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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
nähen bis nähenen (Bd. 13, Sp. 292 bis 296)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) nähen, verb. im 15. bis 17. jahrh. noch öfter für nahen, entsprechend dem goth. nêhvjan, alts. nâhjan, altn. nâ, ahd. nâhjan, nâhen, mhd. næhen, md. nêhen, nêgen, nd. nêken, neiken; ursprünglich nur mit transitiver und reflexiver (nah machen, sich nahen), seit dem ahd. aber auch mit intransitiver bedeutung (alts. und altn. nur intransitiv).
1) transitiv, nahe machen, bringen, wofür kein nhd. beleg zu gebote steht; mhd. bei Wolfram, mit dativ:

ir kunnet hœren unde sehen,
entseben unde dræhen:
daʒ solt iuch witzen næhen. Parz. 171, 24;

swer sich von got nu kêrte,
des ende wurde gesmæhet
und diu sêle der helle genæhet. Willeh. 303, 22.


2) reflexiv, sich nahen, nähern:

darumb wirt sich ir straff bald nehen (: sehen).
H. Sachs 1, 200, 7 K.;

mit dativ: mhd.

durch iwer zuht nu râtt mir wie
daʒ i'uwern hulden næhe mich. Parz. 330, 9;

nhd. sie wolten sich desselben tags der stat nit nehen. städtechron. 2, 155, 2 (v. j. 1449); und der knecht sagt im, wie die von Nürnberg weren herausz chomen und wern sich im nehen. 486, 22; doch soll man sich dem feuer nicht zu sehr nhen noch zu lang darbei sein. Ryff spiegel der gesundheit (1574) 13a;

ich darf mich .. dieser sonne nähen.
Birken 248;

mit zu: mhd.

swer sich ze gote næhet.
Neidhart 83, 4;

nhd. und also näheten sie sich zu desz königs Perions gemach. Amadis 23 K.; Hydaspes der nähet sich zu den altaren, das heilige opfer anzufahen. buch d. liebe 229, 1;

kombt! wöllen zu dem stock uns nähen (: sehen).
H. Sachs 11, 456, 24 K.;

sich her nähen, herannahen:

es freut sich unser herz und sinn,
dieweil sich tut her nähen (: jehen)
der tag des herrn in kurzer zeit.
Uhland volksl. 945 (v. j. 1584).


3) intransitiv, nahe kommen, sich nähern: mhd.

nu næhet och Gâwânes nôt. Parz. 529, 22;

nhd. nahen oder nehen, propiare. voc. 1482 x 2a; ich nähe, nehe, appropinquo. Alberus diction. V 4c. S 4b; und nähet die stunde seines todes. buch der liebe 284, 1; mit dativ: mhd.

swenne in die heiden næhten.
Wolfram Willeh. 96, 28;

unt mir manger hande schaden næhet. minnesinger 3, 224b;

nhd. wil er seim (des herrn) angesicht ummer nhen. Renner (1549) 45;

o grimmer todt,
wie schnelligklich thust du mir nehen (: sehen).
H. Sachs 1, 450, 27 K.;

nähen zu:

und wenn der scheisz zum loch wirt nehen (: pleen). fastn. sp. 856, 19;

wir nheten mit gewalt zu ihn und ertrenkten das schiff. S. Frank weltb. 222a; herzu nähen:

heut werd ich die statt Straszburg sehen,
so war ich selbs herz werd nhen.
Fischart gl. schiff 360.


 
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nähen, s. DWB nähene.
 
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nähen, nähn, verb. suere, nere. einem mutmaszlichen goth. naian (s. DWB nadel, naht) entspricht ahd. nâjan, nâan, nâen, und mit übergang des j in h oder w nâhan, nâwan, mhd. næjen, næn, nægen, næwen, neigen (vgl. Weinh. mhd. gr. § 90), md. nêhen, nên, nêgen, nd. naien, neien, nhd. nähen, nähn (nehen, neen, näen; alem. nien Maaler, Platter; elsäszisch nejen Closener, negen Königshofen, Murner, neien Keisersberg). urverwandt ist das griech. νέω, lat. neo, lit. ny-tis einschlagfaden, altslav. ni-ti funiculus, s. Curtius grundz. nr. 436. Fick2 371. 782. Pott2 3, 920 ff.
1) mittelst nadel und fadens verbinden, nere, sarcire, suere: nehen, nægen, negen, newen, neen, neigen, neien. Dief. gl.

