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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bürgerlichkeit bis bürgernahrungsgraus (Bd. 2, Sp. 540 bis 541)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bürgerlichkeit, f die zweckmäszigste thätigkeit in fabricationen mancher art, noch eine alte seit jahrhunderten bewährte bürgerlichkeit, die sich ohne policei, in vortreflichem fleisch, bier und brot, besonders auch in den unschätzbarsten kaffeebrötchen zu tage legt, machten mir sehr viel freude. Göthe an Knebel 593; ob es denn nicht möglich sei, eine art von bürgeradel oder eine begründete bürgerlichkeit zu stiften. Tieck ges. nov. 3, 253.
 
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bürgerlust, f. dies civium festus, jocunditas: der edelmann bezalt und hett einmal sein burgerlust gehabt. Frey garteng. cap. 66; daheim hocken und ums haus herum die zähne trocknen ist ihre (der mutter) burgerlust. Gotthelf schuldenb. 75. vgl. Schmeller 2, 510.
 
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bürgermädchen, n. puella non generosa stirpe orta: ob er in dem gestrigen umgange mit den bürgermägdchens vielleicht mehr vergnügen gefunden hätte als bei der hiesigen gesellschaft? irrg. der liebe 402; einem jungen von adel kostet es wenig, einem bürgermädchen, das noch so ziemlich gebildet ist, schmeicheleien vorzusagen. Rabener 3, 161;

zur unzeit stellen sich die bürgermädchen blöde,
kein fräulein ziert sich so.
Zachariä.


 
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burgermeister, m. consul, statt des älteren und besseren burgemeister, doch im 16 jh. überall eingerissen: Dasyp. 41a. 311b. Maaler 83a. Henisch 565, 14;

hie wil man niemant nit verschmehen
und wil getreulich in sein sach sehen,
die sol er eim burgermeister erzeln. fastn. 746, 9;

herr der burgermeister, nun hört mein sach. 746, 14;

herr der bürgermeister, ich dank euch allen. 750, 14;

wer das nicht ein frevel, so dick du kaufest oder was du thetest, und woltest allwegen ein burgermeister darz ziehen. Keisersb. s. d. m. 21b; nim Micha und lasz in bleiben bei Amon dem burgermeister. 1 kön. 22, 26; burgimagister, burgermeister. Garg. 140b; Tullius Cicero römischer burgermeister. Schuppius 541; zum bürgermeister seiner vaterstadt erhoben. Göthe 15, 24 (wenn kein druckf., da burgemeisterin 15, 14 vorausgeht). einmal bürgermeister, allzeit bürgermeister.
burgermeister steht auch für das kämmerchen, frau meiern, mhd. sprâchhûs, mlat. privata, vgl. die böse frau. 1683 s. 64 und Menantes allerneuste art zur poesie s. 3.

[Bd. 2, Sp. 541]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bürgermeisteramt, n. consulatus: Cicero, aus den einspennigen, geringes reuterstands geboren ist durch treffenliche künste und ehr bis zum burgermeisterampt kommen. Petr. 115a; zeit seines burgermeisterambts. Schuppius 406; er sagt uns, dasz Nävius unter dem bürgermeisteramte des Cethegus gestorben sei. Lessing 3, 6.
 
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bürgermeisterei, f. amt oder amtsbezirk: die bürgermeistereien, welche hin und wieder aus zwei oder drei kirchspielen bestehen. denkschr. des fr. vom Stein 65.
 
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bürgermeisterlich: bürgermeister sollen bürgermeisterliche gedanken haben. Schuppius 181.
 
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bürgermeisterstelle, f.
 
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bürgermeisterwürde, f.
 
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bürgern, civem recipere, einbürgern: es soll keiner, der in städten gebürgert ist, zum thurnier zugelassen werden, er hab dann sein burgerschaft zuvor aufgesagt. Philand. 2, 409.
 
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bürgernahrungsgraus, m.

ich suchte mir so eine hauptstadt aus,
im kerne bürgernahrungsgraus.
Göthe 41, 255.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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