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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
brunzhalter bis brüschelfalte (Bd. 2, Sp. 442 bis 443)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brunzhalter, m. qui retinet, cohibet lotium: Ottenberger ... den mein langwadeliger brunzhalter und schwimmer Peter Gravin gern trank. Garg. 58b.
 
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brunzkachel, f. matula. Dasyp. 310a. Maaler 79d. Stieler 912; brunz und seichkacheln. Albertinus Gusm. von Alfarche s. 472; kammerkachel, poet de chambre. Schm. 2, 277. brunzkachel, noch heute in der Wetterau, wo es auch brunzerin bedeutet, wie das schweiz. bronzchachla schelte für ein kind ist.
 
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brunzscherbe, m. matula: doctor saw, Witzel, tölpel, schmid, rotzlöffel, tellerlecker, brunzscherben, Heinz, Meinz, und wer sie mehr sind. Luther 8, 7b;

und trüg in (eis) den brunzscherben aus.
H. Sachs III. 2, 100d;

ist kein schandhipischer (xanthippischer) haushagel, der nach dem donnern auch den regen mit brunzscherben und scheiszkacheln irem mann Saukratz (Sokrates), Pfannkratz (Pankratius) uber den kopf abschüttet. Garg. 75a; wann er ins bett seicht, sagt er es hett im geträumt, wie er an der wand stünd und wässerlet, oder es sei im der brunzscherben ins bett gefallen. 130a; folgends seicht er ein grosze kachel voll und setzt sich zu tisch, dann, wie Eupolides sagt, hat der ein recht palamedisch invent erfunden, so erstlich den brunzscherben erdacht und zum tisch gebracht. 162b. s. DWB scherbe.
 
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brunzstatt, f. franz. pissoir, lieu pour pisser: prunzstat oder ubelschmeckende stat, oletum. voc. 1482 z 8a.
 
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brunzung, f. actus mingendi. Stieler 254.

[Bd. 2, Sp. 443]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brunzwasser, n. lotium, loscia, lossa, urina oder harm. voc. 1482 z 8a; weiter weschen sie (die Spanier) iren leib oftmals mit brunzwasser. Frank weltb. 70a; Vespasianus hat ein zoll auf das brunzwasser geschlagen, lucri bonus odor. schöne, weise reden 48b.
 
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brüsch, m. ruscus aculeatus, franz. brusc, it. sp. brusco, scheint aus ruscus entsprungen; brüsch, ein stächend kraut mit roten beerlinen. Maaler 79d;

kein brüsch dir so verhaszt, kein meergras so verächtlich.
Overbecks Virgil 121 (horridior rusco).


 
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brüsch, n. mit langem vocal, corium taurinum, juchte, gegerbtes, stark riechendes rindsleder. Stalder 1, 235. doch Tobler 82a gibt ihm die bedeutung von blüsch, sammet, ein brüsches brusttuch, weste von plüsch.
 
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brüsche, f.brüschel,m. bei Stalder 1, 235. Schm. 1, 266 abfall, überbleibsel, nachschmaus, eingesammelte allerlei eszwaaren, die gemeinschaftlich verzehrt werden. ein unaufgeklärtes wort, das auch in den beiden folgenden zusammensetzungen zu haften scheint. Bruschius (aus Eger) in monast. germ. chronol. p. 260 proavum suum Bruschelium quasi obesulum dictum esse affirmat.
 
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brüschelbrei, m. brei aus allerlei ingredienzien. Schm. a. a. o., wo brieschel = brüeschel geschrieben.
 
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brüschelfalte, f. stria sinuosa, brüschelfaltung, plicatura sinuosa findet sich bei Stieler 429.