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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bürgerschaft bis bürgersprache (Bd. 2, Sp. 541 bis 542)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bürgerschaft, f.
1) plebs: die bürgerschaft widersetzt sich den eingriffen des adels; jedem abgeordneten aus dem ritterstand sollen zwei aus der bürgerschaft beigeordnet werden.
2) civitas, bürgerrecht: dasz ich die poetischen, lateinischen namen behalten, geschiehet darumb, dasz jene schon bürgerschaft bei den Deutschen gewonnen und gar geläufig. Logau vorr. s. 2;

latein hat keinen sitz noch land, wie andre zungen,
ihm ist die bürgerschaft durch alle welt gelungen. 2, zug. 40;

eine berufung zur bürgerschaft im göttlichen staate. Kant 6, 320. Niebuhr 1, 446. 467 setzt aber in römischem sinn den populus, die bürgerschaft der plebs, der gemeinde entgegen.
3) ungewöhnlich für regierung, herschaft, staatseinrichtung:

des redlichen Trajans gerechte bürgerschaft.
Fleming 34;

(wenn) gleichsam alle welt zertrümmert undergeht,
so ist man doch gewis, dasz gottes wort besteht,
dasz seine burgerschaft und statt musz lustig bleiben.
Rompler 30.


 
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bürgerschaftslos, civitatis expers: die eigentliche stärke des staats (war in Rom) zusammengesetzt aus den anderwärts bürgerschaftslosen. Fichte staatsl. 158.
 
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bürgerschau, f. lustrum: und wurde solches eine vollendete burgerschaw genannt. Livius Straszb. 1598. 41. vgl. DWB heerschau.
 
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bürgerschule, f. schola civica.
 
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bürgersfrau, f. uxor civis.
 
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bürgersinn, m. animus civis reip. studiosi:

denn du hast mit wenig worten
ausgesprochen, was die städte
bauet, was die staaten gründet:
bürgersinn, wozu natur uns
eingepflanzt so lust als kräfte.
Göthe 11, 263

alles jedoch zusammengenommen, musz man ihm (Gleim) den eigentlichsten bürgersinn in jedem betracht zugestehen. 31, 243; so lange ich keinen bürgersinn, keine bürgertugend, keine strenge sehe. Niebuhrs leben 2, 318.
 
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bürgerskind, n. er hat durch seine eitle thorheit bemittelte bürgerskinder zu armen edelleuten gemacht. Rabener 4, 263.
 
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bürgersleute, pl. homines plebeji: es gehört sich aber nicht für bürgersleut, ich bin fünfzig jahr in ehren alt geworden, hab keinen ball gesehn und leb doch noch. Wagners kindermörderin 25;

ich seh wahrhaftig schon die zeit,
dasz alle brave bürgersleut,
wie von einer angesteckten leichen,
von dir, du metze, seitab weichen.
Göthe 12, 197.


 
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bürgersmädchen, n. richtiger als bürgermädchen, doch gelten auch bauermädchen und bauersmädchen nebeneinander.
 
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bürgersmann, m. homo plebejus, gegensatz von DWB adelsmann und DWB bauersmann. drauf ist ein geringer, doch frommer

[Bd. 2, Sp. 542]


bürgersmann, mit namen Piastus, zum regiment erhoben worden. Micrälius 2, 170;

was hasset doch den edelmann der bürgersmann so viel?
er neidet das, was er nicht ist, und gerne werden wil.
Logau 1, 10, 14;

ein schlechter, geringer bürgersmann. Schiller 210a.
 
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bürgersprache, f. conventus civium. Haltaus 199.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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