[Bd. 13, Sp. 293]


379a. 512b. 564b, nov. gl. 354b, nyen Maaler 302a, nehen Stieler 1342. Zedler 23, 1604 (nehen : gehen d. j. Göthe 1, 100); nhen, nen Aler 1442b.
a) absolut: mhd.

dise spunnen, dise nâten. Iwein 6205;

ich wil si heiʒen lêren
wol næjen unde spinnen.
Konrad troj. krieg 15215;

daʒ si næj unde spinne,
des si getriben lützel hât. 15262;

nhd. ein künig span und negete. Königshofen 874, 12; ja solt ich erst spinnen und neyen. Keisersberg emeis 8b; sie thunt eben als die jungen döchtern, dieweil sie nicht künnen neyen, so wöllen sie alwegen neyen, wan sie es aber können, so kan sie niemans darüber bringen. narrensch. 179b; dan wie im land der bruch ist, das vast alle wiber wben, wie auch nien können. Th. Platter 5 B.; frau Eisen .. lernet (lehrt) auch den flachs pauen, darzue spinnen, näen, weben. Aventin. 4, 131, 25; die (nähterin) aber auch reinlich näht wie keine. Göthe 23, 43;

wir haben keine magd; musz kochen, fegen, stricken
und nähn. 12, 162;

er sitzt am tisch und näht. Stilling jünglingsjahre (1780) 41;

hier nähn wir unbelauscht in ruh,
wir schwesterseelen, ich und du.
Voss ged. 4, 243;

wann sie nähet oder spinnet,
hält sie inne, horcht und sinnet. 5, 109;

jeden augenblick des tages
wendet wohl an, nähend, stickend.
Herder Cid 48;

sie wollte wohl lernen nähen,
waschen und nähn fortan.
Uhland (1879) 2, 251;

am hungertuche nähen, s. hungertuch th. 4, 2, 1950.
b) transitiv.
α) eigentlich: mhd.

er gienc dâ snîdær nâten
wît und blanc lînîn gewant.
Wolfram Willeh. 196, 6;

nhd. stiche (keinen stich), ein kleid nähen u. s. w.; ein hemde nehen, consuere indusium. Stieler 1342; hat überschläg darauff (aufs nähküssen) gehefft, als neh sie es. J. Ayrer 2292, 2 K.;

wer wolt euch schuh machen und nehen?
H. Sachs 7, 79, 8;

erst fädle ein, und spute dich
am saum; ich nähe kettenstich.
Voss ged. 4, 243;

nähen auf, annähen: mhd.

ûf daʒ sîn gewant
næt ein cleineʒ zeichen. Nibel. 846, 2;

mit kleinen sîden næ ich ûf sîn gewant
ein tougenlîcheʒ criuze. 847, 1;

nhd. spitze latzen ..
uf die hemder negen lan.
Murner narrenbeschw. 12, 59;

nähen in, einnähen: in ein ledern sack genhet, insutus culeo. Aler 1442b; wann nun dieser todt mensch erkaltet, neet man ihn in ein lein weisz kleid, so er den langen tag darvor angehabt. S. Frank weltb. 153b; memme, zeige dich izt, oder man soll dich in eine sauhaut nähen, und durch hunde verhetzen lassen. Schiller 2, 262 (räuber, trauersp. 2, 14); mhd. næjen in bedeutet in die knopflosen kleider einschnüren oder (reflexiv) sich einschnüren lassen (vgl. Weinhold d. deutschen frauen 2, 262. 277):

dô næten sich die recken in alsô guot gewant. Nibel. 1790, 1;

sî nâte selbe mit ir hant
in ein hemde deʒ magedîn. Erec 1541.


