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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bündisch bis bundschuh (Bd. 2, Sp. 521 bis 522)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bündisch, confoederatus: sagt er solle gar usz dem lande sein und die bundischen sollen das land einnemen. brief Friedrich des weisen von 1519 in Langens Sidonie 121; ist mir gloublich gesaget, konig Karle habe die bundischen bestellet. 126;

wol auf, ir pündischen herren gt!
Uhland 490.


 
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bündlein, n. fasciculus, sarcina, schweiz. bünteli: und da sie die secke ausschutten, fand ein iglicher sein bündlin gelds in seinem sack. 1 Mos. 42, 35; so wird die seele meines herrn eingebunden sein in bündlin der lebendigen. 1 Sam. 25, 29; du hast meine übertrettung in einem bündlin versiegelt und meine missethat zusammengefasset. Hiob 14, 17; das sie versamlet werden in ein bündlin zur gruben. Es. 24, 22; denen ein jungs meidlein mit einer pfannen, drifusz und eim bündlin reisach under dem arm nachfolget. Bocc. 2, 187b; rittest auf einem dapferen hohen gaul in ein herberg, zugest nicht mit einem kleinen büntlin z fsz in ein garkuchin. Frey garteng. cap. 56. bar und bünteleinsweise. Phil. 2, 489.
 
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bündlich, gravis, accuratus, genau: so wollt auch vielleicht sorglich und bündlich sein, wenn man neben berührter bewilligung das concilium zu besuchen oder zu beschicken, gleich viel protestation und erklärungen anhienge. kurf. Joh. Friedr. bei Melanchth. 3, 261.
 
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bündlich, adv. accurate: kleiden sie (die kinder) fein pundlich auf den newen schlag. Garg. 67b; ich will ein Eden anlegen, einen bündlich überenglisch kunstlosen (garten). Hippel br. 14, 238.
 
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bundlos ,
1) non obligans, unkräftig: dann die römische kirch hat alle volle macht, alle concilien zu ändern, bundlos, unkräftig und von unwürden zu machen, wie es sie gut dunkt. bienenk. 47b.
2) non obligatus, solutus a foedere: so glaubten sie sich mit dem gröszesten recht als bundlos ansehen zu können. Heilman Thuc. 403.
 
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bündner, m. foederatus, gebildet wie bildner, bogner, harfner, schuldner u. a. m. neben bünder, wie bilder, harfer. in der Schweiz versteht man unter Bünder oder Bündner einen Graubünder oder Graubündner, it. Grigiono, franz. Grison. nicht anders flieszt aus treubund, tugendbund ein treubündner, tugendbündner (fehlerhaft bündler):

[Bd. 2, Sp. 522]


nicht weniger denn leus und flöhe,
wanzen und andre bündner mehe. mückenkr. 2, 134.


 
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bündnis, f. und n. foedus, was bund 12. 13, nicht was bund 14. weiblich gebrauchen das wort viele ältere: Maaler 320c schreibt die pündtnusz; in der bündnis. Melanchth. 3, 628;

in ewiger bündnus bei euch stehn.
Ayrer 184b;

sih numehr zurück auf deiner bündnus trew.
Weckherl. 188;

oft läszt sich das genus nicht erkennen:

aufrur regiert, man bündnus macht.
Soltau 363;

wir machten mit dem könig einigung und bündnis. Frank weltb. 221a. doch ist späterhin, wie beute, das n. entschieden:

was sollen wir durch euch nun nicht zu lande hoffen,
dieweil auch luft und see mit euch ein bündnis troffen.
Fleming 70;

um des bündnis willen. Schuppius 386;

was soll der inhalt sein des neuen bunds
den wir hier unterm sternenhimmel stiften?
St. wir stiften keinen neuen bund, es ist
ein uralt bündnis nur von väter zeit,
das wir erneuern!
Schiller 529a.

bemerkenswerth setzt es Butschky für angebinde: übersende ich dem herren beikommendes kleines bündnis, mit dienstlicher bitte, solches, wie es wol gemeint, willig auch anzunemen. kanzl. 600; nächst disem wundsche hat der herr br. ein kleines bündnüs beigelegt zu empfangen. 606.
 
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bundpfosten, pl. starke balken, die das dachgerüste tragen helfen.
 
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bundrieme, m. was bindrieme sp. 35:

ich hab vor fierzehen ganzer jaren
allein die kleinen närlin beschworen,
ietz wil es an die buntriemen gan,
wie ich die groszen beschweren kan.
Murners luth. narr 164;

ich hab aber ein wald der schönsten, gedechtnuswirdigsten histori in dis mein Germaniam tragen, und allein den haft, satz, inhalt, kern und bundriemen derselben anzeiget, und was liederlicher histori und flecken seind gewesen, mit willen überhüpft. Frank chron. aa 3b; sprach ihr tröstlich zu, vermeinend es wird gleich an die bündriemen gehn. Garg. 102b; ich weisz und kenn den harnisch damit ich mich weren soll, so es an die bundriemen gehen wird. Paracelsus 1, 218c; sie weichen zurück, wann es an den bundriemen gehet. Philand. 2, 228.
 
