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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
buffer bis bügel (Bd. 2, Sp. 493 bis 495)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) buffer, puffer, m. placentae genus, ein pfannkuche, zu dem statt des mehls geriebne kartoffeln genommen werden, weil er puft, dick aufschwillt, s. DWB auflauf. auch das engl. puff, puffpaste ein aufgeblasenes backwerk. vgl. DWB blinz.
 
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buffern, puffern, dumpf knallen, knattern, unordentlich und wiederholt hintereinander schieszen. Stalder 1, 239.
 
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buffert, puffert, m. was buffer, in beiden bedeutungen:

[Bd. 2, Sp. 494]


ein paar vortrefliche pistolen und auch ein paar taschenpufferte schon im vorrat angeschaft. Felsenb. 3, 120.
 
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bufhose, pufhose, f. eine weite, bauschende. morgenblatt 1847 s. 493a, sonst pumphose.
 
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bufies, m. was bofist sp. 218, wo schon an buffen, schwellen, bersten und stäuben gedacht ist, engl. puffball, puffist, wie puff überhaupt einen pilz bedeutet:

ein bufies und nicht mehr soll werden abgemeit.
Hoffmannswaldau heldenbr. 141.


 
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bufjacke, f. eine männertracht, die in der gegend des gürtels bufte oder bauschte. noch jetzt bei den bergleuten im erzgebirg.
 
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bug, m. armus, ahd. puoc (Graff 3, 41), mhd. buoc (Ben. 1, 179b), nnl. boeg, ags. bôg, engl. bough (wie enough = genug), altn. bôgr pl. bœgir, schw. bog, dän. bov, die uns entgehende goth. form würde bôgs lauten. ein seiner anomalen bildung nach lehrreiches wort. denn da es gelenk, biegung des arms und knies ausdrückt, kann es nur zu biegen genommen werden, wie aber vermag biugan baug bugum den laut ô = ahd. uo zu entfalten? es musz auf dem bisher unbeachteten wege geschehn, der uns ein funan fan fônum, ein trudan trad trôdûm erkennen liesz (gesch. d. d. spr. 847. 848), bugum schlug um in bôgum, wie wir auch auszerhalb dem ablaut goth. ê für i, goth. ô für u gesetzt finden, oder umgekehrt (gramm. 1, 60, c.d). dasz aber hier kein spiel der aussprache, sondern feste anomalie walte, beweisen theils andere analoge fälle, theils das durchgreifen dieser merkwürdigen erscheinung in den übrigen dialecten. zwei andere für die grammatik ebenso wichtige beispiele sollen hier nicht verschwiegen bleiben. aus tiuhan tauh tauhum, ahd. ziohan zôh zugum sprieszt wiederum ahd. zuogo palmes, spica, alts. tuogo, die den schlusz auf goth. tôha rechtfertigen; aus fliutan flaut flutum, ahd. flioʒan flôʒ fluʒʒum sprieszt, mit einer früheren lingualstufe, goth. flôdus, ahd. fluot, ags. flôd. die wandlungen von taujan und tôji, staujan und stôjis schlieszen sich an. durch das ahd. uo in zuogo, fluot steht es in puoc erklärt und nachher wird uns auch gelingen, das in puosam, busen damit zu verständigen.
Bedeutungen des nhd. bug.
1) gelenk, wodurch arm und schulter, schenkel und hüfte, knie und fusz verbunden und biegsam werden, dann auch schulterblatt und schenkel selbst, vgl. DWB kniebug, ja biegung der zehen: unter dem fusze und zwar unter dem bug der zehen. Winkelmann 5, 44. an thieren unterscheidet man vorderbug armus und hinterbug suffrago, bug für sich allein bezeichnet den vorderen, keule, schenkel den hinteren; suffrago, ein kneubg der thieren an den hinderen füszen, das hindersich gewendt kneu. Dasyp. 235d; der bug am hindern schenkel eines thiers. Serranus i 4b; die fleischer unterscheiden den groben und feinen bug; ein geräucherter bug, schinke. dem pferde schwindet der bug, wenn die obere röhre des vorderfuszes abnimmt:

hufschwin oder der bg. anlaster des pferdes 29;

mhd. daʒ ich daʒ ors mit sporn sluoc
ze den lanken noch in den buoc. Greg. 1430;

die büege wîte underschuof
diu mang unde daʒ gespranc. krone 19853;

nhd. wo aber ein bein, ein fsz, ein achsel, ein huft, ein bg herusz were. Gersdorf 44; und sol den gekochten bug nemen von dem widder. 4 Mos. 6, 19;

ein bg und viertel von einr k.
Brant 16, 62;

die büeg und ander stück.
Spreng Il. 16a;

der bug vom blitz geschlissen.
Wieland 21, 338;

dann schwenkt er hin und her sein ros,
dasz ihm der bug vom schweisze flosz.
Bürger 53,

(al. dasz ihm der schweisz vom buge flosz).

man sagte 'aus den bügen', 'in vollen bügen': liesz den gaul laufen, was er aus den bügen vermocht. Kirchhof wendunm. 105b (112);

