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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bucklet bis budengeld (Bd. 2, Sp. 488 bis 489)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bucklet, was buckelt:

ei lieber steh doch nit so bucklet.
H. Sachs V, 242d;

ich bin krumme worden, ich bin bucklet über die masze. Melissus ps. Q 7a; ein solcher alter buckleter greis. Spangenb. lustg. 721. vgl.gebucklete schröter. Garg. 33b.
 
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bucklicht, was buckelecht:

ich weisz nicht, wie sie mir den bauch
gemacht so bucklicht und so rauch.
Gryphius 1, 738;

sich bucklicht bei den büchern sitzen. Philand. lugd. 3, 237; wir haben uns bald pucklicht gelacht. Schoch stud. leben D 3; dasz man sich pucklicht darüber lachen möchte. unw. doct. 676;

du gleichest dem Aesop, doch dein verstand ist klein.
der kern des bucklichten räumt dir gewis nicht ein,
so dumm als höckericht, und dennoch stolz zu sein.
Hagedorn 1, 84.


 
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bückling, m. propago vitis, senkrebe, schleifrebe, ausläufer vom einsenken, einbiegen, zur bildung eines neuen stocks. besser schiene biegling.

[Bd. 2, Sp. 489]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bückling, m. was böckling, bücking: pückling und häring. weidwerk 2, 26a; Schmelzl lobspruch 92. Frischlin 291. welches ist der höflichste fisch? 'der bückling'.
 
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bückling, m. was bucker: ich machte ihnen ganz stillschweigend einen tiefen bückling und sie bedankten sich gegen mir mit gleichen ceremonien. Simplic. 1, 373; nahm darauf mit einem höflichen bückling von monsieur erlaubnus. 2, 236; er ist uns noch ein complimente schuldig vor die bücklinge, die wir gemacht haben. Weise erzn. 224; sie machten grosze bücklinge nach dieser anrede. Pierot 3, 54; machte er einen tiefen bückling. Plesse 3, 128; der mann, der dem kaiser einen guten tag wünschet, spricht freier und anständiger mit ihm, als alle unterthänigste bücklinge. Möser patr. ph. 1, 127; in einem unaufhörlichen bücklinge stand ihr liebhaber. Thümmels Wilhelmine 44;

Kahlmann machte hierauf den ehrerbietigsten bückling.
Zachariä 1, 258;

alle wahrheit möchte dann mit diesem hauch aus der schöpfung wandern und die gute sache ihren starren hals von nun an zu einem höfischen bückling beugen. Schiller 209a;

doch ein andrer gefällt mir nicht so. er gehorchet den winden und sein ganzes talent löst sich in bücklingen auf.
Göthe 1, 387;

macht daher dem ersten fremden rechts
einen tiefen bückling, es war nichts schlechts. 13, 114;

er hatte sich gewisse kriechende, lächerliche, furchtsame bücklinge angewöhnt. 18, 240; nun aber ward das klatschen heftiger und das so lange, bis sich die zwei hauptpaare bequemten hinter dem vorhange hervorzukriechen, ihre bücklinge zu machen und auf der andern seite wieder abzugehen. 27, 125; um die bücklinge seines spectrums deutlicher zu machen. 59, 68; jenes versuchs, bei welchem zwei übers kreuz gehaltene prismen dem spectrum einen bückling abzwangen. 59, 95; durch das blosze graue alter reift sowol der körper zum verknöcherten bücklinge als die seele. J. P. Hesp. 4, 35.
Die belege zeigen, dasz bückling im 17 jh. aufkam, Henisch und Stieler haben es noch nicht. das buckerl machen der volkssprache liegt dem engl. make a bow näher. edler als bückling, das sich ohnehin mit bückling, dem fisch, berührt, ist verbeugung und gilt für beide geschlechter, bückling nur für männer, knix nur für frauen. siehe auch neige.
 
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bücklingsgetriebe, n. hut und stock waren das bücklingsgetriebe für ihn, ohne die er keine verbeugung machen konnte. J. P. Fixl. 81.
 
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bücklingsmacher, m.
 
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bückung, f. inclinatio: wenn man vor den schwulstigen den hut in den händen trägt, tiefe bückung macht, das achten sie grosz. Lehmann 33.
 
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bude, f. taberna, wurde schon 1, 1169 unter der gestalt von baude angeführt. mhd. bûde pass. K. 512, 39 von einem stall, vgl. Pfeiffers Jeroschin s. 135. Henisch 551, 21 setzt buden und stellt es mit boden gleich, doch Stieler 105 hat bude und so alle späteren: wenn ihm mit dieser waare gedienet wäre, so wolte er seine bude wol ohne dergleichen schlüssel eröfnen lassen. Weise kl. leute 362; mich deuchtet es sei ein windwirbel in eine bortenwürkerbude gefahren. pol. stockf. vorr.; shat ihm ein bischen in die bude geschneiet (sein geschäft geht nicht). Siegfr. von Lindenb. 3, 47; der Franzose hat doch wenigstens noch eine bühne, da der Deutsche kaum buden hat. Lessing 6, 214; ein kleiner krämer sogar darf nicht versäumen, von zeit zu zeit seine bude zu verlassen, messen und märkte zu besuchen. Göthe 23, 122;

und er wählet in den buden
manches pfand zu lieb und huld. 1, 194;

denn freilich mag ich gern die menge sehen,
wenn sich der strom nach unsrer bude drängt. 12, 9;

zur sonne fliegen, oder braunem
pfeffer zur hüll in die bude wandern.
Hölty 86.

zusammensetzungen: briefbude, fischbude, glücksbude, kaufbude, käsebude, krambude, marktbude, marktschreierbude, schaubude, schauspielbude, scherenschleiferbude, spielbude, zahnbrecherbude, zollbude u. s. w.
 
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budel, m. canis aquaticus, schreiben Rabener, Adelung in der ersten ausg., Lessing (1, 137. 520) u. a. m. siehe DWB pudel.
 
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budengeld, n. budenzins.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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