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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
busane bis buschameise (Bd. 2, Sp. 556 bis 559)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) busane, s. DWB busaune.
 
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busaume, f. für busaune, posaune, wie oheim für ohein, pilgrim für pilgerin u. a. m. busaume oder drumet, tuba. voc. 1482 e 4b; busaum, domit man di veint melt, tessera. e 3a;

busaumen, pfeufen und saitenspil. fastn. 677, 31.

busaume machen, buccare oder busaumen. voc. 1482 e 4b.
 
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busaumen, buculare i. e. tubare, buccinare, tubicinare oder trumeten. voc. 1482 e 4b. was soll aber ebendaselbst: 'busaumenland, buccinus'? fastn. 677. 727.
 
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busaumer, m. liticen. daselbst e 3a; busaumer classarius, tubicen oder trumeter oder herhornplas tubicinator. e 4b.
 
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busaune, f. buccina, mhd. busîne, busûne (Ben. 1, 285); bombus, der don einer bosaunen. Serranus c 4b; busaun. Henisch 567, 58; das au ist wie in kartaune, oder in Gastaun für Gastein u. a. m. busaune stammt aus dem altfranz. buisine, busine, dies aber aus lat. bucina, buccina, it. bucina, sp. bocina (wie cuisine aus it. cucina, sp. cocina). bei Keisersberg schwankt die schreibung: es tönt in meinen oren die grüsenlich buson oder trummet 'stont uf ir todten und kummen für gericht'. irr. schaf 67b; busun. post. 2, 11b; ich th was ich wöll, so ist mir allezeit in meinen oren die grausamlich stimm der busanen. has im pf. Aa 4a; er sol zw busaunen machen. ausg. der jud. J 3. nnl. bazuin, schw. dän. basun, isl. bâsûna, finn. basuna, poln. puzan, böhm. pozaun. Luther entschied für posaune, durch welche hochdeutsche aussprache das tönende wort noch kräftigeren klang empfangen hat. alle redensarten und beispiele sind unter P aufzuschlagen.
 
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busaunen, buccinare, posaunen, in die posaune stoszen, schw. stöta i basun.
 
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busauner, m. buccinator. Henisch 567.
 
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busch, m. , bosch sp. 248, ein verbreitetes wort, dem zunächst liegt das mlat. boscus (Ducange 1, 736), it. bosco, prov. bosc, sp. bosque, franz. bois, aber auch mlat. buschia (Ducange 1, 821), prov. busca, franz. bûche, doch gebricht die lat. stütze. denn, mit wegfall des ar, aus arbusculum, arbustum, arbos, acc. arbosem für arborem, dessen wurzel selbst im skr. bhû nasci gesucht wird, herzuleiten, hat schon darum bedenken, weil allen roman. zungen das volle arbore, arbol, arbre verblieben ist. gleich stark steht der dem sinn von nemus zusagenden unvermittelten abkunft von βοσκή weide, βόσκειν weiden entgegen, dasz wiederum aus dem lat. pascere das it. pascere, franz. paître entsprang, also kein grund vorhanden war, boscus etwa dem neugr. βοσκή zu entnehmen, davon dasz boscus niemals den weideplatz ausdrückt abgesehen. ein so allgemeines wort wie bosco auf die enge vorstellung von buxus (sp. 496), franz. buisson zurückleiten mag man auch nicht, aus einem verhältnismäszig seltnen strauch konnte sich der begrif des waldes und holzes überhaupt nicht entfalten.
Es ist also erlaubt, auf die deutschen sprachen den blick zu werfen. zwar mangelt das wort beinahe ahd., eine einzige glosse bei Graff 3, 218 bietet dar bramalbusc rubus, vielleicht

