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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
burgwerk bis burren (Bd. 2, Sp. 544 bis 545)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) burgwerk, n. weisth. 3, 759.
 
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burgzwang, m. was burgfriede. Phil. 2, 134. 138.
 
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burgzwinger, m.
 
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burkart, m. atriplex hortensis, gartenmelde: milten sind zweierlei, zam und wild, die zamen nennet man milten oder molten oder burckart. die wilde nennet man scheiszmilten, ackermilten, wilde molten, atriplex silvestris. Lonicerus 221a.
 
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burkart, m. das sind die ire händ in ein handschuch stoszen und henkens in ein binden an den hals und sprechen, sie haben sanct Antonien busz, oder ein ander busz eins heiligen, und doch nicht ist, und betriegen die leut damit. das heiszt auf dem Burkart gangen. exp. in truphis cap. 27. vgl. Gengenbach 365.
 
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burlabaus, m. nomen bombardae tonantis:

die erst püchsen wil ich nennen,
heiszt man den purlapaus,
tet die maur zerstoszen,
prach zm andern ort aus.
Uhland 460.
Körner 118;

burlebus und burlebaus!
ganz Suntgau rief die kuo heraus.

baus scheint entweder bausch oder bauz, knall, und burla imperativ von burlen, sich heben. vgl. hurlibaus. nach Schmid schwäb. wb. soll burlebaus auch ein schnappsack von haarichtem leder sein, s. das folgende.
 
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bürlein, n. was bürde, bündel, last:

sie hat ein bürlein, sam wel sie wandern.
H. Sachs III. 3, 13;

[Bd. 2, Sp. 545]



er mäht ihr manches bürlein gras. bauernstandes lasterpr. 180;

schwäbisch, das bürli, sowol meta foeni minor in pratis, als orbiculus panis elevatior.
 
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burlen, purlen, ein von dem folgenden burren weiter geleitetes verbum, dessen bedeutung wie schreibung schwankt, man sagt kartoffeln aus der erde burlen, heben; der alte mann burlt auf dem hofe herum; ein lässiger, ungeschickter burlt und burlt und es wird nichts; hat doch Eulenspiegel seine groszmutter mit der mistgrepe gepurlt, geneckt; die pferde anpurlen, mit der peitsche antreiben; etwas aufpurlen. vgl. Pröhles harzsagen 163.
 
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burr, was br, brr! (sp. 281): wenn die pferde in vollem rennen waren, so durfte er nur machen burr! und auf einmal standen sie wie mauern. Lessing 1, 546;

burr! rief er nur, da stand das ros.
Gökingk 2, 201.

es ist aber auch ausruf des schauders oder heftiger empfindung: purr purr! wie heiszt das hitzige winterlied? Fr. Müller 1, 313. in allen fällen scheint es herleitbar aus dem imp. buri! hebe, rühre, der dem pferd auch halt gebietet, vgl. schuk schuk! schu schu! interj. algentis und aves abigentis, s. büren und burren.
 
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burre, f. gnaphalium, wollkraut. Maaler hat 83b die burren, tomentum, Dasypodius 87d. 247a. 311b burre gnaphalon, schärwoll, tomentum; Serranus K 4b burre gnapholon, scherwoll. fehlt bei Nemnich. wenn die benennung davon herrührt, dasz man mit diesem kraut polsterte, kissen stopfte, so kann sie zum folgenden burren, heben genommen werden.
 
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burren, purren, ein in form und bedeutung schwieriges verbum. man sollte es zunächst dem sp. 534 behandelten büren gleichstellen, da schon im ahd. purran (Graff 3, 164) aus RI sich RR entwickelte, umgedreht auch nhd. büren neben burren erscheint. der sinn von ruere, ferri, excitari, stürmen, toben entspricht dem des lat. furere, sl. bauriti.
1) furere, fremere, strepere: es burrt schreckbar, der sturmwind heult entsetzlich. Schm. 1, 193, was ganz zu dem sl. bourja (sp. 534), altn. byrr stimmt. vom dumpfen laut der taube: die ringeltaube hat ein langes geheule, die turteltaube burret nur. Tänzers jagdgeh. 3, 91b; vom rauschen und murmeln des wassers:

ich bin der lebendige bronnen,
pur, pur, pur,
ich habe wasser gewonnen,
im winter und im sommer,
purre, purre, purre.
Gryphius 742,