Zerbino rannt durchs holz aus vollen bügen
demselben nach, der ihm hat wollen schmach zufügen.
Werders Ariost 20, 114;

es rannte dieser dieb nicht ganz aus vollen bügen,
sonst hätt er können ihm weg aus den augen fliegen. 22, 12;

eine hindin kam in vollen bügen gerennt. Lohenst. Arm. 1, 766; mit angelegter lanze in vollen bügen ankommen. 1, 815; dasz sie weder den ansprung versäumten, noch auch die pferde in vollen bügen hemmeten. 1, 1370. der sinn ist freilich in vollem lauf, in vollen sprüngen, mit ganzer kraft von mann und pferd; aber meint es die stärke der schenkel des thiers selbst oder seines reiters? in der stelle von der hindin kann gar an keinen reiter gedacht werden, anderemal scheint

[Bd. 2, Sp. 495]


es auf diesen zu gehn und das mhd. schenkel vliegen lân. Er. 761. 9079. Greg. 1427. Parz. 174, 2. Wigal. 8465 vergleichbar. s. auch DWB bügel.
2) wenn an schiffen das vordertheil der bug heiszt, so könnte man anschlagen, dasz sich das alterthum die schiffe als rosse dachte. aber in folgendem neuen lied ist kein gedanke daran:

und auf dem bug des dampfes (del vapore) saszen
wir beide wie in neuem traum.

nnl. van voor den boeg, vornen im bug; dwars voor den boeg komen, quer kommen. vgl. DWB bugsieren.
3) bug ist auch an andern sinnlichen wie übersinnlichen gegenständen krümmung und fuge: balken und büge. Frankf. ref. VIII. 4, 2. 7, 1. was von gebälk oder bügen in der mawer liegt. VIII. 8, 13. 16;

ein dreieck nach gestalt aus 3. 4. 5 gemacht,
damit sich winkelrecht der bueg zuwegen bracht.
Rompler gebüsch 50;

ein bug, ein winkel, eine falt, ein mahl,
ein nichts auf eines wilden Europäers
gesicht.
Lessing 2, 202;

sorgfältig hüteten wir uns, nicht durch einen bug der hügel uns nach der gegend umzusehen. Göthe 16, 234;

aus mancher hand, die ihm gedient, hat er das bettelbrot gebrochen,
und ist, ein todeskranker mann, an dieses hügels bug gekrochen.
Ann. von Droste ged. 394;

die strasze macht hier einen bug; das verwünschte kunstrichteln gibt doch dem geiste einen närrischen bug. Boie bei Merck 1, 64.
 
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bugader, f. vena cephalica: die ader, so oberhalb der knie an vordern füszen, ist die buegader. Seuter 58.
 
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buganker, m. anchora prorae.
 
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büge, f. flexura, vgl. DWB biege 1, 1814. ein alter mann bezeichnet den jagdliebhabern der gegend als versammlungsplatz 'die büg'. die grenze wird begangen, 'von der büg' an der Aschach fortschreitend ... sich wieder 'zur büg' wendend. Wiener notizenblatt 2, 76;

und mich (die haut) zerschnitt recht wie ein fisch
zu capen, püg und mittelstück.
H. Sachs I, 501c,

hier scheint büge eine bekleidung der schulter. büge heiszt den zimmerleuten der verbindungsbalke.
 
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bügel, m. in verschiednem sinn,
1) malleolus, rebschosz, sich biegende rebe. Henisch 552, 5.
2) annulus, vgl. ahd. pouc, mhd. bouc, bouges ring, bei Henisch 552, 8 bugel, zumal der eisenring, in den man beim besteigen des pferdes tritt, stapia, nnl. stijgbeugel, dän. stigböile, wofür mhd. stegreif, ags. stigrâp, engl. stirrup; bügel, steigbügel scheinen erst im 17 jh. aufzukommen:

und blutig ist die andre thräne,
dasz uns der römlinge Rom beherschet,
dasz Deutschlands kaiser bügel des zelters hielt.
Klopstock 2, 46;

(schwang sich) vom ros, ihm hielten ehrfurchtsvoll
die knaben den goldenen bügel.
Wieland 3, 34;

ach, dasz nur er (der mensch) so früh zu sporn und bügel
sich selbst wird und so spät erst lernt begreifen,
dasz er auch selbst sich werden musz zum zügel.
Rückert 87.

mit kurzen, langen bügeln reiten; lasz dir die bügel um ein loch kürzer schnallen; gleich jenem in vollen bügen, auch 'in vollem bügel':

du durchrennst des lobes bahn,
freund, mit abgeschosznem zügel.
ich auch setz in vollem bügel
auf das schöne wesen an,
von dem Dafnes edle sprossen
ümm mein braunes haar geschossen.
Fleming 459 (455);

lasz sie ziehen ab und zu mit freiem vollem bügel. 586 (582);

so ist doch dieses wahr, dasz sie im sommerbüschel hinter dem brauhaus einander geküst haben, und ist jedermann bekannt, dasz sie einander in allen bügeln nachlaufen. ungr Simpl. 41.
3) neuere nehmen bügel auch für den bogen, βιός:

hallte der bügel, ertönte die schnur.
Bürger 214a;

wer am leichtesten nun anspannt in den händen den bügel
und durch die äxt hinschnellt.
Voss Od. 19, 577. 21, 75;

ihr instrumente freilich spottet mein
mit rad und kämmen, walz und bügel.
Göthe 12, 41.


4) der degengrif, die wiege hat einen bügel.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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