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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bührtel bis bulkeskraut (Bd. 2, Sp. 511 bis 512)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bührtel [bürtel], f. secundae partus, secundinae, nachgeburt, altn. barnsfylgja, schw. efterbörd, dän. efterbyrd, engl. afterbirth: von der secundina, nachgeburt oder bührtel. Uffenbach 1, 168; sondern treibt auch die bührtel oder nachgeburt sehr fein aus. 2, 209. dagegen steht 2, 210 von dem bührtel, des bührtels. s. DWB burt, DWB geburt.
 
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bui, f. procella: eine solche bui oder gewaltiger stoszwind. pers. reisebeschr. 2, 2, ein nnl. wort: de bui komt opzetten, de lucht is vol buijen. da nl. ui sonst unserm au entspricht, darf man vielleicht den ausruf bau! 1, 1163 vergleichen.
 
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bülbech, n. gummi, lacrima arborum. Dasyp. 90c. Serranus k 6b, pech in kleinen tropfen oder pillen (büllelein), wie es aus bäumen flieszt, sonst vogelpech. s. DWB bülharz.
 
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bule, s. DWB buhle.
 
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bülfern, in pulverem redigere, pülvern: man spricht gewonlich, wenn eins nit geren spint, der kunkel stink das mul, ich mag sie nit gesmacken. ouch wenn man einer ein grosze bosheit wil tn, so kouft man etwas in der apoteck und holt tüfelstreck, das bülfert man und setzt es in den flachs, so wirt es gar übel stinken. Keisersb. bilg. 55c.
 
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bulge, f. in zwei bedeutungen, beide aus der wurzel belgen, tumere.
1) unda tumescens, die schwellende woge, der schwall der flut, ein ahd. pulkâ, pulgâ unaufweisbar, aber höchst wahrscheinlich, mhd. bulge, nur im pass. H. 379, 72; altn. bylgja, schw. bölja, dän. bölge; kein ags. bylge, doch engl. billow: so er zweivelt, ist er gleich einer bulgen des meers, die der wind hin und her bewegt. Luther 1, 172b; unter den wellen und bulgen der todesangst. Jonas bei Luther 6, 409b; wie der fels des meers wellen und bulgen achtet. Luthers br. 2, 88; sanct Peters schiflin wankelt wol von bülgen, sinkt aber nit under. tischr. 254b; da die wellen und bulgen zu im einschlagen. 363b; da die bulgen vor ins schif schlugen. Hans Staden a 3; meinten nicht anders dann die bulgen würden das schif ze stücken schlagen. d 1;

[Bd. 2, Sp. 512]


wenn die bachmülen stille stehn,
die groszen wasser in bulgen gehn.
Soltau 103;

die schifleut meinten nun, das er
in den bülgen ersoffen wer.
Waldis Es. 2, 30;

du herr hast dem mör ein end gesetzt und zu im gesagt, hieher werden deine groszn bulgen komn und verbrochen werden. Velr vergiszm. Vb; hat das meer mit wellen, bülgen und schrecklichem ungestümen wetter beweget. Laurenberg acerra 218; durch wasserwellen und bulgen ausgeworfen. Goblers rechtspiegel 118.
2) uter, pera, sacculus, follis, balg, schlauch, wovon schon 1, 1084 geredet wurde; ist diese bedeutung zunächst aus dem lat. bulga (vgl. ir. bolg, boilg) geflossen, so zeigt hier das lat. wort überraschend die zu den deutschen stimmenden laute, abweichend von follis und folliculus. B und F in bulga, follis stehn also wie sonst in amaBo und fui u. s. w. ahd. bulga (Graff 3, 107), mhd. bulge (Ben. 1, 124b), ags. bylg uter. der schafner oder keller eines reichen Benedictiner klosters, der hat auf seinem pferd an dem sattelbogen hangen gehabt ein bulgen oder wetschger und darin gefürt etlich gelt bei vierhundert gulden. sch. und ernst cap. 362; nein nur irer bulgen und täschen, dann es hat einmol ein volle bulg oder täsch ein schlafenden reiter über ein schif auszogen und ertrenkt, sidher hand sie sie gern leer, dann wann sie voll sind, so hassend sies gar übel. Wickram bilger 58; helt er das wasser mit wasserknechten, oder hengt seine künste, pumpen, heinzen, bulgen oder groszen zeuge. Mathesius 64a; mit groszen zeugen und wasserkünsten (hebt man das wasser aus den schachten), da ein bulge acht oder neun eimer wasser fasset. 141a; die gebirger und oberlender sollen auch ire bulgen und liderne seck haben, darin sie erz von den hohen alben im winter für die hütten füren. 145b;

Abra, fasz in ein sack die speis,
feigen, mel und brot gleicher weis,
öl in ein krug, ein bulgen mit wein.
H. Sachs II. 1, 12d;

on sorg dein bulgen thu von dir (zum postboten). III. 2, 28b;

Thamiris die küngin kumbt mit einer bulgen mit blut. III. 2, 232a; der bott geit ir den (so) bulgen mit den briefen. V, 233d; also, dasz der gemein man zu sagen pflegte, der heilig geist käm in einer bulgen verschlossen auf das concili. bienenk. 41b; dasz vorzeiten Eolus der könig der wind soll dem Ulissi, seim guten freund ein bulgen oder ledersack geschenkt haben, darin alle wind beschlossen und eingepackt waren. das.; man wirft doch zuletzt die werk mit bulgen voll ins mör. 96a; allda (bei der Pariser hochzeit) man auch des amirals haupt dem papst in einer bulgen gen Rom zum beutpfennig hat schenken müssen. 128b; unter den spielen nennt Fischart no 337 bulgen und seckel im ars. Stieler 109 hat noch: ein rauche bulge, sacciperium pilosum und sattelbulgen, crumenae ad ephippia utrinque pendentes. später erlischt das wort in beiden bedeutungen, nur in der bergmannssprache dauert die zweite fort, und nach Stald. 1, 241 im Berner oberland bulge für bündel, ranze.
 
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bulgenkunst, f. schlauchwerk zur wasserhebung. s. die stellen aus Mathesius unter bulge 2.
 
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bülharz, n. terebinthus, terpentin, gebildet wie bülbech, gleichsam harz in pillen, kleinen küglein: pulharz oder loriet, terebintina, terebella. voc. 1482 aa 2a; bulharz, das lauter ist wie terpentin. Braunschweig 110; nimb honig, wachs, bulharz. Seuter 406.
 
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bülharzbaum, m. im voc. 1482 a. a. o. pulleharzpawm, lorietpawm, weirachpawm, terebintus.
 
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bulk, m. nanus, Fischart Garg. 40b: ja von solchen dreckbatzen ... muckenscheiszerlein, hafenguckerlein, schnackenstecherlein, geisznopperlein, wollenzupferlein, benkmauserlein, nanken, bulken, mausfüszlein, erdtelberlein, zaunschlipferlein .... gieng allein damals die sag. dies bulk ist eine verdunkelte benennung für zwerg, vergleichbar dem heute noch hin und wieder vorkommenden böhlersmännchen, so wie für zwergloch böhlersloch, wüllekesloch begegnet. man darf zunächst denken an böhlke, bülchen (sp. 500) d. i. guter gesell, freund, holde.
 
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bulkeskraut, n. zwergskraut? bei Nemnich bulkiskraut, binsauge, stachys silvatica, taube nessel; bei Lonicerus 152a wilde salbei, sonst alpenkraut, bulkiskraut, vgl. ags. dveorge dvôsle, pulegium, welches lat. wort auch an bulk klingt, sonst aber polei, polich lautet.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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