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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bürstwurm bis burzel (Bd. 2, Sp. 552 bis 553)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bürstwurm, m. cimex campestris, feldwanze.
 
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burt, f. partus, geburt, ahd. purt (Graff 3, 159), mhd. burt (Ben. 1, 154b), ags. byrd, engl. birth, altn. burðr m. das einfache wort, statt des heutigen geburt, begegnet noch bis ins 16 jh.

ires sunes purt.
Haupt 6, 41;

burt kumpt usz dim kragen.
Ruefs Adam 914,

[Bd. 2, Sp. 553]


wozu man die vom herausgeber s. 198 angezogne stelle aus Geszners thierbuch halte;

die knäblein in der burt zu tödten.
H. Sachs IV. 1, 32d.

Maaler 83c hat: an der burt ston, noch nit gar an dwält kommen sein.
 
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bürtel, n. ovarium. Höfer 1, 130.
 
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burtenbach, name eines marktfleckens zwischen Augsburg und Ulm, sitz des bekannten Schertlin. wie zu erklären?
 
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burterbrate, m. den verketzerten, hechsengebrenten, gefeurten, gezimberten, beymberten, bekümmerten burterbraten liesz er den bankbrüchigen ... kaufleuten und fürkeufern. Garg. 54b. was für ein brate war das? druckfehler für butterbrate?
 
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burtglied, n. genitale membrum:

die zwen fisch haben purtglieder.
H. Sachs II. 2, 111a;

wo ein schel (beschäler, equus admissarius) nicht lust zu springen hat, so sol man mit einem schwamb dem mutterpferd das gescheft oder burdglied abwischen. Zechendorfer 1, 39. gelid der geburt. Keisersb. schif der pen. 36d.
 
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bürtig, natus, oriundus, gebürtig: von Niemeck bürtig. Luthers br. 4, 346; da begegnete inen ein junger ritter, welcher aus Frankreich bürtig war. buch d. liebe 28, 1; an euwerer kleidung, so bedünkt mich, ir soltet aus Frankreich bürtig sein. das.; Mahazari, das ist so viel als aus Malucca bürtig. Tabernaem. 1340;

von wannen bist du bürtig her?
H. Sachs III. 1, 74c;

einer aus Schwabenland bürtig. Kirchhof wendunm. 256a; andere völker aus diesen ländern bürtig. Micrälius 1, 58; und in iren panern stehn die stät, von dannen sie bürtig sind. bienenk. 209b; durch einen jungen knaben bürtig aus dem land. Garg. 173a;

sagt uns von wann ihr bürtig seid.
Ayrer 92a;

er sei aus Galilea bürtig. Ayrer proc. 2, 10;

dasz die durch gütigkeit des himmels ward geboren,
in der ich alle tag aufs neue bürtig bin.
Opitz 2, 153;

er sagt, dasz Origill hett ihren weg genommen
mit einem newen kerl, so bürtig aus der stadt,
in den sie sich so schnell und heisz verliebet hat.
Werders Ar. 18, 62;

weil sie auch von dannen bürtig.
Logau 3, 5, 48;

und Önomaus und Oresbius,
mit bunter haube, der von Hyla her,
unweit des sees Cephissis bürtig war.
Bürger 166b;

bürtig aus Bangor in Wallis. Stolberg 10, 44; hatte sich ein junger mensch, von den canarischen inseln bürtig, in dem hause vorstellen lassen. Göthe 10, 68; bin von Kreuznach an der Noh bürtig. Fr. Müller 3, 238. s. gebürtig, ebenbürtig, vollbürtig.
 
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burtstag, m. dies natalis. Maaler 83a.
 
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burz, m. lapsus subitus, s. DWB burzeln:

die gotlosen zur hellen sturz
müssen abplumpen in eim burz.
Melissus ps. D 1a.


 
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burze, ein zeichen bei der hirschfährte: dem hirsch gehet mitten durch den fusz, zwischen dem spalt, ein klein fädemlin, welches an einem wild (an der hirschkuh) viel anderst ist ... der hirsch pflegt auch zuweilen seinen fusz fast hart zuzuzwingen und einbeschlieszen, und gehet im fornen aus dem fusz ein klein dinglin von der erden, welches einem naschlin zu vergleichen ist. item dem hirsch gehet mitten aus dem fädemlein ein gemerk einer erbesz, auch underweilen einer haselnusz grosz, und etwa gröszer und kleiner, welches man burze nennet. weidwerk 1, 36b. hiernach bei Sebiz 573: item der hirsch gehet da mitten in dem fädemlin aus mit der grösze als ein haselnusz und wol als ein erbisz und etwan minder. das zeichen heiszt bürze. bei Becher 38. 39 wie im weidw. buch, nur: das zeichen heiszt bürze. bei Döbel 1, 7a steht aber der pürzel. burze oder bürze (das genus unbekannt) scheint zu bedeuten abfall, was aus dem fusz fällt, oder ists diminutiv von burgstall sp. 544?
 
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burzel, m. nomen morbi, eine Augsburger chronik in Mones anz. 6, 257 sagt zum j. 1387: umb liechtmes do kam ein wetag, den hiesz man den burzel, der kam in all statt und in allu lant und in allu dorfer und lagen die leut 3 tag oder 4 und stunden den wider auf; es vergiengen alle tage an dieser sucht acht bis zehen personen, ja es meret sich dieser bürzel von tag zu tag. Wurstisen Baseler chron. 664; in Gassari ann. augsp. (bei Menken 1, 1526) heiszt die krankheit gunbyrzelen (von gunt virus, tabes, Graff 4, 219): qua aegri quatuor vel quinque ad summum dies molestissimis destillationibus laborabant ac ratione privati instar phreneticorum

[Bd. 2, Sp. 554]


furebant atque inde convalescebant, paucissimis ad orcum demissis; eine andere chronik (bei Schmeller 1, 204) nennt sie berzel: infirmitas generalis vulgo perzel grassabatur; ein quacksalber ruft aus:

wer sich damit bestreichen thut,
dem verget der purzel gar.
es ist zwar, glaubt sein zwar. fastn. 680, 28.

es kommt aber auch von einer pferdekrankheit vor: wann auch ein gaul den wurm hette, den bürzel von den marställern und rosärzten genant, so gib ihme das gemeldte kraut. Tabernaem. s. 561; sonst heiszt mans (den wurm am leibe des rosses) auch den burzel, lat. morbus farciminosus, elephantialis. Seuter 187; wann ein pferd den wurm oder purzel hat, hilft dieses kraut (teufelsabbisz). Hohberg 2, 198a; der ausbeiszende wurm ist unterschiedlicher arten, als der pürzel, der reitende, der ausbeiszende, der flieszende und dergl. 2, 226a. s. das folgende wort.