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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bübelei bis bubeneck (Bd. 2, Sp. 461 bis 462)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bübelei, f. flagitium, schwächer als büberei.
 
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bübelein, büblein, n. was bübchen, knäblein: nackende megdlein, bübelein. Garg. 19b; das im ganzen lande kein sauberer büblin zu finden als ich. 136a. dagegen scheint ein frisch

[Bd. 2, Sp. 462]


kurzweilig püplein 102b eher püppchen als bübchen, wofür man es doch auch nehmen dürfte. büebeli, meiteli. Firmenich 2, 575b. schweiz. büebli, knäblein, noch ein erwachsner sohn. Tobler 86a. man nennt auch so den lederstreif, durch welchen die geisel mit ihrem stecken verbunden wird. Schm. 1, 143, in der kindersprache ein licht. Stalder 1, 237. s. DWB bübeln.
 
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bubelieren, was das folgende bübeln (vgl. jubilieren und jubeln):

dann so sie solten vast studieren,
so gont sie lieber bbelieren.
Brant narr. 27, 6;

so lauft es lieber bbelieren.
Murner luth. narr 2584;

sein vater wänt er hab studiert,
so hat er nichts dann bbiliert. schelmenz. 32, 14.


 
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bübeln, scelus admittere, bubenstreiche machen, gelinder als buben, schweiz. auch büebela, wie ein knabe aussehen, sich benehmen:

und ist im leid, das er nit me
büblen kan als vor und ee.
Murner narrenb. cap. 9. s. 654;

der krieg ist schmeicheln, schmausen,
schmarotzen, bübeln, mausen.
Logau 2, 2, 97;

wer in geringen sachen bübelt, die nicht viel sondres tragen ein,
wird mehr in denen sachen vortheln, die mehr genieszlich wollen sein. 2, 4, 73;

wann im schaten kühler myrten
sie sich kamen zu bewirten,
folgte nichts als lieblich liebeln,
folgte nichts als tückisch bübeln. 3, 6, 10;

all sein (Amors) schmeichelndes bübeln,
all sein kosen und liebeln
hat noch nimmer mein herz beschnellt.
Voss 4, 73;

es war, mein seel, wol mehr halloh
mit Bathseba zu liebeln,
und ihren armen hahnrei so
zur welt hinaus zu bübeln.
Bürger 49a;

immer unrein gereimt. bei Fischart kommt vor sich verbubeln: des Diodori Siculi babilonischer bau, daran sich alle nationen haben zu narren verbubelt und gebauet. Garg. 133b. merkwürdig das schweiz. bubelen, unvorsichtig mit licht und feuer umgehen. Stalder 1, 237, was ans feuerreiben durch keusche knaben oder buben mahnt (mythol. 573).
 
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buben , flagitium perpetrare.
1) scortari, paedicare, verbunden werden huren und buben: freilich ists war, das der buben musz, der nicht ehelich wird, wie solts anders zugehen? Luther 2, 172;

wie er gebubt hat und gespilt.
Murners schelmenz. 83, 1;

wenn einer tag und nacht jubiliert, spilt, bbt, mtwilt. Frank parad. 100a und oft; wie der alt stinkende bock so unflätig daselbst gebbet habe. Petr. 54a; lge nur, das du deines vatters that nicht erbest und auch dermaszen bbest. 115a; solch urtheil fallen oftmals uber ein, der eim sein witwen bübet und in hurerei führt. Paracelsus 2, 239a; hunger und durst leiden, huren und buben, rasseln und spielen. Simpl. 1, 59; der kerl thut nichts als fressen und saufen, huren und buben. Abele 2, 27;

du hurst und bubest frech und frei.
Hübners poet. handb. 109.


2) conviciari, lästern: ob hie iemand wird sagen, ich werfe zu fast mit buben umb mich, könne nicht mehr denn buben und schelten, dem sei erstlich also geantwortet. Luther 5, 285b;

und sauf um fürsten sich zum thier
und bub und lästre gott!
Voss 4, 34,

in welcher stelle es doch auch die erste bedeutung haben kann. gotteslästerung und büberei stehen oft nebeneinander. vgl. DWB ausbuben, DWB erbuben, DWB verbuben.
 
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bubenbauch, m. ire hurenbelge und bubenbeuche. Luther 3, 384b.
 
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bubenbeichte, f. confessio simulata, scheinbeichte, wie sie aus eines schlechten menschen munde geht.
 
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bubenbein, n. auf die jungfrauen kann man sich nicht mehr verlassen, gäb wie man es ihnen sagt, wenn die hinter sieben zäunen ein bubenbein sehen, so bringt man sie mit keinem lieb mehr ab platz (durch kein zureden von der stelle). Gotthelf sagen 4, 133.
 
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bubending, n. fraus, büberei: hüte dich vor diesen schwanfeldern (bettlern, gaunern), denn es ist bubending, und gib ihnen nichts. exp. in truphis cap. 12. 8.
 
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bubendistel, f. dipsacus fullonum, bubenstengel, bubenstriegel.
 
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bubeneck, n. soltestu sie einmal küssen, du würdest die lefzen und wangen besudlen, als ein kuttelfeger am bubeneck

[Bd. 2, Sp. 463]


zu Straszburg oder am metzgerthörle zu Frankfurt. Philander 1, 99 (102).