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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
butzkopf bis putznärrin (Bd. 2, Sp. 596 bis 597)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) butzkopf, m. delphinus orca.
 
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bützlein, n. diminutiv von butze, in allen bedeutungen.
1) ocellus, an obst, blume und korn: ein omeisz tregt in, so das korn zeitig ist und beiszet das bützlin an dem weiszen (weizenkorn) ab, das wachsen solt und frucht bringen, als gescheid ist ein omeisz, das hat im gott angeschöpft. Keisersb. brösmal. 54a. vgl. butzweize; mitten in der blume (der malva alcea) erscheinet ein goldgelbes bützlein. Tabernaem. 1155; der blust und was ime zustendig als dessen blettlein, butzlein und der samen. Thurneisser infl. wirk. 11; aus in kleine, schneeweisze blümlein mit braunfarben bützlein entstant. 62.
2) caput ulceris: so ein hitz oder frost kompt mit eim adereiszle, schwarz, auszenumb rot, mit einem weiszen bützlin. Paracelsus chir. schr. 432a.
3) punctulum: andere wöllen, die schwarzen bützlin oder pünctlin am ende der ohren seien inen (den schnecken) von natur geben anstatt der augen. Forer fischbuch 194b.
4) meta, zielpunct, pünctlein, oder visier, korn zum absehn:

gar weh dem zwölften war im kopf,
vom stand auf dbüchs fiel im ein tropf,
dasz er das bützlin nit kondt sehen,
also den schusz nit recht ausspehen.
Haupt 3, 249.

[Bd. 2, Sp. 597]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) putzlich, ornans, decens: der anzug hatte eine gewisse butzliche zierlichkeit, nicht leicht wagte einer in stiefeln und überrock zu erscheinen. mem. des ritters von Lang. 1, 11.
 
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putzliebend, cultum amans, putzsüchtig: die putzliebenden warten auf die kleidungsstücke oder modesachen, die der reisende etwa mitzubringen auftrag hatte. Göthe 23, 172.
 
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putzmacherin, f. mundi muliebris fabricatrix, aufsteckerin, haubenmacherin.
 
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putzmeiszel, m. ein gerät der klempner zum durchschlagen der löcher auf dem werkblei.
 
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putzmesser, n. culter tonsoris, bartmesser.
 
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putzmittel, n. mitten in den furchtbarsten koth versenkt, sollte man sich mit reinlichkeits- und putzmitteln beladen, wo man nach brot seufzte, sich mit staub zufrieden stellen. Göthe 30, 88.
 
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butznarr, putznarr, m. hier zeigt sich offenbar die nähe beider bedeutungen, 1) butznarre, der sich verbutzt, vermummt: von fasznachtnarren oder butznarren. überschrift bei Höniger 394; meinstu, das sich solche gsellen umb des küchles und schlaftrunks halben vermummen und verbutzen? daselbst. 2) putznarr, ein putzsüchtiger mensch, kleidernarr.
 
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putznärrchen, n.
 
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putznärrin, f.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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