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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
nähdraht bis nahen (Bd. 13, Sp. 288 bis 289)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) nähdraht, m. draht zum nähen, schusterdraht, dann auch der metalldraht, womit die formen des büttenpapiers durchflochten sind. Jacobsson 3, 125a.
 
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nahe, s. DWB nah.
 
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nähe, f. gegensatz zu ferne und oft damit verbunden, ahd. nâhî, mhd. nâhe, næhe, næh, md. nêhe, nâ, nê, mnd. nâhe, nhd. nähe (nehe, nech), selten nahe. vgl. DWB nähede, DWB nähende, DWB nähene.
1) das örtliche nahesein oder etwas nahgelegenes: mhd.

komt uns der keiser in die næhe. Lohengr. 4002;

er was im doch in guoter næh. 5175;

nhd. die nähe der stadt, in der nähe sein, aus der nähe kommen u. s. w.; in der nhe der statt, in der nhe wonen. Maaler 301d; in der nhe und in der ferne. Stieler 1319; denn ein nachbar ist besser in der nehe, weder ein bruder in der ferne. spr. Sal. 27, 10; allen königen gegen mitternacht, beide in der nehe und ferne. Jerem. 25, 26; in der ferne und .. in der nahe. Jes. 57, 19;

in dem erhört ich ein gesprech
jenseit des hages in der nech.
H. Sachs 5, 71, 5;

hört ich ein düsterlich gesprech
neben der strassen in der nech. 154, 19;

was in der ferne böse scheint,
wird in der näh oft wirklich gut befunden.
Uz 1, 101;

die aussicht wird in der nähe und ferne von kahlen .. klippen eingeschränkt. Göthe 16, 300; thäler und tiefen, nähe und fernen .., alles kalkgebirg. 27, 196;

und alle näh und alle ferne
befriedigt nicht die tiefbewegte brust. 12, 24;

hörst du stimmen ..
in der ferne, in der nähe? 12, 207;

ros' und lilie morgenthaulich
blüht im garten meiner nähe. 5, 18;

(ihr) jauchzet ohne dasz ihrs wiszt,
dem abgrund in der nähe (in der nähe des abgrunds). 1, 110;

ich konnte nun mit innigem vertrauen
mich zu ihr nahn und ihre nähe schauen. 1, 6;

ich sehe dich, bist du auch noch so fern,
und in der nähe kannst du mir verschwinden. 2, 453 Hempel;

wenn sie .. diese zeit in die ferne nichts von mir vernommen haben, so war es darum, weil ich eben jetzt ihre nähe gar sehr vermiszte. an Meyer bei Riemer 119; das interesse des gesprächs verweilte sie (die gestalt) in meiner nähe. Schiller 4, 338; hörtest du keinen tumult in der nähe? 2, 175 (räuber, schausp. 5, 1);

die Neubrunn mag denn in der nähe bleiben. 12, 351 (Wallensteins tod 4, 9);

und dunkel mächtig, wunderbar, ergriff
im tiefsten innersten mich ihre (der geliebten) nähe. 14, 71 (braut von Mess. 2, 5);

sprich du mit ihm (dem mönche), mir graut in seiner nähe. 14, 418 (Tell 5, 2);

der beszte, ach, vergiszt so sehr,
herr, deiner nähe, deiner lehr!
Lavater nachgel. schriften 3, 12;

doch deine berauschende nähe
verstrickte das junge gemüt.
Platen (1847) 1, 51;

plural: da die schwere im innern des erdklumpens in allen nähen zum mittelpuncte so grosz, wie auf der oberfläche ist. Kant 8, 302; mein auge .. schwelgte in betrachtung der nähen und fernen. Göthe 26, 177;

könnt ich tauchen nieder, nieder, ..
bis in eure (der seejungfrauen) nähen.
Lenau (1880) 1, 99;

denn wenn ein feind sich schleicht in seine nähen. 2, 201.

