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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
buck bis buckeler (Bd. 2, Sp. 484 bis 485)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) buck, m. flexus, krümmung, hügel, pl. bücke, bei Maaler buck 80d, bugk 81a: und aber die krümme und bück nicht platz und weite gaben zu der wunden zu kummen. Würtz 242; es ist mir nie kein holz so krumb gewesen, ich hatte es gern und machte so krumbe schindlen (zum verband der wunden) daraus. insonderheit ie groszer die bück warend, ie lieber hatte ich sie. 211. bück flexurae vineae. Maaler 81b. s. Stalder 1, 237 und vgl. DWB bug.
 
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buckel, m. curvamen, der sich krümmende oder gekrümmte leibestheil, von biegen abzuleiten, s. DWB bücken, wo das CK für G erklärt wird, verwandt mit bühel, collis. das wort ist aber weder ahd. noch mhd., auch bei Luther und den meisten schriftstellern des 16 jh. nicht zu treffen. Henisch hat es 551, 7, Stieler 108, Maaler 81b aber ein n. bügkele, kleiner hoger.
1) dorsum, cervix, meistens in fällen, wo dem rücken übel mitgespielt wird: auf den buckel laden, auf sich laden, unterfangen. Henisch 551, 7; wenn sie der lenz auf den buckel stichet. Frank im kriegsb. des fr. 202; so wil ich dir da buckel arauma. Simpl. 1, 8; ich besorgte, es möchte, wann es dann mislingte, mir der buckel geraumet werden. 1, 385; es sei dann dasz dir der wirt vor die zahlung, die du thun soltest, entweder deine kleider nehmen oder den buckel abraumen solle. 3, 28; wie sollten mir die halbvolle bauren den buckel abgeraumt haben. 2, 250; als ich ihm aber sagte, die rechnung wäre ganz ungereimt, schlug er mir den buckel hinten und vornen ab (prügelte er mich tüchtig). Jucundiss. 125;

so wünscht mein abschied euch mehr segen und gedeien,
als flüche mir anitzt auf meinen buckel schneien.
Günther 1039;

meine rolle in diesem stück ist immer nur ein buckel voll schläge und ich könnte eben nicht sagen, dasz ich solche jetzt nöthig hätte. Möser 9, 116; wofür ich zum dank den teufel auf den buckel kriege. Wieland bei Merck 1, 195; wenn die bursche

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schwimmen und ich seh einen nackten buckel schwimmen, gleich fallen sie mir zu dutzenden ein, die ich habe mit ruthen streichen sehen. Göthe 8, 208; juckt euch der buckel wieder? 8, 242; ein paar meiner guten freunde, die anderwärts schon wären gehangen worden, hat er mit einem buckel voll schläge verabschiedet. 8, 246; sie konnte ihren herrn vater nicht eher ausstehn, bis er den baron auf dem buckel hatte (sich hatte zum baron machen lassen). Klinger 1, 168; wartet nur, ihr kerls, bis mir eure schuh recht sind, so will ich euch auch die buckel salben. der a. m. im Tockenb. 32; man sollte dir den buckel mit buchigem holz salben, bis kein ganzer fetzen mehr dran ist und dann mit salz und pfeffer einreiben, bis du keinen brüll mehr auslassen könntest, du generalslöhl, was du bist. Gotth. der schuldenb. 176. in andern fällen aber läszt sich rücke nicht durch buckel vertreten, z. b. wenn es heiszt: ich lehnte mich mit dem rücken an die eiche, ich fühle schmerz im rücken, ich sah ihn mit dem rücken an u. s. w. man sagt aber: es ist auf dem rücken wie auf dem buckel, hier wie dort, kein unterschied, eins so schlecht als das andere.
2) gibbus, auswuchs des rückens, wofür die ahd. sprache hovar, die heutige sonst höcker verwendet: er hat einen buckel; der buckel entstellt seine sonst günstige bildung; der buckel eines kamels; einem bucklichten, den man von seinem buckel heilen wollte, müste man das leben nehmen. Lessing 7, 64;

der athem stank ihr sehr, ein bückel auf dem rücken.
Werders Ar. 7, 70.

sich einen buckel lachen, sich krumm, scheckig, kurz und klein lachen, vgl. mythol. 470. s. bucklicht.
 
