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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bubentrosz bis bübisch (Bd. 2, Sp. 465 bis 466)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bubentrosz, m. turba calonum: huren und bubentrosz. Garg. 62b, vgl. DWB troszbube.
 
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bubentrum, n. was bubenstück, denn trum ist frustum:

das halt ich für ein bbentrum.
Murners luth. narr 3589;

ja wer es schon ein bbentrum. 3848.


 
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bubenvater, m. qui nebulones fovet: die studenten kamen auf ein nacht, richteten mit hilf irs bbenvatters die seil z. Frey garteng. cap. 90.
 
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bubenweise, f. in bbenweise zusamen tragen. Petr. 63a.
 
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bubenwerk, n. was bubenstück: ich gloub du gangest mit bubenwerch umb. Plater 28; und wie wol mich wolt bedunken, das papstum were bubenwerch. 38.
 
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bubenwinde, f. polygonum dumetorum. s. DWB bettlerseil.
 
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bubenwirt, m. leno, huren und bubenwirt.
 
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büberei, f. scelus, nach dem voc. 1482 e 2b. e 3a ribaldia, scurrilitas, bubischeit, luderei, leckerei; einigemal für päderastie. doch gewöhnlich in milderem sinn;

auslaufender hund der pubrei nach! fastn. 45, 19;

doch dünkt mich in meinen sinnen,
sie hab ir vor püberei lassen zurinnen,
die niemanz kunt erfellen. 620, 16;

das ich das über jar hab getriben
und pei aller püberei pin peliben. 622, 17;

ich wett (wolte) e, das in der ritt schütt,
das ich im die buoberei vertrüg. 836, 10;

desselben ordens regel
und grund ist buberei.
Soltau 173;

ist lauter buberei. 271;

kein büberei ward im zvil. 364;

es geschehe usz ganzer büberei.
Murner luth. narr 636;

ihr (der welt) grosze kunst ist panketiern
und in der büberei studiern. kirchenlied von
Alberus;

der mond und sternen engsten sich
und ihr gestalt siht jemmerlich,
wie gern sie wölten werden frei
von solcher groszen büberei. das.;

es ist des teufels büberei. Luther 3, 465b; die büberei und schalkheit dieses geistes. 3, 467b. 481b; und ist lauter lügen und büberei. 3, 490b; da sihestu ja und greifest, das öffentliche büberei mit dem schmid und seinen gesellen ist. 3, 516b; nicht zur lust noch büberei. 4, 20a; wenn das land böse ist und die büberei überhand nimpt. 4, 44a; der vatter merket die büberei bald und sprach, da schlah der teufel zu, ich hab sie selb verkauft und must der buberei selbs lachen. sch. u. ernst cap. 137; man merket einem solch büberei gar bald ab. cap. 165; hilft heimlich zu solcher buberei. bienenk. 154a; ich hab solche buberei auch mit euch getriben. Garg. 158a; ob sie schon ein zeitlang ihr büberei etlichs geniesz haben. Kirchhof wendunm. 120a; diejenigen, so ihn gekennet, haben mir von seiner buberei vil erzehlet. 449b;

meid gotslesterung und büberei.
Schmelzl David 12b;

soll der gotlos lang solchen spot
und büberei unsträflich treiben?
Weckherlin 38;

die kinder wendeten sich von ihrem fleisz zum spielen und allerhand büberei. pers. rosenth. 7, 5; ein liederlicher tropf, welcher mit comödianten die welt liederlich durchlaufen und mit büberei sein leben zugebracht. pol. stockf. 256; je schälker in der büberei, je plumper in der lehre. Henisch 542, 11;

[Bd. 2, Sp. 466]


mit éinem wort, wo eine büberei
verübt wird, seid gewis, da sind auch wir dabei.
Wieland 5, 194;

zu sehen, wie von allen seiten her
die büberei mit netzen sie umstellt.
Bürger 83a;

büberei, teuschung und trotz.
Göthe 40, 195.


 
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bubig, was bübisch: es nehme ihns nur wunder, dasz der liebe gott nicht gleich die Eva abgeschaft, als er gesehen, wie sie geraten, und eine andere gemacht. aber nicht aus mannefleisch, da sei es kein wunder, wenn sie bubig würden. Gotthelf erz. 1, 170.
 
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bübin, f. scortum, concubina, franz. garce, was sich zu garçon verhält wie bübin zu bub; bubin oder ruffianin, lena, ariola. voc. 1482 e 2b. z 8b; freie dirne, ludlerin. Henisch 541, 58; opfert mit den bübin. Hosea 4, 14;

da lernt man heimlich bubin kennen. fastn. 357, 22;

du junger narr, wiltu dein leben
umb ein pose pubin geben? 550, 58;

darumb soltu nicht mit ir (deiner ehfrau) umbgon, als wer sie dein trill und dein bübin. Keisersb. wannenkr. 107a; und ward das sprichwort war, das frawenhar zeucht sterker denn ein glockenseil, und man hat die bübin lieber denn die ehefrawen. sch. u. ernst cap. 254; ach mein liebes weib, nun was herten wort sein das die du sagst? bedenk dich recht, sihe an dein und deiner freunde ehr, wilt du ehe hie bleiben, als ein bübin des, da bei du bist und in tödlichen sünden leben, dan in Pisa in ehren mein weib sein? Bocc. 1, 131a; da lag er bei der ungeschaffenesten bübin, die man in hundert landen solt finden mögen. 2, 87b; alle heuchler, so von dem wein der babilonischen bübin trunken worden. Kirchhof wendunm. 368a; bis in 400 verwegene buben und bübin. 373b; den dritten tag zur nacht kam sie wieder und klagte, dasz sie unmöglich die ganze zeit von ihrem manne kommen können, da doch die bübin keinen mann hatte. pol. stockf. 204;

alle faulen äpfel, puh, und eier
werft der bübin in das angesicht!
Bürger 56b;

bübin, dir deucht es stets, und nie bin ich dir verborgen. 193a;

o sie ist eine abgefeimte bübin!
Schiller 434b;

haben wir dich, bübin? haben wir dich nun? Fr. Müller 1, 145.
 
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bübisch, meretricius, flagitiosus, frei, frech, voc. 1482 e 2b scurrilis: wie denn, sprechen sie, wenn ich weder ehelich noch bübisch würd und hielt mich mit gewalt? Luther 2, 172b; das seind sündlich, bübisch, leckerisch, schampere wort. Keisersb. s. d. m. 49b;

des pübischen wirt sonst vil verpracht,
dasselbig legwir heur dernider. fastn. 819, 19;

so bald als sie (die kinder) gond usz der wiegen,
müssen sie degen an in han
und uf das büebischt einher gan,
das vor ziten was ein grosze schand,
des lauft vol buoben ietz das land. 1031, 18;

weil ir euch also bübisch stelt.
H. Sachs I, 515b;

das umbschweifend und bübisch auge geben wol zu verstehen, was du innen am schilt fürest. Petr. 22a; nimmer ist ein herr so bös, frech und bübisch. Kirchhof wendunm. 57a; jedoch ist gleichwol auch manche fromme ehefrauw, die der andern wüst, bübisch, schändlich leben im geringsten nicht loben. mil. disc. 114;

du schändlicher, bübischer mann!
Bürger 62a;

o des schändlichen beginnens,
o des bübischen verrats.
Herders Cid 57.