in (den mörder) fragen .. was der ermordt bei im gehapt von gelt oder anderm, und was er im genommen, wo er auch solche nam (nahme corpus const. Brandenb.-Culmbac. 2, 2, 27) hingethan, verkauft, vergeben, onworden oder verborgen habe. Carolina art. 48; die nahm, depraedatio, surreptio Schottel 1368. vgl. auch Schm. 1, 1741 f. Frommann.
2) die nahme, griff, prise (tabak) Kramer teutsch-ital. wb. (1678) 800b; kärnt. die nâm, das nehmen Lexer 196.
3) die einnahme einer stellung, eines hinterhaltes:

herr, ich west ein merkliche nam,
der küngin feind abzubrechen. Teuerdank 89, 4.

[Bd. 13, Sp. 302]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) nahn, nähn, s. DWB nahen, DWB nähen.
 
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nähnadel, f.
1) zum nähen dienende nadel: nehnadel, acus in specie Stieler 1343; nehenadel ist eine von stahl scharff zugespitzte nadel mit einem öhr (oder auch zuweilen zweien) versehen, so das frauenzimmer bei ihrer nähderei nöthig hat. Amaranthes frauenzimmerlex. 1322. Jacobsson 3, 126b; einen einigen menschen, der unbekandt im königreich herumbreist, ist eben so leicht zu finden, alsz eine nehe-nadel in einem wagen mitt stroh. Elis. Charl. v. Orl. (1871) 684; der künstler, der mit seiner nehnadel den mann macht (der schneider). Möser 1, 29;

wenn ich emsig und schnell nähnadeln sodann einfädelte, fand ich das öhr nicht.
Platen (1847) 4, 14;

beschäftigung mit der nähnadel: des montags morgens setzte ihn sein vater wieder in seinen alten winkel an die nähnadel. J. Stilling jünglingsjahre (1780) 39; sprichwörtlich: das ist mit der heiszen nähnadel genäht; einen mit der nähnadel aus dem sattel heben. Wander 3, 868.
2) eine art trompetenschnecke, buccinum duplicatum. Nemnich 1, 696.
 
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nahnen, nähnen, s. DWB nahenen, DWB nähenen.
 
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nähpult, n. pult mit einem nähküssen und nähkasten, nähtisch: nehepolt, nehepult Stieler 1465; nehepult Amaranthes frauenzimmerlex. 1323; selbst ihre nähpulte enthalten daher gemeiniglich etwas, was nicht hineingehört. Lichtenberg 4, 219.

erinnre dich bei deinem nähepult,
wie du für mich noch kleine netze stricktest.
Gökingk lieder zweier liebenden 155;

gab nickend oft dem nähpult einen kusz. 51;

die patrontasch mein nähpult ist,
die nadeln mein ladstock.
Dithfurth histor. volksl. von 1763—1812 s. 105 (v. j. 1793).


 
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nahpunkt, m. gegensatz zu fernpunkt: die meisten augen sind im ruhezustande des akkomodationsapparats auf diejenige gröszte entfernung eingestellt, innerhalb welcher sie noch deutlich sehen können, den sogen. fernpunkt .. derjenige punkt, welcher der gröszten akkomodationsanstrengung entspricht, heiszt der nahpunkt. Meyer konversationslex. (1876) 7, 737b.
 
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nahr, f. alimentum Schottel 1368 mit dem beisatze: usitatius est nahrung; mhd. nar (Lexer 2, 34) und so noch vereinzelt im 15. bis 16. jahrh.:

die durch gotts willen dar (ins kloster)
kumen, und nit mer durch ir nar.
S. Brant narrensch. 73, 86;

sie bgont sich noh (beinahe) mit glîcher nar. 79, 3;

so pit wir dich umb leiplich nar
hie aller frücht auf erden.
Uhland volksl. 813 (anfang des 16. jh.).


 
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nährahme, f., nährahmen, nährahm,m., ein rahmen, worin eine näharbeit, stickarbeit ausgespannt ist: neherahm, rahm zum nehen, ist ein von holtz geschnitzter und aus vier leisten bestehender umfang, worein das frauenvolk ihr weisz geräthe, so sie zu nehen willens sind, mit bindfaden scharff einzuspannen pfleget; kan grosz und klein geschoben werden. Amaranthes frauenzimmerlex. 1323. 1585; ich kam eben in die stube, wo sie bei der neh-rame sasz. Geszner 4, 124;

itzt Lucifer, sichst du am näherahm
mich noch so glüh, als hätt ich sanft geruht.
Gökingk lieder zw. liebenden 52;

er las in der postille,
sie sasz am näherahm.
Hölty 12 Halm.


 
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nähramt, n. gleich nährstand: die im nehrampt sind, sollen iren schutz haben von denen, die im wehrampt sind. Luther 3, 327.
 
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nahräumlich, adj. in nahem raume befindlich oder geschehend, nahliegend: ob etwas in der vergangenen zeit, in fernen reichen oder mir ganz nahräumlich, ist ganz eins, ja ich erscheine mir selbst immer mehr und mehr geschichtlich. Göthe an W. v. Humboldt bei Riemer 173.
 
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nahrbar, adj. nahrung bringend, gebend, eine familie ernährend: aber man .. wünscht mit der zeit auch einmal ein nahrbarer und seszhafter mann zu werden. Tieck 14, 34.

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,