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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
nahliegend bis nähpult (Bd. 13, Sp. 301 bis 302)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) nahliegend, partic. in der nähe liegend, benachbart: im obern (Italien) ward neulich Rimini und nahliegende orte (vom erdbeben) beschädigt. Göthe 28, 25; eine nahliegende erklärung u. dgl., auf die man leicht verfällt, die sich ungesucht darbietet.
 
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nähling, m. gleich nähtling Campe.
 
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nahluft, m. für das segelschiff (s. DWB nähe, naue) günstiger wind, segelwind: sobald aber guoter luft in see, segelzug und nahluft einfüele, wolte er die andere fahrt verrichten. Bürster 203.
 
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nähmädchen, n. näemägdlein, textricula. Aler 1442b.
 
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nähmaschine, f. eine maschine zur herstellung von nähten auf mechanischem wege. Karmarsch-Heeren techn. wb. 2, 735 ff.
 
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nahme, s. DWB name.
 
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nahme, nahm, f. und m. das nehmen und genommene; jetzt nicht mehr gebräuchlich und nur als fem. in compositis erhalten auf-, aus-, ein-, übernahme u. s. w.
1) ahd. nâma f., ags. nâme, næme f., altn. nâm n. (in landnâm, nesnâm), mnd. name, nome m. f., mhd. (im 14. jh.) nâme, nâm f. m. und so bis ins 16. jh.: gewaltsame wegnahme, raub, beute, namentlich das dem feinde in der fehde weggenommene vieh. Haltaus 1004 (mit belegen aus dem 14. jahrh.): so greift uns her Hintzko .. alle tag swerlich an mit prande und mit name. städtechron. 1, 149, 32 (v. j. 1388); die tetten vil grosz schaden an ainander mit nam und prand. 4, 120, 5; sie tätten groszen nam. 121, 5; mit namen, brant, hereskreften zu felde ligen. 2, 165, 4; vil groʒʒer nöm, domit si die fînd beschedigt hond. 4, 56, 12; und tetten ainander vil zu laid mit raub, mit nam, mit prennen. B. Zink 172, 19. 189, 9; tribent teglichen krieg mit nome und mit brande. Königshofen 699, 3; und wart der schade und nome farn geloszen. 790, 14; daʒ mir solcher nam mit gewalt aus seiner gnaden gsloss bescheen ist. monum. habsburg. 2, 301 (v. j. 1476); sie zugen mit dem nam davon .. zugen dem nam nach. Baumann quellen 1, 32; graf Erhard von Fallendis, der denen von Bern .. leib und ir guot schädiget mit namen, ruob und brant. Etterlin 47; dieweil zugen die pauren ausz dem closter mit dem nam. 1, 86 u. oft; den raub und nam von vieh und leuten schickt er auf die schlösser. Zimm. chron. 1, 383, 22; die uf den raub und nam umbher terminierten. 273, 24; welche dann .. die herrschaft Messkirch schädlich mit nom und brandt angriffen. 420, 4; die auff die von Campania reisen, auff jnen raub und nahm nemen, und jnen zutreiben solten. Livius deutsch (Meyntz 1557) 70; sie zogen mit einem groszen nam viehs wider ab. Aventin. (1566) 474a; das sie ir nam und rauberei, one die sie nit zu leben hetten, nit treiben mochten. Schöfferlin Livius 68; mit brand und nam ersuchen. Fischart Garg. 268a; man soll in (den mörder) fragen .. was der ermordt bei im gehapt von gelt oder anderm, und was er im genommen, wo er auch solche nam (nahme corpus const. Brandenb.-Culmbac. 2, 2, 27) hingethan, verkauft, vergeben, onworden oder verborgen habe. Carolina art. 48; die nahm, depraedatio, surreptio Schottel 1368. vgl. auch Schm. 1, 1741 f. Frommann.
2) die nahme, griff, prise (tabak) Kramer teutsch-ital. wb. (1678) 800b; kärnt. die nâm, das nehmen Lexer 196.
3) die einnahme einer stellung, eines hinterhaltes:

herr, ich west ein merkliche nam,
der küngin feind abzubrechen. Teuerdank 89, 4.

[Bd. 13, Sp. 302]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) nahn, nähn, s. DWB nahen, DWB nähen.
 
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nähnadel, f.
1) zum nähen dienende nadel: nehnadel, acus in specie Stieler 1343; nehenadel ist eine von stahl scharff zugespitzte nadel mit einem öhr (oder auch zuweilen zweien) versehen, so das frauenzimmer bei ihrer nähderei nöthig hat. Amaranthes frauenzimmerlex. 1322. Jacobsson 3, 126b; einen einigen menschen, der unbekandt im königreich herumbreist, ist eben so leicht zu finden, alsz eine nehe-nadel in einem wagen mitt stroh. Elis. Charl. v. Orl. (1871) 684; der künstler, der mit seiner nehnadel den mann macht (der schneider). Möser 1, 29;

wenn ich emsig und schnell nähnadeln sodann einfädelte, fand ich das öhr nicht.
Platen (1847) 4, 14;

beschäftigung mit der nähnadel: des montags morgens setzte ihn sein vater wieder in seinen alten winkel an die nähnadel. J. Stilling jünglingsjahre (1780) 39; sprichwörtlich: das ist mit der heiszen nähnadel genäht; einen mit der nähnadel aus dem sattel heben. Wander 3, 868.
2) eine art trompetenschnecke, buccinum duplicatum. Nemnich 1, 696.
 
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nahnen, nähnen, s. DWB nahenen, DWB nähenen.
 
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nähpult, n. pult mit einem nähküssen und nähkasten, nähtisch: nehepolt, nehepult Stieler 1465; nehepult Amaranthes frauenzimmerlex. 1323; selbst ihre nähpulte enthalten daher gemeiniglich etwas, was nicht hineingehört. Lichtenberg 4, 219.

erinnre dich bei deinem nähepult,
wie du für mich noch kleine netze stricktest.
Gökingk lieder zweier liebenden 155;

gab nickend oft dem nähpult einen kusz. 51;

die patrontasch mein nähpult ist,
die nadeln mein ladstock.
Dithfurth histor. volksl. von 1763—1812 s. 105 (v. j. 1793).

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,