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bundschaft, f. societas foederis. Frischlin nomencl. 465.
 
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bundschuh, m. pero: ein bundschch, baurenschch. Dasyp. 178c; bundschch conjuratio, bundschchs verklagter, reus perduellionis. 310c; puntschuch oder streitschuch, cothurnus, puntschuch, gepunden schuch, culpaneus. voc. 1482 aa 1a; zu cotturnus, ohne ein deutsches wort beizufügen, setzt voc. 1475: est calceus grossus rusticanus adeo ruditer factus, ut utrique pedi positus convenerit; zu pero: genus calciamenti, quo apostoli utebantur, latum calciamentum, quod de crudis pellibus fit, rober (l. roher) schch. gegensatz zu bundschuh war der feine, zierliche brisschuh, vgl. Tobler 69b. was nun den ersten theil des wortes angeht, so wird bund, wie in bundrieme, unbedenklich auf das festbinden dieser weiten, sonst nicht haftenden schuhe bezogen werden dürfen. man scheint aber statt bundschuh für dieselbe art des geschühes auch botschuh gesagt und dieses vielleicht von bosz (sp. 268), franz. botte geleitet zu haben, wofür sp. 278 belege gegeben worden sind, zu welchen in der gleich aus Diut. 1, 387 anzuführenden stelle noch ein beispiel treten wird. botschuh zeigt jedoch nur die erste, niemals die zweite bedeutung von bundschuh.
1) in seiner ältesten bedeutung ist das wort schon mhd., reicht doch nicht in die beste zeit des 13 jh. hinauf:

ob iender von bockvelle
sî dâ ein alter buntschuoch. wolf und geisz (Reinh. s. 308);

niht baʒ ich in ahten kan
als bî stivaln buntschuoch.
Helbl. 4, 782;

zwêne rinderîn buntschuoch. Ls. 3, 410;

swer affen vâhen oder jagen
welle, der sol sich warnen buntschuoch. 3, 561;

butschuhe (so) an der herre stieʒ,
zu kampe was er ungereit. Diut. 1, 387;

bei der kärntnischen huldigung heiszt es vom fürsten:

er sol sich pewegen
an seine pain ze legen
zwo hosen von graben tuech
und zwen rot puntschuech,
die man mit riemen swind
zu dem pain pind.
Ottocar 183b;

und legend im auch an zwen rautt gebunden buntschuech. Schwabensp. Wack. 418, 25.

[Bd. 2, Sp. 523]



nhd. etliche meinen, es sei der troisch herzog (nemlich Hector sei) Heccard mit dem bundschuch, den setzen die unbelesenen erst lang nach Christi geburt in Beiern ... wir haben noch zwei gemeine sprichwort von den Troien, Heccard und bundschuch und ein ganz teutsche historien mit reimen. Aventin (ed. 1580) 38a; man trug dieselbige (Carl des gr.) zeit buntschuch, wie denn noch ein sprichwort von dem bundschuch vorhanden ist und herzog Eberhard (l. Eckhard) mit dem bundschuch genannt wird. der bundschuch ist die kreiden (it. grida, mhd. krîe) und geschrei gewesen, die schuhe hatten auf beiden seiten riemen dreier elenbogen lang und flocht man und schnüret sie umb die bein, und leine hosen, so damals im brauch waren, kreuzweis herumb wie ein getter, band sie also umb die bein. 289a; jenen Eberhard nennt Hunds stammbuch 1, 134 richtiger grafen Eckhart II von Scheiern, zugenannt der bundschuch, denn er richt zu nacht neben seim gezelt ein solchen schuch oder stifel mit drei roten puntriemen als sein feldzeichen; darümb wenn in (den affen) der jeger wil fohen, so thut er zwen buntsch an vor dem affen und knoppelt die hört (hart) z und thut sie denn ab und losset sie under dem boum ligen, und wenn der af nieman me sicht, so stiget er ab dem boum und thut die buntschh ouch an wie der jeger u. s. w. Keisersb. bilg. 97a (vgl. oben sp. 278).
Der bundschuh war also grobe, bäurische tracht, wie sie könig Carl vorgeschrieben haben sollte, der rinderîn schuoch, dessen kaiserchr. 14813 gedenkt; auch Münster cosmogr. 257 nennt zwilchgippe, zwen buntschuch und filzhut als kleidung der bauern. doch scheinen auch vornehme den bundschuh zuweilen anzulegen, vielleicht um sich dem volk beliebt zu machen, oder geistliche aus demut und armut, wie eine stelle bei Brant 63, 21 bestätigt, wo die buntschh von sant Claren (der heiligen Clara) genannt werden. der th. 1, 1697 ausgehobnen äuszerung Keisersbergs über den misbrauch des gebets entspricht folgende andere: nun wol, so wil ich so vil betten in unser frawen rosenkranz und in unser frawen mantel und dem heiligen das und dem das, und in aller heiligen bundschch so vil. hell. lewe 62a, hier aber steht genauer bundschuh statt des handschuhes.

