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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
nagelbrand bis nägeleinbrühe (Bd. 13, Sp. 264 bis 265)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) nagelbrand, m. gleich flug-, staubbrand, urego segetum Holl wb. der pflanzennamen 52a.
 
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nägelbraun, n. gleich nägelfarbe Jacobsson 3, 124a.
 
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nägelchen, n. demin. zu nagel; md. negelkîn, neilikîn, neilichîn, nêlikin, nêlchîn. s. Lexer 2, 47 und nägelein, nelke.
1) kleiner nagel: negelchen, claviculus Dief. gl. 126b; näglichen, unguiculus, clavulus Steinbach 2, 100; konnte auch den kleinen katechismum Lutheri auf ein nagelchen auswendig. Schweinichen 1, 34; etwas auffm näglichen herzehlen. Herberger 2, 290 bei Wander. s. DWB nagel I, 1, o.
2) nelke und nelkenartige blüte: die naglichen, wan sie in ihrer vollen blühte stehen. Zesen nägleintahl (1687) 15; die nägelchen der hollunderblüthen sind erschlossen und würzen die luft. Augsb. allgem. zeitung 1866 s. 1953a.
3) gewürznelken: darumb schaffet uns ... nägelchen und zimmetholz von der apotheken. Julius v. Braunschweig 145 Tittm.; die Perser kochen es (das kraut) mit klahrem wasser, anisz oder fenchel, etliche thun auch ein wenig negelcken darzu, und versüszen es mit zucker. persian. reisebeschreib. 5, 17; nägelchen, gewürznägelchen. Weserzeitung 1853 nr. 3059; nägelken, garten- und gewürznelke. brem. wb. 3, 212.
 
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nageldocke, f. ein starkes nageleisen, worin der kopf eines groszen nagels geschmiedet wird. Jacobsson 3, 123b.
 
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nägelein, näglein, n. demin. zu nagel, verkürzt aus nägellein wie schon mhd. negelîn neben negellîn.
1) kleiner finger- oder zehennagel: nägelein an händen und füszen, unguiculus Stieler 1323; kreidenweisz nägelein Fischart Garg. 77a; klopfs nägelin (mach die nagelprobe). 208b (s. nägeleinklopfen); beim nägelein, ad unguem, exacte Aler 1443b; beim näglein haben wollen, ad unguem exigere Schm. 1, 1732 Fromm. (v. j. 1618); auf ein nägelein, auf einem nägelein kennen, wissen u. s. w. (s. nagel I, 1, o);

wo im (dem weisen) abgang, und wisheit gbrist,
verscht er uff eim näglin sich.
Brant narrensch. 112, 7;

auf ein negelin auszwendig wissen. Luther tischr. 166b. Fischart Garg. 141b; man müszte dann die gantz metaphysic Aristotelis auf eim negelin können. bienenk. 228b; er weisz .. alle .. kreutzgäng, alle weihungen der kirchen .. auf eim nägelin zu erzelen. 158b; er kan dieselbe kunst auf ein nägelein. 124a; ich kond doch den Donatt uff dem nägelin uszwendig. Th. Platter 36 B.; so sys doch ihres sinnes auf einem nägelin auszwendig kündten. S. Frank weltb. 161a; wird ich es ihnen nimmermehr gestehen, sondern auf dem nägele weg läugnen. Philander 1, 591; schweiz. uffim negeli hersagen Seiler Basler mundart 220a; bair. aufs nagel, aufs haar, ganz genau Schm. 1, 1732 Fromm.; aufs nägelein ausztrinken, exsiccare poculum Aler 1443b (s. DWB nagel I, 1, p); aim uffim negeli krazen, ihm schmeicheln Seiler a. a. o.
2) kleiner nagel, stift u. dgl.: nagelin, clavillus Dief. gl. 126b; nägelin, clavulus Maaler 301d. nägelein, zwicke der schuster, claviculus Aler 1443b; man hat ihm ein spitz näglein durch den schuh geschlagen, er hat verdrusz gehabt. Lehmann 95; schweiz. e sach fo aim negeli ans ander hänke, immer wieder aufschieben, mit neuen schulden die alten bezahlen. Seiler 220a (s. DWB nagel II, 4).
3) einem nägelein ähnliches.
a) das blumenpistill: zemittelst (in der lilie) stêt ein gelbeʒ nägel dar inn, und dar umb stênt klaineu dingel mit gelben hauptleinn. Megenberg 406, 5.
b) die gartennelke (dianthus) oder eine nelkenartige blüte: grasblumen oder negelein (donder-negelein, wild negelein, feld-negelein etc.). Bock kräuterbuch 458 f.; zur lust wolt ich haben weisze lilien, roszmarien, rosenstöcke, violet und allerhand nägelein. Schuppius 100;

