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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bülharzbaum bis bullenedel (Bd. 2, Sp. 512 bis 513)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bülharzbaum, m. im voc. 1482 a. a. o. pulleharzpawm, lorietpawm, weirachpawm, terebintus.
 
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bulk, m. nanus, Fischart Garg. 40b: ja von solchen dreckbatzen ... muckenscheiszerlein, hafenguckerlein, schnackenstecherlein, geisznopperlein, wollenzupferlein, benkmauserlein, nanken, bulken, mausfüszlein, erdtelberlein, zaunschlipferlein .... gieng allein damals die sag. dies bulk ist eine verdunkelte benennung für zwerg, vergleichbar dem heute noch hin und wieder vorkommenden böhlersmännchen, so wie für zwergloch böhlersloch, wüllekesloch begegnet. man darf zunächst denken an böhlke, bülchen (sp. 500) d. i. guter gesell, freund, holde.
 
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bulkeskraut, n. zwergskraut? bei Nemnich bulkiskraut, binsauge, stachys silvatica, taube nessel; bei Lonicerus 152a wilde salbei, sonst alpenkraut, bulkiskraut, vgl. ags. dveorge dvôsle, pulegium, welches lat. wort auch an bulk klingt, sonst aber polei, polich lautet.
 
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bulle, m. taurus, weder ahd. noch mhd., auch im 16 jh. wol noch ungebraucht, man sagte stier, farre, brüller, brummer, brüllochs, brummochs, auch hummel. Henisch, ohne

[Bd. 2, Sp. 513]


bulle aufzustellen, führt 555, 69 sprichwörter davon an, Stieler hat es 133; es ist das nd. bulle, bolle, nnl. bul pl. bullen, engl. bull, litt. bullus, lett. bollis, altn. boli und bauli. ags. nur die ableitung bulluca vitulus, engl. bullock. bulle geht unmittelbar zurück auf bellen, das uns latrare, ags. aber auch boare, mugire bedeutete, und von dem sich büllen mugire ableitete, wie bauli auf bŷla und bylja, mugire; bulle und bauli drücken also aus was brüller und brummer, vgl. auch bölken, bülken boare. im Renart heiszt der stier Bruiant, und im salischen gesetz scheint chariothiuto qui in grege mugit, chaimithiuto qui per vicum mugit, was ahd. dioʒo, der dieʒente lauten würde, wie die hummel dieszet. man sagt sprichwörtlich: bunte bullen zeugen bunte kälber; tolle bullen zeugen tolle kälber.

zuletzt liesz sie (Europa) vom bullen sich bethören.
Lessing 1, 3.

vgl. DWB dorfbulle, DWB erdbulle, DWB stadtbulle.
 
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bulle, f. bulla, ursprünglich blase, dann ein rundes zeichen, endlich im mittelalter das siegel einer feierlichen urkunde, wie die bleierne, goldne, und die urkunde selbst: und halte es gewis dafür, das keim engel, viel weniger menschen, bullen und bülgen zieme oder gebür aus dem sacrament gottes etwas zu machen, das Christus selbs nicht gemacht hat. Luther 2, 24a; daher dieweil der papst thut was im geliebt, so hängt er an alle bullen zuletzt dise clausul oder beschlusz. bienenk. 44b.
 
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bulle, f. was bolle, folliculus, catinus sp. 231: wann die blumen verfallen, so werden runde bullen, in welchen ein same ist, wie im enzian. Tabernaemont. 1209.
 
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bulle, f. entstellt aus ampulla, flasche: brantweinbulle, schnapsbulle.
 
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büllele, büllelein, n. pillula, küglein. Maaler 81b. Dasyp. 183a, vgl. DWB bülbech, DWB bülharz. anderwärts sagt man in der Schweiz puldera für pille und zumal buldern, bullern, bulgern für die küglein, welche sich in der geronnenen milchmasse des alpkessels bilden. Stalder 1, 240. Scheuchzer 1, 31. Tobler 87b. vielleicht mischte sich auch wo nicht die vorstellung, doch die form des ganz verschiednen wortes bilern, bildern (sp. 24. 25) ein.
 
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büllen, mugire, brüllen (s. bulle):

wie hœrt man büllen daʒ mer
von den sturmwinden.
Helbl. 15, 758;

Berillus darin kleglich schrei und achet,
sein stim die püllet wie ein ochs. ungedr. meisterg.;

das geschrei und büllen des gesangs. Melanchth. 1 Cor. 14; wie Scylla einer jungfrauen mund und angesicht hätte, am bauch aber büllende wunderthier. Schuppius 767. s. DWB bulle.
 
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bullenbeiszer, m. canis molossus, der gegen stiere gehetzt wird, vgl. DWB bärenbeiszer: hohl mich dieser und jener, ich nehm einen advocaten an, einen rechten bullenbeiszer von einem advocaten. Lessing 1, 286; alsdann gleichen sie den windhunden, nach und nach aber, wenn die leute in die stadt zurückkommen, werden sie wieder zu dicken, unbequemen und verdrüszlichen bollenbeiszern (so). 3, 33;

doch es hindert dich der bullenbeiszer, und vom dach der kater.
Platen 261.


 
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bullenedel, nobilis bullatus, durch brief geadelt, briefedel:

titelgrosz und bullenedel
reicht nicht weiter als der zedel.
Logau 1, 6, 97.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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