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buckel, f. artemisia vulgaris, was bucke m. ahd. buggila bei Hattemer 1, 314a.b und Mone anz. 8, 400; bugel 6, 220; buggul. vocab. opt. 51a; buckel, scopa regia. voc. 1482 e 4a; puckel, matricaria, mater herbarum. aa 1b. mater herbarum will sagen das beste unter den kräutern, vgl. gramm. 4, 723.
 
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buckel, f. umbo clypei, mlat. buccula, franz. boucle, prov. bloca, mhd. buckel (Ben. 1, 275), im Ssp. 1, 63, 4 bokele; puckele, ancile, pelta. voc. 1482 z 8b; buckel, umbilicus, lamella, bulla in libris, glans in arcu. Stieler 108; ein buch mit buckeln beschlagen, ein pferdzeug mit buckeln; derselbe wohnet in jenem hause, da die thür mit den groszen puckeln. Gryphius 1, 861;

und warf auf die erde den zepter,
hell mit goldenen buckeln geschmückt.
Voss Il. 1, 246;

sprachs und hängt um die schulter das schwert voll silberner buckeln. Od. 8, 416;

also sprach er. da warf ich das eherne schwert um die schultern,
hell von silbernen buckeln und grosz. 10, 262;

doch sie setzte mich führend zum thron mit silbernen buckeln. 10, 314.

wenn das romanische wort auf bucca, backe zurückgeht (Diez 575), so ist es unserm biegen, krümmen fremd und dann könnte auch das nhd. buckel tuber, dorsum daher stammen, erst nach dem im 13 jh. entlehnten ausdruck später gebildet worden sein. da jedoch beim it. bozza, franz. bosse, die gleichfalls tuberculum ausdrücken, an unser bôʒen stoszen zu denken ist, bliebe möglich, dasz auch boucle jener deutschen wurzel zufiele, der wir bochen und bauke überweisen müssen, vorhin noch bucke artemisia überwiesen. auf solchem weg würden sich buckel artemisia und buckel umbo einigen.
 
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buckel, f. tuberculum, beule, geschwulst läszt sich zwar dem vorausgehenden vergleichen, erinnert aber auch an pocke, blatter: da es denn zwischen haut und fleisch grosze und kleine puckeln oder hügel aufwirft. Ettners unw. doct. 137.
 
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buckelbeere, f. vaccinium vitis idaea, preiselbeere.
 
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buckelbeugung, f. inclinatio dorsi: knie- und buckelbeugungen. mem. des ritters von Lang 1, 210.
 
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buckelbrut, f. junge oder abgestorbne drohnen, welche die zellen empor drücken und krümmen; auch kappichte brut.
 
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buckelecht, gibbosus: Maaler 81a.b; ein arm hogerig oder buckelecht weiblin. bienenk. 141a;

geh ich in mein kämmerlein, will mein bettlein machen,
steht ein bucklicht männlein da, fängt als an zu lachen. wunderh. 3, 413.


 
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buckeleisen, n. solea ferrea tuberosa: schlag dem rosse auf dem fuesz oder huef, so gesund ist, ein buckeleisen auf. Seuter 337.
 
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buckeler, buckler, m. clypeus, franz. bouclier, mhd. buckelære (Ben. 1, 276a), nnl. beukelaar: nement den buckler des gloubens, als ob er sprech, lgent das ir geschcht sien

[Bd. 2, Sp. 486]


an den fueszen uwer selen. Keisersb. bilg. 92c; ein schild, ein buckeler. Thurneisser magn. alch. 2, 96.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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