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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bulle bis büller (Bd. 2, Sp. 513)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bulle, f. was bolle, folliculus, catinus sp. 231: wann die blumen verfallen, so werden runde bullen, in welchen ein same ist, wie im enzian. Tabernaemont. 1209.
 
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bulle, f. entstellt aus ampulla, flasche: brantweinbulle, schnapsbulle.
 
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büllele, büllelein, n. pillula, küglein. Maaler 81b. Dasyp. 183a, vgl. DWB bülbech, DWB bülharz. anderwärts sagt man in der Schweiz puldera für pille und zumal buldern, bullern, bulgern für die küglein, welche sich in der geronnenen milchmasse des alpkessels bilden. Stalder 1, 240. Scheuchzer 1, 31. Tobler 87b. vielleicht mischte sich auch wo nicht die vorstellung, doch die form des ganz verschiednen wortes bilern, bildern (sp. 24. 25) ein.
 
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büllen, mugire, brüllen (s. bulle):

wie hœrt man büllen daʒ mer
von den sturmwinden.
Helbl. 15, 758;

Berillus darin kleglich schrei und achet,
sein stim die püllet wie ein ochs. ungedr. meisterg.;

das geschrei und büllen des gesangs. Melanchth. 1 Cor. 14; wie Scylla einer jungfrauen mund und angesicht hätte, am bauch aber büllende wunderthier. Schuppius 767. s. DWB bulle.
 
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bullenbeiszer, m. canis molossus, der gegen stiere gehetzt wird, vgl. DWB bärenbeiszer: hohl mich dieser und jener, ich nehm einen advocaten an, einen rechten bullenbeiszer von einem advocaten. Lessing 1, 286; alsdann gleichen sie den windhunden, nach und nach aber, wenn die leute in die stadt zurückkommen, werden sie wieder zu dicken, unbequemen und verdrüszlichen bollenbeiszern (so). 3, 33;

doch es hindert dich der bullenbeiszer, und vom dach der kater.
Platen 261.


 
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bullenedel, nobilis bullatus, durch brief geadelt, briefedel:

titelgrosz und bullenedel
reicht nicht weiter als der zedel.
Logau 1, 6, 97.


 
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bullenkalb, n. vitulus masculinus.
 
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bullenmarkt, m. mercatus bullarum: da nu solchs begunst (begann) gelt zu tragen und der bullenmarkt gut ward, erdacht er das gülden jar und legets gen Rom. Luther 6, 517b.
 
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bullenwachs, n. cera bullarum: das wachs, welches dise romanistische binen würken, wird genant bullenwachs. bienenk. 243a.
 
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buller, m. was bullenbeiszer:

sein buller hat gar viel zerzaust,
doch keine schöne dame.
Soltau 513.


 
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büller, m. dens molaris, gingiva, was biller, billern (sp. 24): das ander fleisch zwischen den zännen, als do seind die büller. Gersdorf 1; wider die apostematen des mundes und der büller und auch des fleischs in dem die zän gewurzelt seind. 17; damit wäsch die zänn und büller. 96.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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