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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
buckel bis bückelkohl (Bd. 2, Sp. 485 bis 486)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) buckel, f. umbo clypei, mlat. buccula, franz. boucle, prov. bloca, mhd. buckel (Ben. 1, 275), im Ssp. 1, 63, 4 bokele; puckele, ancile, pelta. voc. 1482 z 8b; buckel, umbilicus, lamella, bulla in libris, glans in arcu. Stieler 108; ein buch mit buckeln beschlagen, ein pferdzeug mit buckeln; derselbe wohnet in jenem hause, da die thür mit den groszen puckeln. Gryphius 1, 861;

und warf auf die erde den zepter,
hell mit goldenen buckeln geschmückt.
Voss Il. 1, 246;

sprachs und hängt um die schulter das schwert voll silberner buckeln. Od. 8, 416;

also sprach er. da warf ich das eherne schwert um die schultern,
hell von silbernen buckeln und grosz. 10, 262;

doch sie setzte mich führend zum thron mit silbernen buckeln. 10, 314.

wenn das romanische wort auf bucca, backe zurückgeht (Diez 575), so ist es unserm biegen, krümmen fremd und dann könnte auch das nhd. buckel tuber, dorsum daher stammen, erst nach dem im 13 jh. entlehnten ausdruck später gebildet worden sein. da jedoch beim it. bozza, franz. bosse, die gleichfalls tuberculum ausdrücken, an unser bôʒen stoszen zu denken ist, bliebe möglich, dasz auch boucle jener deutschen wurzel zufiele, der wir bochen und bauke überweisen müssen, vorhin noch bucke artemisia überwiesen. auf solchem weg würden sich buckel artemisia und buckel umbo einigen.
 
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buckel, f. tuberculum, beule, geschwulst läszt sich zwar dem vorausgehenden vergleichen, erinnert aber auch an pocke, blatter: da es denn zwischen haut und fleisch grosze und kleine puckeln oder hügel aufwirft. Ettners unw. doct. 137.
 
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buckelbeere, f. vaccinium vitis idaea, preiselbeere.
 
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buckelbeugung, f. inclinatio dorsi: knie- und buckelbeugungen. mem. des ritters von Lang 1, 210.
 
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buckelbrut, f. junge oder abgestorbne drohnen, welche die zellen empor drücken und krümmen; auch kappichte brut.
 
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buckelecht, gibbosus: Maaler 81a.b; ein arm hogerig oder buckelecht weiblin. bienenk. 141a;

geh ich in mein kämmerlein, will mein bettlein machen,
steht ein bucklicht männlein da, fängt als an zu lachen. wunderh. 3, 413.


 
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buckeleisen, n. solea ferrea tuberosa: schlag dem rosse auf dem fuesz oder huef, so gesund ist, ein buckeleisen auf. Seuter 337.
 
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buckeler, buckler, m. clypeus, franz. bouclier, mhd. buckelære (Ben. 1, 276a), nnl. beukelaar: nement den buckler des gloubens, als ob er sprech, lgent das ir geschcht sien

[Bd. 2, Sp. 486]


an den fueszen uwer selen. Keisersb. bilg. 92c; ein schild, ein buckeler. Thurneisser magn. alch. 2, 96.
 
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buckelich, gibberosus, für buckellich, wie adelich für adellich: der herr von Kobelin wollte das fräulein zur Ölze, welche gar bucklich war, heiraten. Schweinichen 1, 105; ein buckelich nas in der mitten bedeut beredenheit und kluge sitten. Fischart groszm. 68;

blind war Homer, es war Aesop ein buckliger.
Platen 279a.

s. bucklicht.
 
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buckelkäfer, m. bruchus.
 
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bückelkohl, m. brassica oleracea viridis crispa.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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