[Bd. 2, Sp. 557]


dasz es auch in einzelnen ortsnamen enthalten ist; doch mhd. erscheinen busch und bosche schon öfter (Ben. 1, 223):

manege ängestlîche krumbe
von boumen ze buschen,
dâ muose er sich vertuschen
und vristen, swie er mohte. Trist. 227, 33;

er gienc zu eime pusche grôʒ,
der was albetalle ein dorn. pass. K. 219, 76;

beide durch pusch und durch walt.
Jeroschin 132b;

si mûstin sich behaldin
in brûche, puschin, waldin. 102b;

der anlaut P braucht hier kein undeutsches wort anzuzeigen, da dieser dichter auch pregeln, prasteln u. s. w. schreibt, in der Wetterau hört man noch heute pusch, nicht busch aussprechen. Ebenso begegnet mnl. bossch, z. b. im leven van Jezus cap. 21 boschhonech, waldhonig, nnl. bosch n. und bos m.; altengl. busk, z. b. Chaucers rose 54. 102. Ploughman 7265; engl. bush; altn. bûskr, bûski virgultum; schw. buske, norw. buska und busk, dän. busk. sollten sie alle romanischen grund haben, so müste auffallen, dasz ihnen gerade die dem franz. bois eigne bedeutung von lignum abgienge, wenn sich auch die vorstellungen holz, gehölz und wald aneinander reihen. Könnte nicht umgekehrt in sehr früher zeit ein deutsches wort in alle romansprachen gedrungen sein? dafür böte sich mehrfache erklärung. busch liesze sich wie unser baum auf bauen zurückführen und aus einem verschollenen pûwisc, pûisc verständigen, vgl. pû, pûo pûwo, pûidi bei Graff 3, 18. dann aber hätte darauf anspruch, wie schon Stieler 112 einsah, unser bausch, wulst, zumal in seiner fünften bedeutung (1, 1198) und vielleicht gäbe es einen weg, mhd. bûsch tumor mit busch virgultum zu einigen. drittens wäre selbst fascia zu erwägen und eine ableitung von binden, bund möglich.
Den sinn von busch drückt nichts treffender aus als das franz. touffe, dichter haufe.
1) busch ist laubiges gesträuch, franz. buisson. in der bibel verdeutscht es den dornstrauch, βάτος, rubus, und auch die nnl. schw. dän. version haben dafür bosch, buske, busk, Ulfilas aihvatundi, ahd. und mhd. dichter spreidahi, gespreide (Graff 6, 393): busch, rubus. voc. 1482 e 4a; pusch oder hecke, dumus, rubus. aa 2b; pusch, stawde oder stawdengewechst, rubetum pusch oder pram rubus. ebenda; und der engel des herrn erschein im in einer fewrigen flammen aus dem pusch und er sahe, das der pusch mit fewr brandte. 2 Mos. 3, 2—4; die gnade des, der in dem busch wonete, kome auf das heubt Joseph. 5 Mos. 33, 6; die da nesseln ausrauften und die püsch. Hiob 30, 4; zwischen den püschen riefen sie und unter den disteln samleten sie. 30, 7; in alle hecken und in alle püsche. Es. 7, 19; habt ir nicht gelesen im buch Mosi bei dem busch? Marc. 12, 26; hat auch Moses gedeutet bei dem busch. Luc 20, 37; der engel des herrn in einer fewerflamme im busch. apost. 7, 30. 35; kletten (klettern) auf die stauden oder büsch. Keisersb. sch. der pen. 50b; Moisi in dem busch. 53c; kurze halm, vil korn, kurze busche, eitel dorn. Henisch 569, 25; wer sich fürcht für den dornen, der komm nicht in den busch. 569, 27;

der vor im pusch hat gepast (als räuber gelauert). fastn. 1130;

still schlich ich in den pusch hinein.
H. Sachs I, 522a;

der hunger thut so wehe dem leibe,
den wolf er aus dem busch thut treiben.
Eyering 1, 433;

als ich nechst war aus spazieret
zu den hirten in den wald,
und mit ihnen musicieret,
dasz der ganze pusch erschallt.
Opitz 2, 201;

die in dicke püsche ziehen
und in wüsten wäldern sein. 2, 205;

was wil ich über püsch, was wil ich über sand? 2, 226;

so lang ein hirsch wird lieben püsch und heiden. 2, 233;

der Filli laute lieder,
die in dem pusche grast, die wecken echo auf.
Fleming 149 (151);

dasz die püscher sanfter brausen,
dasz die lüfte linder sausen. 361 (358);

und lasz deine guten lieder
ümm die flüsz und püscher hören. 470 (466);

aus dem groszen satzungsbuche plündert mancher mehr die leute,
als vielleicht ein armer schlucker aus dem pusche fischet beute.
Logau 3, 2, 47;

o ungerechter schlag, der rosenstöck entblöszet
und einen dornenbusch mit frieden wachsen läszt.
Günther 622;

so scharf dein ros durch sträuch und büsche brach. 722;

dasz boden, luft und busch die süsze regung fühlten. 736;

lasz ihn nicht diesen busch beschreiten.
Hagedorn 3, 39;

