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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
nachtzeug bis nachvernunft (Bd. 13, Sp. 226 bis 227)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) nachtzeug, n.
1) zeug für die nacht, nachtkleidung, flammeum Aler 1441b; nachtzeug heiszet diejenige einkleidung, deren sich das frauenzimmer, wenn es schlaffen gehen will, bedienet. Amaranthes frauenzimmerlexic. 1316; wenn meine frau im nachtzeuge bleiben will. Möser 2, 257;

lustiger kleid ich indesz den wähligen buben in nachtzeug.
Voss ged. 2, 211.


2) in engerer bedeutung eine art bequemen kopfputzes, den frauen und mädchen ehemals bei tage trugen: nachtzeug ist eine gantz besondere art eines aufsatzes, dessen sich das frauenzimmer nach jetziger frantzösischer mode zu bedeckung des haupts bedient. Amaranthes frauenzimmerlex. 1315.
3) gerätschaft zum nächtlichen fischen: wo aber solich vischen bei nacht beschähe oder ymandt ausz solichen wassern nachtzeug, es weren angel, reusen, schürgarn oder anders hübe, das will ein rate für einen diebstal halten und straffen. Nürnberger polizeiordnungen 190 (v. j. 1469).
 
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nachtziel, n.
1) zeit einer nacht: ain nacht- oder tagzill. österr. weisth. 6, 489, 18. 21 (v. j. 1608).
2) die nachtziel gleich nachtselde und wol daraus d. h. aus der verkürzten form nachtsel verderbt und umgedeutet Schmeller 2, 268 Fromm. (16. jh.). Haltaus 1400. Zedler 23, 294.
 
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nachtzug, m. nächtlicher zug: einen nachtzug anstellen, unternehmen u. dgl.; mit einem nachtzuge (der eisenbahn) reisen, ankommen; um ein uhr geht der nachtzug. Westermann monatsh. 304, 434a; weidmännisch gleich nachtstellen. Kehrein 216.
 
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nachübel, n. nachgebliebenes übel, nachwehen: dieser tiefsinn .. möge ihm wol noch als nachübel seines zustandes anhaften. Immermann Münchh. (1841) 2, 124; nachübel des kriegs. Becker.
 
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nachüben, verb. hintennach, nachholend oder nachahmend üben Stieler 65.
 
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nachübung, f. praxis, usus Stieler 66.
 
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nachurtheil, n.
1) hintennach gefälltes, auf etwas vorangegangenes sich stützendes urtheil: was nachurteil aus meiner verbannung volgen mögen. Hutten in Wackernagels leseb. 3, 1, 220.
2) nachurtheil heiszet in der vernunftlehre dasjenige urtheil, zu welchem man durch schlüsse gelanget, es wird

[Bd. 13, Sp. 227]


entgegengesetzt dem grundurtheile. Zedler 23, 294; wenn diese (die wieder sehend gewordenen blinden) nicht erst eine zeit lang das gefühl mit dem gesichte vergleichen und durch eine lange gewohnheit die nachurtheile der seele mit unter die empfindungen mischen lernen, so sehen sie aus mangel gehöriger richtung alles undeutlich und es scheint ihnen auf den augen zu liegen. M. Mendelssohn 4, 2, 190.
 
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nachurtheilen, verb. ein nachurtheil fällen, sprechen Stieler 2273.
 
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nachverlangen, verb. das verlangen, die sehnsucht wonach durch worte oder geberden ausdrücken: das kind ver langt der (weggegangenen) mutter nach;

nach dem bilde niederhangend,
starrt sie zweifelnd und beglückt,
und das bild, ihr nachverlangend,
starrt bewundernd und entzückt.
Lenau (1880) 1, 309.


 
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nachverlassen, verb. hinterlassen: nachverlassner ehlicher sohn. Fischart Garg. 208a.
 
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nachvernunft, f.: wenn du durch neigungen gefallen bist, straft dich die nachvernunft oder das gewissen, dasz du jener stimme gottes, der vorvernunft, nicht gehorsam warst. Hippel 9, 274.

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,