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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bubbeln bis buben (Bd. 2, Sp. 457 bis 462)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bubbeln, bullare, engl. bubble, dän. boble, nnl. bobbelen:

heut da die tropfen im bach nicht bubbelten.
Voss 2, 297.

hochdeutscher ist poppeln bei Schm. 1, 291: das wasser poppelt im sieden auf, der rauch poppelt, wirbelt aus dem ofen. in der kindersprache ist poppeln, puppeln schlafen, im bett, in der wiege liegen.
 
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bubbern, sonum edere tremulum, tremere, nnl. bobberen, hochdeutscher puppern: das herz bubbert, puppert, pocht vor angst; die erde bubbert, dröhnt dumpf.
 
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bübbi, n. papilla, engl. bubby, it. poppa. merkwürdig stimmt das altfries. bobbaburg, die burg, der kaste der mutterbrust (gramm. 13, 406): alsâ ên ungêroch kind sit an dere bobbaburg, wenn ein unjährig kind sitzt an der brustburg. s. DWB bube 6.
 
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bübchen, n. puerulus, pupulus, nnl. boefje, büblein, schweiz. bubi. Gotthelf schuldenb. 54. zum erstenmal im vogelnest 1, 3 (Simpl. 2, 243): das bübchen war auch der art, dasz es gern informieren liesze (unterweisung annahm) und zwar wer wollte nicht, wenn man einem nur von faulheit, freiheit und müsziggang predigt. in Schlampampe leben 35 ist galantbüfchen deutlich nach boefje. im 18 jh. wurde bübchen allgemein, nach allen bedeutungen von bube:

unsre mädchen, unsre bübchen
spielen künftig auf dem mist.
Göthe 1, 161;

gauklerin, da ersah ich in dir zu den bübchen das urbild,
wie sie Johannes Bellin reizend mit flügeln gemahlt. 1, 358;

will das bübchen doch den meister machen! 2, 188;

warum tanzen bübchen mit mädchen so gern? 2, 230;

so weis mir sie doch. wer ist sie denn?
die kennt wol manches bübchen! 2, 274;

doch wie ein bübchen
fliehst du den streit. 10, 279.

wer wird gevatter, wenns ein bübchen ist? Fr. Müller 1, 308. er weisz nicht, ob er ein bübchen oder ein mädchen ist, befindet sich in der allergröszten verwirrung, wie, er weisz nicht obs tag oder nacht ist, er weisz vornen nicht ob er hinten lebt.
 
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bube, m. puer, knabe, im gen. und pl. buben, zuweilen fehlerhaft bubens. man würde trauen und den häufigen ahd. mannsnamen Puopo Puabo Buobo Bôbo (belege bei Förstemann 1, 271. 272) für dasselbe wort erklären, wenn es nur sonst in den ahd. sprachquellen mit der bedeutung von puer lebte, wovon aber keine spur erscheint. parn und chint werden oft gesetzt, jenes mehr im sinne von filius, proles, dieses auch für puer. chnapo, knabe, dem bube noch näher stehend, ist unhäufig (Graff 4, 576). Ulfilas hat für παῖς magus, þiumagus, für παιδίον barn, barnilô, für οἰκέτης, knecht aber þius. dennoch darf solche abwesenheit des worts in unsern

[Bd. 2, Sp. 458]


