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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
burgpfaffe bis burgstrasze (Bd. 2, Sp. 543 bis 544)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) burgpfaffe, m.
 
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burgrecht, n. jus castrense:

die gebûren alle vrî,
swes ir guot ze rehte sî,
si sitzent ûf burcrehte.
Helbl. 8, 157;

dû hiet von mir burcreht
die wîl du bist gewesen kneht,
des wil ich mich verzîhen,
dir ze lehen lîhen. 8, 269;

[Bd. 2, Sp. 544]


burgrecht erkaufen, erlösen. Keisersb. sch. der pen. 2a.b; dasz die spätern burgrechte nichts anders waren als verbündnisse, ist gegründet, aber dasz pfahlbürgerschaft aus burgrecht hervorgieng, steht aus deutschen urkunden fest. Niebuhr 2, 88.
 
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burgrichter, m. judex castrensis.
 
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burgsänger, m.
 
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burgsängerei, f. ob solche (musikalien) in der burgsängerei vorhanden wären. Philand. 2, 120.
 
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bürgschaft, f. sponsio, fidejussio: bürgschaft stellen, leisten, angeloben, auf sich nehmen: mein herr vater, wie landkundig, sich in bürgschaft vor i. gn. hoch vertieft hat. Schweinichen 1, 61;

auf meine bürgschaft schied er freudiger
von hinnen.
Schiller 308b.


 
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bürgschein, m. verbürgungsurkunde.
 
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burgschwein, n. porcus. weisth. 2, 31. siehe borg.
 
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burgsitz, n. sedes in arce.
 
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burgstall, m. und n. locus arcis, belegenheit der burg, burghügel, auch burg selbst:

vil guot was der burcstal,
sô was er zwelf huoben wît.
eʒ was ein sinweller stein,
dâ niender bühel ane schein,
eben sam er wære gedrân. Er. 7833;

zwischen der Elbe und dem mer
stênt niender beʒʒer burcstal. Bit. 13330;

daʒ burcstal ze Tegervelt. Neugart no. 1000 (a. 1269); Rör daʒ burgstal und Bissingen daʒ dorf. mon. Zoller. no 294 (a. 1342); unser wisa und ekker und riutina, die ze Rör an daʒ burgstal stôʒent. no 299 (a. 1343); das schlosz mit seinem burgstal graben wigern acker matten reben holz wunn weid trib und trat. Geszler reth. 39a. mit diesem burstal, entstellt borstel, bostel sind viele ortsnamen zusammengesetzt, vgl. auch Fr. von Leber ritterburgen. Wien 1844 s. 199. weidmännisch bezeichnet burgstall rundgewölbte erde in der fährte des wildes, namentlich des hirsches, vgl. weidspr. 195, wo sieben zeichen unterschieden werden: zwang, ballen, burgstall, fädemlein, schlusz, bürzel und einschlag. siehe auch Becher 41 und bürgel.
 
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burgstrasze, f. latrina, cloaca, priveta. voc. 1482 e 2b.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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