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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
nachtrippeln bis nachtruhe (Bd. 13, Sp. 209 bis 210)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) nachtrippeln, verb. trippelnd folgen:

ich tripple nach, so lange zeit;
wie sind die andern schon so weit!
Göthe 12, 209;

und so froh, wie fisch' im bach,
trippelten die beiden alten
nun dem reichen manne nach.
Langbein (1854) 1, 88.


 
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nachtritt, m. das nachtreten, nachfolgen (sequela, imitamen Stieler 2337), gegensatz zu vortritt: ich freue mich des nachtritts, wenn übermögende grösze vorangeht. F. Müller Faust 9, 24 neudruck; vortritt ist besser als nachtritt. Rückert mak. 2, 228; dann musz ich den nachtritt thun. Freytag ahnen 1, 483.
 
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nachtritt, m. nächtlicher ritt: frühritt ist besser als nachtritt. Rückert makamen 2, 228.

[Bd. 13, Sp. 210]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) nachtrock, m. schlafrock, vestis coenatoria, mastruca Stieler 1573; ein nachtrock von catalanischen decken gemacht. F. Platter 191. 234 B.; er (Egmont) trug einen nachtrock von rothem damast. Schiller 9, 25; ich sah, sie sprang vom bette auf, warf den nachtrock um. Bürger 310 (Macb. 5, 1; schlafrock Schiller 13, 130); während sie den weiten nachtrock umwarf und mit der nachthaube sich nicht viel mühe gab. Gotthelf erz. 1, 4. Seiler Basler mundart 217b; nachtsrock Elis. Charl. v. Orl. (1871) 483. (1874) 431.
 
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nachtrollen, verb.
1) intransitiv, trollend nachfolgen: nichts ist widerwärtiger als die majorität: denn sie besteht aus wenigen kräftigen vorgängern, aus schelmen die sich accomodiren, aus schwachen die sich assimiliren, und der masse, die nachtrollt, ohne nur im mindesten zu wissen was sie will. Göthe 22, 258; mit dativ:

Petrus mit echtzen, blaszn und schnauben
must immer nach-drollen der gaisz.
H. Sachs 5, 111, 32 K.;

so wie du meinest, trolle
ich ihm nicht immer nach (spreche ich dem kritiker nicht urtheillos nach).
Klopstock 6, 545 H.


2) transitiv, trollend nachmachen: siehe! daher scheinen die groszen genies bald den systematischen marsch ihres krebsgängigen widersachers nachzutrollen. Hamann 2, 491.
 
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nachtrose, f. das geisblatt, lonicera caprifolium Hoffmann pflanzenatlas (1881) s. 9.
 
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nachtroth, n. röthlicher glanz der mondhellen nacht: und hinein in die welt .. möcht ich mich auch stürzen, so oft ich in das nachtroth dort schaue. J. Paul Titan 2, 157.
 
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nachtröthe, f.: er sah nach der nachtröthe (nordlicht), welche vom norden her so hell schien, wie er sie noch niemals geschaut. Freytag ahnen 1, 511.
 
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nachtrotten, verb. trottend nachfolgen: er .. trottete der alten, die ihm den weg wies, nach. Zingerle hausmärchen 2, 28.
 
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nachtruf, m. nächtlicher ruf: aus der ferne klang mahnend ein nachtruf von männerstimmen. Freytag ahnen 1, 212.
 
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nachtruhe , f. mhd. nahtruowe, md. nachtrûe, nachtrû.
1) nächtliche ruhe, stille, nox tranquilla Stieler 1635; wenn er ihnen nüchternheit, zucht und nachtruhe empfahl. Freytag ahnen 5, 113.
2) die ruhe, der schlaf während der nacht: mhd.

dâ mit die bruoder schieden alle dô von dan
und lieʒen dô die herren die nahtruowe hân. Wolfdietrich D V, 122, 4;

nhd. so ander weiber ir nachtrue haben,
so hat er ein schinden und schaben
und zeucht mich umb die ganze nacht. fastn. sp. 241, 19;

also solt man straffen solch knaben,
so lieszens die leut ir nachtru haben. 1159, 23;

wo er sein nachtruh haben (schlafen) solte? Bocc. 1, 51a; darumb seind dise zwen wünsche gerichtet, dasz sie gott vor dem gähen todt bewaren wölle im schlaff und irer nachtrhe. Agricola sprichw. nr. 547; so hab ich mein nachtrug an der thure solicher apoteken. Schade sat. 3, 36, 17;

wann nach vielen plagen
die nachtruh uns befällt, die glieder uns erquickt.
S. Dach 266 Öst.;

gott, meiner augen liecht und zier,
für diese nachtruh dank ich dir. Mayntzisch gesangbuch vom j. 1661:

heut scheints komm ich wieder einmal um meine nachtruh. H. L. Wagner Voltaire 12, 5 neudruck; die abmüdende bewegung des tages hatte ihm die süszeste nachtruhe verdient. Göthe 21, 149;

mir sandtest du ganze
heere gewappneter flöhe daher, todfeinde der nachtruh.
Platen (1847) 2, 225;

zur nachtruh hätt ich weiches laub gestreut,
in meinen schoosz sein liebes haupt genommen.
Immermann 3, 213;

wie war die nachtruhe, vetter? Freytag ahnen 1, 156; da ging in manchem hause .. die nachtruhe verloren. 4, 125; übertragen:

sonne, zier der erde,
die du zu der nachtruh schreitest.
Opitz (1645) 3, 71.

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,