[Bd. 2, Sp. 558]



wie mancher busch von myrthen
war hier der Venus heilig. 3, 67;

aus dorf und büschen dringet
der jugend kern hervor. 3, 70;

der büsche sänger.
E. von Kleist 1, 140;

in überirdischer höhle
von krausen büschen gezeugt. 2, 26;

so hudelt man ihn erst, herr spatz,
und scheucht ihn hin und her, husch, husch!
nun fenster auf! hinaus zu busch!
Bürger 20b;

nein, es scheuchte nur der schrecken
aus dem busch den vogel auf.
Schiller 47a;

die brunst des feuers raset, und ringsum kein busch,
der mich verbärge. 464a;

er hüpfet leicht und munter
von baum und busch herunter.
Göthe 1, 43;

Luna bricht durch busch und eichen. 1, 46;

so dringet ängstlich hin und wieder
durch feld und busch und wald mein blick. 1, 67;

diese mit bäumen und busch düster beschatteten höhn. 1, 282;

schwer, in waldes busch und wuchse
füchsen auf die spur gelangen. 3, 188;

durch felder, wiesen und busch hinschreitend. 21, 149; über felsen, durch busch und gesträuch. 17, 30; tiefen und höhen, büsche und wälder. 17, 31; so traten diese in ihrer sonderbaren verkleidung aus dem busch hervor. 17, 334; Mignon sprang bald voraus, bald zur seite durch busch und wald. 19, 47; auf einem schimmel kam die liebenswürdige Amazone aus den büschen. 19, 155; ich glaube alle nachtigallen haben sich hieher in unsere büsche beschieden. Woldemar 1, 85.
Diese beispiele zeigen, dasz busch bald den einzelnen strauch, bald das zusammenstehende gesträuch oder gebüsch ausdrückt, welches ein gehölz oder vorholz (petit bois) im gegensatz zu dem groszen und tiefen wald bildet. den collectivbegrif kann sowol der sg. busch, als der pl. büsche, im 17 jh. auch büscher bezeichnen. in diesem sinne werden busch und wald zusammengenannt, doch mögen einzelne büsche diesen namen auch als sie zu wäldern emporwuchsen behalten haben. wir erkennen, heiszt es in einem weisthum 2, 256, unserm hern drei freie büsch, in den andern gemeindewelden erkennen wir in für einen grundherrn. 3, 746. 747 ist der hohe busch gleichbedeutend mit eichart.
In lat. urkunden des 12 und 13 jh., oder schon früher, begegnet die formel in plano et in bosco, tam in buscho quam etiam in plano. Mone zeitschr. 1, 397. 3, 215, was deutsche urkunden durch almend und welde wiedergeben. planum meint die gemeinweide, alp, sl. planina, busch den wald, die mark. schlug das land zu busch (wurde es buschig), hob sich der busch zu wald, so hörte er auf weidetrift zu sein:

reicht der busch dem reiter an die sporn,
so hat der bauer sein recht verlorn.

hierher gehören noch folgende redensarten und sprichwörter: 'allen büschen zu ferne sein', sich einer sache nicht nähern können, sie nicht fassen: das weisz ich aber wol, wie fast der geist alles alleine thut, were ich doch allen püsschen zu ferne gewest, wo mir nicht die sprachen geholfen und mich der schrift sicher und gewis gemacht hetten. Luther 2, 476b; das mein armer rottengeist, wo er hinaus wil, allen püsschen zu ferne ist. 3, 68b; dasz ich allen büschen zu fern war, nichts gelernt hatte. Mich. Neander bedenken 7. 'buschein gehen', sich bergen, 'er will nicht aus dem busch heraus', will sich nicht sehen lassen; 'der hase ist im busche' heiszt, in sicherheit, hat sich dem jäger entzogen; 'an den busch schlagen oder klopfen', die vögel heraus zu fliegen nöthigen und dann überhaupt nach etwas forschen, es erkundigen: schlug in den posch und fieng kein vogel. Garg. 130a; es ist besser ein anderer schlag in den busch, dasz ich die vögel fang, als dasz ich in busch schlag, dasz sie ein anderer fangen mag. 261b; der eine klopft auf den busch, der andere fängt den vogel; ich habe zwar bei ihm auf den busch geklopft, aber nichts herausbringen können.

