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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
buschklafter bis buschnägelein (Bd. 2, Sp. 561 bis 562)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) buschklafter, f. was waldklafter: frischgeschlagen, wie sie im walde aufgesetzt ist.
 
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buschklepper, m. latro silvas obsidens, strauchdieb, weil räuber und spitzbuben sich in den büschen bergen oder, den vogelstellern und jägern ähnlich, auf den busch klopfen, sp. 558. hiernach scheint auch der name zu deuten, aus buschklopfer, buschklöpfer, verderbt in buschklepper. es gibt eine schrift Flemings vom klopfjagen, woraus erhellt, dasz die treiber mit stecken an die büsche klopfen, das wildbret sachte klopfen und treiben, baculis compellere feras latentes; es soll auch keiner in wälden das wild zehmen oder kirre machen, welches klopfen genennet wird, bei verlust der waare, pferde und wagen. Sigismund preusz. const. a. 1538 §. 22.
Doch läszt sich auch eine andre ableitung hören. nd. ist kleppen hurtig laufen, nakleppen nacheilen, wegkleppen schnell fortlaufen, nnl. kleppen, klappen ist klappern und ein schnell fortlaufendes pferd klappt mit dem huf, ein schnelles reitpferd heiszt reitklepper, postklepper, dän. klepper, kleppert, isl. klepphestr, böhm. kleprljk, kleperljk sonipes, tolutarius, russ. kleper''. ebenso könnte der buschklepper davon benannt sein, dasz er durch busch und wald rennt, kleppern und klappen aber mit klopfen selbst in berührung stehn. s. DWB buschreiter.
Endlich heiszt der specht baumhacker, baumklopfer, δρυοκολάπτης und ein strauchdieb, der im wald lärmt und überfällt, dürfte ihm gleichgestellt werden. zu dieser auslegung würde man sich neigen, wenn der ausdruck buschklepper älter wäre, er scheint aber vor dem 17 jh. nicht zu begegnen.
etzliche parteigänger und buschklöpfer. Schuppius 305; alle wege und stege von buschklöppern ledig machen. Praetorius storch u. schwalb. 382; damit solche buschklöpfer eben sowenig nach anderer leute geld und gut, als nach luft schnappen könten. träum. Pasquinus 365; hatte sich unter die spitzbuben begeben und war in diese löbliche puschkleppergesellschaft getreten. Weise kl. leute 140; hört doch ihr verfluchten buschklepper! comöd. pr. 46; und wäre allda (im Schwarzwald) unter die puschklöpper und straszenräuber gerathen. maulaffe 241; warum past er mir in allen hohlen wegen so tückisch auf, und zwingt mich ihm nicht als einem soldaten sondern als einem buschklepper zu begegnen? Lessing ...
 
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buschklöpferisch, praedatorius: wie Olivier seine buschklöpferische übelthaten noch wol zu entschuldigen vermeine. Simpl. ed. Keller s. 607.
 
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buschkrötengras, n. juncus effusus.
 
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buschläufer, m. servus a pedibus: ich war erst nur buschläufer bei dem herrn von Mende an der Rhone. Tieck Cev. 1, 214. s. DWB buschklepper.
 
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büschlein, n. in mehrern bedeutungen.
1) fasciculus, ein buschlein, kranz, collectio herbarum. Eichman voc. pred. d 3b; puschelein oder purdlein. voc. 1482 aa 1a; das ich alle andere brief in ein büschlin binden und neben mich legen muste, bis ich aufgearbeitet hatte. Luther 5, 528b; drei oder vier, ja zehen pfrunden in éin buschlein zu binden. bienenk. 223b; kawet er etlich büschlin spanischer gratias. Garg. 163b. vgl. DWB busch 2 und büschel.
2) frutex minutus, büschchen: es mag leicht ein klein büschlein sein, das ein fuder holz umbwirft. Henisch 569, 29.

[Bd. 2, Sp. 562]



3) crines pubis feminae:

aus Frankreich den gewelbten bauch,
aus Baierland das büschlein rauch. Garg. 76b;

er meint den ritterlichen streit im rauhen büschlin, praelia venerea intelligens. geschwenk Bebelii f.
4) büschlein, nachgeburt, was bürde 1: secundina, des kinds büschelin. Gersdorf 98; dises erst fellin nennet man secundinam und zu teutsch das büschlin, bürde und nachgeburt. Röszlin hebammenb. 8b. 19b; wie man das büschlin, d. i. die nachgeburt von einer frawen bringen sol. 35—39; das büschele, die nachburt darin das kind in mterleib ligt. Maaler 81c; zu austreibung des büschelins, der bürden oder nachgeburt. Sebiz 87; kindsbüschlin. 88; das feszlein, oder wie man es anderstwo nent, das buschelein, sunst secundina oder die nachgeburt genant fortzutreiben. Thurneisser infl. wirkungen 151; soll ein gewis experiment sein, das büschlein oder secundinam mit gewalt zu fürdern. Tabernaem. 713; treibet auch das büschlein nach der geburt. 813. vgl. buschgreifen.
 
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buschlerche, f. alauda pratensis.
 
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buschmann, m. waldmann, buschaffe.
 
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buschmarder, m. mustela martes.
 
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buschmöhre, f. chaerophyllum silvestre: buschmöre oder kelberkern. Lonicerus 266b.
 
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buschnägelein, n. dianthus superbus, nach Henisch betonica coronaria.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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