[Bd. 13, Sp. 289]



2) das nahestehen durch verwandtschaft: solche nahe (der beiden fürstenthum) solte durch den leidigen teufel so durcheinander .. gemenget werden. Luther 8, 41b.
3) zeitliches nahesein oder herannahen: md.

eʒ ist an der nêhe,
daʒ sich hebet diu zît.
Herbort 10578;

eʒ was an der nêhe,
daʒ der fride ûʒ gînc. 13870;

nhd. die nähe des festes, des todes u. dgl.;

darum in deinen fröhlichen tagen
fürchte des unglücks tückische nähe.
Schiller 14, 106 (braut von Mess. 4, 4).


 
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nähe, f. plattes schiff zum übersetzen, fähre: nhe, ein überfahrtschiff, ponto Aler 1444b; als Claus die nêhen zu Castel (bei Mainz) versûmet hât. Frankfurter bürgermeisterbuch v. j. 1460 bei Lexer 2, 19. Diefenbach-Wülcker 777 (v. j. 1667. 1756); bair. die nehe Schm. 1, 1708 Fromm.; schwäb. die nähe Schmid 402; kurhess. das näh Vilmar 280. s. DWB naue.
 
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nahebauer, nahebaurin, s. DWB nachbar, DWB nachbarin.
 
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nahebei, adv. verstärktes bei, gleich nahe bei.
1) ganz, dicht dabei: nahebei, proxime Stieler 143; hie nahebei in der nehe. Fischart Garg. 153a; hier nahebei ist ein see. Göthe 16, 228; die nahebei .. anzulegende wirtschaft. 31, 162; es war hier nahe bei, wo unseree irdische wallfahrt zu ende ging. Novalis (1820) 1, 132.
2) beinahe: er wäre nahebei ertrunken; er hat nahebei sein ganzes vermögen verloren; er kennt nahebei die halbe einwohnerschaft u. dgl., doch nur bei neueren schriftstellern.
 
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nähede, f. die nähe, ahd. nâhida, mhd. næhede, md. nêhde, nêde (Lexer 2, 19), bair. die nahhed Schm. 1, 1736 Fromm.; tirol. die nêchet Schöpf 456. vgl. DWB nähende, DWB nähene.
 
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nahegesinnt, partic. gesinnungsverwandt: dasz die nahegesinnten, die unter sich nicht einig sind, dann sogleich zusammentreten, wenn es gegen einen dritten entfernter gesinnten losgeht. Göthe an Eichstädt s. 48.
 
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naheit, s. nahheit.
 
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nahen, adj. gleich nah: ein yeder nehner erb oder freund. tirol. landesordnung vom j. 1520 bei Schöpf 456; eim ietlichen ist das hemmat nehener (var. neher) dan der rock. Aventin. 4, 8, 19.
 
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nahen, adv. gleich nahe. ahd. nâhana, nâhun, mhd. nâhene, nâhen in allen bedeutungen von nâhe, s. mhd. wb. 2, 284b. 294a. Lexer 2, 19a. nur vereinzelt noch im ältern nhd. und in oberd. mundarten (s. Schm. 1, 1735 Fromm. Lexer kärnt. wb. 195).
1) positiv.
a) nachen oder bei, prope, propinque. voc. 1482 x 1a; auch sehen wir gern, daʒ so nahen bei uns unser geschont wurd. städtechron. 1, 441, 3 (v. j. 1420); nahen (genau) gründen, explorare Maaler 302a.
b) beinahe: sind ir namen nahen all mit schand und laster beflecket. Schade sat. 3, 20, 10; so besitzen iez ire stathalter und nachfarer nahen alle land. 3, 20, 20.
2) comparativ, mhd. næhener, næhner.
a) näher, örtlich und zeitlich: etwas nähener. Katziporus 38b; je nehner am tage, je reicher ist das silber am gold. Mathesius 5, 55b;

ir wert der sachen vil nehener komen.
Liliencron volksl. 190, 188;

nehner mals, nuper Schertlin 61. 63.
b) billiger: man gab sie (osterwein) auf 4 dn., auch nähner. städtechron. 5, 242, 4; nachner dann umb zwai pfunt. Schm. 1, 1735 Fromm. (v. j. 1453).
3) in Leipzig nahne, auch nahnst, nahnste, nachher, hernach. Albrecht 127b.

 

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Artikel 1 bis 1 von 1
1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,