unausreichenden goth. und ahd. denkmälern nichts entscheiden, die eigennamen können es aus weit früherer zeit, wo es seine geltung hatte, aufbehalten. auch ahd. deo = goth. þius dauert ja nur in eigennamen, während diu = goth. þivi und diorna gangbar blieben.
Keiner der mhd. hauptdichter gewährt buobe, aber gegen das 14 jh. hin taucht es sonst, meistens in der dritten und fünften bedeutung genug auf, die bei Ben. 4, 278 mangelhaften belege sollen hernach vervollständigt werden. nhd. haftet es auch allenthalben in der volkssprache, zumal der wetterauischen, schwäbischen, östreichischen, die alpenhirten kürzen es in bua, bue, vgl. Schm. 1, 141. Stalder 1, 236. Tobler 85. in Niederdeutschland ist es minder häufig und lautet bove, wie der alts. eigenname Bôvo; aus Potters boeflic folgere ich ein mnl. boeve, nnl. gilt boef, das schw. bof ist von uns entlehnt. zum engl. boy, das schon bei Ploughman 6962 steht, läszt sich wieder kein ags. bôfa, bôba nachweisen.
Wackernagel will buobe aus dem lat. pupus, παιδάριον leiten, wie schon Pott 1, 193 in noch weiterem umfang pupus, bube, pupa, puer, skr. putra, pullus nebeneinander stellt; Diez s. 269 einigt die vorstellungen pupa, poppa, mädchen und zitze, zusammenhang zwischen papilla und pupilla läszt auch der volksglaube vom kind, der κόρη im augapfel (mythol. 1034. 1168) ahnen. s. vorhin bubbi und hernach bube 6. doch ist schwer zu glauben, dasz ein undeutsches wort so tief unters volk gedrungen sei und den einfachen sinn von puer gewonnen habe; mit bursch (aus bursa), das sich allerdings weit verbreitete, scheint es anders bewandt. auch müste, wäre die abkunft aus pupus begründet, aller zusammenhang mit jenen ahd. eigennamen geleugnet werden, und gerade die alpenform bua, bue scheint auf eine andere ahd. gestaltung desselben eigennamens, nemlich Pûo, Bûo (Förstemann 1, 286) zu führen, welchen wir dem altn. Bûi (z. b. fornm. sög. 11, 448b. fornald. sög. 3, 681) entsprechen sehen. bei der groszen tragweite der wurzel bu könnte buo und buobo ursprünglich zusammenfallen und filius oder puer ausgelegt, auch eine urverwandtschaft der deutschen wörter mit pupus, pupa, puer, ohne entlehnung, angenommen werden. s. DWB buhle. Bedeutungen.
1) proles mascula, in bezug auf vater und mutter: meine frau ist von einem tüchtigen buben entbunden worden, mit einem gesunden buben niedergekommen, wofür die feinere sprache jungen, knaben oder sohn vorzieht; sie kriegte drei buben hinter einander; sein ältester bube ist nicht mehr am leben; kerle, die in ohnmacht fallen, wenn sie einen buben gemacht haben. Schiller 106b; hatte einer denn überflusz an säften, machte er den weibern so viel kinder als sie begehrten, wie ich denn selbst in einer nacht funfzig buben ausgearbeitet habe. Göthe 33, 287;

denn es beherscht dich deine frau,
und die beherscht ihr dummer bube,
so bist du knecht in deiner stube. 26, 225;

was kann denn der bub davor, dasz der vater die händel angefangen? Hahns aufruhr zu Pisa 130; da stehn dir seine drei buben. das. in diesem sinn wird unter dem volk bub geradezu für sohn gesetzt und kann dann einen schon bejahrten, so lange er ledig ist, bezeichnen: des Keszlers bub, des ochsenwirts bub, wenn der vater neunzig, der sohn sechzig jahre alt ist, nennt ihn der vater noch bub (vgl. deutsche sagen no 362), des buben weib, die schnur, schwiegertochter.
2) puer, allgemein, wie junge, knabe: die buben gehn in die schule; fahren schlitten; allerliebste buben mit engelsköpfchen; feuchtohrige buben, die hinterm ohr noch nicht trocken sind. Schiller 106b; da ich noch ein bube war. 125b;

als ich noch ein knabe war,
sperrte man mich ein.
Göthe 1, 13;

das beste was du wissen kannst,
darfst du den buben doch nicht sagen. 12, 92;

das kränzel reiszen die buben ihr. 12, 188;

rückgeführt, Adelbert, in den saal! wo wir als buben unsere jagd trieben. 42, 27. 268; sagen sie meinen buben (= den lieben jungen), er ist fort. Göthe an Kestner 45; was machen meine lieben bubens, was macht der Ernst? 53; für die bubens bilder. 56; empfehlen sie mich dem alten lieben papa und meinen buben. 71; ich habe viel von Lotten und euch geredet und meinen lieben bubens. 83; Marcus ist ein ausnehmend tüchtiger bube. Niebuhrs leben 2, 357. in diesem sinn sind bubenjahre und knabenjahre, bubenstreiche, knabenstreiche, jungenstreiche gleichviel. hierher schulbube, lehrbube,

