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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
nachweis bis nachweltruhm (Bd. 13, Sp. 230 bis 231)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) nachweis, m. das nachweisen (2): einen nachweis führen, liefern, geben u. s. w.; den gründlichen nachweis geben. Dahlmann dän. gesch. 1, 37.
 
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nachweisbar, adj. was sich nachweisen läszt: ein nachweisbarer vortheil, irrthum u. s. w.
 
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nachweisen, verb.
1) mit persönlichem objecte, einem den weg (nach einem vorangegangenen) weisen, zeigen: mhd.

si wîste in unrehte nâch. Parz. 141, 30;

nhd. so mochten sie des hufschlags, der si nach weisen het mügen, nit gesehen. Wilwolt v. Schaumburg 105.
2) mit sachlichem objecte.
a) anzeigen wo etwas zu finden, dasz und wo etwas vorhanden ist, indicare, demonstrationem facere Stieler 2486; den weg, fehler, irrthümer u. dgl. nachweisen;

folgend dem weg des geschicks, den die göttliche mutter mir nachwies.
Voss Än. 1, 382;

von fünf, sechs einwohnern (Nürnbergs) wuszte mir kaum éiner Dürers leichenstein nachzuweisen. Zelter an Göthe 4, 411; dieser zustand roher natur läszt sich freilich .. bei keinem bestimmten volk und zeitalter nachweisen. Schiller 10, 360.
b) beweismittel beibringen und durch dieselben etwas begründen, einen nachweis führen: sein recht, seine abstammung u. dgl. nachweisen.
 
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nachweiser, m. einer der nachweist.
 
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nachweislich, adj. gleich nachweisbar.
 
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nachweisung, f. das nachweisen (2) Stieler 2486: sein regiment ward nach dem frieden zerrissen, wer weisz, in welche verwirrung von rechnungen und nachweisungen er dadurch gerathen? Lessing 1, 528; der vater trug in eine mit leeren folioblättern durchschossene quartbibel bei jedem verse die nachweisung auf das buch ein, worin er über ihn etwas gelesen. J. Paul 48, 330 H.
 
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nachwelken, verb. hintennach welken, im welken folgen:

ein sturm der kam! der zweig, er brach,
sein blättlein welket nach!
Herder 16, 235.


 
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nachwelt, f.
1) in zukünftiger zeit lebende menschheit, überhaupt ein kommendes geschlecht oder zeitalter; gegensatz zu welt, vor- und mitwelt: nachwelt, posteritas, aetas posthuma, homines postfuturi Stieler 2493. Aler 1441b; vorwelt, gegenwart und nachwelt. Herder 1, 414 H. überschrift;

was wär von tapfren thaten,
was wär von klugem rathen
der nachwelt kündig blieben,
wann diese nicht geschriben?
Logau 3, 6, 13;

so lang nach teutschem heldenblut
die nachwelt schöpfen wird den mut,
wird auch dein name klingen.
M. Abele gerichtshändel (1684) 1, 580;

den grund zum glück der nachwelt werfen,
läszt auch zu nacht ihn nimmer ruhn.
Haller 13;

die letzte nachwelt würde lesen,
dasz ihr der euren zier gewesen. 119;

er (der dichter), den welt und nachwelt liest?
Lessing 1, 3;

sieh! die erstaunte nachwelt umkniet dein bild.
Götz 2, 122;

[Bd. 13, Sp. 231]



und wenn die nachwelt mit genieszen soll,
so musz des künstlers mitwelt sich vergessen.
Göthe 9, 112 (Tasso 1, 2);

wenn ich nur nichts von nachwelt hören sollte;
gesetzt dasz ich von nachwelt reden wollte,
wer machte denn der mitwelt spasz? 12, 10 (Faust, vorspiel);

wie schön
und göttlich grosz im orient des sohnes
noch einmal zu der nachwelt umzukehren,
der sonne gleich, die in der spiegelscheibe
des mondes wieder aufersteht.
Schiller 5, 1, 74 (don Carlos 2, 3);

eh mich die welt mit jenen elenden
verwechselt, die der tag erschafft und stürzt,
eh spreche welt und nachwelt meinen namen
mit abscheu aus. 12, 231 (Wallensteins tod 1, 7);

dem mimen flicht die nachwelt keine kränze. 12, 6;

der ruhm seiner gelehrsamkeit erfüllte sein ganzes jahrhundert und hat seinen namen zur nachwelt getragen. 7, 137; du hast recht: die nachwelt ist nicht mehr wie die mitwelt. was wir haben ist nicht viel, und was wir hatten wissen wir nicht. Zelter an Göthe 319 (2, 472); Europa und die nachwelt soll wissen, wie rechtswidrig man mit uns umgeht. Lavater nachgel. schriften 1, 6;

wirke für mitwelt kräftig, so hast du gewirkt für die nachwelt. 3, 313;

herrlicher prangt es (Florenz) nun
als zier der nachwelt.
Platen (1847) 2, 187;

höchst genial zwar nennet sprachwidrige verse die mitwelt;
aber du wirst, nachwelt, lieben ein edleres deutsch! 2, 295;

verklagt die mitwelt bei der nachwelt nicht.
Chamisso (1872) 2, 157;

plural:

jene, an deren grab
nachwelten staunen.
F. L. Stolberg 1, 19.

übertragen von der thierwelt: hier füttert die mutter (die taube) ihre kinder, dort brütet die andere eine noch zukünftige nachwelt aus. Gellert (1784) 4, 238.
2) in engerer bedeutung nachkommenschaft, kinder: sie mit ihrer frau und kleinen nachwelt Rabener briefe 181.
 
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nachweltlich, adj. der nachwelt angehörend.
 
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nachweltpreis, m. immortalis posteritatis memoria Stieler 1477.
 
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nachweltruhm, m.:

wer den höchsten gipfel erstieg, ist zu stolz, auf dem zweiten
sich zu zeigen; und doch wär's nachweltruhm, wenn zu diesem
du dich erhübst.
Klopstock 2, 234.

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,