β) uneigentlich: dann ist nit die h. mesz von unzähligen bäpsten, cardinälen und bischofen zu unterschiedenen zeiten und orten zusammen gerafft und als ein bettlermantel mit viel flick, flecken und schuhpletzen der menschlichen fantasei in einander genehet. Fischart bienenk. 14b; du, der du die kraft hast, das eisen mit deinen pfeilen zu nähen (zu durchbohren). persian. baumg. 5, 3; die kompasz-nadel, die eine ganz neue welt an die alte genähet. J. Paul dämmer. 113; Beaumont und Fletscher, sich hundfremd, näheten an einem gemeinschaftlichen schneidertische schauspiele. flegelj. 1, 114; einen nähen oder einem das wams nähen, ihn prügeln. Schm. 1, 1707 Fromm. brem. wb. 3, 215. obscön, eine nähen, stuprare Schm.
2) kunstreich nähen, steppen: mhd.

ermel unde buosem sint mit sîden wol genât.
Neidhart 68, 7;

er treit ein phellerîne wât
mit golde kunstlîche genât.
A. v. Halberstadt 10, 455;

des burgers eser, wie der mit sîden genejet waʒ und edelsteine darein gewürket. Closener 54, 25.

[Bd. 13, Sp. 294]



3) nautisch, einen block nähen oder annähen, mittelst eines tauendes oder stoppers befestigen. Bobrik 54a. 506a; beim deichbaue, einen deich nähen (naien), mit stroh oder schilf bedecken. brem. wb. 3, 215.
 
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nähen, nähn, n. das nähen, die näherei: ist dahero das nehen zweierlei, nehmlich eine hausznaht oder ein zierliches genehe. Amaranthes frauenzimmerlex. 1322;

im nähn zerrisz der zwirn.
Gotter 1, 153;

mein mütterlein hat mich so lieb, ..
wenn auch beim nähn ich possen trieb
und Schulzens lieder sang.
Voss ged. 6, 61;

da braucht man zum nehen,
zur schul nicht zu gehen. d. j.
Göthe 1, 100.


 
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nahend, partic., s. DWB nahen I, 1, a.
 
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nahend, nahent, nahet, adj. und adv. , gleich nah. ahd. nâhunt (nur als adv.), mhd. nâhent, næhent, nâhet, nhd. bis ins 17. jahrh. nahend, nachend, nahent, nachent, nahet, nachet; heute veraltet, doch in der bairisch- österreichischen mundart noch lebendig, s. Schmeller 1, 1735 Fromm. Lexer kärnt. wb. 195. Schöpf 455.
I. adjectiv, mhd. selten (Lexer 2, 21), nhd. oft mit dem verbum substantivisch vorkommend, doch können alle diese fälle adverbial gefaszt werden (s. II, 1, a).
1) nah gelegen: es ist ein goldreich .. dem meer nahend land. S. Frank weltb. 141a; alle hanntwercher in nachenten und weiten landen. Schöpf tirol. idiot. 456 (v. j. 1610); nahender weg, naher kurzer weg: ain nochenten weeg foren. österreich. weisth. 1, 118, 7 (17. jahrh.).
2) nah in bezug auf verwandtschaft: der bischoff, der der frawen nahender freund was. Bocc. 386, 28 K.; tirol. ein nhheter freund, ein naher verwandter. Schöpf 455; chom ymant nêchenter .. eribe. urkundenbuch des stiftes Klosterneuburg s. 380 (v. j. 1357); stürb dann ain freisäʒʒ, der nicht rechter und nähenter erben hinter im ... lieʒ. österreich. weisth. 1, 301, 8 (v. j. 1495).
II. adverb, wie nahe.
1) örtlich, in der nähe: nâchent, prope Dief. n. gl. 306a; nachend, nahent. voc. 1482 x 1a. 2a; prope, gar nahent. Aventin. 1, 451, 6; cominus, von nahend. 448, 23;

heil und genad von got, dem herrn,
sei euch allen nahet und ferrn.
H. Sachs 6, 137, 6 K.


