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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
nachträumen bis nachtreif (Bd. 13, Sp. 207 bis 208)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) nachträumen, verb.
1) transitiv, träumend, im traume wiederholen:

indesz ohnmächtger mücken nichtger schwarm
im kalten strahl ein kurzes stündchen spielt
wie nachgeträumter sommer.
Tieck 3, 480;

was mich erfreut auf meinen wegen,
das träumt ich nun im schlafe nach.
Lenau (1880) 1, 75;

betrachtend, wie in sich ein abgeblühter baum
versunken winterlich, nachträumt den blütentraum.
Rückert brahm. 18, 47.


2) intransitiv, träumend oder träumerisch gedenken, nachsinnen, mit dativ: und man träumt der reichen ... lichterwelt noch lange nach. J. Paul bücherschau 1, 168; er träumte ihr einige augenblicke nach (sah ihr träumerisch nach). Thümmel 5, 515.
 
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nachträumen, n.: allmählig sank er ins vorträumen hinein, was so verschieden vom engern nachträumen ist. J. Paul flegelj. 1, 138; das willkührliche nachträumen aller völker-träume und zeiten-träume. vorschule 3, 97.
 
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nachträumer, m.: der nachträumer der aufklärung .. wird nach dem erwachen alle gaben des traums in der wirklichkeit haben wollen. J. Paul komet 2, xvi.
 
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nachträumlichkeit, f.: (der mensch) ahnet hier dinge aus einer andern welt, die aber eigentlich undinge sind und weder gestalt noch begränzung haben, sondern als leere nacht-räumlichkeit ängstigen und den der sich nicht losreiszt mehr als gespensterhaft verfolgen. Göthe 49, 90.
 
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nachtraupe, f. gleich erdraupe, am tage in erdlöchern lebende raupe. encyclop. d. naturg. 3, 229b. Zedler 23, 283.
 
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nachtrecken, verb. nachziehen, nachschleppen; intransitiv:

der schwanz must in dem staub nachtrecken.
Rollenhagen froschm. II, 2, 5, 27.


 
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nachtreffer, m. der nächste treffer nach dem haupttreffer einer lotterie. Augsb. allgem. zeitung 1825 nr. 9.

[Bd. 13, Sp. 208]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) nachtregen, m. nächtlicher regen: das durch einen nachtregen erst erfrischte grün der fruchtfelder. Göthe 22, 192; d' nachtrög'n im mai sind kerndieb. oberösterr. bauernregel bei Wander 3, 853.
 
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nachtreiben, verb. absolut und transitiv.
1) hinterher treiben: da er ohn gefahr zum meer durch nachtreibenden windt kommen ware. Fronsperger 3, 259b; die säw nachtreiben. Fischart Garg. 224a;

ach hirte, lieber hirte mein,
was hab ich dir gethan,
dasz ich musz alle morgen, morgen
treiben mein kühlein nach,
treiben mein kühlein nach. volkslied (unter dem Harz);

er aber schwang zu wagen wieder sich,
ergriff das blinkende gezäum, und trieb
im hui sein ehernhufiges gespann
Tydiden nach.
Bürger 162a.

holz nachtreiben, das an den ufern hängen gebliebene flöszholz flottmachen. Jacobsson 3, 118b.
2) von pflanzen, neue triebe machen: der baum treibt nach, treibt blätter nach; bildlich: die natur treibt im menschen die verschiedenen zweige seiner entwickelung in periodischer folge ... wenn sie den einen jeweilig begünstigt, so grünt der andere weiter, und es wird dem ganzen baume des lebens das gedeihlichste sein, wenn neben dem von der jahreszeit geförderten schosse die zurückgedrängten weder unzeitig wetteifernd nachtreiben, noch auch der saft ihnen ganz entzogen wird. Gervinus literaturg. 55, 657.
 
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nachtreich, n. das reich der nacht, die unterwelt, hölle:

des nachtreichs
fürsten zu schrecken.
Sonnenberg;

ein todter im dumpfigen wuste des nachtreichs.
Voss antisymb. 1, 215;

den reichen und vornehmen mann aber .. stieszen sie hinab in das finstere nachtreich. Freytag ahnen 1, 472.
 
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nachtreif, m. pruina nocturna Stieler 1585; nicht alle knospen hatte der nachtreif vernichtet. Freytag handschrift 2, 82; mühsam ist der streit zwischen tageswärme und nachtreif. ahnen 1, 416.

 

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1) nachtrabe
 ... nachtrabe , m. ahd. nahthraban, nahtraban, nahtrafan,