[Bd. 2, Sp. 459]


rotzbube, lausbube, gassenbube, bettelbube u. a. m. vielleicht gehört hierher:

umb daʒ B ist eʒ beschaffen,
daʒ eʒ ein buoben meinet. Ls. 1, 579,

wobei doch zunächst ein schulbube gemeint scheint.
3) puer, famulus, franz. garçon, it. garzone, an sich noch im guten sinn, wofür sich vielleicht schon das ahd. perhpuopo bei Graff 3, 22 anführen liesze, wenn es perchpuopo, pferrichpuopo, stallbube, stabularius aussagt, von pferrich (Graff 3, 349). unzweifelhafter sind einige mhd. stellen:

der köche, küchenknehte
buoben und garzûne ...
der reise wart dâ niht gespart.
Frib. Trist. 4355;

den hofbuoben verboten wart. Oswalt 3320;

die hofkneht daʒ übel muote,
die buoben und die schiltveʒʒel. 3225;

schifkind und manic bub. schleiertuch 226, 22.

später und im 16 jh. häufig, da wo wir heute knecht, kerl oder auch jung setzen:

gut, frum bub sein.
Murners narrenb. cap. 77;

ir frummen buben, guten gsellen! das.;

ein armer bub auf einem ros (reitersbub). fastn. 557, 16;

es stoszt dich alles von im, eben als einen bben, den man umbgibt an eines herren hofe, so geben si den bben etwan also umb, es heiszt 'helfen und geben', es steend etwan XX oder XXX man in eim ring und steet der knab mitten under inen. si umbgebent den knaben, das er nit aus dem ring kommen mag, so facht einer an und stoszt den bben auf den nächsten, der bei im steet, derselb stoszt in denn furbasz auf ein andern und also stoszt ie einer dem andern dar, und z welchem er kommet, so meint er, er söll in beschirmen, so stoszt er in von im. was tt ein solcher knab anders dann das er sich da mitten in den ring setzt und beleibt da sitzen? Keisersb. geistl. spinnerin c 8d; bin ich folgends zu herrn Conrad von B. ritter, meinen vetter sel. kommen, bei dem ich drei jahre lang verharret und für einen buben gebraucht worden. Götz leben 7; dabei ich dann allenthalben als ein bub und junger muste mitreiten. 12; mein und anderer buben zuchtmeister. 15; da werfen sie ihm einen buben nieder. Göthe 8, 6. 42, 238; da hat der bischof von Bamberg meinem mann einen buben niedergeworfen, unter allen reitersjungen, den er am liebsten hat. 42, 26; alsbald der ritter solchs von dem buben empfieng. Galmy 40; waren etlich gt bben drunder. Katziporus G 3a; wir sein guet frisch buebn mit einander. Ilersheimer chron. in Münchs Sickingen 3, 186;

steh auf bb, lg wer klopft.
Scheit grob. F 4;

wann ihr disem rat folgt, so werd ihr sehen, das ihr schöne aufgeschissene (für aufgeschossene) grosze buben solt werden, die auf eim dreifusz in hafen gucken können. Garg. 43a; kurzumb wäsch du mich, so wäsch ich dich, so sind wir beide schöne buben. 45a; bub lang her! (im weinhaus). 85b; nun weiter im text, bub wends blatt um! 86a; hui hipenbub, stürz das vasz umb, versuch unsern sauren trunk, horcha buba! wechsel hie den kreuzer. 87b; bub wasser her, schenk! 240a; holla frisch auf, bub zum gespei und gespi, trett aus, schon deins beins! 242a. hierher viele zusammensetzungen wie beckenbube, fischerbube, handbube, hofbube, hipenbube, küchenbube, metzgerbube, reitersbube, salzbube, schifbube, stallbube u. s. w. auch messbube, pfarrbube für diaconus: er und der pfarrbube. J. P. Tit. 4, 63. den leibeigenen soldaten legte man den namen der buben bei. Hahn 5, 221. vgl. DWB troszbube. auch eine karte im spiel heiszt bube, valet.
4) bube gegenüber dem mädchen:

wan so die puben sie (die meid) benaschen. fastn. 792, 25;

die buben sind den hummeln gleich,
ihr mägdlein mögt euch hüten!
Bürger 89a;

ich bin verliebt in ihn. weisz gott, ich sah
in meinem leben keinen hübschern buben.
Schiller 588a;

wäre ich nur ein bube und könnte immer mit gehen zu hofe und überall hin. Göthe 8, 194;

der gott der bub und mädchen schuf. 12, 175;

die mägde schlafen bei den buben. 13, 67;

die mädchen und buben sind gar lustige dinger unter der sonne. Fr. Müller 2, 52; mein bub und dein meitschi. Gotthelf sagen 4, 106;

schöne meitla, schöne meitla
gits überall gnueg,
schöne bueba, schöne bueba
gits wenig im land.
Tobler 85b;