a) nahend sein:

sie sein nohet oder sein verrn. fastn. sp. 595, 33;

es sei ferr nochet oder weit. 361, 31;

und als sie nahendt beisamen (waren). Amadis 364 K.; es sind ir etliche, die gleuben wol, das teufel sind, aber das gleuben sie nicht, das sie so nahend sind, sondern wenn sie vom teufel hören reden, meinen sie, er sei etlich hundert meil von uns hinweg. Luther 5, 334b; friedt denen, die da nahent und fer sind. kriegb. des frides 24; er hat podtschaft bracht, dasz der feind so nahend (sei). Bürster 76;

o reicher got, himlischer herr,
der du bist nachet und nit ferr.
Edelpöck geburt Christi v. 681;

es (ort der geburt Christi) sei gleich nahet oder fern. 1402;

unser gwalt und gott Machomet
sterker als all ander herrn,
sie seind gleich nahend oder fern.
J. Ayrer 1031, 8 K.;

(er) lieff in garten nausz,
denn er war nahet hinderm hausz.
Waldis Es. 4, 19, 58;

mit dativ: daʒ er (mond) uns verre næhender ist wan diu sunne. Megenberg 65, 17; land, nâhent hei Arabia. 201, 26; das were dem slosz vast nahent. städtechron. 2, 38, 6 (v. j. 1421); denn er ware ihm allweg nahend auff den socken. buch d. liebe 208, 3; wie er aber im ganz nachent (war). Zimm. chron. 4, 276, 8. nahend bei: sein gemach was nit so nahent bei dem feur. B. Zink 242, 16; were ein dorff oder kirch so nahendt bei dem läger. Kirchhof milit. disc. 203; nahendt bei der stat, nahendt bei ihnen. buch d. liebe 270, 4. 272, 4.
b) nahend stehen, liegen u. dgl.: andere des orts nahend gelegene bischove sollen zusamen komen. Luther 6, 524a. nahend bei:

das geschach nahet bei der kue. fastn. sp. 274, 10;

ain schlosz, leit nahent bei Pisen. B. Zink 143, 16; das thier lag nahendt bei der höle. buch d. liebe 283, 2; als er sich so nahend bei ir befand. Amadis 258 K.; dieweil die paurn so nahend bei der statt .. lagen. Baumann quellen 2, 71. 297. 306;

[Bd. 13, Sp. 295]


der jüngling tet sich keren,
er hb sich auf die vart
zu ainem frawenkloster,
das nachent dapei lag,
zu ainem frawenkloster,
das lag nachent darpei.
Uhland volksl. 859;

ain clausen stnd mir nahent bei.
Schwarzenberg 150b;

nahend darbei wohnete ein armer man. Kirchhof wendunm. 180b; haben nahendt bei dem Rhein der ross gehuett. Zimm. chron. 3, 91, 20. nahend neben: dazumal ritte Arcalaus so nahend neben dem Amadis hin. Amadis 356 K.
2) örtlich, in die nähe gehen, kommen u. dgl.: es was auch so kalt .., dasz in etwa vil tagen niemant gewandlen möcht, weder ferre noch nachent. B. Zink 180, 11;

darumb gê keiner zu nahet bei,
der nit zum spil gewidemt sei. fastn. sp. 2, 5.

nahend an: bis gar nahent an die stat Sigmeringen (kamen sie mit der jagd). Zimm. chron. 2, 134, 37. nahend bisz: sie ranten hinausz ... nahent bisz gen Grindlach. städtechron. 2, 184, 4 (v. j. 1449). nahend zu:

so ruck ich ir so nahet zu. fastn. sp. 135, 5;

wo ein eul sitzt auff einem dach,
da fliegen ir all vögel nach ..
wölln sich all nahend zu ir dringen.
Waldis Es. 2, 27, 108;

