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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
büffelröckchen bis buffern (Bd. 2, Sp. 492 bis 493)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) büffelröckchen, n. vestis crassior et hirsuta:

wenn in leisen hutfilzsöckchen
meine braune trutschel geht,
wenn ihr rothes büffelröckchen
um die dicken schinken weht.
Höltys petrarchische bettlerode, im Wandsbecker boten 1774 und dem musenalm. 1779 s. 237.


 
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büffelshorn, n. cornu bubalinum. oft figürlich: der pfarrherr schabt ihm die büffelshörner weidlich. Kirchhof wendunm. 236b; nach einem affen- und dockenwerk, darmit der teufel der welt büffelshörner übergüldet, ist immer ein anders hernach geschlichen. 384b.
 
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büffelskopf, m. caput bubalinum, dann anas bucephala; oft auch scheltwort.
 
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büffelsleder, n. von starkem büffelsleder in einander geflochten. bienenk. 69b.
 
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büffelsposse, f. jocus rudis, agrestis: ich agierte zwar einen narren, brachte aber keine grobe zotten und büffelspossen vor. Simpl. 1, 186; ob sie gleich nur grobianische zotten und büffelspossen vorbringen. 3, 222.
 
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büffelvolk, n. faex civitatis. Maaler 81b. scheint pöbel.
 
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büffelwams, n. subucula bubalina.
 
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büffen, puffen, verberare, schlagen, stoszen, Alberus hat: ich büff, oppuvio, welches lat. wort nur in der dritten person vorkommt, vgl. Forcellini unter obpuviat, verberat, also ein puviare, puvire voraussetzt, aus dem das roman. buffare, bouffer wirklich entsprungen sein könnte. unser büffen erscheint in folgenden bedeutungen,
1) das haar büffen, auftreiben, bauschen machen, frisieren: schnaphene uf der gassen, die das har büffen. Keisersb. brösaml.

[Bd. 2, Sp. 493]


12a; das har büffen, das har kraus machen, was nutz bringt das einem? es sol wol ston. kaufmannschatz 95d; hastu ein hübsch weib, so darfstu ir nit förchten vor den schnaphanen, die uf der gassen gon und das har büffen und ir hoffieren. sch. und ernst 1522 cap. 210. 1555 cap. 254; das har strälen und büffen, comam frangere in gradus. Maaler 81b; ihr haar püffen und pflanzen (vgl. DWB aufpflanzen 1, 700) si mit einem leinin hütlin bedeckt. Frank weltb. 80b; biften ihr har, legten weiber kleider an, bestrichen sich mit köstlicher salb. chron. 37a; in gold mit gepüftem har geschmuckt. 438b; dis volk hat eine besondere herrlichkeit mit seinem har, welches es pflegt zu büffen oder zu krümmen (insigne gentis obliquare crinem nodoque substringere). Micylis Tac. 449b;

der geister gar ein grosze schar,
welchen man püffet ire har
mit schwefel, harz und teufelsdreck,
das in ging haut und har hinweck.
H. Sachs I, 358c;

mit dem har man abpüffen thut
ir rüemen, geuden und prenkieren. das.;

ein balbirer, der das har büffet oder krauset. Henisch 551, 52; wie die harlocken so zierlich und ehrenmäszig über die schultern abhiengen, auch also sauberlich gebüffet und gesträlet waren. Ismeinius 18a; waren meine haare weder gekampelt noch gebüft worden. Simpl. 1, 68; Stieler 258 schreibt buffen erispare, intorquere und meint daraus auch büffel herleiten zu können. buffen, büffen, biffen in diesem sinn lebt noch heute in Baiern: den kopf aufpiffen, aufgepüfte weiber, die ist recht aufgebuft. Schm. 1, 157.
2) den trank büffen, mischen, würzen? darum hetten sie im den trunk gemacht und gebift, auch in überredt, es wer cardobenedicten wein. Frey garteng. cap. 22. darf man hiermit den namen puf für starkes bier und die bedeutung von puf, rausch verbinden?
3) büffen, puffen, pulsare, klopfen, schlagen, vgl. engl. puff: plaset und püffet mit ledern flaschen, malzenlägelin und gurgutteruffen. Garg. 101b; einen puffen, knuffen, mit der faust ins gesicht puffen, hinters ohr puffen;

sie puften sich das cranium.
Götz 3, 134;

schlägel, womit er blosz ein oder zweimal auf eine ans bettuch gestellte trommel pufte. J. P. Hesp. 2, 11; man puft in den holen rücken und die äuszern menschen werden gepuft. holzschn. 158.
4) häufiger puffen, intr., klopfen, schlagen, knallen: derhalben viel kräft beim herzen zusammenkommen, welche aber den gliedern durch weichung des geblüts entgehen, daraus dann die glieder als beraubte erzittern, macht und kraftlos werden und buffen. Thurneisser von wassern. 197;

der winter thet noch basz anpuffen (anklopfen an die thür).
H. Sachs I, 421;

wer zählt die luft,
die durch die lippen dringt?
mein wundes herze springt,
es klopft, es puft.
Fleming 404 (400);

klopfe sie, buffe sie, und nimm sie bei dem flügel,
und schmier sie mit eim prügel.
Hoffm. gesellsch. lieder s. 227;

'das puft', das läszt sich hören: hundert thaler, das puft; da der selige papa mit ihnen hier durchgieng, blieben sie etwa einen lumpigen tag, das pufte. Chr. Fel. Weisze; andre nüsse her! wart will dir diese wieder an den kopf werfen, daszs puft. Fr. Müller 1, 301;

haut und sticht er das thier im halse, dasz es puft;

es schieszt, ich höre deutlich von weitem puffen = knallen; aber aus all dem hin und her sprengen, dem hin und wieder puffen ergab sich zuletzt kein resultat, als dasz einer der unsrigen erschossen wurde. Göthe 30, 78; wir erwarteten nun die vorposten abermals puffen zu hören. 30, 95.
5) vgl. DWB abpuffen, anpuffen, DWB aufpuffen, auspuffen, verpuffen.
 
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buffer, puffer, m. pyrobolus manuarius, sackbuffer, knallbüchse, terzerol, das man in der tasche tragen kann. auch ein stumpfes messer, wie es der schinder beim ausbuffen eines thiers braucht. Schmeller 1, 157.
 
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buffer, puffer, m. placentae genus, ein pfannkuche, zu dem statt des mehls geriebne kartoffeln genommen werden, weil er puft, dick aufschwillt, s. DWB auflauf. auch das engl. puff, puffpaste ein aufgeblasenes backwerk. vgl. DWB blinz.
 
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buffern, puffern, dumpf knallen, knattern, unordentlich und wiederholt hintereinander schieszen. Stalder 1, 239.