[Bd. 2, Sp. 460]



an sura holzöpfil,
an bittere chern,
wie chüssa die bueba
die meitli so gern.
Firmenich 2, 661b;

eigeli guet epfel
ond eigeli guet schnitz,
die bueba sind nebes (etwas)
ond dmätla sind nitz. 2, 664b;

mei bua is ma neuli
begegnet im wald. 2, 67b;

a lebfrischa bua
gehtn olbmdäanal zua,
a langwaliga chnecht
is fürs hoamdäanal grecht. 2, 701a;

a lustöga bue
gehtn almana zue,
und a bockstara knecht
is zan zaun zuhö grecht. 2, 717b.

wie sollte dieser frische bub, lebfrischa bua, kiltbub, nachtbub d. i. der geliebte, auf der ganzen alpe hin, in den einfachsten, natürlichsten redensarten und weisen, die sich durch lange jahrhunderte ziehen, nach einem welschen pupus heiszen, der noch dazu in der schlechten bedeutung eines unnützen leckers eingebracht sein müste? und wie käme es, dasz das mädchen, für welches pupa und poppa sich viel mehr geschickt hätte, niemals bube oder bübin, in diesem unschuldigen sinn genannt würde? 'mädchen und bübchen' zusammen bezeichnet auch hermaphroditus. Henisch 541, 56, vgl. DWB bock und geisz sp. 202.
5) bube, nequam, scelus, schurke, wie sich aus der dritten bedeutung leicht entfaltete, da der trosz von armen dienern dem laster und der ausschweifung blosz gestellt war; gerade so wandelte sich auch das alte schalk d. i. diener in den begrif von veterator, improbus, homo callidus. mhd.

landes mort und buoben striegel. Renn. 1730;

luoder, muotwille und spil
machent frîer buoben vil. 6374;

der lac als ein buobe tôt. 6951;

swaʒ arme liute hânt behalten
in welden, in velsen, in gruoben,
daʒ siht man leider freidic buoben
sô gar ûʒ strîchen und durchvarn. 6956;

die quâmen zu im dâ er lac,
vil cleiner herschefte pflac,
gelîch wol einem buben. pass. H. 362, 75;

glîch einem leiden buben
lieʒen si dô loufen in. Marienleg. 24, 296;

der würfel machet buoben vil. Ls. 3, 231;

ich wolt, daʒ aller buoben waden
verkêret wæren für sich. 3, 480;

luoget an die veigen buoben. Oswalt 3303;

nu swîc du unverschamter buobe! fragm. 15b, 21.

das chronicon colmar. ad. a. 1300 sagt: servorum pauperum, qui dicuntur bubii tanta fuit multitudo &., was man noch zur dritten bedeutung ziehen kann. vgl. Ducange 1, 791 unter bubii.
nhd. sihe, da kamen die leute der stad, böse buben, und umbgaben das haus und pochten an die thür. richt. 19, 22; so gebt nu her die menner, die bösen buben zu Gibea, das wir sie tödten. 20, 13; aber die söne Eli waren böse buben, die fragten nicht nach dem herrn. 1 Sam. 2, 12; du bist gefallen, wie man fur bösen buben felt. 2 Sam. 3, 34; und stellet zween loser buben fur in, die da zeugen. 1 kön. 21, 10; mein kind, wenn dich die böse buben locken, so folge nicht. spr. Sal. 1, 10; ein einiger bube verderbet viel guts. pred. Sal. 9, 18; er ist vermaledeiet und ein bube in der haut. Luther 4, 506a; ja gott helt nicht mehr von uns, denn das wir verzweivelte buben in der haut sind. 4, 522a; ja das sie auch mörder, todschleger und buben in der haut sind. das.; sie sind buben nicht allein fur gott, sondern auch fur der welt. br. 3, 50; wann du schon weist, das einer ein schalk ist oder ein bb. Keisersb. s. d. m. 29a; solich bben solt man schwemmen. 5b; er ist ein bb in der haut hinin. 27a;

ach du schnoder verheiter pub! fastn. 254, 9;

herr wirt, treibt aus die faulen puben! 566, 12;

o glück, hilf mir durch würfels fal,
sunst komm ich in der buben zal.
Schwarzenberg 146, 2;

darz die münch und auch die pfaffen
schelmen, bben, lecker nennen.
Murners luth. narr 2137;

fraget, wer der zerrissene lotterbube were, ob den iemand kennet? (se alcuno conoscesse quel ribaldo) .. gebot zu sehen, ob der zerrissen bube hinweg gangen were. Bocc. 1, 32b; er were ein bub, schalk und lotter. 2, 145a; das wir die gots buben, die so vil jamers, main und mord gestift habend, gestraft habend umb ir unzucht. Schertlins br. 19; er were