und chomen gar nahent zu den unsern. städtechron. 2, 190, 13 (v. j. 1449); in disem gespräch kamen sie nahend zu der statt. Amadis 360 K.; als sie so nahend hinzu kamen. 350; als der ritter, der zu der jungen tochter gehen wolt, nahend zu ihrem bette kam. buch d. liebe 285, 2; und da er nahend kam zu der burg desz königs. 302, 1; als sy jetzund gar nahend z im kam. Wickram rollw. 79, 19 K.; Antiochus der kame so nahend zu Triphon. Pauli schimpf 14b; mit dativ: wenn in die feint zu nahent komen. städtechron. 2, 186, 2 (v. j. 1449); weilen die unsrige mit contraminieren seinem graben so nahend komen. Bürster 78; comparativ: laszt uns nähender hinzu treten. Schaidenreiszer 42b. 47a.
3) nah in bezug auf ähnlichkeit, verwandtschaft: disz erzele ich, das man sehe, das stahel, eisen, kupfer einander nahet verwandt ist. Mathesius 80a; zu nahent in die blutfreundschaft geheirat. 9b; wie nachend wir gefreunt sein. Meisterlin 110, 16. 19, 27; von wegen, das sie ime so nahent verwandt. Zimm. chron. 3, 234, 7; einander geblüts halben nahend gesipt, oder auch schwagerschaft halben nahend verwandt. Frankf. reform. I, 6 § 8.
4) genau, eingehend: weil Lucas nindert sein gedenkt, der doch so nahent alle ding erwigt. S. Frank chron. 260b; genau, knapp, sparsam: ei wol kan man so nahend hauszhalten, wan man wil. S. Frank sprichw. (1541) 1, 39b.
5) wolfeil, billig: man kompt der stein sunst gleich als nohent und vil neher. Tucher baumeisterb. 84, 8; ja es ist ein redlich kauffmennisch stuck und sprichwort, nahent kauft, theur hingeben. S. Frank trunkenheit (1531) F 8b.
6) nahezu, beinahe, fast: nachendt oder vil nachent, pene. voc. 1482 x 1a; der lew febriert nâhent alle zeit mit dem viertägleichen fieber. Megenberg 144, 21; der per wechst nâhent alle zeit. 163, 7;

die pot mir ir hant gar nachet zwir. fastn. sp. 333, 23;

ich was doch nahet hungers tot. 783, 14;

es (sterben) hett ... nahent aufgehört. B. Zink 295, 1; und hetten der von Ulm gesellen nahent erschossen und erstochen. 272, 28; er hielt mit seinem geraisigen zeug .. nahent den ganzen tag. städtechron. 2, 155, 4 (v. j. 1449); vor vil jaren habent sie nahendt die ganz statt Menz regirt. Zimm. chron. 1, 8, 19; nahent bis in das dritt jar. 47, 12; het in nahent umbgestoszen. 4, 382, 6; dieser brieff ist gar nahend verblichen und verwesen. Luther 1, 83b; das ist nahet ein halb jar. 4, 54a; welche (freiheit) gedachte bäpst nahet ganz ausgetilget haben. Hutten 5, 32; dasz jetzund nahend kein dorf ist. 5, 488; und stal ir nahend all ihr hennen. Agricola spr. 43a; ewer gegenwertigkeit vertrst mich solcher sicherheit, dasz die forcht disz kriegs nahendt hinweg genommen ist. Amadis 91 K.; dasz gar nahent ein jegliche wunden mehr tödtlich dann lebendig geurtheilt musz werden. Paracelsus wundarznei 4; Clemens hett gar nahend angefangen zu weinen. buch d. liebe 9, 1; dem warn sie etwas mit .. ungestuemen worten begegnet, dermaszen, das sie nahend mit ainander zu schlahen komen waren. Baumann quellen 2, 36; und wer gar nahend zu aim schlahen in der statt komen. 2, 335; habe Crassus die schon