der rosen milch und blut musz ihren wangen weichen,
kein rotes negelein mag ihrem munde gleichen.
Fleming 216, 13 L.;

auf liebe nägelein, auf gönstige narcissen,
auf schöne hiacynth ist sie schon ietzt beflissen. 60, 73;

[Bd. 13, Sp. 265]



auch swertlein, lilgen, nägelein,
narcisz und sonnenwendel.
Spee trutzn. 88 B.;

nägelein, betonica altilis, sive coronaria Stieler 1325; bair. das nagerl (s. Weinh. bair. gr. s. 244) Schm. 1, 1732 Fromm., kärnt. nagile, nagerl Lexer 195, tirol. nagele Schöpf 457, schwäb. nägele Schmid 400, schweiz. nägeli, nägli Stalder 2, 229. Seiler 218a, henneb. nägele Spiesz 169, garten- und gewürznelke (s. das folgende).
c) die als knospe gebrochene und getrocknete blüte des gewürznelkenbaumes (caryophyllus), die gewürznelke, mhd. negellîn, negelîn, negel:

dâ lac der zuckersâme,
diu muscât und daʒ negellîn. troj. krieg 28297;

muscât unde negelîn
brâchen sî die hende vol. Virginal 683, 11;

des (nägelpaumes) früht sint nägell, die sint gar nütz den, die si gern smeckent und eʒʒent, ob si siech sint an der sêle kraft, wan si machent ain guot sêl. die nägel sint haiʒ und trucken und sint gar scharpf auf der zungen und haiʒent ze latein caryophyli. Megenberg 367, 25. in vocabularien negelîn, neigelîn, negellî, negel, caryophyllum Dief. gl. 101c, nov. gl. 76a; nägelein alias gewürznägelein, cariophylla. Stieler 1325;

negilîn und och ingber
das verkauffends an den fîrtagen. teufels netz 9816;

negel, muscat, plunen. U. Stromer 100, 28; negelein städtechron. 2, 316, 26; acht lot negelen A. Tucher haushaltbuch 12 (v. j. 1506) u. oft; so er .. ein süplin oder nägli oder zuckererbisz iszet. Schade sat. 3, 175, 33 (neigelin 280, 3); nägelein machent dem leib ain gtten ruch und sterkent den magen. J. Tollat maisterlichs büchlin 23b; ceylonsche nägelein Brockes 2, 67; zimmet und nägelein F. Müller 1, 29.
 
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nägeleinbalsam, m. nelkenbalsam Zedler 23, 394.
 
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nägeleinbaum, m. gewürznelkenbaum, caryophyllum Dief. gl. 101c. Nemnich 3, 405; das laub am negeleinbaum vergleicht sich beinahe dem lorbeer laub, doch kleiner. Bock teutsche speiszkammer 77; bei Megenberg nägelpaum: garryophylon haiʒt ain nägelbaum, daʒ ist ain staud, diu wechset in India. 367, 24.
 
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nägeleinblatt, n.: nagelnblat, dasemum Diefenbach-Wülcker 777; nägelplat blatt des nelkenbaums Megenberg 367, 24.
 
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nägeleinblume, f.: chariophilus, ein negelinblum Murmelius 102; nägeleblm von Portugal, scopa Maaler 301d.
 
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nägeleinbraun, adj.: dasz er .. den nägeleinbraunen bindfaden, womit die klagschrift .. umwickelt gewesen, als einen gelben zu protokoll gebracht. J. Paul flegelj. 4, 11. s. DWB nägelbraun, DWB nägelfarbe.
 
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nägeleinbrühe, f. mit nägelein gewürzte brühe: ein karpf in einer nägeleinbrühe. Nürnberger kochbuch (1712) 167.

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,