[Bd. 2, Sp. 461]


wol gern ein bub, aber sie will kein hur sein. Alberus wider J. Witzel F 4a; da will ich sie schelten und ihnen schuld geben, wie sie grosz buben sind. L 8b; das ich ser gesundiget hab und bin furwar ein böser bub, knab wolt ich sagen. M 5a; polluit pudoris vinculum, ist zur hrn worden oder zum bbn. Alberus im glossar; ir bben, ir werdent zum keiser kommen, der euch alle wird erhenken lassen! Aimon d; hrensun, bb, weich von mir! das.; ward der vatter laut schreien 'aus du lecker, du bub!' Wickram rollw. 97b; ich will solchs auf mein letzte hinfart behalten, dasz ich den buben, des man mich zeuht, mit wissen nie gesehen habe. Galmy 319; für hren und bben erkent. Katziporus M 5a; was kann dir dein vatter, so er bbe ist und dich in schande gezeuget, für ein schmach sein, wann du nichts schmälichs, schandlichs und lästerlichs fur dich selbs stiftest und beginnest? Petr. 115a; zum buben werden. M. Neander menschensp. 56;

du trunkenpolz, du bub du frecher!
H. Sachs I, 525b;

zun andern niemand nützern buben. III. 3, 30c;

du bist ein bub und bleibst ein bub!
Wolgemut 2, 392;

der hinderm or ein buben (schalk) trug
und mit der zung die leut erschlug.
Ringwald tr. Eck. 1590 D 6b;

was macht ir hurn und buben beid?
Ayrer fastn. 76b;

wan dir und deiner hübschen frawen
an unzucht, schelmerei und schand
kein bub und hur gleich in dem land.
Weckherlin 817;

der alte kalender, dessen herz ich einst thörichter weise für besser hielt als seinen kopf, ist wie gesagt, ein böser, sehr böser bube. Wieland 8, 300; ich will euch zu koth treten, bubens! Lenz 1, 156; o der bube! Lessing 1, 546; erwarte erst deinen vater, wenn du kein bube bist. Schiller 193a;

und wie? wenn ich nun bube gnug gewesen
sie zu ermorden? 423b.

man sagte sonst, einem den buben putzen, ihn ausputzen, ausschelten, lästern (Henisch 542, 23):

wer es damit gerichtet aus,
wir könten beide nach der baus
einander wol den buben butzen.
Spreng Il. 465a;

mein fraw wird mir den buben butzen.
Haupt 3, 262;

dann er wuste wol, dasz Moyses ein alter melancholischer mann war und ime den buben in dieser sache weitlich geputzt hett. Ayrer proc. 2, 3. man dürfte diese redensart auch unter 2 nehmen und an knaben denken, die vom vater oder schulmeister gescholten werden. aus einer menge von sprichwörtern hier noch folgende: buben sind buben; ein bub macht viel buben; ein bub hilft dem andern über bach; von buben kommt man schwerlich unbetrogen; gott straft einen buben mit dem andern; ein bub war gestern so fromm als heut; geld macht böse buben gut; böse buben musz man lassen vertoben. s. freihartsbube, leckersbube, lotterbube, schandbube, spitzbube.
6) buben, pl. mammae, läszt sich erklären aus der alten für die vorstellung der brüste natürlichen dualform, so dasz sie als zwillinge, rehzwillinge, δίδυμοι erscheinen (sp. 444), zugleich aber mit hinsicht auf bübbi, bubby (sp. 457). büeble, mammula. Maaler 81a. die hauptstelle aber findet sich bei Altschwert 50, 30—51, 3:

sêre sicht man in die buoben,
das schetz ich, drier finger breit,
umb den lîp ist enge das cleit.
die buoben sint geschürzet ûf,
man satzte wol ein liechtstock drûf.

vgl. hernach bubengasse und die analogie von bruchknabe und bruder 9.
7) bube, cyprinus, karpfe, junger karpfe, ehe er zum setzling wird, karpfenbüebl. Schm. 1, 142. Henisch 541, 50; item alwegen ist verboten gewesen von Wormbsz an bis gein Germersheim jung schnetz und bben zu fahen bis fur sanct Bartholomeustag. fischerordn. von 1488 in Mones zeitschr. 4, 88. vgl. bubenfisch.
 