der puntschuch und die stifal
helfen mir aus manchem fall. fastn. sp. 617, 23;

allein die bösen reden fieren,
damit man sol den buntsch schmieren.
Murner luth. narr 616;

warum tregstu an einem bein
ein stiffel und am andern kein,
sunder einen buntschh grosz,
das man den schenkel dir sicht blosz?
buntschh, stiffel hört nit zusamen. 2501;

ach got, thn den buntschh hinweg,
er hört den buren in den treck. 2922;

wer nit ein besundern sitz möcht han,
der mag wol in den buntsch gan. 2958;

so will ich mein bundschuch und schwert
allher unter disen stein legen.
Ayrer 244a;

haben seltzam schch oder stifeln bede mann und weib, schier wie bundschch. Frank weltb. 80b; bundte bundschuch einerlei farb, wie die schwestern per omnes ordines gehen. Garg. 58a. wort und sache bestehn noch heute in Steier und Oberöstreich fort, s. Stelzhamer 123 und Seidls almer 1, 43. Wenn unpassendes geschah, pflegte man ehmals zu sagen 'reime dich bundschuch', z. b. bei Luther 2, 441b. 3, 81b und schon früher in einer schrift von 1494 heiszt es: reim dich puntschuch, hadern sein fusztuch. heute, das reimt wie die faust aufs auge. reim dich bundschuch, der macht ungereimt ding, Herculis cothurnos aptat infanti. Henisch 558, 60.
2) weil aber im j. 1513 und wol vorher schon die fahne der sich empörenden bauern einen bundschuh als ihr zeichen trug (vgl. Heinr. Schreiber der bundschuh zu Lehen. Freib. 1824. Öchsle gesch. des bauernkriegs. Heilbr. 1830 s. 39. Gödekes Gengenbach s. 28); so begreift sich, dasz bald darauf Dasypodius bundschuoch durch empörung, bundschüher durch empörer deutete und auch bei andern zeitgenossen die wörter diesen ihnen ursprünglich und früher fremden sinn annehmen konnten. bund wurde dann nicht mehr auf das binden der riemen, sondern auf bund, conspiratio, aufruhr bezogen, vielleicht sahen die aufrührer in den bändern des schuhs ein symbol ihres bundes:

das niemans merk den argen list,
das Luthers ler ein buntschh ist.
Murners luth. narr 328;

[Bd. 2, Sp. 524]



ich bin nit alt, noch (adhuc) denkt mir, das
vor me ein solcher buntschh was
uf dem Hungersberg vereint. 761;

und hawen drein, das balken biegen,
ja in den spalt die buntsch fiegen. 2821;

der buntsch sein noch me gewesen,
man ist allzeit vor in genesen,
dann solcher bunt wer gott ein leit
in stetten aller erbarkeit. 2900;

mit dem buntsch euch z neren,
dem lutherischen hauptman schweren
uf das evangelium,
wa man bletter keret umb,
das man alzeit ein buntsch findt. 2915;

wem unser buntsch nit gefelt,
den wöllen wir mit gewalt bezwingen,
bis wir in in den bunt herbringen. 2933;

von einem bundschuch in nidern Beiern und wie die landschaft daselbst das fürstlich regiment besetzet. Aventin 396a; da er zwei jar regiert hat, machten seine diener ein buntschch wider in und erschlgen in. Frank chron. 56a; in disem lermen und aufgeworfen bundschch wider in ward sein ganz geschlecht ermordt. 63; darumb ward von Phoca seim hauptman wider in ein bundschch aufgeworfen. 161a; mach einigung, puntschuch und vertrag. Thurneisser archidoxa 143; währender zeit in der Schweiz drei bauern gemeine ehre und eigenthum wieder herstellen, wurde die absicht des bundschuhes und andrer nicht undeutlich bezeichneter bewegungen von den kaisern kaum empfunden. Mösers vorr. zur osn. gesch. s. xiii, vgl. Ranke reform. 1, 211. 2, 189. um solche zeit scheinen auch die Polen ihr bunt für aufruhr, die Böhmen ihr punt aus unsrer sprache erhalten zu haben, obschon bund = foedus an sich selbst in die vorstellung des aufstands hätte ausweichen können. auch bedeutet das böhm. punčocha f. tibiale, strumpf (Jungm. 3, 758a). das poln. bunczuk, russ. buntschuk'', böhm. bunčuk, die türkische benennung der rosschweiffahne, hat aber mit unserm bundschuh nur zufällige ähnlichkeit des lauts.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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