[Bd. 13, Sp. 296]


verbrante und nahend verbrante ort und gebäw gekauft. Schuppius 761; nicht einem stand allein, sondern nahend allen menschen in allen ständen. Albrecht fluchabc 3; würde fast niemand von menschen auff erden bleiben, sie würden nahend alle hingerichtet. 21.
7) zeitlich nahe.
a) von etwas zukünftigem:

secht, so der samstag gint nahed. teufels netz 9498;

wann disz geschicht, so merkt darbei,
dasz das reich gottes nahent sei.
H. Sachs 1, 303, 6 K.:

weil er seinen todt nahend vermerkt. Amadis 203 K.; sein todt, welcher in gantz nahend bedunckt. 349; mit dativ: dieweil mir der todt so nahendt ist. 356; nahend dem tag (gegen anbruch des tages). b. d. liebe 34, 2; nahent mittag (gegen mittag). B. Zink 275, 7; nahend .. umb die ermbt (gegen die erntezeit). Bürster 185.
b) hennebergisch nachet, hernach, später, dann Spiesz 168.
 
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nähende, f. mhd. næhende, die nähe: in nähent österreich. weisth. 1, 301, 9 (v. j. 1495); in der nähend. Aventin. 4, 279, 31; die nähend Hohberg 1, 261a u. öfter. vgl. DWB nähede, DWB nähene.
 
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nähendig, adj. nahe, kärnt. nûchntik Lexer 195.
 
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nähene, nähen, f. gleich nähe: mhd.

dâ bî in einer nâhen,
si hôrten unde sâhen.
Herbort 1079;

nhd. so in merclicher anzal in der nehne lagen. Zimm. chron. 1, 236, 19;

was ie von gott erschaffen wart,
geet als von daussen in der nehen.
H. Sachs 1, 31, 4 K.;

wo er mir bekumpt in der nehen. 100, 9;

und hielt in einem gärtlein hausz
bei der rinkmaur in der nehen. 3, 104, 29 u. oft;

sie berüften die zinszleut, was in der nechin wasz, zu inen. Baumann quellen 1, 190; an der nehen aber brauchen sie lange sparren mit scharpfen eisen. Fronsperger 3, 159a; bairisch næhen, næchne Schm. 1, 1736 Fromm.; kärnt. tirol. nachne, nechne, nägn Lexer 195. Schöpf 456.
 
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nahenen, nahnen,verb. , mhd. nâhenen (Lexer 2, 21), gleich nahen.
1) intransitiv: das ende, darzuo er nachnet. Keisersberg pred. (1510) 42c; kein ubel bisz z ihren hütten nahnen mg .. kein geisel bisz z seinem läger nahnen werd. kriegb. des frides 10.
2) reflexiv:

doch nie kein tritt
sich nahnet nit.
Spee trutzn. 8, 79 B.;

sich nahnen zu: wann so sich der mensch nahnet zu im, das er in gruszt. bibel v. 1483 149a; nahne dich zu ir (weisheit). 321a; sich her nahnen: nahne dich her und ich red mit dir. 153a.
 
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nähenen, nähnen, verb. , mhd. næhenen (Lexer 2, 21) gleich nähen 1.
1) intransitiv: sô der morgenrôt næhent. Megenberg 171, 19; nächnen Diefenbach-Wülcker 777 (16. jahrh.); mit dativ: als si der stat (Venedig) nehenden. Wilw. v. Schaumburg 11; rosenmarinzucker laszt kein gift schaden oder dem herzen nehenen. Ryff teutsch apothek (1548) 70a; die plag wirt dir nit nähnen in dem gezelt. Schmid schwäb. wb. 401; herzu nähenen: dan der feindt wolt herzue nehnen. städtechron. 15, 223, 6 (v. j. 1552).
2) reflexiv: wann das reich der himel wird sich nehnen. bibel v. 1483 471b (das himelreich ist nahe her bei komen. Matth. 4, 17 Luther); wie sich die zeit nächnet. Alpinus Vergil. 98a; sich nähnen zu: vergessen irer bilgerschaft und nächnen sich also zu dem tod. Keisersberg pred. 43a; und ob rauberei oder unser veint sich doselb zu nehnotten. städtechron. 2, 85, 34 (v. j. 1444).

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,