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bübel, f. puella? könig Guntchrams gemahlin Austrichildis im sechsten jh. führte den beinamen bôbila. Greg. tur. 4, 25 und sie war niedriger abkunft, was vielleicht darin ausgedrückt lag. den bösen sinn von bübin brauchte es sicher nicht zu haben.
 
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bübelei, f. flagitium, schwächer als büberei.
 
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bübelein, büblein, n. was bübchen, knäblein: nackende megdlein, bübelein. Garg. 19b; das im ganzen lande kein sauberer büblin zu finden als ich. 136a. dagegen scheint ein frisch

[Bd. 2, Sp. 462]


kurzweilig püplein 102b eher püppchen als bübchen, wofür man es doch auch nehmen dürfte. büebeli, meiteli. Firmenich 2, 575b. schweiz. büebli, knäblein, noch ein erwachsner sohn. Tobler 86a. man nennt auch so den lederstreif, durch welchen die geisel mit ihrem stecken verbunden wird. Schm. 1, 143, in der kindersprache ein licht. Stalder 1, 237. s. DWB bübeln.
 
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bubelieren, was das folgende bübeln (vgl. jubilieren und jubeln):

dann so sie solten vast studieren,
so gont sie lieber bbelieren.
Brant narr. 27, 6;

so lauft es lieber bbelieren.
Murner luth. narr 2584;

sein vater wänt er hab studiert,
so hat er nichts dann bbiliert. schelmenz. 32, 14.


 
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bübeln, scelus admittere, bubenstreiche machen, gelinder als buben, schweiz. auch büebela, wie ein knabe aussehen, sich benehmen:

und ist im leid, das er nit me
büblen kan als vor und ee.
Murner narrenb. cap. 9. s. 654;

der krieg ist schmeicheln, schmausen,
schmarotzen, bübeln, mausen.
Logau 2, 2, 97;

wer in geringen sachen bübelt, die nicht viel sondres tragen ein,
wird mehr in denen sachen vortheln, die mehr genieszlich wollen sein. 2, 4, 73;

wann im schaten kühler myrten
sie sich kamen zu bewirten,
folgte nichts als lieblich liebeln,
folgte nichts als tückisch bübeln. 3, 6, 10;

all sein (Amors) schmeichelndes bübeln,
all sein kosen und liebeln
hat noch nimmer mein herz beschnellt.
Voss 4, 73;

es war, mein seel, wol mehr halloh
mit Bathseba zu liebeln,
und ihren armen hahnrei so
zur welt hinaus zu bübeln.
Bürger 49a;

immer unrein gereimt. bei Fischart kommt vor sich verbubeln: des Diodori Siculi babilonischer bau, daran sich alle nationen haben zu narren verbubelt und gebauet. Garg. 133b. merkwürdig das schweiz. bubelen, unvorsichtig mit licht und feuer umgehen. Stalder 1, 237, was ans feuerreiben durch keusche knaben oder buben mahnt (mythol. 573).
 
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buben , flagitium perpetrare.
1) scortari, paedicare, verbunden werden huren und buben: freilich ists war, das der buben musz, der nicht ehelich wird, wie solts anders zugehen? Luther 2, 172;

wie er gebubt hat und gespilt.
Murners schelmenz. 83, 1;

wenn einer tag und nacht jubiliert, spilt, bbt, mtwilt. Frank parad. 100a und oft; wie der alt stinkende bock so unflätig daselbst gebbet habe. Petr. 54a; lge nur, das du deines vatters that nicht erbest und auch dermaszen bbest. 115a; solch urtheil fallen oftmals uber ein, der eim sein witwen bübet und in hurerei führt. Paracelsus 2, 239a; hunger und durst leiden, huren und buben, rasseln und spielen. Simpl. 1, 59; der kerl thut nichts als fressen und saufen, huren und buben. Abele 2, 27;

du hurst und bubest frech und frei.
Hübners poet. handb. 109.


2) conviciari, lästern: ob hie iemand wird sagen, ich werfe zu fast mit buben umb mich, könne nicht mehr denn buben und schelten, dem sei erstlich also geantwortet. Luther 5, 285b;

und sauf um fürsten sich zum thier
und bub und lästre gott!
Voss 4, 34,

in welcher stelle es doch auch die erste bedeutung haben kann. gotteslästerung und büberei stehen oft nebeneinander. vgl. DWB ausbuben, DWB erbuben, DWB verbuben.