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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
brummtopf bis brunft (Bd. 2, Sp. 430 bis 431)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brummtopf, m. was brummkreisel, dann auch ein brummiger, sauertöpfischer mensch: alter brummtopf. Fr. Müller 3, 45.
 
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brummung, f. rugitus. voc. 1482 z 8a.
 
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brummvogel, m. phalaena bombyx, wegen seines geräusches im flug.
 
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brumse, f. brummfliege, schmeiszfliege, vgl. DWB bremse und DWB humse: es waren brumsen und wespen in den stall gekommen. Leipz. avant. 1, 29.
 
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brümseln, was brumsen: von stiller wollust brümselnd und mit beinen und flügeln handthierend. Tieck nov. kr. 4, 261.
 
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brumsen, susurrare, murmurare, vgl. DWB humsen und DWB sumsen.
 
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brumser, m. sie (die merodebrüder) sind wie die brumser in den immenfässern, welche, wann sie ihren stachel verloren haben, und nicht mehr arbeiten noch honig machen, sondern nur fressen können. Simpl. 1, 400.
 
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brumsig, morosus, mürrisch. Stalder 1, 234.
 
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brünette, f. virgo fuscis capillis, gegensatz von DWB blondine, weiszette.

die brünette soll vor allen
mir gefallen,
sie ist feuriger zur lust.
Uz 1, 70;

wie er sich der blonden schönheit so genau erinnern und sie mit der tochter des liederlichen pachters, einer wilden hummel von brünette verwechseln kann. Göthe 21, 111.
 
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brunft, f. coitus, libido coitus, weidmännisch von dem roth- und schwarzwild, einige schreiben brumpft und brumpfst, Frisch 1, 145c brumft, Tänzer und Pärson prumft, Göchhausen prunft, Becher und Döbel brunft: der hirsch geht in die brunft, tritt auf die brunft, aus der brunft, ist in der brunft, hat die brunft vollbracht; schmalrieken, die noch niemals eine brunft gethan. Döbel 1, 27a; wie viel elremänner allbereit aus der brust, brunst und brumpfst deines leibes in dem luft aufgeflogen. Abele 3, 59;

ob weiber menschen sind? sie haben ja vernunft,
sie lieben fort und fort. dann wilder thiere zunft
hegt nur zu maneher zeit der süszen liebe brunft.
Logau 3, 2, 64.

Frisch deutet dieses wort mugitus cervi und leitet es von brummen, Lessing 5, 311 will es von brunst geschieden wissen, wie auch Logau in der überschrift zu 1, 1, 91 die letzte brunst der welt setzt, abweichend von jenem brunft 3, 2, 64. entgegen zu stehn scheint aber, dasz Maaler 80a brunst, ardor, auch für den begrif von brunft gelten läszt: brunst, gebirliche zeit, die zeit und stund, da das weible des mennlins begert, genitalis hora. hierzu stimmt bei Henisch 537 brunst, das laufen der hunde, libido, catullitio; wie der hirsch auf die brunst trit, so gehet er wider davon, ist der bawren prognosticon vom

[Bd. 2, Sp. 431]


wetter um Egidii. nicht anders gilt nnl. bronst und in de bronst zijn.
Dennoch ist die lessingische ansicht fest zu halten. brunft leitet sich von brëman fremere, wie kunft von quëman, vernunft von nëman. das schreien des hirsches und rennthiers gab einem monat den namen (gesch. d. d. spr. 97. 100), brunft wird also auch den jährlichen eintritt der begattung des wilds bezeichnen, brummen und brüllen drücken ebenso das verlangen der kuh und sau nach dem ochs und eber aus. auch ist schon mhd. brunft etwas anderes als brunst:

der hirʒ lief vor den hunden hin,
durch sînes lebenes gewin,
durch sînes lîbes hinkunft.
eʒ was niht in der rehten brunft,
im selbe ze frumen, niht ze schaden
was er niht überladen
mit fleische z der stunde.
Heinr. Trist. 2402.

die vorstellung von brunst, ardor, konnte sich leicht an den platz von brunft drängen, da einige mundarten komst für kunft, vernunst für vernunft bildeten; niemals aber steht brunft für eine wirkliche brunst, feuersbrunst. die weidmänner hielten auch auf ihrem althergebrachten worte brunft und bestraften brunst mit dem messer. von hirsch und rothwildbret wurde der ausdruck auf andere jagdbare thiere erstreckt. böhm. ebenso řjge, geschrei, brunft der hirsche, rehe, und řjgen october, řjgiti rugire.
 
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brunft, f. phallus impudicus, ein schwamm, auch hirschbrunft, hexenei, teufelsei.