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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
nachwelt bis nachwerberin (Bd. 13, Sp. 230 bis 231)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) nachwelt, f.
1) in zukünftiger zeit lebende menschheit, überhaupt ein kommendes geschlecht oder zeitalter; gegensatz zu welt, vor- und mitwelt: nachwelt, posteritas, aetas posthuma, homines postfuturi Stieler 2493. Aler 1441b; vorwelt, gegenwart und nachwelt. Herder 1, 414 H. überschrift;

was wär von tapfren thaten,
was wär von klugem rathen
der nachwelt kündig blieben,
wann diese nicht geschriben?
Logau 3, 6, 13;

so lang nach teutschem heldenblut
die nachwelt schöpfen wird den mut,
wird auch dein name klingen.
M. Abele gerichtshändel (1684) 1, 580;

den grund zum glück der nachwelt werfen,
läszt auch zu nacht ihn nimmer ruhn.
Haller 13;

die letzte nachwelt würde lesen,
dasz ihr der euren zier gewesen. 119;

er (der dichter), den welt und nachwelt liest?
Lessing 1, 3;

sieh! die erstaunte nachwelt umkniet dein bild.
Götz 2, 122;

[Bd. 13, Sp. 231]



und wenn die nachwelt mit genieszen soll,
so musz des künstlers mitwelt sich vergessen.
Göthe 9, 112 (Tasso 1, 2);

wenn ich nur nichts von nachwelt hören sollte;
gesetzt dasz ich von nachwelt reden wollte,
wer machte denn der mitwelt spasz? 12, 10 (Faust, vorspiel);

wie schön
und göttlich grosz im orient des sohnes
noch einmal zu der nachwelt umzukehren,
der sonne gleich, die in der spiegelscheibe
des mondes wieder aufersteht.
Schiller 5, 1, 74 (don Carlos 2, 3);

eh mich die welt mit jenen elenden
verwechselt, die der tag erschafft und stürzt,
eh spreche welt und nachwelt meinen namen
mit abscheu aus. 12, 231 (Wallensteins tod 1, 7);

dem mimen flicht die nachwelt keine kränze. 12, 6;

der ruhm seiner gelehrsamkeit erfüllte sein ganzes jahrhundert und hat seinen namen zur nachwelt getragen. 7, 137; du hast recht: die nachwelt ist nicht mehr wie die mitwelt. was wir haben ist nicht viel, und was wir hatten wissen wir nicht. Zelter an Göthe 319 (2, 472); Europa und die nachwelt soll wissen, wie rechtswidrig man mit uns umgeht. Lavater nachgel. schriften 1, 6;

wirke für mitwelt kräftig, so hast du gewirkt für die nachwelt. 3, 313;

herrlicher prangt es (Florenz) nun
als zier der nachwelt.
Platen (1847) 2, 187;

höchst genial zwar nennet sprachwidrige verse die mitwelt;
aber du wirst, nachwelt, lieben ein edleres deutsch! 2, 295;

verklagt die mitwelt bei der nachwelt nicht.
Chamisso (1872) 2, 157;

plural:

jene, an deren grab
nachwelten staunen.
F. L. Stolberg 1, 19.

übertragen von der thierwelt: hier füttert die mutter (die taube) ihre kinder, dort brütet die andere eine noch zukünftige nachwelt aus. Gellert (1784) 4, 238.
2) in engerer bedeutung nachkommenschaft, kinder: sie mit ihrer frau und kleinen nachwelt Rabener briefe 181.
 
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nachweltlich, adj. der nachwelt angehörend.
 
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nachweltpreis, m. immortalis posteritatis memoria Stieler 1477.
 
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nachweltruhm, m.:

wer den höchsten gipfel erstieg, ist zu stolz, auf dem zweiten
sich zu zeigen; und doch wär's nachweltruhm, wenn zu diesem
du dich erhübst.
Klopstock 2, 234.


 
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nachwenden, verb. wenden, kehren nach, obvertere Stieler 2505: so wendet meine seele, wie eine blume der sonne sich nachwendet, deinen fröhlichen muthigen worten sich nach. Göthe 11, 2, 246 H.
 
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nachwendig, adj.
1) mhd. nâchwendec (Lexer 2, 12), nahe hinzu gewendet, nahe, benachbart, verwandt: dem nachwendigen (vicina) fleisch. vierte bibelübers. 3 Mos. 13, 21; dirr Boos ... der ist unser nachwendiger (consanguineus). biblia Augustana Ruth 3, 1 bei Oberlin 1105 (Luther: unser freund); und hant si enhein nachwendigen fründ. weisth. 4, 304 (vom j. 1393).
2) nachfolgend: die nachwendigen (posterior) glori. vierte bibelübers. 1 Petr. 1, 11. s. Kehrein gramm. 2, 185.
 
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nachwendig, nachwendigs, adv. nachfolgend, nachmals: den graven und nachwendig den hertzogen von Saphoy. schutzschrift betreffend die ungebürlich entwerung, dem herrn Karln hertzogen zu Saphoy widerfarn (1536) A iia; auch nachwendigs aus babstlicher und kaiserlicher macht bestätt B ib.
 
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nachwendigkeit, f. hereditas, s. Kehrein gramm. 2, 148 (aus der vierten bibelübers. Ruth 3, 13. Jer. 32, 8); md. godes nâwendicheit (nähe). Marienlieder in der zeitschrift für deutsch. alterthum 10, 89, 36.
 
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nachwerben, verb. hintennach werben, im werben folgen. Stieler 2548.
 
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nachwerber, m. gegensatz zu vor- und mitwerber: die vorwerber sind abgetreten, den mitwerbern ist es nicht besser gegangen ..; die nachwerber sind nun an ihrer reihe der lehre, des raths, der hülfe bedürftig. Göthe 53, 167; einer der um etwas wirbt, wornach trachtet: consectator, nachsteller, nachwerber. Frisius 306a.
 
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nachwerberin, f. consectatrix Maaler 301a.

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,