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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
burschgesell bis bürste (Bd. 2, Sp. 550 bis 551)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) burschgesell, m. contubernalis, drückte, eh bursch männlich geworden war, dessen persönlichen begrif aus: bursgesell, oder schlecht geschrieben burszgesell, contubernalis. Dasyp. 311c. Maaler 83b. Frischlin nomencl. 469; desgleichen hat auch Jul. Cesar die liebe und gunst seiner kriegsknecht nirgend anders mit erworben, weder allein dadurch, das er sie nicht kriegsknecht, sonder mitgesellen und burschgesellen hat genent. Höniger narrensch. 170; bursgesellen, gt gesellen, die auf einer herdstat oder feurstat kochend. Maaler 83c; bursgesellen seind die, welche, sie gehören sonst under welch fähnlein oder rotten sie wöllen, sich zusammen gesellen, einer so viel geld legt, als der ander, heiszen sie in die burs geschossen, davon sie mit einander zehren, und ihnen kochen lassen oder selbst kochen. ieder under ihnen trägt eine wochen oder tag das geld (heiszt der bursseckel) und kauft ein, was noth thut, also nach dem ein ander. Kirchhof mil. disc. 117; burschgeselle = schulcamerad. Hayneccius drei newe com. 1582 1, 3;

hört ihr Assyrier, hört an ihr pursgesellen.
Opitz 3, 84. geistl. poem. 81;

mit dem, dasz wir einen unserer purschgesellen, so nicht lange säumen wird anhero zu kommen, ein liedlein wollen singen lassen. Harnisch 128. vgl. DWB borsgesell.
 
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burschieren, ursprünglich consociare se, dann aber more adolescentum agere et vivere, indulgere genio, compotare et amare nihilque studere. Stieler 135;

Peter (sprach der landsknecht), wiltu mit mir purschieren?
ich wil garten in jenem dorf. ungedr. meisterg.;

all freud und die du magst genennen
mit turnieren, stechen und rennen,
mit singen, springen und hofieren,
mit tanzen, jagen und purschieren.
H. Sachs I, 267c;

wenn du hast nicht mehr zu purschieren,
so wirt dich nach der sunnen frieren. I, 516d;

will mich nun in ein rhu begeben,
in ein kurzweilig frölich leben
mit rennen, stechen und turnieren,
mit jagen, beiszen und burschieren. III. 2, 59b;

das ich müg frisch und frölich sein
mit guten gesellen bankatiern,
tag und nacht hinein burschiern. III. 2, 73b;

und thu dich als ein weltmensch stellen
mit bulen, spilen und burschieren,
mit rennen, stechen und turnieren,
mit jagen, beiszen und bawen. III. 2, 116d;

auch ist mein mann ein lörles wirt
der tag und nacht gern mit burschirt. V, 366d.

heute längst veraltet.
 
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burschikos, adv. more bursariorum:

ja er fiengs klein an und ist jetzt so grosz.
denn zu Altdorf, im studentenkragen,
trieb ers mit permiss zu sagen
ein wenig locker und burschikos.
Schiller 324a.


 
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bürschlein, n. was bürschchen. im 16 und 17 jh. hatte

[Bd. 2, Sp. 551]


es aber noch die collectivbedeutung von bursch: wo ich mich under diesem bürschlein etwas hätte merken lassen. Philand. 2, 35. s. bürstlein.
 
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burschseckel, m. wenn eine ein fraw ist, so kann sie kein mädelein sein und ist auf teutsch ein burschseckel. Katziporus f 8. siehe die unter burschgesell angeführte stelle Kirchhofs. ursprünglich war bursa selbst schon seckel, beutel.
 
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bursdorfer, was Borsdorfer:

und die (öpfel) lern eigen kennen,
die man in Schlesien Bursdorfer pflegt zu nennen,
in Böhmen meisznisch obst.
Scherfers grobianus 164.

vgl. böhm. mišenské gablko. Jungm. 2, 458a.
 
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bursner, m. bursarius, beutelmacher. voc. 1482 e 4a.
 
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burst, f. wird verschiedentlich für burs, bursch geschrieben. der sp. 547 ausgezogne lat. vers beginnt bei Philander (ausg. von 1677) selbst: bursta studentorum. Fischart Garg. 188a setzt: auf die bürst, auf rathaus für gericht, und bürstlein für bürschlein, wie nachher belegt werden soll. auch bei Zinkgr. 2, 92 liest man zuchtlose burst für bursch. du grobe burst! Hebel 212. noch heute wird das männliche bursch vom volk häufig ausgesprochen burscht (Schm. 1, 202), was unserm saft für saf, schaft für schaf, habicht für habich, erzt für erz u. a. m. gleicht. die junge burscht. Gotthelf sagen 4, 60. diese form burst begegnet aber auch dem nnl. borst m. = bursch: hij was een borst van vijftien jaren, was mit borst f. = brust zufällig zusammen stöszt.
 
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burst, n. seta, borst, sp. 246, schweiz. burst m. haupthaar an menschen und thieren. Stald. 1, 246: da ist alles nütz was in, aus und an ir (der sau), die bürst, die schwart und haut. Frank spr. 2, 31a.
 
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bürstchen, n. kleine bürste.
 
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bürste, f. seta und pecten setaceus. in der alten sprache scheinen unser heutiges borste seta und bürste scopae setaceae oft ununterschieden, wie ja die bürste aus borsten zusammengesetzt wird. vermutlich berühren sich damit die roman. brosse und broza (Diez 72).
1) seta, bei Dasyp. bursthaar, meint bürste in folgenden stellen: so aber der knab (schusterlehrling) nimpt weder bürsten noch alen in hant, sunder er sitzt da und schlecht die hend under und grift es nit an, das im der meister gesagt und geleret hat, darusz wird nümer kein gter schmacher. Keisersb. s. d. m. 81a;

auch hab ich nadeln, pursten und kem,
fingerhuot, taschen und nestel vil. fastn. 477, 25,

doch ist hier zweifelhaft, ob borste zum nähen oder bürste verstanden wird; die ochsen weren gewapnet mit iren hörnern, die schwein mit den zenen, der igel mit bürsten. Steinhöwel Es. 83;

er sprach, hettst so viel sinn im kopf,
so viel du bürsten hast im schopf.
Waldis Es. 3, 27,

welche stelle Wolgemut 2, 201 ausschreibt;

der igel walzet sich hin und her,
mit den bürsten die schlangen stach.
Wolgemut 2, 309.

in der redensart keine bürste = nicht das geringste, ne hilum, mhd. niht ein hâr ist auch deutlich borste gemeint. Maaler 83c nit umb ein burst weichen, unguem latum non discedere.
2) bürste, bei Dasyp. setaceum, bei Stieler 168 geschrieben bärste, ein gerät zum abwischen, ausreiben und ausstäuben: wer unter seine bürste kommt, wird hart mitgenommen. vgl. DWB bartbürste, hutbürste, DWB kehrbürste, kratzbürste, stiefelbürste.
3) bürste heiszt mit scharfem gras bewachsner moorgrund. Schm. 1, 202.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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