wo pur, purre heiszen kann ich murmle, oder eine interj. bilden; von mürrischen, brummenden, tobenden menschen: hiemit fare hin, lieber neidhard, und so du viel purrest und schnurrest, so gedenk, es sind etliche, die geben nichts dorumb. Luther 1, 219b; wenn man ein wenig zu viel lachet und über die schnur feret, so schnurren und purren sie. 4, 128b; (die werkheiligen) urteilen iederman, schnurren und purren, sobald man inen nicht recht thut. 4, 141b;

sag aber, warumb gabst dem alten
fluchenden wirt, der nichts denn müren
thet im haus hin und wider büren,
solch kostliche schewren (schale) von gold?
H. Sachs III. 1, 239b,

wo müren murren, büren brummen ist; nun stumpf, kumpf, rumpf und stumpf, thut die augen auf und die hend zu, speit fornen fewr und scheiszt hinden aus funken, schnurrt, murrt und burrt, wie dort der heiden hauf. Garg. 227a, mit bezug auf ps. 2, 1 warumb toben die heiden? wie in der folgenden stelle:

was schnurt und burt der heiden schwarme wüst?
Melissus ps. A 3b;

er puret und schnuret den ganzen tag, dies totos grunniendo consumit. Stieler 1466. Zugleich aber drückt dieses burren oder purren ein mattes fliegen und flattern aus: der käfer burrt ab, burrt weg, burrt dahin; der schmetterling burrt von der blume auf; der taubenzüchter läszt die jungen tauben burren, treibt sie sich im fluge zu versuchen. Pröhles harzsagen 264, was an den ausruf burr erinnert, sich erheben und rauschen scheinen hier natürlich verbunden.
2) man könnte glauben, wie burren zusammensteht mit schnurren und murren, dasz es schallnachahmende verba seien, in deren reihe noch andere gehören, hurren, pfurren (Stalder 1, 166), pfnurren, surren. der hund knurrt, die katze schnurrt, der käfer surrt und burrt, das spinnrad hurrt und burrt, taube, schmetterling, fliege burren:

[Bd. 2, Sp. 546]


nâch manchen ferten snurren
mîn Herz (als jagdhund) alda begunde,
widerzucken, phnurren
ich eʒ mit dem seile faste kunde.
Hadamar 55;

schôn aber schôn, dîn snurren
mag müediu bein wol machen. 89;

man mag eʒ ouch versnurren
ân alleʒ widerbringen,
sein und ze snelleʒ burren
mʒ man mit fgen an die mâʒe dingen. 486;

d'röda ham burt
und da haspel had gkracht.
Stelzhamer 137,

die räder haben geburrt und der haspel hat geknarrt;

um an bam buren d'kefa. 113,

um einen baum burren, surren die käfer;

purrt eine flieg ihm an der nase.
Gökingk 3, 163,

brummt, surrt. Jeroschin (bei Pfeiffer s. 208) reimt pur. snur (d. i. burr: schnurr). auf ähnliche weise verhalten sich girren, mirren, schwirren, brummen, hummen, summen u. a. m. doch diese eintreffenden klänge dürfen uns nicht hindern in burren die lebendige wurzel beren, ferre, in brummen die wurzel bremen, fremere zu erkennen. die analogie der laute ist vom sprachgeist zugleich mit der der bedeutungen erreicht worden.
3) einige zumal niederdeutsche schriftsteller setzen transitives purren im sinn von anregen, antreiben, anbrummen, reizen, den wir vorhin schon bei purlen wahrnahmen und der sich leicht mit büren, heben einigt:

doch besser, dasz die laune mich allein
als gar durch mich auch andre purre.
Gökingk 1, 168;

denn ich,
wenn gleich ein krüppel, lasse mich
von niemand lange purren. 3, 129;

von mücken wird man dann gepurrt (angesurrt)
und wälzet sich im bette.
Voss 4, 42;

jeder wicht, der stört und purrt,
wird abgeschnurrt. 6, 24,

wie es auch heiszt abgepurrt, abgeburrt. das brem. wb. 3, 379 führt an: dat vüer up purren, das feuer aufschüren; purre mi nig, reize mich nicht; lat mi ungepurret, lasz mich ungezerret; umpurren, umrühren. ebenso nnl. porren, antreiben, reizen, mnl. aber porren, ziehen, fahren, reisen, sich aufmachen, sich erheben, schnurren, dahin fahren. Huydecoper op Stoke 2, 399. diese purren, porren scheinen den buchstaben des schweiz. pfurren näher zu liegen, als unserm ahd. purian = nhd. burren, sie müsten denn aus der hd. form entlehnt sein, wie auch in andern fällen, z. b. bei dem worte plündern sp. 169 angenommen wurde.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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