mir hat geträumt, ich klopf auf den busch,
da rauschte der hirsch heraus, husch husch!
Uhland ged. 367.

engl. beat about the bush. man nennt auch den mit grünen reisern verkleideten, mit lockbeeren besteckten platz des vogelherds den busch. hinter dem busch halten, zurückhalten. 'sich aus dem busch heraus lustig machen'. bauernst. lasterpr. 184, bezeichnet vollständige lust, der nichts gebricht. büsche haben ohren, felder haben augen; wer die büsche scheut, kommt selten zu holz; altn. sâ kemst seint at skôgi sem hræðist hvern buskinn.
2) busch ist der vom strauch oder baum gerissene laubast,

[Bd. 2, Sp. 559]


der gebrochene blumenstrausz. vom sieg heimkehrende krieger stecken einen busch laub auf den hut;

nim einen isoppusch, entsündige mein leben.
Fleming 21 (23);

ein dicker blumenbusch.
Günther 1070;

ebenso rosenbusch, hagebusch, dornbusch, haselbusch u. s. w.
3) busch von haaren und federn: das haar in einen busch aufbinden; die weiber gehen in bloszen haaren, welche sie in einen busch gesamlet ein wenig vom kopfe herunter hangen lassen. Olearius orient. insuln s. 147; sie balgten sich und rissen einander büsche von haaren aus; ein busch federn oder federbusch, helmbusch; vögel mit büschen, aves cristatae; Georgs blauer busch verschwindet auch. Göthe 42, 126;

grosze thaten dort geschehen
durch der helden arm,
ihrer helme büsche wehen
in der feinde schwarm.
Schiller 64b;

was meint busch in folgender an eine üppige alte gerichteten stelle:

umbsunst ist diser pracht,
nim doch hinweg den busch, lasz ab von deinem prangen.
Weckherlin 715,

eine locke, oder ein aufgestecktes band? auch das altn. bûski bedeutet crines contorti. Sehr merkwürdig ist nun, dasz die nnl. mundart, während sie die beiden ersten bedeutungen von busch durch bosch ausdrückt und z. b. doornbosch, rozebosch sagt, wie wir dornbusch, rosenbusch, für unsere dritte ein m. bos, pl. bossen verwendet: een bos haar, une touffe de cheveux, ein busch haare; een bos vederen, une touffe de plumes, ein busch federn; een bos sleutels, ein gebund schlüssel; een bos druiven, ein busch, bündel trauben und in der zusammensetzung haarbos haarbusch, vederbos federbusch. von diesem bos lautet das diminutiv bosje, von jenem bosch boschje. auch entspricht dem bos = bündel das vorhin verglichne lat. fascis, fascia, nicht dem bosch = wald, wie das franz. bois nur wald, nicht bündel bedeutet. wären also im hd. busch zwei ganz verschiedne wörter zusammen geronnen? aber die begriffe gebüsch und gebund grenzen unmittelbar zusammen, dornbusch und federbusch scheinen ganz gleicher bildung, was franz. touffe d'arbres, touffe d'épines, touffe de plumes bestätigt. 2 Mos. 12, 22. hohelied 1, 13 schwankt die nl. bibel zwischen busselken ysope und bundelken myrrhen, wo heute beidemal bosje stehen würde.
4) holz, womit das müleisen im bodenstein gefüttert ist.
5) der brennende, der feurige busch, mespilus pyracantha.
 
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buschachtig, saltuosus, da vil gstüd ist. Maaler 83c.
 
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buschaffe, m. simia orangutang, waldmensch, nnl. boschmensch, waldmann, waldteufel.
 
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buschameise, f. waldameise.